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Der absurde Reichtum der Kirche
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 249 Zeilen
- Was glaubst du, was ist der Kölner Domwert? 5 Millionen? 15? Nein, er hat offiziell einen Wert von nur 1 €. Die Kirche nennt das den
- Erinnerungswert. Dazu kommen je 1 € für die 26 Parzellen des Grundstücks. Macht insgesamt also 27 €. Ganz anders sieht es in Limburg aus.
- Dort steht eine Immobilie, die auf dem Papier viel viel teurer ist. Hier hat sich der katholische Bischof Franz Peter Teb seine Privatresidenz bauen lassen.
- Eigentlich sollte das Ganze nur 5inhalb Millionen Euro kosten. Doch Sonderwünsche wie beleuchtete Holztreppen und diesen prachtvollen
- Lichthof haben die Kosten auf schätzungsweise über 30 Millionen Euro getrieben. Nee, nee, also das ist steht nicht in
- der Bibel. Spätestens da wurde vielen Deutschen zum ersten Mal so richtig bewusst. Die Kirchen in Deutschland sind reich. Die katholische, aber auch die
- evangelische. Aber wie reich genau? Wir wollten das schon vor Jahren rausfinden. Also haben wir eine Exelliste erstellt und sind sehr schnell katastrophal
- gescheitert. Seitdem ist viel passiert und wir haben mehr Ressourcen. Also wollten wir es noch mal probieren. Dieses Mal aber richtig. Wir haben uns
- durch Ellen lange Bilanzen gewühlt, Tabellen gefüllt, hunderte Mails geschrieben, bei Kirchenvertretern und Finanzverwaltern nachgefragt und wir
- haben mit dem bekanntesten Kirchenexperten Deutschlands gesprochen. Das Vermögen der Kirchen ist erschreckend undurchsichtig.
- Nicht einsehbare Geldanlagen, komplexe Unternehmensstrukturen und eine gigantische Dunkelziff.
- Sie kassiert Milliarden an Kirchensteuer. Ihr Vermögen aber kennt niemand. Bescheidenheit. Ein großes Wort, das vor allem den deutschen
- Bischöffen in den Ohren klingen dürfte. Die hiesigen Bistümer gehören nämlich zu den Reisen der Welt. In vielen Regionen Deutschlands treten so viele Menschen
- aus der Kirche aus wie noch nie. Ein harter Kontrast, eine reiche Kirche, aber arm an Christen. Klar ist, wir werden gemeinsam Anstrengungen
- unternehmen, um das Maß an Transparenz bei den Kirchenfinanzen und deren Kontrolle deutlich zu erhöhen. Ich stoppel Geld bis zum Himmel.
- [Musik] Kurzer Disclaimer vorab. Wir sitzen mittlerweile seit über einem Jahr an dieser Monsterrecherche. Seitdem haben
- die Kirchen zum Teil neue Zahlen veröffentlicht. Wir arbeiten in diesem Video, wenn nicht anders gekennzeichnet, größtenteils mit Zahlen zwischen den
- Jahren 2020 und 2022. Kapitel 1: Reichtum und Ehre kommt von dir. Du herrst über alles. Chronik 29, Vers 12.
- Wir wollen herausfinden, wie viel Vermögen die beiden Kirchen besitzen. Dabei gibt's direkt ein größeres Problem. Weder die katholische noch die
- evangelische Kirche veröffentlichen regelmäßig, wie viel sie insgesamt haben. Es gibt nur Infos und Zahlen von einzelnen Bistümern und Landeskirchen.
- Die evangelische Kirche gliedert sich in 20 Landeskirchen. Die römisch-katholische Kirche besteht aus 27 Bistümern. Davon sind sieben
- Erzbisstümer. Das heißt einfach nur, dass sie kirchenhistorisch besonders bedeutend sind. Um herauszufinden, wie reich die Kirche ist, müssen wir also
- das Vermögen all dieser Bistümer und Landeskirchen zusammenrechnen. Fangen wir einfach mal hier unten an. Landeskirche Baden. Okay, also Themen
- Geld und Spenden. Bingo. Hier der Haushaltsplan der Landeskirche. Hm. Keine Spur von einem Vermögen. Schreiben wir einfach mal eine Mail. Sehr geehrte
- Damen und Herren, es ist korrekt, dass es von ihrer Landeskirche keine Angaben zu einem eigenen Vermögen gibt. Okay, ab dafür.
