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Nonne
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Begriff und christliches Ordensleben
Eine Nonne ist im Christentum ein weibliches Mitglied eines kontemplativen Ordens der römisch-katholischen, orthodoxen oder anglikanischen Kirche. Sie weiht ihr Leben Gott und dem Dienst an den Menschen. Zentral ist das beständige Gebet, besonders das Stundengebet: Dieses vollziehen Nonnen im Auftrag der Kirche feierlich im Chorraum der Kirche.
Nonnen sind durch feierliche Gelübde an Gott, die Kirche und ihre Gemeinschaft gebunden. Sie stehen unter der Leitung einer Äbtissin oder Priorin. Die männliche Entsprechung ist der Mönch.
„Ordensschwester“ und „Nonne“ werden zwar oft gleich verwendet und beide werden mit „Schwester“ angeredet, bedeuten kanonisch aber nicht dasselbe: Als Nonnen gelten nur Schwestern monastischer Orden, die in päpstlicher Klausur leben. Beispiele sind Kartäuserinnen, Klarissen, Karmelitinnen, Kamaldulenserinnen, Redemptoristinnen sowie Orden der benediktinischen Ordensfamilie, etwa Trappistinnen.
Papst Pius XII. beschrieb in der apostolischen Konstitution Sponsa Christi Grundlagen des Lebens der Nonnen: das gottgeweihte jungfräuliche Leben, die mystische Anverlobung an Christus sowie kirchenrechtliche Regeln. Papst Franziskus erweiterte diese Regularien 2016 und 2018 durch Vultum Dei quaerere und Cor orans.
Die frühere Unterscheidung zwischen stimmberechtigten Chorschwestern, die vor allem liturgische Dienste und das Chorgebet ausübten, und nicht stimmberechtigten Laienschwestern oder Konversen für praktische und hauswirtschaftliche Arbeiten wurde aufgehoben. Das Dekret Perfectae caritatis schuf nach den Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils einen „einzigen Stand von Schwestern“.
Nonnen im Buddhismus
Im Buddhismus bezeichnet Nonne ein weibliches Mitglied eines Ordens. Gemeint ist allgemein eine vollordinierte Bhikkhuni, wie sie im Mahayana und in Teilen des Theravada vorkommt. Auch Novizinnen, Samaneri genannt, sowie Sikkhamānā in ihrer abschließenden zweijährigen Trainingsperiode werden als buddhistische Nonnen bezeichnet.
In den tibetischen Linien des Vajrayana gibt es derzeit keine gültige Nonnenordination zur Gelongma. Frauen, die dennoch als Gelongma bezeichnet werden, haben ihre Vollordination deshalb in anderen Mahayana-Linien erhalten, nämlich in Taiwan, Vietnam oder Korea.
Die Bezeichnung „Nonne“ für Mae Chi und andere weiß gekleidete, gemeinschaftlich lebende Frauen ist zwar verbreitet, aber nicht zutreffend. Diese Frauen folgen sechs, acht oder zehn Regeln. Sie sind eher mit frommen Laien, Upasika, vergleichbar, besitzen jedoch ein deutlich niedrigeres Ansehen als Laien mit vollen Bürgerrechten.
Eine besondere Form sind die Siladhara, auch Zehn-Gelübde-Nonnen. Ajahn Sumedho führte sie 1983 mit Erlaubnis der Ordensoberen in der thailändischen Waldtradition im westlichen Zweig ein. So konnten Frauen aus westlicher Sicht eine volle Ausbildung zur Siladhara erhalten, ohne das thailändische Dogma zu verletzen, dass es keine Bhikkhuni geben könne.