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Kalkulation

Dies wird mit Hilfe einer Break-even-Analyse berechnet. Auch können durch Produktkalkulation mögliche Rationalisierungeffekte (Kosteneinsparungen) in …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Grundaufgaben
  2. 2. Grundlagen und Kalkulationszeitpunkte
  3. 3. Kostenträgerstück- und Kostenträgerzeitrechnung
  4. 4. Preis-, Vertriebs- und Mischkalkulation
  5. 5. Verfahren, Wirtschaftszweige und wirtschaftliche Bedeutung

Bedeutung und Grundaufgaben

Kalkulation bedeutet allgemein eine Berechnung. In der Betriebswirtschaftslehre, auch Preiskalkulation genannt, dient sie dazu, den Preis von Produkten oder Dienstleistungen zu ermitteln und zu kontrollieren. Im Mittelpunkt steht die Ermittlung der Selbstkosten je Leistungseinheit, also je Produkt oder Dienstleistung. Auf dieser Grundlage können Unternehmen Angebotspreise festlegen und die Preisfestsetzung überprüfen.

Im Preiswettbewerb hilft die Kalkulation, die Preisuntergrenze zu bestimmen. Die langfristige Preisuntergrenze ist mit den Selbstkosten identisch. Die kurzfristige Preisuntergrenze entspricht den variablen Kosten und den Sondereinzelkosten der Fertigung. Dadurch kann ein Unternehmen erkennen, bis zu welcher Grenze es seine Preise festlegen kann.

Konkret ist die Kalkulation eine Kostenträgerstückrechnung. Dabei stehen die Kostenträger – etwa Produkte oder Dienstleistungen – und ihre Stückkosten im Vordergrund.

Grundlagen und Kalkulationszeitpunkte

Die Kostenträgerrechnung beantwortet die Frage, wofür die Kosten eines Unternehmens angefallen sind. Sie besteht aus der Kalkulation und der Leistungsrechnung. Mit ihr werden die Herstellungs- und Selbstkosten je Stück ermittelt. Außerdem kann sie im Rahmen der kurzfristigen Erfolgsrechnung das Betriebsergebnis einer Rechnungsperiode bestimmen.

Kostenträger sind Leistungen, Aufträge oder Kunden, denen Kosten zugerechnet werden. Dazu gehören absatzfähige Marktleistungen wie verkaufte Fertigerzeugnisse sowie auf Lager oder Halde produzierte unfertige und fertige Erzeugnisse. Innerbetriebliche Leistungen können beispielsweise eigens gebaute Maschinen oder Vorrichtungen sein. Häufige Kostenträger sind Endprodukte oder Endproduktgruppen, Dienstleistungen, individuelle Aufträge und Kunden. Endprodukte, Produktgruppen und Dienstleistungen werden durch Kostenträgerstückrechnung und Kostenträgerzeitrechnung erfasst; für Aufträge und Kunden gibt es gesonderte Kalkulationsverfahren.

Die Vorkalkulation wird in der Planungsphase erstellt, etwa bei einer Anfrage, einem Kundenauftrag oder einer Bestellung. Sie ermittelt den Angebotspreis auf Grundlage von Plankosten und eines aus der Vergangenheit ermittelten Kostensatzes. Die Nachkalkulation erfolgt nach der Produktion oder am Ende einer Rechnungsperiode. Sie prüft anhand der Istkosten, ob die zuvor kalkulierten Kosten tatsächlich in dieser Höhe angefallen sind. Abweichungen sollten ausgewertet und in das Kosten-Controlling sowie in die Preisgestaltung übernommen werden.