- Ah, die Landeskirche muss als Körperschaft öffentlichen Rechts strenge haushaltsrechtliche Vorgaben beachten. Boah, ganz schön viel Text. Eine
- zusammenfassende Rechnungslegung, wie z.B. bei einem Konzern, gibt es landeskirchlich nicht. Boah, es fängt ja gut an. Mal schauen, ob es bei der
- katholischen Kirche vielleicht besser läuft. Nehmen wir das Erzbis um Köln. Laut ihrem Finanzbericht aus dem Jahr 2022 setzt sich das Vermögen aus
- verschiedenen Körperschaften zusammen. Das Erzbistum und der erzbeschäftliche Stuhl kommen auf ein Vermögen von über 4 Milliarden Euro. Darin enthalten sind
- mehr als eine halbe Milliarde in Immobilien und über 3 Milliarden in Wertpapieren. Interessant. Dann kommt noch die hohe Domkirche, also die
- Körperschaft, die den Dom besitzt mit rund 20 Millionen. Dann das Metropolitankel, also das Verwaltungsorgan der hohen Domkirche mit
- ungefähr 13 Millionen. Am Ende gibt es noch mal eine Reihe von sogenannten Treuhandstiftungen mit knapp 3 Millionen. So, das macht unterm Strich
- also 4,3 Milliarden Euro. Okay, wie lange hat das jetzt alles gedauert? Was? 2 Stunden. Okay, da muss es einen besseren Weg geben. Wir brauchen
- jemanden, der schneller und effizienter mit Zahlen umgehen kann als wir. Einen der Excel lebt. Enter, Jannick. Er hat uns schon mal dabei geholfen
- herauszufinden, wer eigentlich alles unsere Videos klaut. Er ist der perfekte Mann für den Job. Also haben wir unseren besten Datenspezialisten auf den Fall
- angesetzt und eine hochkomplexe Analyse beauftragt. Während Jannick also für uns all diese Bilanzen zusammensucht, schauen wir nach einem Experten, der
- sich mit Kirchenfinanzen auskennt. Kirchenfinanzen sind ziemlich undurchsichtig, aber wie klar hast du
- den Überblick über deine eigenen Finanzen? Viele zahlen jedes Jahr 120 € an Kontoführungsgebühren, einfach weil das Konto schon immer da war. Muss nicht
- sein. Revolute zeigt, dass es auch anders geht. Revolute ist eine All-in-On App, mit der du dein Geld verwalten, ausgeben und sparen kannst. Ganz ohne
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- dir jetzt deinen 20 € Willkommensbonus. Kapitel 2: Aber einen zuverlässigen Mann, wer findet ihn? Sprüche 20, Vers 6. Wenn man Kirchenfinanzen googelt,
- stößt man sehr schnell auf ihn hier. Er ist Politologe, Autor, Publizist und seit vielen Jahren sehr tief drin im Thema Kirchenfinanzen. Wir wollen uns
- mit ihm verabreden. Am besten in einer Kirche. Ein Gottes Haus zu finden, das seine heiligen Pen für uns öffnet, ist gar nicht so einfach. Es sind sogar
- Simply Fans darunter. Von unserer Pfahrerin und deren Sohn soll ich ausrichten, dass Sie ihren YouTube-Kanal ganz super finden.
- Aber trotzdem kommt immer wieder ein Nein. Der Gemeindekirchen hat jedoch entschieden, dass unsere Kirche nicht
- Kulisse für das geplante Interview sein soll. Und daher sage ich Ihnen leider ab. Am Ende klappt es. Eine Kirche lässt uns
- rein. Also fahren wir nach Berlin und treffen uns hier in der Immanuel Kirche mit Carsten Ferk und frieren erstmal gemeinsam. Hoffentlich ist kein
- Fahrbernsehen. Meine rote Nase. Egal. Um überhaupt reich werden zu können, braucht man natürlich Einnahmen.
- Und da ist die Haupteinnahmequelle, die Kirchensteuer. In Deutschland zahlen alle Kirchenmitglieder die
- Einkommenssteuerzahlen, automatisch auch die Kirchensteuer. In der Regel sind das 9% der Einkommensteuer in Bayern und Badenwürtemberberg etwas weniger. Bei
- einem brutto Jahresgehalt von 42 000 € sind das bei einer ledigen Person ohne Kinder je nach Bundesland und 467 € die jährlich an die Kirche gehen. Das wird
- den Steuerpflichtigen abgezogen, ob sie wollen oder nicht. Um das Geld einzutreiben, klopft die Kirche nicht selbst bei den Leuten an.
- In den meisten Bundesländern wird die Kirchensteuer direkt vom Finanzamt eingezogen. Nur in Bayern gibt es extra Kirchensteuerämter.
- H, aber Moment mal, Staat und Kirche sind doch eigentlich getrennt hier, da steht's im Grundgesetz.
- Es besteht keine Staatskirche. Diese Trennung wird 1919 parallel zur Kirchensteuer eingeführt. Die Idee dahinter: Die Kirche hält sich aus der
- Politik raus. Der Staat mischt sich nicht in den Glauben ein. In Wirklichkeit ist diese Trennung aber nicht so strickt, wie man denken könnte.
