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Aktienrendite

Im Börsenwesen wird die Aktienrendite der Rendite von Anleihen gegenübergestellt. Bei der Berechnung von Renditen ist stets ein Kapitalertrag erforderlich …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung der Aktienrendite
  2. 2. Berechnung und Aussagekraft
  3. 3. Vergleich mit Anleihen und langfristige Daten
  4. 4. Internationale Beispiele 2021
  5. 5. Risiko, Vergleich und verwandte Kennzahl

Bedeutung der Aktienrendite

Die Aktienrendite (englisch Total Shareholder Return, TSR) ist eine Kennzahl der Aktienanalyse und Fundamentalanalyse. Sie zeigt die Rendite einer Aktie und dient Anlegern als Entscheidungsmaßstab für Kapitalanlagen. Ihr Pendant ist die Anleihenrendite.

Anders als die Dividendenrendite berücksichtigt die Aktienrendite nicht nur die ausgeschüttete Dividende, sondern auch Kursgewinne oder Kursverluste. Aktienrendite und Dividendenrendite sind daher keine Synonyme. Die Kennzahl hilft insbesondere dabei, Aktien mit unterschiedlich hohen Kursniveaus vergleichbar zu machen.

Berechnung und Aussagekraft

Die Aktienrendite A wird aus Dividende D, einer möglichen Steuergutschrift S sowie Kursgewinn Kg oder Kursverlust Kv berechnet. Bezugsgröße ist der Aktienkurs zum Kaufzeitpunkt Ka:

A = ((D + S) + Kg − Kv) / Ka · 100.

Bei gleichbleibendem Börsenkurs steigt die Aktienrendite mit der Dividende. Werden Kursgewinne oder Kursverluste einbezogen, hängt das Ergebnis jedoch vom individuellen Kaufzeitpunkt des Anlegers ab und ist zwischen Personen nicht mehr unmittelbar vergleichbar.

Die Dividendenrendite kann definitionsgemäß nicht negativ sein. Die Aktienrendite kann wegen von Kursverlusten dagegen negativ werden. Langfristig wird eine negative Aktienrendite mit zunehmender Dauer eines Aktienengagements weniger wahrscheinlich.

Die erwartete Aktienrendite Ae lässt sich unter dem Aspekt der Marktrisikoprämie aus dem nominalen risikofreien Zinssatz rf und der erwarteten Risikoprämie ERP berechnen: Ae = rf + ERP.

Vergleich mit Anleihen und langfristige Daten

In Statistiken wird mit „Aktienrendite“ teilweise nur die Dividendenrendite gemeint. Der Grund ist, dass als Marktdaten die gezahlte Dividende bekannt ist, individuelle Kursgewinne und Kursverluste aber nicht.

Die Dividendenrendite der DAX-Werte lag beispielsweise 1999 bei 1,8 % gegenüber 4,5 % Rendite zehnjähriger Bundesanleihen. 2008 betrugen die Werte 5,3 % und 4,6 %, 2012 3,8 % und 1,6 % sowie 2020 2,7 % und −0,5 %. Die Anleihenrendite hängt vor allem von der Zinspolitik der Zentralbanken ab, die Aktienrendite besonders von der Ertragslage der Aktiengesellschaften. Bei hohem Zinsniveau ist die Aktienrendite tendenziell niedriger als die Anleihenrendite; bei Negativzinsen kann selbst eine niedrige Aktienrendite eine negative Anleihenrendite übersteigen.

Für Deutschland werden für 1946–1965 eine Nominalrendite von 13,1 % p. a. und eine Realrendite von 5,2 % p. a. genannt. Für 1966–1981 lauten die Werte 6,6 % und −4,1 %, für 1982–1999 17,3 % und 10,2 %, für 1982–2001 14,1 % und 7,4 %. Realrenditen berücksichtigen Inflation oder Deflation, Nominalrenditen nicht.

In den USA lagen die Jahresdurchschnittsrenditen 1926–2002 bei 12,2 % p. a. für Aktien von Großunternehmen, 16,9 % für Aktien von Kleinunternehmen, 6,2 % für Industrieanleihen und 5,8 % für Staatsanleihen. Langfristig lag die Aktienrendite stets deutlich über der Anleihenrendite.

Internationale Beispiele 2021

Für 2021 nennt die Übersicht folgende hohe Dividendenrenditen: Swiss Re 6,7 %, IBM 5,1 %, AT&T und Münchener Rück jeweils 4,6 %, Scotiabank 4,4 %, Deutsche Telekom und Novartis jeweils 3,8 %, Sanofi 3,5 %, Omnicom 3,4 % und Pfizer 3,1 %.

Als renditestärkste Aktie wird Swiss Re genannt, gefolgt von AT&T und IBM. In Deutschland lag Münchener Rück vor Deutsche Telekom. Rückversicherungen gehörten damit zu den renditestärksten Aktien.

Risiko, Vergleich und verwandte Kennzahl

Aktienrenditen liegen tendenziell langfristig über Anleihenrenditen, weil Aktien höhere Risiken tragen: Kursrisiko, Emittentenrisiko und Marktrisiko. Die höhere Risikoprämie wird auch equity-risk premium genannt. Viele Staatsanleihen, etwa deutsche Bundeswertpapiere, haben einen risikofreien Zinssatz und deshalb eine sehr niedrige Rendite.

Die reine Dividendenrendite zeigt die Ausschüttung im Verhältnis zum Börsenkurs und damit auch die Dividendenpolitik einer Aktiengesellschaft. Aktien können anhand ihrer Aktienrendite innerhalb eines Wirtschaftszweigs oder eines Börsensegments verglichen werden. Untersuchungen zum MSCI World für 1975–2013 ergaben in jeweiliger Inlandswährung 10,7 % Aktienrendite für Standardwerte und 8,6 % für Wachstumswerte. Dies wird als Hinweis gedeutet, dass der Aktienmarkt Standardwerten gegenüber Wachstumswerten ein höheres Risiko beimisst.

Eine verwandte Kennzahl ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis, dem unter anderem der Gewinn je Aktie zugrunde liegt.

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