Bei längeren Aufträgen gibt es die Zwischenkalkulation oder mitlaufende Kalkulation. Sie überwacht, ob die Kosten im Rahmen der Vorkalkulation bleiben. Zugleich ist sie eine Nachkalkulation für den bereits abgeschlossenen Produktionsprozess und eine Vorkalkulation für die noch erforderlichen Prozesse. Sie wird beispielsweise bei langer Produktionsdauer im Anlagen- und Schiffsbau eingesetzt. Die Vorkalkulation beruht auf Annahmen und Erfahrungszahlen, während die Nachkalkulation die erfassten tatsächlichen Werte verwendet. In der Auftrags- und Serienfertigung haben Vor-, Zwischen- und Nachkalkulation daher unterschiedliche Bedeutungen.

Kostenträgerstück- und Kostenträgerzeitrechnung

Die Kostenträgerstückrechnung ermittelt die Kosten je Leistungseinheit und dient unter anderem zur Bestimmung des Stückerfolgs. Ihr Zweck besteht vor allem darin, die Selbstkosten je Leistungseinheit und die Herstellkosten je Leistungseinheit der erstellten Produkte zu berechnen. Aus den Selbstkosten pro Produkteinheit lässt sich beispielsweise ableiten, wie oft ein Produkt zu bestimmten Konditionen verkauft werden muss, damit es rentabel ist. Dafür wird eine Break-even-Analyse verwendet. Außerdem können mögliche Rationalisierungseffekte, also Kosteneinsparungen, bei der Verschmelzung von Produkten erkannt werden.

Wichtige Rechenverfahren sind:

  • Bei der einfachen Divisionskalkulation werden die gesamten Kosten durch die Ausbringungsmenge geteilt. Die Ausbringungsmenge ist die produzierte Stückzahl oder die Zahl geleisteter Dienstleistungseinheiten. Das Ergebnis ist der Kostenanteil je Einheit. Das Verfahren eignet sich nur, wenn die Kosten genau eines Produkts oder genau einer Dienstleistungsart zugeordnet werden können, also insbesondere für Einproduktunternehmen. Auf dieser Grundlage können weitere Bestandteile wie Gewinnzuschlag, Kundenskonti und Kundenrabatte kalkuliert werden.

  • Die Divisionskalkulation mit Äquivalenzziffern wird bei ähnlichen Produkten oder Dienstleistungen eingesetzt, deren Kostenanteile je Einheit unterschiedlich sind. Äquivalenzziffern sind Verhältniszahlen, die die Kostenverhältnisse der Varianten widerspiegeln. Beispiel: 1 kg Brot = 1 und 2 kg Brot = 2, ohne Rücksicht auf unterschiedliche Backzeiten. Mengen, Zeitbedarf oder Zusatzstoffe können in die Verhältniszahlen einfließen. Für jede Variante wird die Produktionsmenge mit ihrer Äquivalenzziffer multipliziert; daraus entstehen Recheneinheiten. Die Gesamtkosten werden durch die Summe dieser Recheneinheiten geteilt. Der Kostenanteil je Recheneinheit wird anschließend mit den einzelnen Äquivalenzziffern multipliziert.

  • Die Zuschlagskalkulation wird bei Einzel- und Serienfertigung angewandt. Für jedes Produkt, jeden Auftrag oder jede Serie ist eine gesonderte Kalkulation erforderlich. Einzelkosten werden aus der Kostenartenrechnung direkt dem Kostenträger zugeordnet. Gemeinkosten werden zunächst in der Kostenstellenrechnung auf Kostenstellen verteilt und anschließend mithilfe von Zuschlagssätzen indirekt den Kostenträgern zugerechnet, beispielsweise mit einem Betriebsabrechnungsbogen.

Die Kostenträgerzeitrechnung ist das Kernstück der Leistungsrechnung und eine Ergebnisrechnung. Sie erfasst die betrieblichen Leistungen, hauptsächlich Produkte und Dienstleistungen, und ermittelt die Produktionskosten eines Produkts für eine einzelne Rechnungsperiode. Während die Kostenträgerstückrechnung auf die einzelne Leistungseinheit zielt, bezieht sich die Kostenträgerzeitrechnung auf die Periode.

