Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Mohammed

Inhaltsverzeichnis · 1 Herkunft und Familie · 2 Die mekkanische Zeit (bis 622) · 3 Die medinensische Periode der Prophetie (622–630) · 4 Nach der Einnahme Mekkas: …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Lebensdaten
  2. 2. Prophetie in Mekka
  3. 3. Hidschra und Aufbau der Gemeinschaft
  4. 4. Kriege, Vertrag und Eroberung Mekkas
  5. 5. Letzte Jahre und Tod
  6. 6. Verehrung, Überlieferung und historische Einordnung

Bedeutung und Lebensdaten

Mohammed (auch Mohammad oder Muhammad; voller Name Abū l-Qāsim Muhammad b. ʿAbdallāh b. ʿAbd al-Muttalib b. Hāschim b. ʿAbd Manāf al-Quraschī) war der Religionsstifter des Islam. Er wurde zwischen 570 und 573 in Mekka geboren und starb am 8. Juni 632 in Medina. Im Islam gilt er als Prophet und Gesandter Gottes. Zugleich führte er eine religiöse und soziale Bewegung und herrschte über den Bereich, in dem sie lebte.

Er gehörte zu den Banū Hāschim des mekkanischen Stammes Quraisch. Sein Vater ʿAbdallāh starb wahrscheinlich vor seiner Geburt, seine Mutter Āmina um 577. Als Geburtsdatum nennen Quellen häufig den 12. Rabīʿ al-awwal; die Datierungen sind jedoch strittig. Mohammed heiratete um 595 die Kaufmannswitwe Chadidscha, die ihm wirtschaftliche Unabhängigkeit gab. Seine Tochter Fatima war das einzige seiner Kinder, dessen Nachkommen das Erwachsenenalter erreichten.

Prophetie in Mekka

Mohammed wuchs nach dem Tod seiner Eltern zunächst bei seinem Großvater und danach bei seinem Onkel Abū Tālib auf. Er arbeitete als Schafhirte und Händler. Monotheistische Einflüsse aus Judentum und Christentum wirkten in der Spätantike auf Arabien ein. Nach islamischer Überlieferung folgte Mohammed zunächst den vorislamischen Bräuchen seines Volkes.

Um 610 soll ihm auf dem Berg Hirāʾ der Erzengel Gabriel erschienen sein. Die Überlieferung verbindet die erste Offenbarung meist mit Sure 96, Verse 1–5, die mit „Trag vor im Namen deines Herrn“ beginnt; andere Traditionen nennen Sure 74, Verse 1–7. Das häufig genannte Alter von 40 Jahren bei seiner Berufung gilt in der Forschung wahrscheinlich als symbolische Idealisierung; Überlieferungen nennen auch 43 Jahre.

Chadidscha war nach islamischer Geschichtsschreibung die erste Muslimin; ʿAlī ibn Abī Tālib und Abū Bakr gehörten ebenfalls zu den frühen Anhängern. Viele erste Muslime stammten aus sozial schwachen Gruppen. Als Mohammed Polytheismus und Götzenverehrung angriff, entstand Widerstand; es kam zu Übergriffen, einem Handelsboykott und um 615 zur Auswanderung eines Teils der Anhänger nach Abessinien. Mohammed verstand sich zunächst als „Warner“ (naḏīr).

Hidschra und Aufbau der Gemeinschaft

Nach dem Tod Chadidschas und Abū Tālibs um 619 sowie dem Scheitern in Mekka suchte Mohammed Kontakt zu Yathrib, dem späteren Medina. Bürger der Stadt gewährten ihm und seinen Anhängern zwischen 621 und 622 vertraglich Schutz. Die Auswanderung nach Yathrib heißt Hidschra. Mohammeds Ankunft wird auf den 24. September 622 datiert. In Qubāʾ entstand wahrscheinlich die älteste Moschee des Islam.