- Der Staat nennt es eine freundliche und kooperative Zusammenarbeit beider Sphären. Die Kirchen nennen es getrenntes Miteinander oder Trennung mit
- wohlwollender Kooperation. In der Praxis heißt das: "Die Kirchen übernehmen einige öffentliche Aufgaben für den Staat. Sie betreiben z.B. Krankenhäuser,
- Kindergärten und Altenheime. Dafür, dass Sie diese staatlichen Aufgaben übernehmen, bekommen Sie gewisse Privilegien. Unter anderem dürfen sie
- Steuern erheben. Schon lange vor der Einführung der Kirchensteuer hat die Kirche Geld von Bürgern erhalten. Im Mittelalter heißt das noch zehnt. Damals
- bestimmen die Kirchen das politische und gesellschaftliche Leben. Sie verfügen über viele Länderien und jeder, der dort etwas erwirtschaftet, muss einen Teil
- seines Ertrags abgeben. Mit der französischen Revolution Ende des 18. Jahrhunderts wird dieses System in Europa abgeschafft. Mit einem Schlag
- bricht für die Kirchen ein großer Teil ihrer Einnahmen weg. Staat und Kirche trennen sich über die Jahre immer weiter. Doch um ihre öffentlichen
- Aufgaben weiter erfüllen zu können, braucht die Kirche auch weiterhin Geld. Also führt Preußen zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine frühe Form einer
- Kirchensteuer ein. Knapp 100 Jahre später wird die Kirchensteuer, wie wir sie heute kennen, in der Weimara Republik zum ersten Mal
- verfassungsrechtlich verankert. Die Einnahmen durch die Kirchensteuer sind heute saftig. Es sind jährlich um die 13 Milliarden Euro. Für die
- Eintreibung der Steuern bekommt der Staat selbst auch etwas Geld. Das sind dann eben ungefähr 300 Millionen als Aufwandsentschiedäigung.
- Die Einnahmen durch die Kirchensteuer nutzt die Kirche vor allem, um die Personalkosten zu decken. Also z.B. Die Gehälter der Pfarrer. Kirchliche
- Krankenhäuser und Kindergärten sowie die ebenfalls Kirche gehörende Diakonie und Caritas werden nur teilweise durch die Kirchensteuer getragen. Hier übernimmt
- der Staat einen erheblichen Anteil der laufenden Kosten. Also schließlich seine Verantwortung, dass diese sozialen Angebote laufen. Für ihn ist es
- einfacher und vor allem günstiger, bestimmte Aufgaben an die Kirche abzugeben. Das sind aber nicht die einzigen Gelder,
- die die Kirchen vom Staat bekommen. Es gibt noch die sogenannten Staatsleistungen. Für die ist er hier verantwortlich.
- [Musik] Kapitel 3 So gebt jedem, was ihr ihm schuldig seid. Römer 13, Vers 6 bis 7. Anfang des 19. Jahrhunderts besteht
- Deutschland noch aus einem Haufen kleiner Fürstentümer. Ein Mann namens Napoleon reitet durch Europa und erobert alle möglichen Gebiete für Frankreich.
- Vor allem hier auf der linken Seite des Reins. Die Fürsten, die ihr Land verlieren, finden es natürlich nicht gut. Also beschließt das Heilige
- römische Reich deutscher Nation, quasi der Bund aller Fürstentümer, die Fürsten zu entschädigen. Dafür werden die Kirchen enteignet und ihre Ländereihen
- den Fürsten gegeben. Die wiederum versprechen den Kirchen für den Verlust aufzukommen mit Geld. Mit der Zeit wird aus den Fürstentümern
- ein moderner Staat und die Zahlungspflicht geht auf die Bundesländer über. Das heißt, weil die Kirchen vor 200 Jahren ein Teil ihrer
- Ländereihen an die Fürsten abgeben mussten, fließen bis heute insgesamt über 500 Millionen Euro an die Kirchen, jedes Jahr.
- Diese Staatsleistungen wirken heute aus der Zeit gefallen und das sieht auch der Staat so. Schon seit der Weimaraer Verfassung vor über 100 Jahren besteht
- der politische Wille Zahlungen abzuschaffen. Beide Kirchen wären auch bereit dazu, aber nur für den richtigen Preis. Die Ablösesumme soll so hoch
- sein, dass die Kirchen damit das zukünftig ausbleibende Geld dauerhaft selbst erwirtschaften können. Die genaue Höhe ist ein riesiges Fragezeichen.
- Schätzungen gehen von 6 bis 23 Milliarden Euro. 2021 haben Linke, Grüne und FDP etwa 11 Milliarden Euro vorgeschlagen. Dabei hat die Kirche
- eigentlich schon echt viel Geld erhalten. Die frühere Ampelregierung hat das in einem Gutachten durchrechnen lassen. Mit einer durchschnittlichen
- Verzinsung von 3% hätten die Kirchen mittlerweile bereits das knapp 200fache des Betrags bekommen, der ihnen enteignet wurde.
- Wir wollten von den Kirchen wissen, wie sie diese Berechnung bewerten und unter welchen Konditionen es für sie denkbar wäre, auf die Staatsleistungen zu
- verzichten. Die evangelische Kirche hat uns auf die Frage nicht geantwortet. Auf ihrer offiziellen Homepage schreibt die evangelische Kirche, dass sie bei der
- Ablösung der Staatsleistungen einen Wertersatz nach dem Äquivalenzprinzip anstrebt. Ohne eine Entschädigung mit vollem Wertersatz wären zahlreiche
- Angebote der Kirchen fortan nicht mehr finanzierbar, auch solche nicht, die der Allgemeinheit zugute kommen. Ein Sprecher der katholischen Kirche
- schreibt uns, man könne nicht von der katholischen Kirche sprechen, da sie in viele Einzelbereiche aufgeteilt sei.
- Weder die Politik noch die beiden Kirchen haben bislang nennenswerte Fortschritte gemacht, die über 200 Jahre alten Staatsleistungen zu beenden.
