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Rückwärtskalkulation - gaaanz einfach!
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 38 Zeilen
- Hallo, wir starten heute mit einer Aufgabe zur Rückwärtskalkulation. Ein Thema, das bei vielen Schülern und Studenten für schlaflose Nächte
- sorgt, dabei ist es eigentlich gaaanz einfach. Im vorletzten Video haben wir uns mit der Vorwärtskalkulation im Handel beschäftigt. Das Video dazu habe ich dir oben rechts verlinkt.
- Da sind wir immer davon ausgegangen, dass wir den Bezugspreis haben und gerne den Listenverkaufspreis berechnen möchten. Oft ist aber genau das Gegenteil der Fall.
- Wir wissen bereits den Marktpreis, also den Listenverkaufspreis, zu dem wir das Produkt verkaufen können und möchten gerne wissen, wie hoch unser Bezugspreis unter Berücksichtigung
- unserer Kalkulationszuschlagssätze für Kundenskonto, Kundenrabatt und Gewinn maximal sein darf. Dies ist sehr häufig der Fall, denn in Zeiten von Internet und Vergleichsportalen,
- kann es sich niemand leisten davon abweichende Preise zu verlangen. Um das berechnen zu können, benutzen wir die Rückwärtskalkulation. Auch hier gibt es wieder einige Fallstricke bei der
- Berechnung, auf die wir aufpassen müssen. Zur Berechnung nutzen wir einfach wieder das Beispiel aus der Vorwärtskalkulation und rechnen es dieses Mal nicht von oben runter,
- also vorwärts, sondern von unten hoch, also rückwärts. Jetzt weißt du auch, warum diese Kalkulationsschemata Vorwärtskalkulation und Rückwärtskalkulation heißen.
- Unsere Marktforschung hat ergeben, dass wir unser Produkt zu einem Listenverkaufspreis von höchstens 699,14 € verkaufen können. Mehr geht nicht, sonst würden die Kunden das Produkt nicht bei uns,
- sondern woanders kaufen. Jetzt stellt sich für uns die Frage zu welchem maximalen Bezugspreis wir das Produkt einkaufen müssen, um unseren geplanten Gewinn realisieren zu können.
- Wir starten also mit einem Listenverkaufspreis von 699,14 €. Da unsere Kunden einen Rabatt von 15% haben möchten, müssen wir den natürlich in der Kalkulation berücksichtigen und berechnen. Dazu
- nehmen wir den Listenverkaufspreis von 699,14 € teilen den durch 100 und multiplizieren das Ergebnis mit dem Kundenrabattsatz von 15. Das ergibt einen Kundenrabatt von 104,87
- €. Den tragen wir in die Tabelle ein. Jetzt müssen wir den Zielverkaufspreis berechnen. Normalerweise rechnen wir ja bei der Vorwärtskalkulation den Zielverkaufspreis plus den
- Kundenrabatt, um auf den Listenverkaufspreis zu kommen. Da wir von unten hoch rechnen, dreht sich die Rechnung jetzt um und wir rechnen statt plus, minus. Wir nehmen also den Listenverkaufspreis
- von 699,14 € minus den Kundenrabatt von 104,87 € ab und erhalten den Zielverkaufspreis von 594,27 €. Den Wert übernehmen wir wieder in die Tabelle. Unsere Kunden möchten, wenn sie innerhalb von 14
- Tagen bezahlen, 2 % Skonto haben. Den müssen wir natürlich auch in der Kalkulation berücksichtigen und ausrechnen. Das funktioniert nach dem gleichen Prinzip, wie die Berechnung des Kundenrabattes.
