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Kloster

Ein Kloster ist eine bauliche Anlage, die von einer religiösen Lebensgemeinschaft (Ordensgemeinschaft) genutzt wird oder wurde. Christliche Klöster, denen …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Was ein Kloster ist
  2. 2. Bau und Alltag christlicher Klöster
  3. 3. Entwicklung und kulturelle Bedeutung
  4. 4. Islamische Gemeinschaften
  5. 5. Buddhistische Klöster
  6. 6. Hinduistische Klöster

Was ein Kloster ist

Ein Kloster ist eine bauliche Anlage für eine religiöse Lebensgemeinschaft, eine Ordensgemeinschaft. Die Bewohner heißen je nach Orden Mönche oder Nonnen. Sie leben gemeinsam und richten ihr Leben besonders auf die Ausübung ihres Glaubens aus. Zu einer Anlage gehören meist Gebäude für Gottesdienst, Wohnen und Wirtschaft.

Im westlichen Kulturraum sind vor allem christliche Klöster der katholischen und orthodoxen Kirchen bekannt. Daneben gibt es protestantische Klöster, etwa Kloster Amelungsborn, und ökumenische Gemeinschaften wie die Communauté de Taizé. Auch Wohn-, Gebets- und Meditationsanlagen buddhistischer und hinduistischer Gemeinschaften werden Klöster genannt.

In christlichen Orden bedeutet Vita communis das gemeinschaftliche Leben. Sie entwickelte sich aus dem frühchristlichen Koinobitentum. Manche Gemeinschaften leben dagegen stärker eremitisch, also als Einsiedler, zum Beispiel Kartäuser. Der Konvent ist meist die gesamte im Kloster lebende Gemeinschaft; enger bezeichnet er die Versammlung ihrer stimmberechtigten Mitglieder, der Konventualen. Eine von einem Abt oder einer Äbtissin geleitete Niederlassung heißt Abtei. Weitere Bezeichnungen sind Priorat, Residenz, Hospiz, Haus, Kommunität oder Fraternität; ein Kloster der Karmeliten oder Karmelitinnen heißt Karmel.

Bau und Alltag christlicher Klöster

Die Klosterkirche ist normalerweise räumlicher und geistlicher Mittelpunkt. Der idealtypische frühmittelalterliche Grundriss ist am St. Galler Klosterplan erkennbar. Zentral liegt meist ein quadratischer Klosterhof, der von einem Kreuzgang umgeben ist. Darum gruppieren sich Kirche, Refektorium (Speisesaal), Dormitorium (Schlafräume) und Kapitelsaal (Versammlungsraum). Hinzu kommen teilweise Infirmarium (Krankenabteilung) und Necessarium (Bedürfnisraum), außerdem je nach Ausrichtung Skriptorium (Schreibstube), Bibliothek und Gästehaus. Wirtschaftsgebäude dienten etwa Landwirtschaft oder bei Zisterziensern der Fischzucht. Mauern, Tor und Pforte sollten unerlaubtes Verlassen und Eindringen verhindern.

In vielen Abteien hatten Priestermönche und Laienmönche, auch Konversen genannt, getrennte Arbeits-, Speise-, Schlaf- und Krankenräume. Bettelorden hatten ein einfacheres Raumprogramm. Ihre Klöster lagen meist in Städten und waren deshalb enger gebaut, aber im Mittelalter häufig ebenfalls um einen Innenhof angeordnet und direkt an ihre Kirche angeschlossen.

Das klassische monastische Leben umfasst gemeinschaftliches und persönliches Gebet, Einkehr, Stille, Kontemplation, Abgeschiedenheit von der Welt, körperliche Arbeit, geistiges und geistliches Studium sowie Gastfreundschaft. In monastischen Orden besteht meist eine lebenslange Bindung an das Eintrittskloster; bei Bettelorden sind Versetzungen üblich. Zu klausuriert lebenden, also räumlich abgeschlossenen, monastischen Orden zählen Benediktiner, Zisterzienser, Trappisten, Kartäuser, Karmelitinnen und Klarissen. Bettelorden wie Franziskaner, Dominikaner und Karmeliten sowie Regularkanoniker wie Prämonstratenser leben nicht ausschließlich im Kloster und nicht streng monastisch.