- Diesen Auftrag nehmen auch wir ernst, aber diesen Auftrag werden wir in dieser Wahlperiode noch nicht abschließen können,
- auch weil es noch viele ungelöste Fragen gibt. Die Ablösersumme müssten in erster Linie die Bundesländer zahlen. Die lehnen das bislang aber einstimmig ab.
- Ob die Bundesregierung so eine Ablösung auch gegen den Willen der Länder beschließen könnte, ist ebenfalls unklar. Im Moment ist das Thema
- Staatsleistungen tot, sagte vor kurzem der religionspolitische Sprecher der SPD. Auch der neue Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD enthält bislang
- kein Wort über die Aufhebung der Staatsleistungen. Es ist ein Gipfelpunkt des Erfolgs des kirchlichen Lobbyismus, dass diese
- Zahlungen weiterlaufen. Sowohl bei der evangelischen Kirche als auch bei der katholischen machen die Staatsleistungen nur einen winzigen Teil
- der Einnahmen aus. Der mit Abstand größte Teil kommt durch die Kirchensteuer zusammen. Einnahmen sind die eine Sache. Die Kirche verdient
- nicht erst seit gestern Geld, sondern schon sehr, sehr lange und hat sich entsprechend ein fettes Polster angespart. Was ist also mit dem
- Vermögen? Kapitel 4. Oh, welch eine Tiefe des Reichtums, beides der Weisheit und
- Erkenntnis Gottes. Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege? Römer 11, Vers 33. Anders als Konzerne müssen Kirchen keine
- genauen Angaben über ihr Vermögen machen. Geregelt ist das im Grundgesetz. Und dort steht drin, die Kirche verwaltet ihre inneren Angelegenheiten
- in eigener Regie ohne Mitwirkung des Bürgerlichen Staates. Das heißt, die Kirchen sind nicht zur Transparenz verpflichtet. In Verbindung mit noch
- einem anderen Artikel soll das dafür sorgen, dass die Kirchen genau wie alle anderen Glaubensgemeinschaften vom Staat getrennt bleiben. Sie sollen ohne
- staatliche Kontrolle selbst entscheiden können, wie sie sich organisieren und was sie lehren. Gleichzeitig bedeutet das aber auch, die Kirchen wissen
- vermutlich selbst nicht, wie reich sie genau sind, weil die Kirchen in Deutschland sind niemals zur Vermögensteuer veranlagt
- worden. Also brauchten die Kirchen auch gar nicht zu wissen, welches Vermögen sie haben. Die allermeisten Bistümer und
- Landeskirchen veröffentlichen zwar Finanzberichte, aber auch die sind zum Teil nicht wirklich hilfreich. Jeder Rechtsträger
- macht seinen eigenen Haushalt. Das Bistum für das Bistum, die Kirchengemeinde für die Kirchengemeinde. Es gibt also keine konsolidierte
- Gesamtbilanz, wenn man das mal so sagen wollte. Das versucht die evangelische Kirche alle 10 Jahre und hat damit auch so ihre Probleme.
- Wenn man also wissen will, wie reich die Kirchen insgesamt sind, muss man alles in mühseliger Kleinstarbeit zusammenrechnen.
- Am Ende bekommt man dann sowas hier. Jannick hat alle Bilanzen von allen Bistümern und Landeskirchen durchforstet und in diesen beiden Exellisten
- zusammengetragen. Wenn irgendwo eine Zahl gefehlt hat oder etwas unklar war, hat Jannick nachgefragt und um Aufklärung gebeten. Manchmal hat er
- keine Antwort bekommen, manchmal eine sehr kurze und einmal sogar eine richtig ausführliche wie vom Erzbistur München und Freising. Trotzdem sind am Ende, vor
- allem bei der evangelischen Kirche, jede Menge Felder rot. Das heißt, keine Auskunft, auch nicht auf Nachfrage. Ziemlich frustrierend.
- Bei der katholischen Kirche sieht es nicht viel besser aus. Überall fehlen Werte. Das Vermögen der Caritas fehlt komplett. Auch das Vermögen von Klöstern
- und Pfarreien fehlt. Im Erzbest um Köln liegen z.B. 509 Vereien, die ihr Vermögen eigenständig verwalten. Die sind weder im Finanzbericht 2022
- angegeben, noch in der Vermögensrechnung aus dem Jahr. Das Erzbis zum Köln sagt uns gegenüber, dass es sich dabei um eigenständige Körperschaften handelt.
- Deshalb sei es nicht befugt, ihre Vermögen zu veröffentlichen. Rechnen wir trotz etlicher Lücken all diese Werte zusammen, kommen wir auf
- jeweils eine Zahl. 44 Milliarden Euro für die katholische Kirche und 23 Milliarden für die evangelische, also zusammen rund 67 Milliarden Euro. Das
- ist nicht das Gesamtvermögen der Kirchen. Dafür fehlen einfach überall zu viele Werte. Trotzdem sagt diese Zahl etwas aus. Weniger als diese Summe haben
- die Kirchen aller Wahrscheinlichkeit nach nicht. Hinter vielen dieser Posten verbirgt sich nämlich oft weit mehr, als man zunächst glauben mag.
- [Musik] Kapitel 5. Das Land soll nicht verkauft werden für immer, denn das Land gehört mir. Mose 25, Vers 23.