In Medina verband Mohammed mekkanische Auswanderer (Muhādschirūn) und medinensische Helfer (Ansār). Die Gemeindeordnung von Medina sollte Aus, Chasradsch, Juden und Auswanderer zu einer Umma, einer Gemeinschaft, zusammenführen. Sie erkannte zunächst unterschiedliche Religionen an und regelte Rechte, Pflichten und gegenseitigen Schutz; Polytheisten waren ausgeschlossen. Mohammed war darin Gesandter Gottes, Prophet und Schiedsrichter.

Die Beziehungen zu jüdischen Gruppen wurden zunehmend konflikthaft. Mohammed verstand seine Botschaft als Wiederherstellung des Monotheismus Abrahams und warf Juden und Christen vor, ihre Schriften verändert zu haben. Die Banū Qainuqāʿ wurden 624, die Banū n-Naḍīr 625 und nach Chaibar 628 vertrieben. Nach der Grabenschlacht ließ Mohammed nach islamischer Überlieferung die beteiligten Männer der Banū Quraiza hinrichten; Frauen und Kinder wurden gefangen genommen. Ursachen, Vertragslage und Umfang werden in Überlieferung und Forschung unterschiedlich beurteilt.

Kriege, Vertrag und Eroberung Mekkas

In Medina wurde Mohammed auch politischer Führer und Feldherr. Nach einer zunächst zurückhaltenden Phase wurde den Muslimen nach koranischer Deutung in Sure 22:39 der Kampf erlaubt. Kleinere Überfälle auf mekkanische Karawanen gingen dem Krieg voraus.

Bei Badr 624 besiegten die zahlenmäßig unterlegenen Muslime die Quraisch; der Sieg stärkte Mohammeds Stellung. Bei Uhud 625 erlitten die Muslime dagegen eine Niederlage, nachdem Bogenschützen ihren Posten verlassen hatten; Mohammed wurde verwundet und sein Onkel Hamza fiel. Die Belagerung Medinas 627 scheiterte, weil die Muslime einen Graben angelegt hatten; sie heißt deshalb Grabenschlacht.

628 schloss Mohammed bei al-Ḥudaibiya mit den Quraisch einen Vertrag: Waffenstillstand, Sicherheit auf Pilger- und Handelswegen, Rückgabe bestimmter Flüchtlinge an Mekka sowie die Verschiebung der kleinen Pilgerfahrt (ʿUmra) um ein Jahr. Die Quraisch erkannten ihn damit als Verhandlungspartner an. Nach der Eroberung Chaibars und einem Vertragsbruch der Mekkaner zog Mohammed im Januar 630 nach Mekka. Er gewährte den meisten Gegnern Amnestie; die Stadt wurde fast ohne Blutvergießen eingenommen. Die Kaaba wurde von Götterstatuen gereinigt, weitere Heiligtümer wurden zerstört.

Letzte Jahre und Tod

Nach 630 schlossen sich zahlreiche arabische Stämme dem Islam an; 630–631 heißt in der Prophetenbiographie das „Jahr der arabischen Delegationen“. Bei Hunain wurden Hawāzin nur mit Mühe besiegt. Der Feldzug nach Tabūk 630 im Norden blieb unentschieden, führte aber dazu, dass sich einzelne christliche und jüdische Gemeinden unterwarfen. Sure 9:29 fordert im Zusammenhang dieser Ereignisse den Kampf gegen Schriftbesitzer, bis sie Tribut, die Dschizya, entrichten.

17 Monate nach der Hidschra wurde die Gebetsrichtung (qibla) von Jerusalem nach Mekka geändert. Ende Januar 632 begann Mohammed seine Abschiedswallfahrt; dabei wurden Wallfahrtsriten festgelegt. Sure 5:3 wird als Aussage über die Vollendung der Religion überliefert. Mohammed starb am 8. Juni 632 im Haus seiner Frau ʿAischa und wurde dort begraben; sein Grab liegt heute in der Prophetenmoschee in Medina.