Preis-, Vertriebs- und Mischkalkulation

Vor- und Nachkalkulation werden meist nach demselben Kalkulationsschema erstellt. In der Serienfertigung dient die Vorkalkulation während der Einführungsphase neuer Produkte zur Berechnung der Herstellungskosten und des Verkaufspreises. Bei bereits eingeführten Produkten kann häufig die Nachkalkulation ausreichen. In der Auftragsfertigung und in Lohnbetrieben ist die Vorkalkulation besonders wichtig, weil sie die individuelle Grundlage für den Angebotspreis jedes einzelnen Angebots bildet. Die Nachkalkulation überprüft abgeschlossene Aufträge und verbessert die Kalkulationsgrundlagen für spätere Angebote.

Die konkrete Ermittlung eines Verkaufspreises wird in Unternehmen unterschiedlich gehandhabt. Ausgehend vom Fabrikabgabepreis, zu dem Handelsware oder Rohstoffe eingekauft werden, können beispielsweise Mengenrabatte, Artikelrabatte und Werbekostenzuschüsse abgezogen werden. Daraus entsteht der Nettoeinkaufspreis, der als Grundlage für die Verkaufspreiskalkulation dient. Die einfachste Methode lautet: Nettoeinkaufspreis plus Kalkulationszuschlag gleich Verkaufspreis. In vielen Unternehmen wird der Kalkulationszuschlag jedoch unter anderem wegen Lage und Mitbewerbern angepasst. Großunternehmen nutzen dafür teilweise integrierte Enterprise-Resource-Planning-Systeme. Diese können komplex sein, Anpassungsaufwand verursachen und eine Abhängigkeit vom Anbieter schaffen.

Die Vertriebskalkulation ermittelt als progressive Kalkulation die Angebotspreise. Bei der Beschaffung vom Lieferanten wird der Nachfragepreis retrograd kalkuliert. Auch die Handelskalkulation unterscheidet beide Richtungen. Progressiv gilt: Einstandspreis plus Selbstkosten plus Gewinnspanne gleich Verkaufspreis. Retrograd gilt: Verkaufspreis minus Selbstkosten minus Einstandspreis gleich Gewinnspanne.

Der Kalkulationszuschlag bezieht sich auf den Einstandspreis: Kalkulationszuschlag = ((Nettoverkaufspreis − Einstandspreis) / Einstandspreis) · 100 %.

Im Einzelhandel wird anstelle des Nettoverkaufspreises der Bruttoverkaufspreis eingesetzt. Die Handelsspanne bezieht sich dagegen auf den Verkaufspreis: Handelsspanne = ((Nettoverkaufspreis − Einstandspreis) / Nettoverkaufspreis) · 100 %.

Der Einstandspreis kann sich durch den Einkaufspreis, Bezugs- und Nebenkosten oder erhaltene Preisnachlässe verändern. Bei gleichbleibender Handelsspanne wird eine Änderung des Einstandspreises auf den Verkaufspreis überwälzt.

In Mehrproduktunternehmen kann die Mischkalkulation oder Ausgleichskalkulation eingesetzt werden. Einige Produkte werden mit niedrigeren Gewinnspannen als der Durchschnitt kalkuliert und sind Ausgleichsnehmer; andere erhalten höhere Spannen und sind Ausgleichsträger. So sollen unterschiedliche Marktpotenziale genutzt werden. Quersubventionierung bedeutet, dass ein mit Verlust verkauftes Produkt oder eine solche Dienstleistung durch ein anderes, mit Gewinn verkauftes Produkt oder eine solche Dienstleistung subventioniert wird. Die externe Kalkulation ist die eigentliche Preiskalkulation; die interne Kalkulation ermittelt Preise für die innerbetriebliche Leistungsverrechnung.