- Zu den beiden größten Vermögenswerten innerhalb der deutschen Kirchen gehören meist Immobilien und Wertpapiere. Dordsten Fr sind die Kirchen der größte
- Grundbesitzer Deutschlands. Er schätzt, dass sie eine Fläche von etwa 8250 Quadrkilom besitzen. Das entspricht mehr als dem dreifachen der Fläche des, na
- klar, Saarlands. Wie viel Fläche die Kirchen in Deutschland genau besitzen, weiß man nicht. Weder die katholische noch die evangelische Kirche machen dazu
- detaillierte Angaben. 2024 hat der Tagesspiegel gemeinsam mit dem internationalen Rechercheprojekt Cround Control versucht herauszufinden, wie
- viel den Kirchen allein in Berlin gehört. Ergebnis: Über 12 Quadrkm Land ist im Besitz religiöser Gemeinschaften. Welcher religiösen Gemeinschaft wie viel
- genau gehört, konnte das Team nicht herausfinden. In Kirchen gehören nicht nur Grund und Boden, sondern grundsätzlich auch die
- Gebäude, die darauf stehen. Dazu zählen klar Kirchen wie der Kölner Dom. Wie viel die wert sind, ist nicht so einfach herauszufinden. Wir erinnern uns, der
- Dom selbst ist mit 1 € angegeben. In Aen übrigens genauso 1 € für das Gebäude, 1 € für das Grundstück, macht 2 € für den Achner Dom. Wie kann das überhaupt sein?
- Das kann man ganz einfach, also bilanzwirtschaftlich erklären. Immobilien werden nach dem Prinzip ja des Anlagevermögens abgeschrieben.
- Die Kirchen schreiben ihre Immobilien linear ab, also mit einem gleichmäßigen Satz über einen Zeitraum von 20 oder 30 Jahren.
- Und nach dieser Abschreibungszeit haben die einen Bilanzlusswert von 1 €. Es gibt aber noch einen anderen Grund
- für den geringen Wert. Die Kirche läßt den Wert des Doms gar nicht erst ermitteln, weil er sowieso nicht verkäuflich ist. Das gleiche gilt auch
- für Kunstschätze wie Altre, schreibt uns etwa das Bistum Bamberg. Ohne potenziellen Käufermarkt kein realistischer Preis. Dabei gibt es
- durchaus Fälle, in denen Kirchen entweiht und verkauft werden. In den 80ern brennt diese Kirche in Sachsen ab. Seit 2007 ist sie in privater Hand. Wir
- wissen nicht, wie viel beim Verkauf gezahlt wurde. Heute wird das Gebäude für deutlich mehr als 1 € angeboten. Dass der Kölner Dom als Weltkulturerbe
- irgendwann mal zum Verkauf steht, ist sehr unwahrscheinlich. Fr schreibt dazu, wer sollte auch daran Interesse haben als Investitionsobjekt völlig
- untauglich, da allein die Erhaltungskosten beträchtlich sind. So viel Eintrittsgelder könne man gar nicht umsetzen. Allein für den Unterhalt und
- Instandhaltung zahlt das Erzbis um Köln rund 12 Millionen Euro pro Jahr. Mit den etlichen Schwierigkeiten bei der Bewertung und ihrem Buchwert von häufig
- 1 € fallen die Kirchen selbst also aus unserer Vermögensberechnung praktisch raus. Abseits von Kirchen gibt es aber natürlich noch etliche andere Gebäude in
- Kirchenbesitz. Kapitel 6. Gott bringt die Einsamen in ein Haus. Er
- führt die Gefangenen heraus, daß es ihnen wohlgehe. Psalm 68, Vers 7. Insgesamt gehören den Kirchen deutschlandweit etwa 100.000
- Wohngebäude. Für die Verwaltung und den Bau betreiben die Kirchen hierzulande zahlreiche Immobilienunternehmen. Schauen wir uns ein Beispiel der
- katholischen Kirche etwas genauer an. Das hier ist die ASW, die Achner Siedlungs- und Wohnungsbaugesellschaft. Sie gehört diesen sechs Bestümer. Genau
- genommen hält überall außer ein Essen der sogenannte bischöfliche Stuhl die Anteile, also das Amt des jeweiligen Bischofs. Köln hat die größte
- Beteiligung. Zurw gehören noch einige andere Unternehmen. Laut eigenen Angaben wurde die Gesellschaft 1949 gegründet, um die breite Bevölkerung mit günstigen
- Wohnungen zu versorgen. Heute verwaltet und vermietet sie mehr als 26 000 Wohneinheiten. Auf ihrer Website schreibt die ASW: "Als
- Wohnungsunternehmen mit katholischen Wurzeln ist soziale Verantwortung Teil unserer Unternehmens DNA. Man könnte jetzt vermuten, dass sich im
- Immobilienbestand der ASW hauptsächlich Sozialwohnungen befinden. Laut Angaben der ASW sind etwa ein Drittel ihrer Wohnungen öffentlich gefördert. Ein
- Blick in das restliche Portfolio zeigt, einem Tochterunternehmen der ASW gehören unter anderem auch Luxusimmobilien in bester Lage.