- Wir nehmen den Zielverkaufspreis von 594,27 € und teilen den durch 100 und multiplizieren das Ergebnis mit dem Kundenskontosatz von 2. Das ergibt einen Kundenskonto von 11,89 €. Den Wert
- übernehmen wir wieder in die Tabelle. Um den Barverkaufspreis zu berechnen, rechnen wir den Zielverkaufspreis von 594,27 € minus den Kundenkonto von 11,89 € ab und
- erhalten somit einen Barverkaufspreis von 582,38 €. Den Wert übernehmen wir wieder in die Tabelle. Wir haben uns überlegt, dass wir gerne 10% Gewinn haben möchten. Den müssen wir natürlich in unserer
- Kalkulation berücksichtigen und berechnen. Wir beginnen mit dem Barverkaufspreis. Hier müssen wir jetzt aufpassen. Hier dreht sich die Berechnung im Vergleich zur Vorwärtskalkulation um. Wir teilen
- nicht mehr durch 100, sondern durch 100 plus den Gewinnzuschlagssatz. Wir rechnen also mit dem vermehrten Grundwert. Das Ergebnis nehmen wir mal den Gewinnzuschlagssatz und erhalten den Gewinn.
- Jetzt setzen wir mal in die Formel ein. Wir beginnen mit dem Barverkaufspreis von 582,38 €. Diesen teilen wir durch 100 plus den Gewinnzuschlagssatz. Dabei
- entspricht der Selbstkostenpreis 100 % und der Gewinnzuschlagssatz 10%. 100 % plus 10 % macht 110%. Daher entspricht der Barverkaufspreis 110%. Wir teilen also den Barverkaufspreis von 582,38
- € durch 110. Jetzt wissen wir was 1% ist. Wie möchten aber wissen was 10 % sind, daher rechnen wir jetzt mal dem Gewinnzuschlagssatz von 10. Das ergibt einen Gewinn von 52,94 €. Diesen tragen wir
- jetzt in die Tabelle ein. Du siehst, es ist wie immer gaaanz einfach. Man muss es nur wissen. Jetzt müssen wir noch den Selbstkostenpreis berechnen. Dazu rechnen wir den Barverkaufspreis
- von 582,38 € minus den Gewinn von 52,94 € und erhalten den Selbstkostenpreis von 529,44 €. Den Wert übernehmen wir wieder in die Tabelle. Weiter geht es mit der Berechnung der
- Handlungskosten. Diese betragen in unserem Betrieb durchschnittlich 20%. Sie werden auch wieder vom vermehrten Grundwert berechnet. Dabei entspricht der Einstandspreis 100 % und
- der Handlungskostenzuschlagssatz 20%. 100 % plus 20 % macht 120%. Daher entspricht der Selbstkostenpreis 120%. Wir teilen also den Selbstkostenpreis von 529,44 € durch 120.
- Jetzt wissen wir was 1% ist. Wie möchten aber wissen was 20 % sind, daher rechnen wir jetzt mal dem Handlungskostenzuschlagssatz von 20. Das ergibt Handlungskosten in Höhe von 88,24
- €. Die tragen wir wieder in die Tabelle ein. Um den Einstandspreis zu berechnen, nehmen wir den Selbstkostenpreis in Höhe von 529,44 € und ziehen davon die Handlungskosten von 88,24 € ab
- und erhalten den Einstandspreis von 441,20 €. Den Wert übernehmen wir wieder in die Tabelle. Was hat uns das Ganze jetzt gebracht? Wir wissen nun, dass wenn wir unser Produkt für 699,14 € am
- Markt verkaufen wollen, wir es für höchstens 441,20 € einkaufen dürfen. Diese Information ist für uns sehr wichtig. Würden wir das Produkt teurer einkaufen, so könnten wir unseren Gewinn
- in Höhe von 10% nicht mehr realisieren. Falls du einen Überblick über sämtliche Kalkulationsverfahren, die es im Handel und im produzierenden Gewerbe gibt, bekommen möchtest,
- dann schau dir doch mal mein Buch zu diesem Thema an. Ich habe es dir in der Videobeschreibung verlinkt. Hier erkläre ich alle Kalkulationsverfahren Schritt für
- Schritt mit über 100 Abbildungen. Außerdem findest du im kostenlosen Mitgliederbereich zu allen Themen noch Übungsaufgaben, Schritt für Schritt Anleitungen und Excel-Dateien mit
- Formeln zum Download. Damit kannst du alle erdenklichen Kalkulationen sofort berechnen. Falls dir das Video gefallen hat, würde ich mich über ein Like von dir freuen.
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