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Kirche (Organisation)

Die Ekklesia, die Glaubensgemeinschaft der Christen, ist in verschiedenen Kirchen organisiert. Inhaltsverzeichnis. 1 Theologische Grundlagen und Geschichte …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Grundverständnis
  2. 2. Theologische Grundlagen und Konfessionsverständnisse
  3. 3. Mitgliedschaft und gesellschaftlicher Wandel
  4. 4. Finanzierung in Deutschland
  5. 5. Kirchen als Arbeitgeber und Organisationsformen

Begriff und Grundverständnis

Kirche ist ihrer ursprünglichen Bedeutung nach eine Organisationsform christlicher Konfessionen. Die Ekklesia, also die Glaubensgemeinschaft der Christen, ist in verschiedenen Kirchen organisiert. Kirche bezeichnet daher sowohl die Gemeinschaft der Gläubigen als auch die konkrete religiöse Organisation. Der Zusammenhang zwischen Kirche als Organisation und Konfession als Bekenntnis ist bedeutend, aber nicht vollständig deckungsgleich: Nicht jede christliche Konfession versteht sich religionswissenschaftlich und organisatorisch als Kirche, und nicht jede Kirche im organisatorischen Sinn ist eine Konfession im Sinne eines bestimmten Bekenntnisses.

Theologische Grundlagen und Konfessionsverständnisse

Theologisch versteht sich die Kirche als „Volk Gottes“ in Kontinuität zum zuerst erwählten Bundesvolk Israel. Jesus Christus wollte durch die Berufung der Apostel Israel erneut sammeln. In ihrer Nachfolge verstehen sich die Kirchen als Zeugen des Evangeliums: Sie geben die Botschaft Christi weiter und verkünden der Welt das Heil, das sie durch den Heiligen Geist auch in der Welt vergegenwärtigen.

Im Glaubensbekenntnis wird die Kirche klassischerweise als „eine, heilige, katholische und apostolische“ Kirche bezeichnet. „Eine“ bedeutet, dass sie von Jesus Christus her eine unverbrüchliche Einheit besitzt. „Heilig“ ist sie trotz menschlicher Sündigkeit, weil sie zu Gott gehört und auf ihn ausgerichtet ist. „Katholisch“ bedeutet allumfassend und weltweit. „Apostolisch“ bezeichnet ihre geschichtliche Kontinuität mit den Aposteln.

Die evangelische Theologie beschreibt die Kirche vorrangig als creatura verbi, als „Geschöpf des Wortes“. Die Kirche lebt vom Wort Christi, und zwar sowohl von der Botschaft, die Jesus selbst verkündet hat, als auch von der Botschaft, die die Kirche auf Grundlage der neutestamentlichen Zeugnisse über ihn verkündet. Nach Artikel VII der Confessio Augustana ist die Kirche die „eine heilige, christliche Kirche“, also „die Versammlung aller Gläubigen, bei denen das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sakramente laut dem Evangelium gereicht werden“. Außerdem unterscheidet das evangelische Kirchenverständnis zwischen einer unsichtbaren und einer sichtbaren Kirche. Die unsichtbare Kirche umfasst die Erwählten und steht in Verbindung mit der himmlischen Kirche der Engel und Heiligen Gottes. Zur sichtbaren Kirche auf Erden gehören dagegen auch menschliche Unzulänglichkeiten und Fehler. Die evangelischen Kirchen berufen sich besonders auf die Ursprünge des Christentums im Neuen Testament und auf die reformatorischen Impulse der frühen Neuzeit, vor allem durch Martin Luther.

Das orthodoxe Kirchenverständnis sieht die Kirche als theandrische, also gottmenschliche Größe. In ihr wirken göttliche und menschliche Kräfte zusammen. Nach dem Bild der Dreifaltigkeit verbindet sie Einheit und Vielheit. Die orthodoxen Kirchen verstehen die Kirche als „Leib Christi“ und betonen das Wirken des Heiligen Geistes als Fortführung des Wirkens Christi. Eine besondere Bedeutung haben die Sakramente, vor allem die Eucharistie, die als Schlüssel zum Verständnis der Kirche und des Christentums gilt. Wichtig sind außerdem die Verbindung zur himmlischen Kirche und die Gemeinschaft mit ihr. Als maßgebliche Bezugspunkte gelten vor allem die ersten Konzilien und die Kirchenväter.