- In Berlin am Kurfürsten Dammt z.B. Dieses Gebäude. Darin befindet sich aktuell auch ein Ralf Lawrence. Am Hamburger Jungfern stieg die Louis Boron
- Filiale. Außerdem Zaras größte deutsche Filiale in der Kölner Fußgängerzone. Und wenn sie mal in Düsseldorf die Köhe runtergehen, dann können sie also
- wirklich an jedem zehnten Gebäude alles H&M und Werder da Mieter ist und äh Deutsch und Cavana und so weiter gehört der Kirche, gehört der Kirche,
- gehört der Kirche die großen Objekte von Solventen auch wieder Konzernen, die Mietsicherheit bieten, die lange Dauer bieten, Kirchenbesitz. Die ASW und ihre
- Tochterunternehmen sind keine gemeinnützigen Organisationen, sondern arbeiten in erster Linie profitorientiert.
- Im Geschäftsjahr 2023 erzielte die ASW ein Jahresgewinn von 24,2 Millionen Euro. Diese Firma hat den Auftrag, Renditen zu
- erwirtschaften, schlicht oder greifend, wie jedes andere gewerbliche Wohnungsbauernehmen auch. Um Geld einzunehmen, betreibt eines der
- Tochterunternehmen unter anderem auch Luxus Seniorenheime in Berlin. Der Journalist Ralf Futter übt in seinem Buch "D Hausherr gibt es, der Hausherrt
- es" aus dem Jahr 2023 Kritik an der ASW und ihren Tochtunternehmen. Laut ihm würden sie in Städten wie Berlin, Köln und Düsseldorf mit angeblich schlechter
- Instandhaltung, endlosen Bauarbeiten, Mieterhöhungen und kontroversen Kündigungen bei vielen Menschen für Ärger sorgen. Die ASW weiß die Kritik
- von Hutter zurück. Sie betont, dass die Mieten der ASW deutlich unter dem deutschlandweiten Durchschnitt liegen und sie vor allem in Ballungsgebieten
- vertreten sind. Außerdem verweist die ASW auf eine anonyme Kundenzufriedenheitsanalyse von 2025. Darin sollen 81% der Befragten die ASW
- als Vermieterin mit gut bis sehr gut bewertet haben. Rifutter kritisiert außerdem die jährlichen Ausschüttungen an die Bischöfe. Während die
- Wohnungskrise in Deutschland immer weiter zugenommen hat, sind die Ausschüttungen an die Gesellschafter augenscheinlich stetig gewachsen. Hter
- hat die Ausschüttungen zwischen 2010 und 2022 dokumentiert. Laut ihm stammen die Gewinne auch aus ärmeren Gegenden wie der
- Stegerwaldsiedlung in Köln. Die ASW weist auch diese Kritik von Hutcher entschieden zurück. Eine Sprecherin schreibt uns, dass der Großteil der
- Gewinne weiterhin in der Gesellschaft bleibe und in Neubauprojekte Instandhaltung sowie energetische und klimabezogene Modernisierungen
- investiert werde. So werde ein dreistelliger Millionenbetrag jährlich als Rücklage für Sanierungs und Baumaßnahmen in der Gesellschaft
- belassen. Darüber hinaus gehöre die ASW laut eigenen Angaben zu den wenigen Unternehmen, die auch während der derzeitigen Baukrise noch weiter neu
- bauen würden. Wie groß das Immobilienvermögen der beiden Kirchen insgesamt ist, steht mal wieder nirgendwo geschrieben. Auch auf
- Nachfrage bekommen wir von den Kirchen keine Zahl genannt. Ein Sprecher der katholischen Kirche verweist dabei auf die einzelnen Bistümer. Carsten Frag
- schätzt das gesamte Immobilienvermögen der Kirchen auf 50 Milliarden Euro. Genaue Zahlen gibt es nicht. Doch nicht nur Immobilien machen einen immensen
- Teil des Kirchenvermögens aus. Der zweite noch größere Anteil ist woanders angelegt. Wo die Kirche ihr Vermögen wirklich hat,
- das weiß wahrscheinlich nur das Finanzamt und das will bald auch wieder deine Zahlen sehen. Am 31. Juli ist Steuerfrist. Du hast deine
- Steuererklärung noch nicht gemacht. Kein Problem. Mit Steuerboard geht das einfach schnell und verständlich. Lohnsteuerbescheinigung scannen, ein
- paar Fragen beantworten und in nur 20 Minuten ist die Steuererklärung fertig. Und das Beste, wie viel du vom Finanz voraussichtlich zurückbekommst, rechnet
- Steuerbot dir kostenlos vor. Im Schnitt sind es über 1000 €. Sogar deine zu viel gezahlte Kirchensteuer kannst du dir so bis zu 4 Jahre Rückwirkend zurückholen.
- Und wenn du mal Fragen hast, bekommst du vom Support innerhalb eines Tages eine passende Antwort. Also hol dir dein Geld noch vor der Steuerfrist am 31. Juli
- zurück. Mit dem Code Simply kannst du als Neukunde 5 € bei Steuerbot sparen. Den Link findest du auch noch mal in der Beschreibung.
