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Aufbau einer Anleihe? Wie funktionieren Anleihen wirklich?

Finanz Quickies9:46 18 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 63 Zeilen
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  1. Hallo und willkommen zurück zu unserer Serie Anleihen verstehen. Heute tauchen wir tief in das Herzstück einer jeden Anleihe ein. Im letzten Video haben wir
  2. geklärt, was Anleihen grundsätzlich sind. Heute wird es konkret. Wie ist eine Anleihe aufgebaut und was bedeuten die ganzen Begriffe, die einem da so
  3. begegnen? Eine Anleihe klingt auf den ersten Blick ganz einfach, oder? Du gibst jemandem Geld und bekommst dafür Zinsen. Aber was steckt wirklich
  4. dahinter? Wie genau funktioniert das Ganze und was steht eigentlich auf so einem Anleihedokument? Genau das schauen wir uns jetzt an, Stück für Stück, damit
  5. du am Ende dieses Videos ganz genau verstehst, was du da eigentlich kaufst, wenn du in eine Anleihe investierst. Bleib also dran. Es wird super spannend.
  6. Also, was sind die Bausteine einer Anleihe? Stell dir eine Anleihe wie ein Puzzle vor. Jedes Teil hat eine wichtige Funktion und erst wenn du alle Teile
  7. kennst, siehst du das ganze Bild. Lass uns diese Teile mal einzeln durchgehen. Der erste und vielleicht wichtigste Baustein ist der Nennwert. Manchmal wird
  8. er auch Nominalwert genannt. Das ist der Betrag, den du als Anleger am Ende der Laufzeit garantiert zurückbekommst. In der Regel liegt dieser Wert bei 1000 €
  9. pro Anleihe. Das ist sozusagen der Grundwert, auf den sich alles andere bezieht und das Wichtigste. Dieser Nennwert bleibt immer gleich, völlig
  10. egal, ob der Preis der Anleihe an der Börse mal steigt oder fällt. Am Ende der Laufzeit gibt es exakt diesen Betrag zurück. Der zweite Baustein ist der
  11. Coupon. Das ist nichts anderes als der jährliche Zinssatz, den der Herausgeber der Anleihe, der sogenannte Emittent, dir als Zins für dein geliehenes Geld
  12. zahlt. Ein einfaches Beispiel: Anleihe hat einen Nennwert von 1000 € und einen Coupon von 3%. Das bedeutet, du bekommst jedes Jahr 30 € Zinsen. Diese Zinsen
  13. werden meistens einmal pro Jahr oder manchmal auch halbjährlich direkt auf dein Konto ausgezahlt. Der Coupon ist also deine regelmäßige Einnahmequelle
  14. aus der Anleihe. Kommen wir zum dritten Teil, der Laufzeit. Sie gibt ganz simpel an, wie lange die Anleihe läuft, also wann dein investiertes Kapital, der
  15. Nennwert, zurückgezahlt wird. Es gibt ganz unterschiedliche Laufzeiten. Kurzlaufende [räuspern] Anleihen gehen über 1 bis 3 Jahre,
  16. mittelfristige meist über 5 bis 7 Jahre und dann gibt es noch die Langläufer, die 10, 20 oder sogar 30 Jahre laufen können. Die Wahl der Laufzeit hängt
  17. stark von deinen persönlichen Zielen ab. Der vierte Baustein ist der Emittent. Das ist der Herausgeber der Anleihe, also die Institution, die sich von dir
  18. Geld leht. Das kann ein Staat sein wie die Bundesrepublik Deutschland, ein Bundesland, eine Stadt oder natürlich auch ein Unternehmen wie Siemens oder
  19. Volkswagen. Die Faustregel hier ist, je stabiler und vertrauenswürdiger der Emittent, desto sicherer gilt die Anleihe. Eine deutsche Staatsanleihe ist
  20. logischerweise sicherer als die Anleihe eines kleinen unbekannten Startups. Und zu guter Letzt der fünfte Baustein, der Kurs. Das ist der Preis, zu dem du eine
