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Konfession

Als Konfession (lateinisch confessio ‚Geständnis', ‚Bekenntnis', ‚Beichte') wird im heutigen Sprachgebrauch eine Untergruppe innerhalb einer Religion …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Abgrenzung
  2. 2. Christliche Konfessionen und Bewegungen
  3. 3. Wie Konfessionen entstehen
  4. 4. Überkonfessionell und nichtchristliche Religionen

Bedeutung und Abgrenzung

Eine Konfession ist heute eine Untergruppe innerhalb einer Religion, die sich von anderen Untergruppen durch Lehre, Organisation oder Praxis unterscheidet. Der Begriff entstand im Christentum: Dort bezeichnet er eine Richtung, die durch ein gemeinsames Glaubensbekenntnis von anderen christlichen Richtungen unterschieden ist. Im weiteren Sinn meint er die unterschiedlichen christlichen Kirchen und Gruppierungen.

In der Bevölkerungsstatistik bedeutet „Konfession“ in der Regel die Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft. Nicht jede Kirche verwendet die Bezeichnung für sich selbst: Die orthodoxe und die römisch-katholische Kirche verstehen sich nicht als Konfessionen im ursprünglichen Sinn, weil sie nicht durch die Vereinbarung einer gemeinsamen Bekenntnisformulierung entstanden sind. Gewöhnlich werden sie dennoch unter den Begriff gefasst.

Christliche Konfessionen und Bewegungen

Im Christentum kann eine Konfession eine einzelne Kirche, ein Verband von Kirchen oder ein Verband von Kirchengemeinden sein, der sich in seinen Lehren von anderen Konfessionen abgrenzt. Als drei Hauptkonfessionen gelten die römisch-katholische Kirche, die orthodoxen Kirchen und die evangelischen Kirchen.

Zu den weiteren christlichen Konfessionen gehören die Orientalisch-orthodoxen Kirchen. Es handelt sich im Wesentlichen um Ostkirchen, die sich nach dem Konzil von Ephesos (431) oder dem Konzil von Chalcedon (451) von der römischen Reichskirche trennten; ein Beispiel ist die Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien.

Der Protestantismus teilte sich in der Reformationszeit zunächst in lutherische, reformierte und täuferische Konfessionen. Später kamen unter anderem Baptisten, Methodisten und Anglikaner hinzu; auch sie werden heute zu den evangelischen Konfessionen gezählt. Bei kongregationalistischen Gruppen wie Mennoniten, Baptisten und Pfingstlern gibt es keine übergeordnete Kirche, die das Bekenntnis bestimmt: Vor allem die einzelnen Gemeinden definieren es selbst.

Von Konfessionen sind Bewegungen zu unterscheiden, etwa Pietismus, Pfingstbewegung, Charismatische Bewegung und Evangelikalismus. Sie sind formal meist konfessionsübergreifend oder haben keine festen Konfessionsgrenzen. Praktisch gehören die genannten Bewegungen jedoch ganz oder überwiegend zum protestantischen Bereich. Katholische Bewegungen sind beispielsweise die Charismatische Erneuerung und die Gemeinschaft Sant’Egidio. Sowohl Konfessionen als auch Bewegungen prägen Theologie und Gemeindepraxis, zum Beispiel die Liturgie.

Wie Konfessionen entstehen

Konfessionen können auf unterschiedliche Weise entstehen. Ihre Bildung kann sich über lange Zeit durch das Zusammenwirken theologischer, kultureller und politischer Faktoren entwickeln, wie beim morgenländischen Schisma.

Sie können auch in vergleichsweise kurzer Zeit aus einer geistlichen oder theologischen Erneuerung oder aus einer Erweckung innerhalb einer bestehenden Kirche hervorgehen und anschließend eine eigene Gruppe bilden. Beispiele sind die Lutheraner, die aus der römisch-katholischen Kirche hervorgingen, und der Methodismus, der aus der Church of England entstand.

Eine weitere Möglichkeit ist die Abspaltung: Führt eine bestehende Gruppe Neuerungen ein, die eine Minderheit nicht mitträgt, kann diese Minderheit selbständig werden. Als Beispiel werden die Altkatholiken genannt. Umgekehrt können sich neue Konfessionen durch die Vereinigung bestehender Konfessionen bilden, etwa die United Church of Canada aus lutherischer, presbyterischer und methodistischer Kirche. Einige wenige Konfessionen berufen sich für ihre Entstehung auf spezifische neue Offenbarungen, beispielsweise der Mormonismus.

Überkonfessionell und nichtchristliche Religionen

„Überkonfessionell“ bedeutet, die Konfessionen zu übergreifen und nicht von ihnen abhängig zu sein. Ein überkonfessioneller Mensch versteht sich als Christ und als Teil der Gemeinschaft der Christen, ohne an eine Konfession gebunden zu sein. Auch Glaubensgemeinschaften und Vereine können überkonfessionell sein. Solche Gemeinschaften nehmen fast ausschließlich die Bibel als Lehre und sind meist dem weiteren evangelischen Bereich zuzuordnen, weil sie häufig das reformatorische Prinzip sola scriptura vertreten: Die Bibel ist dabei die maßgebliche Grundlage des Glaubens.

Überkonfessionell ist weder gleichbedeutend mit konfessionslos noch mit ökumenisch. Ökumenische Werke können aber in einzelnen Bereichen überkonfessionell arbeiten. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts gewinnen im englischsprachigen Raum „Non-Denominational Churches“ an Bedeutung; sie sind nicht konfessionsgebunden. Beispiele überkonfessioneller Gemeinschaften und Werke in Deutschland sind die Herrnhuter Brüdergemeine, der Gideonbund, die Heilsarmee, die ICF Church, die Jesus Freaks und die Calvary Chapels.

Der Ausdruck Konfession wird gelegentlich auch auf andere Religionen angewendet. Christliche Theologen vertreten jedoch, dass dies für Gruppierungen innerhalb nichtchristlicher Religionen sachlich nicht passend sei. Dafür werden etwa die Begriffe Richtungen, Schulen, Strömungen oder Traditionen verwendet. Im Englischen ist meist „Denomination“ gebräuchlich; dieses Wort wird ansatzweise auch im Deutschen verwendet.

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