- Kapitel 7 Du hättest mein Geld den Wechslang geben sollen, dann hätte ich es bei meiner Rückkehr mit Zinsen zurückgehalten. Matthäus 25, Vers 14 bis
- 30. Die Kirchen wissen, wie man sein Geld für sich arbeiten lässt und investieren
- unter anderem in Aktien. Über die Investments entscheidet nicht der Pfarrer in deinem Dorf. Die Kirchen nutzen dafür längst professionelle
- Assetmanager, also Vermögensverwalter. Ein Investmentchef sagt 2018 gegenüber dem Handelsblatt: "Kirchen sind einer der ganz großen Marktteilnehmer. Nehmen
- wir als Beispiel wieder das Erzbisum Köln." Im Finanzbericht 2022 heißt es: "Rund 80% des gesamten Vermögens stecken in Finanzlagen, also rund 3,3 Milliarden
- Euro. Der Großteil davon sind Wertpapiere, Force und andere Unternehmensbeteiligungen. Ähnlich sieht es auch bei den
- evangelischen Kirchen aus. Bei der Landeskirche Kurhessenwaldeck z.B. stecken im Jahr 2020 über 90% des Anlagevermögens in Finanzanlagen.
- Aber in was genau investieren die Kirchen ihr Gelte eigentlich? Wir haben bei Asset Managern der Kirche nachgefragt und immer wieder dieselbe
- Antwort erhalten. Kirchen sind sehr verschwiegen, was ihre Kapitalanlage betrifft. Uns als Treuhänder steht es nicht zu, diesbezüglich Details zu
- veröffentlichen. Probieren wir es also anders. Beide Kirchen haben Leidlinien für ihre Geldanlagen veröffentlicht. Bei der
- evangelischen Kirche heißt es, dass Investments im Einklang mit Gottes Geboten und christlichen Werten stehen sollen. Bei der katholischen Kirche gibt
- es auch eine Grafik, das sogenannte magische Dreieck der Kapitalanlage vor dem Hintergrund ethisch nachhaltiger Werteorientierung.
- Beide Kirchen berücksichtigen laut ihren Leitlinien auch die ISG Kriterien, also nachhaltige Geldanlagen entlang der Dimensionen Umwelt, Soziales und
- Unternehmensführung. Dieser Score reicht von 0 bis 100, wobei 100 für sehr gut und 0 für sehr schlecht steht. Das Erzbist München und Freising schreibt
- uns per Mail, dass Sie nicht in Unternehmen investieren, die ein ISG Overall Score von unter 25 haben. ISG Kriterien sind leider nicht
- standardisiert. Zu den etlichen weiteren Problemen von diesen Ratings haben wir bereits ausführlich in unserem Video zur Deutschen Bank gesprochen. Hinzu kommt
- noch etwas anderes. Die Leitlinien der Kirchen sind keine Regeln. Der Pressesprecher der deutschen Bischofskonferenz schreibt uns dazu:
- "Die Leitlinie ist nicht verbindlich. Aber es orientieren sich Bistümer daran. Auch bei der evangelischen Kirche scheint es keine einheitliche Pflicht zu
- geben. Ein EKDER schreibt uns, dass die Frage nach den Kapitalanlagen durch die jeweiligen Körperschaften bzw. ihre Aufsichtsräte geregelt wird. Kirchliche
- Investoren stehen demnach in der Verantwortung, ihr Geld nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch nachhaltig, sozialverträglich und
- generationerecht anzulegen. 2016 wollte korrektiv herausfinden, wie das Erzbis um Köln sein Geld investiert. Korrektiv hat argumentiert: Wenn ein
- Teil des Geldes aus öffentlichen Einnahmen wieder Kirchensteuer kommt, sollte die Kirche auch offenlegen müssen, wie sie dieses Geld anlegt. Das
- Erzbisum Köln wollte seine Investments nicht offenlegen, also hat korrektiv geklagt und den Rechtsstreit verloren. Die Vermögensverwaltung sei ein
- innerkirchlicher geschützter Bereich und das Erzbistum sei keine Behörde und deshalb gegenüber Journalisten nicht auskunftpflichtig.
- Die katholische Kirche darf ihre Milliarden Investitionen verschweigen, titelte Korrektiv daraufhin. Laut Korrektiv hätte auch die evangelische
- Kirche trotz mehrfacher Nachfrage nicht preis gegeben, wie sie ihre Milliarden investiert. Dass die Kirchen in Aktien investieren,
- ist per se nichts Schlimmes oder verwerfliches. Sie hat als Organisation, als Kirche, als Apparat ein Interesse dran,
- Einnahmen zu erwirtschaften. Das muss sie auch einfach ganz einfach und banal. Und deshalb hat sie auch das Interesse dran, langfristige
- Vermögenswerte zu erwerben aus den Einnahmen, die sie erwirtschaftet, als Zukunftsvorsorge. Und wie jede andere Organisation setzen
- auch die Kirchen auf Arbeitsteilung. Ich habe mal mit Bänkern von der Paxbank, das ist die wichtigste katholische Bank in Köln, sprechen können. Und ich sagte
- dann zu dem ja, also ob ihre Aktien, die sie hier haben im Portfolio, ob die alle so den ethischen Normen der Kirche entsprechen, keine Waffen schmieden,
- keine Antibpillenproduktion etc. Alles, da bin ich mir nicht so sicher. Da hat er mich freundlich angeguckt und gesagt, sehr geehrter Herr Frag, unsere Aufgabe
- als Banker ist es, das Vermögen der Kirche zu erhalten und wenn es geht zu vermehren. Wenn Sie über Moral reden wollen, dann gehen Sie do bitte rüber in
- die kostümte Abteilung, die sind für Moral zuständig. Das heißt, die Kirchen, speziell die katholische Kirche ist dort sehr
- arbeitsteilig aufgestellt äh und kann sich widersprüchliche Dinge gleichzeitig machen, ohne dass man das bemerkt.