  21. Anleihe aktuell am Markt, also an der Börse, kaufen oder verkaufen kannst. Und jetzt wird es interessant. Der Kurs ist fast nie genau der Nennwert. Er kann
  22. darüber oder darunter liegen. Warum? Das hängt vor allem von den allgemeinen Zinsen am Markt ab. Wenn die Marktzinsen steigen, fällt der Kurs ältere Anleihen
  23. mit niedrigeren Coupons. Und umgekehrt, wenn die Marktzinsen fallen, steigt der Kurs ältere Anleihen, weil Ihr Coupon dann attraktiver ist. Machen wir das
  24. Ganze doch mal an einem praktischen Beispiel fest. Stell dir vor, der deutsche Staat gibt eine neue zehnjährige Bundesanleihe aus. Der
  25. Nennwert beträgt 1000 € und der Coupon liegt bei 2%. Wenn du diese Anleihe kaufst, bedeutet das, du bekommst jedes Jahr 20 € Zinsen, also 2% von 1000 € und
  26. nach genau 10 Jahren erhältst du deine 1000 € zurück. Ziemlich simpel, oder? Aber was passiert, wenn sich die Zinsen am Markt ändern? Angenommen, ein Jahr
  27. später steigen die allgemeinen Marktzinsen auf 3%. Jetzt gibt der Start neue Anleihen aus, die 3% Zinsen bringen. Deine alte Anleihe mit nur 2%
  28. Zinsen ist plötzlich weniger attraktiv. Niemand würde dir dafür noch die vollen 1000 € zahlen. Deswegen fällt der Kurs deiner Anleihe vielleicht auf 950 € und
  29. andersherum. Was, wenn die Zinsen auf 1% sinken? Dann ist deine Anleihe mit ihren festen 2% Zinsen plötzlich ein echter Schatz. Jeder will sie haben. Dadurch
  30. steigt ihr Wert und der Kurs an der Börse könnte z.B. auf 1050 € klettern. So entsteht der sogenannte sekundäre Anleihemarkt. Das ist der Ort, an dem
  31. bereits ausgegebene Anleihen täglich gehandelt werden, ganz ähnlich wie Aktien. Der Preis bildet sich ständig neu basierend auf Angebot, Nachfrage und
  32. vor allem dem Zinsniveau. Aber Achtung, Anleihe ist nicht gleich Anleihe. Es gibt eine ganze Reihe verschiedener Typen, die alle ihre eigenen Merkmale
  33. haben. Schauen wir uns die wichtigsten mal an. Erstens, Staatsanleihen, auf Englisch, Government Bonds. Diese werden von Staaten ausgegeben und gelten als
  34. die sicherste Form der Anleihe. Besonders wenn sie von wirtschaftlich starken Ländern wie Deutschland oder den USA stammen. Beispiele sind die
  35. deutschen Bundesanleihen oder die US Treasuries. Sicherheit hat aber ihren Preis. Die Rendite ist hier meistens niedriger. Zweitens,
  36. Unternehmensanleihin oder Corporate Bonds. Wie der Name schon sagt, werden diese von Firmen ausgegeben, um z.B. neue Fabriken zu bauen oder große
  37. Investitionen zu finanzieren. Hier ist die Rendite in der Regel höher als bei Staatsanleihen, aber damit steigt auch das Risiko. Wenn das Unternehmen in
  38. Schwierigkeiten gerät, kann es im schlimmsten Fall sein Geld nicht zurückzahlen. Drittens, Kommunalanleihen. Diese werden von
  39. Städten, Gemeinden oder Bundesländern ausgegeben, um lokale Projekte wie Schulen, Krankenhäuser oder Straßen zu finanzieren. Sie sind oft ein Mittelweg
  40. zwischen Staats und Unternehmensanleih. Dann gibt es noch ein paar Exoten, z.B. [räuspern] Null Coupon Anleihen, auch Zero Coupon Bonds genannt. Hier bekommst
  41. du keine jährlichen Zinszahlungen. Stattdessen kaufst du die Anleihe mit einem großen Abschlag auf den Nennwert, z.B. für 800 € und am Ende der Laufzeit
  42. erhältst du die vollen 1000 € zurück. Die Differenz in diesem Fall 200 € ist dein gesamter Ertrag oder variabel verzinste Anleih floating rate Bonds.
