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Wirtschaft
Wirtschaft oder Ökonomie ist die Gesamtheit aller Einrichtungen und Handlungen, die der planvollen Befriedigung der Bedürfnisse dienen.
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Kern und Grundlagen des Wirtschaftens
Wirtschaft oder Ökonomie bezeichnet die Gesamtheit aller Einrichtungen und Handlungen, die der planvollen Befriedigung menschlicher Bedürfnisse dienen. Zu den wirtschaftlichen Einrichtungen gehören Unternehmen sowie private und öffentliche Haushalte. Wirtschaftliche Handlungen umfassen Herstellung, Absatz, Tausch, Konsum, Umlauf, Verteilung und Recycling beziehungsweise Entsorgung von Gütern. Solche Zusammenhänge lassen sich unter anderem auf weltwirtschaftlicher, volkswirtschaftlicher, städtischer, betrieblicher und häuslicher Ebene betrachten.
Wirtschaften bedeutet, planmäßig und effizient über knappe Ressourcen zu entscheiden, um Bedürfnisse bestmöglich zu befriedigen. Es ist notwendig, weil Güter und Ressourcen knapp, menschliche Bedürfnisse jedoch unbegrenzt sind. Die Volkswirtschaftslehre untersucht deshalb vor allem drei Grundfragen: Was wird produziert, wie wird es produziert und für wen wird es produziert? Die Entscheidung darüber, was und wie produziert wird, heißt Allokation; damit ist die Zuweisung knapper Ressourcen zu verschiedenen Verwendungszwecken gemeint. Die Verteilung der produzierten Güter und Einkommen wird als Distribution bezeichnet.
Wirtschaftsformen und Wirtschaftssysteme
Eine Wirtschaftsform beschreibt die Subsistenzstrategie, also die Art und Weise, wie Menschen ihren Lebensunterhalt sichern. Sie umfasst außerdem die daraus entstehende Produktion und die sozialen Bedingungen, unter denen produziert wird.
Dient das Wirtschaften überwiegend der Selbstversorgung, spricht man von Subsistenz- oder Bedarfswirtschaft. Dazu gehören traditionelle Wirtschaftsformen wie die extraktiven Wirtschaftsweisen von Jägern und Sammlern, der Hirtennomadismus und Formen des Feldbaus. Erwerbswirtschaften sind dagegen vorwiegend durch den Austausch von Waren geprägt. Aus ihrer Entwicklung gingen moderne kapitalistische Wirtschaftssysteme hervor.
Als wesentliche Wirtschaftssysteme gelten Marktwirtschaft und Zentralverwaltungswirtschaft. Die Wirtschaftsordnung ist der politische und rechtliche Rahmen, der wirtschaftliche Tätigkeiten regelt. Wirtschaftsordnungen lassen sich nach einer zunehmenden Staatsquote ordnen: Subsistenzwirtschaft, freie Marktwirtschaft, soziale Marktwirtschaft, Marktwirtschaft mit Wohlfahrtsstaat im skandinavischen Modell, Korporatismus einschließlich Wehrwirtschaft und Planwirtschaft. Die freie Marktwirtschaft beruht auf dem klassischen Liberalismus beziehungsweise Wirtschaftsliberalismus. Die soziale Marktwirtschaft stützt sich auf den Ordoliberalismus und das Konzept von Alfred Müller-Armack. Neben diesen Formen bestehen weitere, weniger bekannte Systeme.
Räumliche Gliederung und Wirtschaftsbereiche
Geografisch wird traditionell zwischen Volkswirtschaft und Weltwirtschaft unterschieden. Eine Volkswirtschaft umfasst die wirtschaftlichen Zusammenhänge innerhalb eines Staates. Die Weltwirtschaft ist die Gesamtheit der internationalen Wirtschaftsbeziehungen. Daneben gewinnen transnationale Wirtschaftsräume an Bedeutung. Ein wichtiges Beispiel ist der Europäische Binnenmarkt; infolge der Globalisierung kann zudem die gesamte Welt als Wirtschaftsraum betrachtet werden. Nationale Volkswirtschaften, etwa die Deutschlands, Österreichs, der Schweiz oder der Vereinigten Staaten, unterscheiden sich deutlich voneinander.
Die Wirtschaftswissenschaft gliedert wirtschaftliche Tätigkeiten in Wirtschaftssektoren. Grundlage dafür ist die Drei-Sektoren-Hypothese der Volkswirtschaftslehre. Eine weitere Einteilung erfolgt nach Wirtschaftszweigen oder Branchen. Ein Wirtschaftszweig ist eine Gruppe von Unternehmen, die ähnliche Produkte herstellt oder ähnliche Dienstleistungen erbringt. Die amtliche Statistik ordnet diese Wirtschaftszweige nach der Europäischen Norm „Nomenclature générale des activités économiques“, kurz NACE.
Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsrecht
Wirtschaftspolitik umfasst alle politischen, besonders staatlichen Bestrebungen, Handlungen und Maßnahmen, die das Wirtschaftsgeschehen in einem Gebiet oder Bereich ordnen, beeinflussen, gestalten oder unmittelbar festlegen sollen. Die Wissenschaft der Wirtschaftspolitik wird als Finanzwissenschaft bezeichnet.
Wirtschaftspolitik wird meist in drei Bereiche gegliedert. Ordnungspolitik gestaltet die grundlegenden Regeln der Wirtschaftsordnung; dazu zählt die Wettbewerbspolitik. Strukturpolitik beeinflusst längerfristige wirtschaftliche Strukturen und umfasst Infrastrukturpolitik, Regionalpolitik und sektorale Strukturpolitik. Prozesspolitik greift in laufende Wirtschaftsprozesse ein. Zu ihr gehören Arbeitsmarktpolitik, Finanzpolitik, Fiskalpolitik, Geldpolitik, Handelspolitik und Konjunkturpolitik.
Das Wirtschaftsrecht umfasst alle privatrechtlichen, strafrechtlichen und öffentlich-rechtlichen Rechtsnormen und Maßnahmen, mit denen der Staat auf die Beziehungen der am Wirtschaftsleben Beteiligten untereinander sowie auf deren Verhältnis zum Staat einwirkt. Es ist der Oberbegriff für das Recht des Wirtschaftsverkehrs und bildet die rechtliche Grundlage der Wirtschaftspolitik. Seine drei Elemente sind Wirtschaftsverfassungsrecht, Wirtschaftsverwaltungsrecht und Wirtschaftsprivatrecht. Teilweise wird auch das Wirtschaftsstrafrecht hinzugerechnet, das Rechtsvorschriften gegen Wirtschaftskriminalität umfasst.
Wissenschaftliche und gesellschaftliche Betrachtung
Die Wirtschaftswissenschaften, auch Ökonomik genannt, untersuchen die Wirtschaft wissenschaftlich. Traditionell werden zwei Hauptgebiete unterschieden: Die Volkswirtschaftslehre betrachtet gesamtwirtschaftliche Vorgänge, während sich die Betriebswirtschaftslehre mit einzelnen Betrieben und Unternehmen beschäftigt. Die Wirtschaftsgeschichte verbindet Wirtschafts- und Geschichtswissenschaft. Sie untersucht die historische Wirtschaftsentwicklung im Zusammenhang mit anderen kulturellen Veränderungen.
Zu den wichtigen Wirtschaftstheorien gehören in chronologischer Reihenfolge die Klassische Nationalökonomie, der Marxismus, die Neoklassische Theorie, die Österreichische Schule, der Ordoliberalismus, der Keynesianismus und der Monetarismus. Mit diesen Ansätzen sind unter anderem Adam Smith und David Ricardo, Karl Marx und Friedrich Engels, Vilfredo Pareto und Léon Walras, Ludwig von Mises und Friedrich August von Hayek, Walter Eucken und Alexander Rüstow, John Maynard Keynes sowie Milton Friedman verbunden.
Die Wirtschaftssoziologie analysiert Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaften aus soziologischer Sicht. Sie untersucht beispielsweise die Bildung von Netzwerken, die tatsächliche Dynamik von Märkten jenseits der Modelle vollkommener Märkte und die Folgen begrenzter Rationalität bei Verbrauchern.
Weitere Disziplinen behandeln besondere Seiten der Wirtschaft: Die Wirtschaftspädagogik vermittelt ökonomisches Wissen und entsprechende Fähigkeiten. Der Wirtschaftsjournalismus berichtet über wirtschaftliche Vorgänge und setzt sich mit ihnen auseinander. Die Wirtschaftsphilosophie reflektiert die theoretischen und praktischen Grundlagen der Wirtschaft und ihrer Wissenschaften. Die Wirtschaftsethik untersucht die moralische Rechtfertigung von Wirtschaftssystemen, das ethische Handeln von Wirtschaftssubjekten und die Wertfreiheit der Ökonomik. Die Wirtschaftsethnologie vergleicht Wirtschaftsformen und wirtschaftliches Verhalten verschiedener Gesellschaften, Kulturen und Ethnien.
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