Die katholische Kirche formulierte ihr Kirchenverständnis erstmals in einer Gesamtschau auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Traditionell haben die Sakramente und das kirchliche Amt eine zentrale Bedeutung. Die Kirche wird als Grund-Sakrament verstanden, also als Werkzeug und Zeichen des Heils. Hinzu kommt die Communio-Theologie: Kirche ist Gemeinschaft zwischen Gott und den Menschen sowie zwischen einzelnen Menschen und Menschengruppen. Eine wichtige Rolle spielt das „Einheitsamt des Petrus“, das Papstamt. Das theologische Gleichgewicht zwischen der Gemeinschaft der Bischöfe und der Zentralstellung des Papstes ist dabei noch nicht abschließend gefunden. Quellen des katholischen Kirchenverständnisses sind die Heilige Schrift und die eigene Tradition.

Mitgliedschaft und gesellschaftlicher Wandel

Mitglied einer christlichen Kirche wird man in der Regel durch die Taufe, häufig bereits als Kleinkind. Weil ein Säugling bei der Taufe keine bewusste Entscheidung trifft, ist diese Form der Mitgliedschaft unfreiwillig. Das kann eine Ursache für einen späteren Kirchenaustritt sein. Außerdem führt die zunehmende Säkularisierung in den meisten westlichen Ländern zu einem Rückgang der Mitgliederzahlen.

Finanzierung in Deutschland

Die Finanzierung der Kirchen hängt vom jeweiligen Land ab. In Deutschland dürfen Kirchen, die als öffentlich-rechtliche Körperschaften anerkannt sind, von ihren Mitgliedern Kirchensteuer erheben. Bei den Volkskirchen ist sie je nach Landeskirche mit 30–80 % die wichtigste Finanzierungsquelle.

Die Kirchen erhalten nach der im Artikel verwendeten Definition des jüngsten Subventionsberichts der Bundesregierung keine Subventionen. Sie erhalten stattdessen Entschädigungszahlungen, sogenannte Staatsleistungen. Diese beruhen auf Eigentum, das im Zuge der Säkularisation durch den Reichsdeputationshauptschluss verstaatlicht wurde. Dieses Eigentum umfasste etwa 27 % der Fläche der heutigen Bundesrepublik und war größtenteils im Mittelalter von Vermögenden und Adeligen der Kirche gestiftet worden.

Weitere Einnahmen stammen aus Stiftungen, aus Erträgen des verbliebenen eigenen Vermögens und aus staatlichen Fördermitteln auf Grundlage des Subsidiaritätsprinzips. Ergänzt wird dieses Einkommen durch Spenden und freiwillige Gemeindebeiträge. Freikirchen, die ebenfalls häufig Körperschaften des öffentlichen Rechts sind, finanzieren ihre Arbeit überwiegend durch freiwillige Beiträge ihrer Mitglieder. Diese Beiträge sind bis zu einer bestimmten Höhe steuerlich absetzbar.

Kirchen als Arbeitgeber und Organisationsformen

In Deutschland arbeiten rund zwei Millionen Menschen in kirchlichen Unternehmen und Institutionen. Die meisten Beschäftigten arbeiten bei den großen Wohlfahrtsverbänden Caritas und Diakonie. Caritas hat 620.000 Mitarbeiter, Diakonie 526.000; beide gehören zu den größten privatrechtlichen Arbeitgebern Deutschlands.

Nicht jedes konfessionell gebundene Unternehmen befindet sich im Eigentum einer Kirche. Die katholische Pax-Bank und die evangelische Bank für Kirche und Diakonie sind beispielsweise überwiegend genossenschaftlich organisiert und gehören dem Verbund der Volksbanken und Raiffeisenbanken an. Außerdem gibt es in Deutschland rund 600 konfessionelle Kliniken, die mit konventionellen Krankenhäusern konkurrieren.

Der interne Aufbau einzelner Kirchen kann stark voneinander abweichen. Deshalb gibt es keine einheitliche Organisationsstruktur für alle Kirchen. Die Unterschiede betreffen unter anderem das Verhältnis von geistlichen Ämtern, Leitung, Mitgliedergemeinschaft und Tradition, wobei der Artikel diese einzelnen Strukturen nicht näher ausführt.

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