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Quadratische Funktion

Eine quadratische Funktion (auch ganzrationale Funktion 2. Grades) ist eine Funktion, die als Funktionsterm ein Polynom vom Grad 2 besitzt, also von der …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundform und Parabel
  2. 2. Wirkung der Parameter
  3. 3. Scheitelpunkt bestimmen
  4. 4. Nullstellen, Faktoren und Umkehrung
  5. 5. Quadratische Polynome

Grundform und Parabel

Eine quadratische Funktion, auch ganzrationale Funktion 2. Grades, hat die Form f(x)=ax²+bx+c mit a≠0. Ihr Graph ist die Parabel y=ax²+bx+c. Die Koeffizienten a, b und c bestimmen Form, Lage und damit auch den Wertebereich des Graphen.

Die Quadratfunktion f(x)=x² heißt Normalparabel. Sie ist nach oben geöffnet, zur y-Achse symmetrisch und hat den Scheitelpunkt im Koordinatenursprung. Spezielle quadratische Funktionen haben die Form f(x)=ax² mit a≠0; auch ihre Parabeln sind zur y-Achse symmetrisch und haben den Scheitelpunkt im Ursprung.

Wirkung der Parameter

Der Parameter a bestimmt Öffnungsrichtung und Breite der Parabel: Bei a>0 ist sie nach oben, bei a<0 nach unten geöffnet. Für |a|<1 ist der Graph in y-Richtung gestaucht; er erscheint breiter und flacher. Für |a|>1 ist er in y-Richtung gestreckt; er erscheint schmaler und steiler. Bei a=-1 ist die Normalparabel an der x-Achse gespiegelt.

Es gilt f(0)=c. Daher ist c der y-Wert des Schnittpunkts mit der y-Achse. Erhöht man c um eins, verschiebt sich der Graph um eine Einheit nach oben; verringert man c um eins, verschiebt er sich um eine Einheit nach unten.

b gibt die Steigung der Parabel am Schnittpunkt mit der y-Achse an. Sein Vorzeichen zeigt, ob die y-Achse den fallenden oder den ansteigenden Ast schneidet, und erlaubt Rückschlüsse auf Anzahl und mögliche Lage von Nullstellen. Erhöht man b um eins, wird der Graph um 1/(2a) nach links und um (2b+1)/(4a) nach unten verschoben. Verringert man b um eins, wird er um 1/(2a) nach rechts und um (2b-1)/(4a) nach oben verschoben.

Scheitelpunkt bestimmen

Der Scheitelpunkt bestimmt die Lage der Parabel. Für a>0 ist er ihr absolutes Minimum, für a<0 ihr absolutes Maximum. In der Scheitelpunktform f(x)=a(x-xₛ)²+yₛ lautet er S(xₛ|yₛ); die Symmetrieachse ist die zur y-Achse parallele Gerade durch xₛ.

Mit quadratischer Ergänzung wird die Normalform in die Scheitelpunktform umgeformt. Beispiel: Aus f(x)=2x²+4x+5 folgt 2(x²+2x)+5=2(x²+2x+1-1)+5=2(x+1)²+3. Damit ist der Scheitelpunkt S(-1|3).

Über die Ableitung gilt f′(x)=2ax+b. Aus f′(xₛ)=0 folgt xₛ=-b/(2a) und durch Einsetzen yₛ=f(xₛ)=c-b²/(4a). Bei f(x)=2x²+4x+5 ergibt f′(x)=4x+4, also xₛ=-1 und yₛ=3. Sind die Nullstellen x₁ und x₂ bekannt, gilt außerdem xₛ=(x₁+x₂)/2 und yₛ=f(xₛ)=-a/4·(x₂-x₁)².

Nullstellen, Faktoren und Umkehrung

Nullstellen sind die Lösungen von f(x)=0, also von ax²+bx+c=0. Die abc-Formel lautet x₁,₂=(-b±√(b²-4ac))/(2a). Der Ausdruck b²-4ac unter der Wurzel heißt Diskriminante. Ist er negativ, besitzt die Funktion keine reellen Nullstellen.

In Scheitelpunktform f(x)=a(x-xₛ)²+yₛ erhält man vorhandene Nullstellen mit x₁,₂=xₛ±√(-yₛ/a). Bei den Nullstellen x₁ und x₂ lässt sich die Funktion als Produkt von Linearfaktoren schreiben: f(x)=a·(x-x₁)·(x-x₂).

Eine ganze Parabel besitzt keine Umkehrfunktion, weil sie nicht überall monoton ist. Auf jedem Ast, also für x≤xₛ beziehungsweise x≥xₛ, gibt es jedoch eine Umkehrfunktion. Zusammengefasst lautet sie x₁,₂=(-b±√(b²-4a(c-y)))/(2a). Reelle Werte liegen bei a>0 für y≥(4ac-b²)/(4a) und bei a<0 für y≤(4ac-b²)/(4a) vor.

Quadratische Polynome

Über einem beliebigen Ring R ist ein quadratisches Polynom ein Ausdruck ax²+bx+c∈R[x] mit a,b,c∈R und a≠0. Formal ist es ein Element des Polynomrings vom Grad 2 und definiert eine Abbildung von R nach R. Für R=ℝ entsteht die quadratische Funktion im üblichen Sinn. Ist R ein algebraisch abgeschlossener Körper, zerfällt jedes quadratische Polynom in zwei Linearfaktoren.

In n Variablen haben quadratische Polynome die Form Σᵢ,ⱼ₌₁ⁿaᵢ,ⱼxᵢxⱼ+Σᵢ₌₁ⁿbᵢxᵢ+c∈R[x₁,…,xₙ], wobei nicht alle aᵢ,ⱼ null sind. Sie bilden von Rⁿ nach R ab. Ihre Nullstellenmengen heißen Quadriken; bei n=2 heißen sie auch Kegelschnitte.

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