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Metz
Metz (französisch [mɛs] bzw. [ mɛːs]; französisch veraltet, deutsch und lothringisch [ mɛts]) ist eine an der Mosel gelegene Stadt mit 122.572 Einwohnern …
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Lage, Bedeutung und Grunddaten
Metz ist eine Stadt an der Mosel im Nordosten Frankreichs. Sie liegt an der Mündung der Seille in die Mosel, etwa 50 km westlich von Saarbrücken und 120 km nordwestlich von Straßburg. Metz gehört zur Region Grand Est und ist Hauptstadt des Départements Moselle (57) sowie Sitz des Arrondissements Metz. Die Stadt ist in die Kantone Metz-1, Metz-2 und Metz-3 gegliedert und gehört zum Gemeindeverband Metz Métropole.
Am 1. Januar 2023 hatte Metz 122.572 Einwohner. Die Fläche beträgt 41,94 km², die Bevölkerungsdichte 2.923 Einwohner je km². Die Infobox nennt eine Höhenlage von 162 bis 256 m; für das Stadtgebiet an der Mosel werden 173 bis 178 m angegeben. Bürgermeister ist François Grosdidier (LR). Das Stadtmotto lautet: „Si nous avons paix dedans, nous aurons paix au-dehors.“ Übersetzt bedeutet es: „Wenn wir innen Frieden halten, werden wir auch außen Frieden haben.“
Metz ist politisch und historisch bedeutsam, weil die Stadt wiederholt zwischen Frankreich und Deutschland beziehungsweise dem Heiligen Römischen Reich wechselte. Sie war ein Zentrum des merowingischen und fränkischen Reiches, Herkunftsort der Karolinger, Reichsstadt und eine wichtige Festungsstadt. Nach 1871 wurde sie stark durch deutsche Militär- und Zivilarchitektur geprägt.
Das Klima weist gemäßigte Temperaturen und ganzjährig Niederschläge auf. Für den Zeitraum 1991–2020 betrugen die mittleren Tageshöchsttemperaturen im Januar 5,4 °C und im Juli 25,8 °C; die mittleren Tagesminima lagen zwischen 0,0 °C im Januar und 14,4 °C im Juli. Die jährliche Niederschlagsmenge betrug durchschnittlich 713,5 mm bei 118,2 Regentagen.
Von der römischen Siedlung zur Reichsstadt
Besiedlungsspuren in der Umgebung reichen bis etwa 3000 v. Chr. zurück. Die keltisch-römische Siedlung trug den Namen Divodurum Mediomatricorum, „Götterburg der Mediomatriker“. 52 v. Chr. wurde sie von den Römern erobert. Wegen ihrer Lage an den Straßen nach Reims, Lyon, Trier, Straßburg und Mainz entwickelte sie sich zu einer der größten Städte Galliens. Im 2. Jahrhundert lebten dort etwa 40.000 Menschen, mehr als im damaligen Lutetia, dem heutigen Paris. 451 wurde Metz durch das Heer Attilas zerstört.
Im 4. und 5. Jahrhundert entstanden erste christliche Gemeinden. Als erster Bischof gilt Clemens von Metz; ein zum Erzbistum Trier gehörender Bischofssitz ist ab 535 sicher nachweisbar. In merowingisch-fränkischer Zeit war Metz Hauptstadt des fränkischen Ostreichs Austrasien. Die Stadt wurde außerdem zum Stammsitz der Karolinger. Mitglieder der Familie Karls des Großen wurden in der Abtei Sankt Arnulf bestattet. Nach den Reichsteilungen kam Metz 843 zum Lotharii Regnum und 870 zum Ostfrankenreich. 1189 machte sich die Stadt vom Bischof unabhängig.
Zwischen 1180 und 1210 wurde Metz Reichsstadt. Sie bildete mit dem Metzgau ein eigenes Herrschaftsgebiet und war im 14. Jahrhundert die flächengrößte Reichsstadt. Eine von einer spät verfassten Chronik behauptete erstmalige Verwendung von Feuerwaffen im Jahr 1324 ist umstritten; die Quellenlage erlaubt weder eine sichere Bestätigung noch einen grundsätzlichen Ausschluss.
Die Stadt wurde von reichen Patrizierfamilien, den Paraiges, regiert. Ihr Kollegium bestand aus dreizehn Vertretern, den „Treize“. Metz unterhielt enge Handelsbeziehungen zu italienischen Städten und beherbergte lombardische Kontore für Geld- und Kreditgeschäfte. Im Mittelalter war die Stadt stark von Kirchen, Klöstern und Stiften geprägt. 1356 fand hier der Metzer Hoftag statt, auf dem die Goldene Bulle mit dem Metzer Gesetzbuch erarbeitet und von Kaiser Karl IV. verkündet wurde.
Französische Herrschaft und jüdische Gemeinde
Am 10. April 1552 besetzte der französische König Heinrich II. Metz im Einvernehmen mit protestantischen Reichsfürsten. Die Stadt gehörte zu den „drei Bistümern“ Metz, Toul und Verdun. Die Bürger leisteten acht Tage Widerstand. Kaiser Karl V. konnte Metz trotz einer Belagerung Ende 1552 nicht zurückgewinnen. Frankreich blieb in der Stadt, bis der Westfälische Frieden von 1648 den französischen Besitz der drei Bistümer offiziell bestätigte.