  43. Bei diesen Anleihen ändert sich der Zinssatz regelmäßig. Er ist meist an einen Referenzinssatz wie den Euribor gekoppelt. Das schützt dich vor
  44. steigenden Zinsen, aber du profitierst auch nicht von fallenden und schließlich gibt es noch Inflationsgeschützte Anleihen. Hier werden entweder der
  45. Nennwert oder die Zinszahlungen an die Inflationsrate angepasst. Das stellt sicher, dass dein Geld seine Kaufkraft behält. Puh, ganz schön viele
  46. Informationen, oder? Aber wie findest du all das heraus, wenn du eine konkrete Anleihe ansiehst? Ganz einfach, du schaust dir das Datenblatt oder das
  47. sogenannte Factsheet an. Dort findest du alle wichtigen Informationen auf einen Blick. Typischerweise steht dort ganz oben der Emittent, z.B. die
  48. Bundesrepublik Deutschland. Dann kommt eine eindeutige Identifikationsnummer, die ISIN oder WKN, damit man die Anleihe genau zuordnen kann. Dann natürlich der
  49. Nennwert, also z.B. 1000 €. Der Coupon, sagen wir mal 2% pro Jahr. Das Laufzeitende z.B. der 15. Oktober 2035 und ganz wichtig der aktuelle Kurs, der
  50. oft den Prozent vom Nennwert angegeben wird, also z.B. 97,50% und daraus abgeleitet wird die aktuelle Rendite z.B. 2,3%.
  51. Mit diesen wenigen Angaben kannst du sofort einschätzen, ob die Anleihe für dich attraktiv ist, wie hoch das Risiko ist und wann du dein Geld
  52. zurückbekommst. Aber warum ist es überhaupt so wichtig, diesen Aufbau zu verstehen? Ganz einfach, es ist die absolute Grundlage, um Preise, Risiken
  53. und Chancen bei Anleihen richtig einschätzen zu können. Nur wenn du weißt, wie Zins, Kurs und Laufzeit zusammenspielen, kannst du eine
  54. fundierte Entscheidung treffen. Du kannst gezielt auswählen, welche Anleihe am besten zu deiner Strategie passt. Suchst du maximale Sicherheit, dann sind
  55. kurzlaufende Staatsanleihen dein Ding. Willst du lieber stabile regelmäßige Zinseinnahmen, dann achtest du auf einen soliden Coupon oder spekulierst du auf
  56. Kursgewinne? Dann musst du den Markt und die Zinsentwicklung im Auge behalten. Ohne das Wissen über den Aufbau stocherst du im Nebel. Fassen wir also
  57. zusammen. Eine Anleihe ist viel mehr als nur ein Schuldschein. Sie ist ein klar definierter Vertrag, ein Versprechen zwischen dem Emittenten, der sich Geld
  58. leit und dir als Anleger. Du stellst Kapital zur Verfügung, bekommst dafür regelmäßige Zinszahlungen und am Ende der Laufzeit dein Geld zurück. Jetzt, da
  59. du den Aufbau einer Anleihe von A bis Z kennst, bist du bereit für den nächsten Schritt. Im kommenden Video werden wir uns ganz genau ansehen, wie die
  60. Verzinsung funktioniert und wie du konkret berechnen kannst, wie viel du am Ende wirklich mit einer Anleihe verdienst. Wir sprechen über die Rendite
  61. und was der Unterschied zum Coupon ist. Wenn dir dieses Video gefallen hat und du etwas gelernt hast, dann lass uns doch bitte ein Like da, abonniere den
  62. Kanal und ganz wichtig, aktiviere die Glocke. So verpasst du keinen einzigen Teil unserer Serie Anleih verstehen und bleibst immer auf dem Laufenden. Vielen
  63. Dank fürs Zuschauen und dein Interesse. Wir sehen uns im nächsten Video. Bis dann. M.

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