Orthodoxe Klöster sind eigenständiger als westkirchliche: Sie sind autonom oder locker verbunden, aber nicht in Orden oder klösterlichen Kongregationen organisiert. Für die orthodoxen Kirchen sind sie besonders wichtig, da nahezu der gesamte höhere Klerus aus dem Mönchtum stammt.

Entwicklung und kulturelle Bedeutung

Die ersten Klöster entstanden im 4. Jahrhundert aus Einsiedlerkolonien in Ägypten und Palästina. Das koptische Antoniuskloster in Ägypten, 361 bis 363 errichtet und Antonius dem Großen gewidmet, gilt als ältestes christliches Kloster der Welt. Das Kloster Mor Gabriel im türkischen Tur Abdin wurde 397 von Shmuel (Samuel) und seinem Schüler Shem’un (Simon) gegründet und besteht weiterhin. Die Abtei Saint-Maurice, 515 von König Sigismund von Burgund errichtet, ist das älteste ohne Unterbrechung bestehende Kloster Westeuropas.

Benedikt von Nursia gründete 529 die Abtei Montecassino und verfasste die Regula Benedicti, eine Regel für das Zusammenleben im Kloster. Sie prägte die Klosterentwicklung über viele Jahrhunderte; das benediktinische Mönchtum ist bis heute die prägende monastische Richtung der abendländischen Christenheit. Orthodoxe und orientalische Klöster folgen mehrheitlich den Regeln des Basilius von Caesarea oder des Theodoros Studites.

Klöster waren von Beginn an Orte geistlichen Lebens und zugleich Zentren von Handwerk, Landwirtschaft, Wissenserforschung und Wissenssammlung in Bibliotheken. Das von Cassiodor um 554 in Süditalien gegründete Vivarium wird besonders hervorgehoben. Im Mittelalter kopierten Mönche alte Bücher, stellten Kunstwerke und Kulturgüter her und unterhielten Klosterschulen. Lesen und Schreiben waren lange praktisch nur in Klöstern verbreitet. Klöster entwickelten Landbau, Pflanzenzucht sowie Kräuter- und Heilkunde und gaben Kenntnisse teils an die Bevölkerung weiter. Sie dienten Mission, Kultivierung und Entwicklung; Herrscher gründeten sie deshalb in unterentwickelten Gebieten und statteten sie mit Land aus. Zisterzienser rodeten besonders im Norden und Osten Europas Waldflächen und bereiteten sie für Siedler vor.

Reformen wie die Cluniazensische Reform und der Zisterzienserorden wandten sich gegen Verweltlichung. Diese konnte entstehen, weil der Klostereintritt auch Macht, Versorgung, Prestige oder Karriere dienen konnte. Mit dem Aufstieg der Städte verloren klassische Klöster an Bedeutung. Hospital- und Bettelorden gründeten Stadtklöster und wirkten durch Seelsorge, Predigt und weitere kirchliche Aufgaben unter den Menschen. Frauen hatten bis ins 19. Jahrhundert nur begrenzten Zugang zu dieser Lebensform; später eröffneten Schulorden und karitative Schwesterngemeinschaften Tätigkeiten in Armen-, Kranken- und Altenpflege.

Seit der Reformation wurden in betroffenen Gebieten viele Klöster aufgehoben. Der größte Einschnitt war die Säkularisation nach der Französischen Revolution: Allein 1803 betraf der Reichsdeputationshauptschluss etwa 300 Stifte, Klöster und Abteien. Gebäude wurden abgerissen, anders genutzt oder verkauft; Bibliotheken aufgelöst, wobei viele Bücher verloren gingen. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden wieder Klöster. Nach 1945 kam es in kommunistisch beherrschten Gebieten erneut zu Auflösungen und Verstaatlichungen; in Ostdeutschland wurden Immobilien nach 1989 rückübertragen. Der Nachwuchs westeuropäischer Klöster ging im 20. Jahrhundert stark zurück.