Im 17. Jahrhundert wurde die Festung Metz durch Vauban stark erweitert. Sie diente als Ausgangs- und Versorgungszentrum für die Feldzüge Ludwigs XIV. nach Osten. 1726 bis 1730 entstand die Caserne Coislin. Im Deutsch-Französischen Krieg zog sich die französische Rheinarmee unter General François-Achille Bazaine nach Metz zurück. Nach mehrwöchiger Belagerung kapitulierte sie am 27. Oktober 1870; zwei Tage später ging sie in Gefangenschaft.
Die jüdische Gemeinde von Metz hat eine lange, von Ausgrenzung und Einschränkungen geprägte Geschichte. 1237 musste jeder Jude beim Betreten der Stadt 30 Denier zahlen. 1320 wurden Juden zusammen mit Leprakranken der Brunnenvergiftung beschuldigt; mehrere wurden verbrannt und enteignet. Ab dem 15. Jahrhundert lebten zeitweise keine Juden in Metz, im 16. Jahrhundert durften sich wieder einzelne Familien ansiedeln. 1657 waren 97 Familien zugelassen, 1674 119 Familien mit 665 Mitgliedern.
Die Gemeinde besaß eine Synagoge, eigene religiöse Regeln und ein eigenes Gericht unter Aufsicht des Rabbiners. Untereinander wurde Jiddisch mit hebräischen Einsprengseln gesprochen. Die Synagoge von 1609 wurde 1716 erweitert und 1848/50 durch einen Neubau ersetzt. 1698 ließ die jüdische Gemeinde während einer Hungersnot mehr als 6.000 Sack Getreide aus Frankfurt einführen; die Lieferung kostete mehr als 30.000 Livres. Die weitere Geschichte der Gemeinde wurde besonders durch die deutsche Annexion von 1871 bis 1918 und die deutsche Besetzung von 1940 bis 1944 geprägt.
Metz zwischen Deutschland und Frankreich, 1871–1945
Der Frieden von Frankfurt vom Mai 1871 führte Metz dem Deutschen Kaiserreich zu. Die Stadt wurde Verwaltungssitz des Bezirks Lothringen im Reichsland Elsaß-Lothringen und zur stärksten Festungsstadt des Deutschen Reiches ausgebaut. Nach dem Krieg sank die Einwohnerzahl von 47.242 auf etwa 33.000 im Jahr 1872. Bis 1873 zogen etwa 2.000 Menschen aus Altdeutschland zu. Insgesamt optierten 160.878 Einwohner des Reichslandes, etwa 10,4 %, für die französische Staatsangehörigkeit; tatsächlich wanderten nur etwa 3,2 % der Bevölkerung aus.
Durch Zuwanderung und die Stationierung deutscher Beamter und Militärs wurde Metz vorübergehend mehrheitlich deutschsprachig. 1900 nannten 78 % der Stadtbevölkerung Deutsch und 22 % Französisch als Muttersprache. 1910 waren es 40.051 Deutschsprachige, 13.731 Französischsprachige und 300 zweisprachig Aufgewachsene. Die Stadt blieb jedoch sprachlich nicht einheitlich; Gottesdienste, Vereine sowie Theater- und Konzertveranstaltungen wurden teilweise getrenntsprachig organisiert.
Im Ersten Weltkrieg war Metz ein zentraler deutscher Festungspunkt nahe der Westfront. In einem Umkreis von 20 km entstanden große Forts, und der neue Bahnhof ermöglichte die schnelle Verlegung ganzer Divisionen. Rund 13.000 Militärs lebten in der Stadt, etwa 25 % der Gesamtbevölkerung. Nach Kriegsbeginn am 1. August 1914 wurden Grundrechte eingeschränkt, französische Zeitungen verboten und etwa 200 als profranzösisch eingestufte Bürger interniert. Etwa 15.000 Einwohner verließen die Stadt zunächst. Ab 1915 wurden Lebensmittel rationiert; zugleich nahmen Schwarzmarkt, Zwangsmaßnahmen und der Arbeitseinsatz von Frauen zu. Am 9. November 1918 bildete sich ein Arbeiter- und Soldatenrat. Französische Truppen besetzten Metz am 19. November 1918.
Nach dem Versailler Vertrag kam Metz wieder zu Frankreich. Etwa 20.000 Menschen mussten die Stadt verlassen, darunter viele seit 1871 zugewanderte „Altdeutsche“. Ein Plebiszit über die staatliche Zugehörigkeit fand nicht statt. In den 1920er Jahren wird der deutschsprachige Anteil der Stadtbevölkerung auf etwa 30 % geschätzt.
