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Rentenrendite
Die Rentenrendite (oder Anleihenrendite) ist im Finanzwesen eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, welche die Rendite einer Anleihe wiedergibt.
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Begriff und Bedeutung
Die Rentenrendite, auch Anleihenrendite, ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl im Finanzwesen. Sie gibt die Rendite einer Anleihe an. Anleihen sind Schuldverschreibungen; „Rentenpapier“ ist ein älterer Fachausdruck dafür. Vergleichbare Kennzahlen bei Aktien sind Aktienrendite und Dividendenrendite.
Bei der Ausgabe einer Anleihe auf dem Rentenmarkt bestimmt der Emittent neben dem Nominalzins den Emissionskurs. Durch ein Agio (Ausgabe über dem Nennwert) oder Disagio (Ausgabe unter dem Nennwert) kann er die Anleihenrendite an den Kapitalmarktzins anpassen. Das soll die Platzierung der Anleihe am Markt ermöglichen oder erleichtern. Nach der Platzierung verändert sich die Kapitalmarktrendite; dies zeigt sich im Börsenkurs der Anleihe.
Berechnung der Rendite
Für die Berechnung sind der Kupon beziehungsweise Nominalzins K, der aktuelle Börsenkurs P_M, die Restlaufzeit n in Jahren und ein angenommener Nominalwert von 100 Geldeinheiten wichtig.
Die gebräuchlichere Endfälligkeitsrendite (yield to maturity, ytm) lautet:
ytm = ((K + (100 − P_M) / n) / P_M) · 100.
Sie ist für Kaufentscheidungen bedeutsam, weil Anleger damit verschiedene Anleihen vergleichen können. Als Benchmark kann der risikofreie Zinssatz einer Staatsanleihe dienen, etwa von Bundeswertpapieren. Die Differenz zu deren Rendite ist dann eine Zinsdifferenz. Die Endfälligkeitsrendite darf nicht mit der Emissionsrendite verwechselt werden: Letztere gilt nur am Tag der Emission.
Die laufende Rendite (current yield, c_y) wird berechnet als:
c_y = (K / P_M) · 100.
Sie ist am Rentenmarkt kein allgemeiner Vergleichsmaßstab. Bedeutung hat sie vor allem bei Anleihen von Emittenten niedriger Bonität, den Junk Bonds, und bei hohen Kursabweichungen vom Nennwert. Die laufende Rendite entspricht der Umlaufrendite.
Die genannten Renditen beziehen sich auf das Halten bis zur Endfälligkeit (buy and hold). Wird eine Anleihe vorher verkauft, müssen Kursgewinne oder Kursverluste bei der Rendite berücksichtigt werden.
Einflussfaktoren und Sonderfall Nullkuponanleihe
Anleihenrenditen werden oft in Basispunkten angegeben: 100 Basispunkte entsprechen 1 % Rendite. Bei einer Nullkuponanleihe gibt es keine jährlichen Zinszahlungen. Ihre Rendite entsteht aus der Differenz zwischen dem niedrigeren Emissionskurs und dem Rückzahlungskurs von 100 %. Die Zinsen sind also in dieser Differenz eingepreist.
Wichtige Einflussfaktoren sind die Erwartungen der Marktteilnehmer über die zukünftige Entwicklung von Zinsniveau und Preisniveau. Entscheidungsgrößen sind insbesondere Kapitalmarktzins, Inflationsrate sowie Nominalrendite und Realrendite. Die Nominalrendite ist die Rendite ohne Berücksichtigung der Inflation; die Realrendite berücksichtigt deren Wirkung auf die Kaufkraft.
Vergleich mit Aktien
In der Forschung werden Anleihenrenditen und Aktienrenditen verglichen. Für Deutschland ergab der Renditevergleich 1984–2004 folgende Werte pro Jahr: deutsche Standardaktien 9,2 % Aktienrendite am Aktienmarkt, Bundesanleihen 7,2 % Anleihenrendite am Rentenmarkt und Geldmarktpapiere 5,0 % Rendite am Geldmarkt. Nach dem Artikel gilt die höhere Aktienrendite auch international. Bei hohem Zinsniveau nähert sich die Anleihenrendite der Aktienrendite an; bei niedrigem Zinsniveau wächst der Abstand zugunsten der Aktienrendite.
Aktien und Anleihen können aus Sicht von Anlegern Substitutionsgüter sein: Steigt das Zinsniveau, kann es attraktiv werden, Aktien zu verkaufen und in Anleihen zu investieren; bei umgekehrter Entwicklung gilt das Gegenteil. Tendenziell sind Aktienrenditen höher. Risikobereite Anleger geben dafür die kurzfristige Sicherheit von Anleihen auf und verlangen eine Risikoprämie, die in den vergangenen Jahren bei etwa 3 % lag.
Aktienkurse sind stärker schwankungsanfällig (höhere Volatilität). Bei einer Insolvenz ist das Risiko für Aktionäre höher: Eigenkapital ist definitiv verloren, während Anleihen zumindest eine Insolvenzforderung darstellen. Die emittentenbezogenen unsystematischen Risiken sind bei Aktien daher höher. Kurzfristig sind Aktien riskanter als Anleihen. Langfristig, über 15 Jahre, sinkt nach dem Artikel das Finanzrisiko von Aktien unter das von Anleihen. Als Grund wird die instabile Inflationsrate genannt: Sie beeinflusst die Realrendite von Anleihen stärker, weil Anleihen auf inflationsgefährdetem Nominalkapital beruhen. Aktien stehen dagegen für inflationsgeschütztes Sachkapital.
Abgrenzung zum Effektivzins
Die Endfälligkeitsrendite wird häufig mit dem Effektivzins gleichgesetzt, ist aber vom effektiven Jahreszins für Verbraucherdarlehen zu unterscheiden. Der nach § 16 PAngV für Verbraucherdarlehen gemäß § 491 BGB zu ermittelnde effektive Jahreszins bezieht bestimmte Finanzierungskosten ein und rechnet mit 365 Zinstagen pro Jahr. Renditeberechnungen beruhen dagegen auf der deutschen kaufmännischen Zinsmethode mit 360 Zinstagen.
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