Islamische Gemeinschaften

Im Sufismus gibt es verschiedene Formen eines gemeinschaftlichen Zusammenlebens von Brüdern. Sie sind jedoch nicht geradlinig mit den abendländischen Klostertraditionen vergleichbar. Als Formen werden Ribat, Tekke und Zaouia genannt.

Buddhistische Klöster

Die ersten buddhistischen Klöster waren Aufenthaltsorte während der Regenzeit. Buddhistische Mönche waren anfangs ständig unterwegs, ebenso wie Buddha bis zu seinem Tod. Gläubige Laien stifteten zunächst Grundstücke für provisorische Unterkünfte, später feste Gebäude und eine zentrale Versammlungshalle. Als Kloster gilt eine Anlage heute erst mit Versammlungshalle und einem vollordinierten Mönch als Leiter.

Buddhistische Klöster waren ursprünglich nicht auf Selbstversorgung ausgerichtet. Die Mönche lebten von Almosen und nicht von Arbeit oder Landverpachtung; die Patimokkha enthält die Grundlagen des Klosterlebens und ist ungefähr mit einer Ordensregel vergleichbar. Klöster dienen Ruhe und Rückzug, Ritualen und Verwaltungsversammlungen, Lehre und Studium, Opferhandlungen und Betreuung von Laien sowie zeitlich begrenzten Aufenthalten von Laien für Studium und Meditation, auch Retreat genannt. Es gibt Höhlen- und Waldklöster als Rückzugsorte, Dorfklöster für Mönche und Bevölkerung sowie Schul- und Lehrklöster.

Ein buddhistisches Kloster bleibt nach seiner Weihe für immer ein Kloster, auch als Ruine. Das gestiftete Grundstück darf nicht zurückgegeben, verschenkt oder verkauft werden, weil dadurch die Verdienste des Spenders zunichtegemacht würden. Almosen abzulehnen ist die einzige Sanktion gegenüber Laien, etwa bei ungerechtfertigter Verleumdung. In Thailand, Myanmar, Laos und Kambodscha heißen Klöster des Theravada-Buddhismus Wat. Vor der Annektierung Tibets durch die Volksrepublik China besaßen viele tibetische Klöster Pachtland. Im Zen-Buddhismus arbeiten Mönche in der Regel und Klöster versorgen sich teils selbst; der Almosengang bleibt als Zeichen der Demut und als Gelegenheit zu verdienstvollem Handeln erhalten.

Hinduistische Klöster

Hinduistische Klöster heißen Mathas. Der Rückzug aus der profanen Welt, um Gott näherzukommen, entspricht dem hinduistischen Gedanken der vier Lebensstadien: Brahmacarin ist der Schüler, Grihastha der Haushalter, Vanaprashta der sich in die Waldeinsamkeit Zurückziehende und Sannyasin der Erlösung Suchende. Der Lebensentwurf sieht Heirat und Kinder für den Haushalter vor, religiöse Studien in der Jugend und später darauf aufbauende religiöse Suche. Brahmanische Priester lebten daher nie enthaltsam, doch Enthaltsamkeit war für religiös bestimmte Lebensphasen wichtig.

Viele Sadhus sind umherwandernde Asketen ohne Bindung an ein Kloster. Swamis und Gurus betreiben oft Aschrams, in denen sie Meditation und religiöse Lehren vermitteln. Die Bindung an einen Aschram ist jedoch nicht endgültig wie eine Ordination; Aschrams sind unabhängig und keiner übergeordneten Institution unterstellt.

Nach 800 n. Chr. kamen Mathas hinzu, oft mit einem Tempel verbunden. Sie sind Zentren geistigen Lebens, der Gelehrsamkeit und religiöser Aktivität und können Tempel, Schulen, Hospitäler oder Waisenanstalten unterhalten. Shankara (788–820 n. Chr.) stiftete einen Mönchsorden und viele Klöster, um das Zusammengehörigkeitsgefühl hinduistischer Strömungen zu fördern. Vorsteher heißen Mahant und gelten vielen Indern als hohe religiöse Autoritäten, erreichten aber nie die Stellung einer höchsten religiösen Instanz. Große Klöster und Tempelanlagen liegen wegen des islamischen Einflusses in Nordindien heute hauptsächlich in Südindien.

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