Am 14. Juni 1940 wurde Metz zur offenen Stadt erklärt; am 17. Juni besetzte die Wehrmacht die Stadt kampflos. Elsaß-Lothringen wurde faktisch in das nationalsozialistische Deutsche Reich eingegliedert. Von Oktober 1943 bis August 1944 bestand im Fort Goeben das Sonderlager „Feste Goeben“ für vor allem französische Widerstandskämpfer. Weitere Haft- und Verhörorte waren das Prison Grand Séminaire und das Prison Petit Séminaire. Im November 1944 wurde Metz im Rahmen der Schlacht um Lothringen durch Truppen der 3. US-Armee erobert.
Bevölkerung, Politik und staatliche Funktionen
Die Einwohnerzahl entwickelte sich besonders im 19. und 20. Jahrhundert uneinheitlich, weil manche Angaben Militärangehörige einschließen und andere nur Zivilpersonen erfassen. 1851 hatte Metz 57.397 Einwohner, 1910 insgesamt 68.598 einschließlich 13.633 Militärpersonen. Für 1910 werden daneben 54.965 Zivilpersonen angegeben. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Bevölkerung von 102.771 im Jahr 1962 auf 123.704 im Jahr 1999. 2019 wurden 118.489 und 2021 120.874 Einwohner gezählt.
Die letzten im Artikel genannten Bürgermeister sind Raymond Mondon (1947–1970), Jean-Marie Rausch (1971–2008), Dominique Gros (2008–2020) und François Grosdidier (seit 2020). Metz unterhält Städtepartnerschaften unter anderem mit Luxemburg, Trier, Gloucester, Kansas City, Karmi'el, Hradec Králové, Saint-Denis, Yichang und Djambala.
Das Wappen ist „gespalten von Silber und Schwarz“. Nach einem Gedicht von 1541 steht Weiß für „Vita bonis“ – das Leben den Guten – und Schwarz für „Mors est malis“ – der Tod den Schlechten. Das Stadtmotto geht auf eine Inschrift am früheren Barbarator zurück. Sie entstand im Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen den Patriziern und mehreren benachbarten Herrschern sowie dem Volksaufstand von 1326.
Seit 1961 gehört Metz durch Fusionen mit Borny, Magny und Vallières-lès-Metz zu einem erweiterten Stadtgebiet. Von 1974 bis zur Neugliederung der Regionen 2015 war Metz Hauptstadt der Region Lothringen. Das Regionalparlament von Lothringen hat seinen Sitz in Metz. Außerdem ist die Stadt seit 535 Sitz des Bistums Metz.
Kultur, Bildung, Wirtschaft und Verkehr
Das Stadtbild verbindet römische, mittelalterliche, französische und deutsche beziehungsweise preußische Elemente. Zu den wichtigen Bauwerken gehören die gotische Kathedrale Saint-Étienne mit 6500 m² Kirchenfenstern, die Basilika Saint-Pierre-aux-Nonnains aus dem 4. Jahrhundert, der Temple Neuf, die Templerkapelle und das Deutsche Tor. Aus der Zeit zwischen 1871 und 1918 stammen unter anderem der Gouverneurspalast, die Hauptpost und der Hauptbahnhof Metz-Ville. Die erhaltenen Befestigungsanlagen umfassen außerdem das Fort Goeben, das Römertor und den Kamuffelturm.
Zu den Museen zählen das Musée de la Cour d’Or, der Fonds Régional d’Art Contemporain und das im Mai 2010 eröffnete Centre Pompidou-Metz. Für Veranstaltungen dienen unter anderem das Grand Théâtre, die Opéra-Théâtre, die Les Arènes und das Arsenal de Metz. Die Université Paul Verlaine de Metz wurde im Januar 2012 in die Université de Lorraine eingegliedert. Auf dem zentralen Campus liegen unter anderem Fächer aus Mathematik, Informatik, Mechanik, Sozialwissenschaften, Kunst, Literatur, Sprachen, Recht, Wirtschaft und Verwaltung.
Die Moselkanalisierung von 1958 bis 1964 machte den Fluss für Schiffe bis 1500 Tonnen bis Metz schiffbar. Der Hafen ist der wichtigste französische Binnenhafen für den Umschlag von Getreide. Metz liegt an wichtigen Straßenverbindungen und besitzt den Bahnhof Metz-Ville; der TGV Est verbindet die Stadt mit Paris, Nancy und Straßburg. Der Flughafen Metz Nancy Lorraine liegt etwa 30 km südlich. Seit Oktober 2013 verkehren auf zwei Linien die diesel-elektrischen Doppelgelenkbusse des Systems Mettis.
Wirtschaftlich bedeutend sind unter anderem das Hauptauslieferungslager von Ikea Frankreich, die Messe Metz mit 34.000 m² Ausstellungsfläche und die Getriebeproduktion von Stellantis. Im Sport sind der FC Metz, Metz Handball, das jährliche ATP-Turnier der 250er-Klasse und das Palais Omnisport les Arènes wichtig. Als Naherholungsgebiete dienen der Parc de la Seille und der Plan d’Eau. Im August findet das Mirabellenfest statt. Zu den kulinarischen Spezialitäten gehören Mirabellenprodukte und die Boulets de Metz, zwei Makronen mit Mirabelleneis dazwischen.