Verfahren, Wirtschaftszweige und wirtschaftliche Bedeutung

Je nach Ziel, Unternehmenstyp und Wirtschaftszweig gibt es verschiedene Kalkulationsarten. Nach dem Zeitpunkt unterscheidet man Vorkalkulation, Zwischenkalkulation und Nachkalkulation. Nach Wirtschaftszweigen gibt es Bank-, Bau-, Handels-, Industrie- und Prämienkalkulation. Einproduktunternehmen führen nur Individualkalkulationen durch; Mehrproduktunternehmen können Individual- und Mischkalkulationen verwenden. Als Verfahren der Kostenträgerstückrechnung werden Divisionskalkulation, Äquivalenzziffermethode, Zuschlagskalkulation und Kuppelproduktkalkulation genannt.

In der Bankkalkulation werden je nach Bankgeschäft Zinsen, Provisionen oder Bankgebühren kalkuliert. Beim Einlagen- und Kreditgeschäft entstehen Habenzinsen beziehungsweise Kreditzinsen. Wertpapiergeschäfte und der Wertpapierhandel werden über Provisionen abgerechnet. Im Zahlungsverkehr sowie bei Beratung und Inkasso fallen Bankgebühren an, etwa Bearbeitungsgebühren, Buchungspostengebühren, Depotgebühren, Kontoführungsgebühren, Beratungsgebühren und Inkassogebühren. Zinsen und Provisionen sind betragsabhängig, Bankgebühren werden dagegen betragsunabhängig erhoben.

Die Baukalkulation befasst sich mit den Baukosten innerhalb der vorgesehenen Bauzeit. In der Bauwirtschaft sind dafür die Angebotskalkulation, Auftragskalkulation, Arbeitskalkulation, Zwischenkalkulation, Nachkalkulation und Nachtragskalkulation üblich. Die Industriekalkulation umfasst schwerpunktmäßig die Äquivalenzziffermethode bei Kuppelproduktion, die Deckungsbeitragsrechnung, die Divisionskalkulation bei mehrstufiger Massenproduktion und die Zuschlagskalkulation. Die Prämienkalkulation im Versicherungswesen ermittelt die zur Gewährung des Versicherungsschutzes benötigten Versicherungsprämien. Sie verbindet versicherungsmathematische Berechnungen für die Risikoprämie mit betriebswirtschaftlichen Überlegungen zur Ertragskomponente.

Sind Unternehmen in Geschäftssparten organisiert und werden für diese separate Bilanzen erstellt, können die einzelnen Geschäftssparten gesondert kalkuliert werden. Bei besonderer Eigenständigkeit und einer getrennten Bewertung der Geschäftserträge nach Profitabilität spricht man vom Profitcentermodell; die entsprechende Kalkulation heißt Profitcenterkalkulation. Dabei spielen eine begrenzte mitarbeiterbezogene Detaillierung und die Kosten der Abteilungsleitung eine Rolle. Die Investitionskostenvergleichsrechnung unterstützt Entscheidungen zwischen zwei oder mehreren Alternativen. Sie vergleicht insbesondere entscheidungsrelevante Unterschiedskosten; die Arbeitskosten sind dabei ein wesentlicher Faktor. Zusätzlich können Differenzen auf der Leistungsseite berücksichtigt werden.

Die Kalkulation bildet die Grundlage der Preispolitik. Vollständig präzise ist sie selten, weil etwa Verteilungsschlüssel für Gemeinkosten, der künftige Auslastungsgrad und die Plankostenrechnung Unsicherheiten enthalten. Je nach Wettbewerbssituation kann sie den Beschäftigungsgrad berücksichtigen, beispielsweise in der Grenzkostenkalkulation, oder die kurzfristige und langfristige Preisuntergrenze bestimmen. Außerdem unterscheidet die Kostenrechnung zwischen pagatorischen Kosten, die tatsächlich angefallen sind, und kalkulatorischen Kosten, die lediglich fiktiv berücksichtigt werden.

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