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Evangelium (Glaube)

Als Evangelium (auch Frohe Botschaft, Gute Nachricht, Frohbotschaft oder Heilsbotschaft) bezeichnet das Christentum die Botschaft, die Gott durch Jesus …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Formen des Evangeliums
  2. 2. Das Evangelium im Neuen Testament
  3. 3. Evangelisierung und Missionsauftrag
  4. 4. Genannter Text

Bedeutung und Formen des Evangeliums

Im Christentum bezeichnet das Evangelium die „Frohe Botschaft“, „Gute Nachricht“, „Frohbotschaft“ oder „Heilsbotschaft“: Es ist die Botschaft, die Gott durch Jesus Christus an die Menschen richtet. Ihre Verkündigung gilt als Aufgabe der Christen. Die einzig normative schriftliche Formulierung des Evangeliums ist die Bibel als Heilige Schrift.

Das Evangelium wird auf unterschiedliche Weise weitergegeben: durch vorbildliches Verhalten und Handeln von Christen, durch Predigt und Katechese sowie durch schriftliche oder multimediale Veröffentlichungen. Die Verkündigung selbst wird als Evangelisierung oder Evangelisation bezeichnet.

Der Begriff bezeichnet außerdem Schriften aus neutestamentlicher Zeit, die um 100 n. Chr. verfasst wurden. Diese Texte stellen die christliche Botschaft in Form einer Lebensbeschreibung Jesu dar. Sie verbinden biographische Elemente – von Taufe oder Geburt Jesu bis zu seiner Kreuzigung und Auferstehung – mit der Überlieferung und Deutung seiner Botschaft. Dafür verwenden sie Stilmittel der antiken Biographie.

Das Evangelium im Neuen Testament

Zu Beginn seiner Verkündigung spricht Jesus nach dem Markusevangelium vom „Evangelium Gottes“: „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium.“ Damit ist die Frohbotschaft vom nahenden Reich Gottes und vom Heilsgeschehen in Jesus Christus verbunden.

Im Neuen Testament bezeichnet εὐαγγέλιον (euangélion) zunächst eine mündlich verkündigte Frohbotschaft, nicht etwas schriftlich Fixiertes. Das Verb ευαγγελίζω beziehungsweise ευαγγελίζομαι bedeutet „gute Nachricht bringen“ oder „das Evangelium verkünden“.

Die Verwendung der Begriffe ist unterschiedlich verteilt: In den Paulusbriefen erscheint das Substantiv 60-mal, das Verb 21-mal. Lukas verwendet das Verb 25-mal; das Substantiv kommt in der Apostelgeschichte nur zweimal vor. Bei Markus findet sich das Substantiv siebenmal, bei Matthäus viermal. Im 1. Petrusbrief steht es einmal als Substantiv und dreimal als Verb, in der Offenbarung des Johannes einmal als Substantiv und zweimal als Verb. Im Johannesevangelium und in den übrigen neutestamentlichen Schriften kommen beide Formen nicht vor.

Für Paulus ist das Evangelium ein zentraler Begriff seiner Theologie. Nach seiner Verkündigung hat Gott durch die Menschwerdung, den Tod und die Auferstehung Jesu Christi zum Heil der Welt gehandelt. Paulus nennt auch die Bekenntnisformel Evangelium, die den christlichen Glauben zusammenfasst: Christus ist „für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift“, wurde begraben, „am dritten Tag auferweckt“ und erschien zunächst Kephas und dann den Zwölf (1 Kor 15,3–5). Dieses Evangelium haben die Menschen angenommen; es bildet den Grund ihres Glaubens und ist nach Paulus mit ihrer Rettung verbunden, wenn sie an der verkündeten Botschaft festhalten.

Auch die synoptischen Evangelien – Matthäus, Markus und Lukas – verwenden den Begriff für die Frohbotschaft vom Heilsgeschehen in Jesus Christus, jeweils mit leicht unterschiedlichem Akzent. Einige Kirchenväter bezeichneten später das gesamte Neue Testament als Evangelium. Irenäus verstand das Evangelium als eine Botschaft von Jesus Christus in vier Formen: nach Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Justin verwendete den Ausdruck in beiden Bedeutungen.

Evangelisierung und Missionsauftrag

Die Christen verstehen sich aufgrund des Missionsbefehls Jesu Christi als beauftragt, die Frohe Botschaft vom Reich Gottes zu verbreiten. Im Matthäusevangelium lautet der Auftrag: „Geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.“ (Mt 28,19f.)

Evangelisierung oder Evangelisation umfasst daher die Wege und Formen, in denen Christen diese Botschaft weitergeben. Dazu gehören insbesondere die Verkündigung in Predigt und Katechese, aber auch das christliche Vorbild im Handeln sowie schriftliche und multimediale Veröffentlichungen.

Genannter Text

Der Artikel nennt das apostolische Schreiben Evangelii gaudium von Papst Franziskus über die Verkündigung des Evangeliums in der Welt von heute. Es wurde am 24. November 2013 veröffentlicht.

Lernvideos zu Evangelium (Glaube)

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