- Kapitel 8. Denn nichts ist verborgen, das nicht offenbar wird und nichts ist geheim, das nicht bekannt wird. Lukas 8, Vers 17.
- Wir haben über ein Jahr lang alles probiert, um ein genaues Bild des Vermögens der deutschen Kirchen zu bekommen. Und trotz allem ist das Beste,
- was wir abgeben können, eine Schätzung. Einige Kirchenvertreter und Kirchennah Akteure sehen solche Schätzungen allgemeinkritisch.
- Das Erzbis um Köln schreibt etwa: "Als wirtschaftliche Größe gäbe es die katholische Kirche nicht." Ein Sprecher der katholischen Kirche schreibt uns,
- man könne nicht von der katholischen Kirche sprechen, da sie in viele Einzelbereiche aufgeteilt sei. Mehrere Bistümer und Landeskirchen betonen uns
- gegenüber immer wieder deutlich, wie komplex ihre Strukturen sind. Viele eigenständige Einheiten, keine zentrale Stelle, die alles steuert oder einen
- vollständigen Überblick über das gesamte Vermögen hat. Auch ein Sprecher der evangelischen Kirche schreibt uns: "Kirche ist kein Konzern. Gemeinden sind
- eigenständige Körperschaften öffentlichen Rechts. Anders als Tochtergesellschaften agieren sie unabhängig. Versucht man trotzdem eine
- Zahl unter das Vermögen zu setzen, bekommt man unterschiedliche Ergebnisse. Die Untergrenze dürfte bei unseren 67 Milliarden liegen. Dabei fehlen uns
- etliche Vermögenswerte, das der Pfareien und von der Caritas z.B. Aber auch die Vermögen einiger evangelischer Landeskirchen fallen aus der Rechnung
- raus, ebenso wie die knapp 20.000 evangelischen und 24 000 katholischen Kirchengebäude. Karsten Freak schätzt das Vermögen
- entsprechend höher ein. Bei Schätzungen ist man immer drauf angewiesen, dass man nicht so ganz alleine da steht. Und deshalb habe ich
- mich inzwischen drauf ja festgelegt, dass in beiden Kirchen rund 300 Milliarden Vermögen vorhandeln sind. Das wird vom Handelsblatt und auch vom
- Privatbankers bestätigt im dreistelligen Milliardenbereich, aber im unteren Bereich. Laut Carsten Freks sollen sich die 300 Milliarden so zusammensetzen.
- 150 Milliarden Grundbesitz, 80 Milliarden Kapital und Geldvermögen, 50 Milliarden Immobilien, 20 Milliarden Ordensgemeinschaften.
- Die Kirchengebäude sind in dieser Schätzung nicht mit drin. Der Theologe und Kirchenrechtler Thomas Schüller schätzt das gesamte Vermögen auf einen
- höheren zweistelligen Milliardenbetrag. Der tatsächliche Betrag liegt also höchstwahrscheinlich irgendwo hier. nach allem, was wir herausfinden konnten,
- eher am oberen Ende. Wie reich die Kirche wirklich ist, wissen wir abschließend nicht und die
- Kirchen anscheinend auch nicht. Seit dem Tebs von Elskandal wird diese Intransparenz immer häufiger kritisiert. Sowohl innerhalb der katholischen als
- auch der evangelischen Kirche gibt es Stimmen, die sich dafür aussprechen, offener mit ihren Finanzen umzugehen. [Musik]
- Wie eng sollte das Verhältnis zwischen Staat und Kirche heute noch sein? Warum darf eine so große und einflussreiche Institution wie die Kirche so schweigsam
- mit ihren Finanzen sein? Vor allem, wenn sie bis heute etliche Sonderrechte genießt. Wer für die Kirchen arbeitet, muss sich an kirchliches Recht halten.
- Das heißt, Mitarbeiter dürfen weder streiken noch ein Betriebsrat gründen. Kirchen sind auch vom Lobbyregister ausgenommen und sie genießen
- Steuererleichterung. Sie zahlen keine Grundsteuer, keine Grunderwerbsteuer und auch keine Erbschaftssteuer. Die Kirchen leisten in Deutschland eine
- Menge und das vor allem dank der vielen Menschen, die sich freiwillig und mit Herzblut engagieren. Ob Caritas, Diakonie oder Angebote für Jugendliche,
- alles davon ist wichtig für unsere Gesellschaft. Einerseits bemüht sich die Kirche augenscheinlich, ihr Image als moralische Instanz zu wahren.
- Andererseits wirkt sie auf uns wie ein stiller Immobilienriese und Aktiengroßinvestor, der kräftig mitverdienen will.
- Cheers. [Musik] เฮ
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