Sein Tod löste einen Machtkonflikt aus. Abū Bakr wurde als Kalif, also Nachfolger, bestimmt. Die anschließend sichtbare Zerbrechlichkeit der Umma zeigte sich in Aufständen arabischer Stämme während der Ridda.

Verehrung, Überlieferung und historische Einordnung

Im Islam ist Mohammed der Prophet (nabī) und Gesandte Gottes (rasūl Allāh), dem der Koran offenbart wurde. Sure 33:40 bezeichnet ihn als „Siegel der Propheten“, meist verstanden als letzter Prophet. Bei seiner Nennung wird häufig die Segensformel Sallā Llāhu ʿalaihi wa-sallam gesprochen. Seine in Hadithen überlieferte Sunna, also seine Handlungsweise, gilt wegen seiner zugeschriebenen Unfehlbarkeit (ʿIsma) als verbindliches Vorbild.

Wunderberichte erzählen unter anderem von Brustöffnung, Mondspaltung sowie Himmelsreise und nächtlicher Reise nach Jerusalem. Diese Überlieferungen werden in Hadithen, Prophetenbiographien und Koranexegese unterschiedlich datiert und gedeutet. Sein Geburtstag, der maulid am 12. Rabīʿ al-awwal, wurde seit dem 11. Jahrhundert gefeiert. Das Prophetengrab in Medina wurde seit dem 10. Jahrhundert zu einem Ziel frommer Besuche, blieb aber auch umstritten.

Für die historische Forschung ist der Koran die grundlegende Quelle; Mohammed wird darin viermal namentlich genannt. Weitere Quellen sind Koranexegese (tafsīr), besonders Erklärungen zu Offenbarungsanlässen (asbāb an-nuzūl), die Sīra des Ibn Isḥāq in der Bearbeitung Ibn Hischāms, die Maghāzī-Literatur zu Feldzügen und das „Klassenbuch“ Ibn Saʿds. Die schriftlichen Quellen über sein Leben entstanden jedoch meist erst etwa 750 bis 800 n. Chr., also mehrere Generationen nach seinem Tod; unabhängige zeitgenössische Quellen gibt es kaum. Daher sind viele Einzelheiten historisch umstritten.

Lernvideos zu Mohammed

Weiterlesen

Paris Paris (deutsch: [paˈʁiːs]; französisch: [paʁi]) ist die Hauptstadt der Französischen Republik und Hauptort der Region Île-de-France. Mekka Um 610 begann der Begründer des Islam, Mohammed, in Mekka öffentlich zu predigen und zu einer neuen monotheistischen Religion aufzurufen. Aufgrund des … Islam Der Islam ist eine monotheistische Religion, die im frühen 7. Jahrhundert in Arabien durch den Mekkaner Mohammed gestiftet wurde. Prophetie Als Prophetie bezeichnet man eine Botschaft eines Gottes. Die Verkündigung von Prophetien ist Gegenstand von Religionen. Personen, die dazu durch diesen … Religion Geschichte konkreter Religionen · Afrikanische Religionen · Bahaitum · Buddhismus · Christentum · Daoismus · Hinduismus · Islam · Jainismus … Syrien Wirtschaftlich sind für Syrien die Landwirtschaft, die Förderung und der Export von Erdöl sowie die Erzeugung von Textilien und Nahrungsmitteln bedeutend. Durch … Ägypten Ägypten hat vor allem wegen seiner hohen Bevölkerungszahl eine enorme politische und kulturelle Ausstrahlung in der arabischen und islamischen Welt. Auch in der … Iran ↑ Jagoda Rahmini: Brain Drain aus dem Iran - Ein Land verliert seine Elite / Politisch keine Perspektive, wirtschaftlich desolat – vor allem junge Menschen … Aischa bint Abi Bakr Abu Bakr stammte wie Mohammed aus dem damals vorherrschenden Stamm der Quraisch. In islamischen Schriften wird ihr Name oft mit dem Zusatz „Mutter der Gläubigen … Byzantinisches Reich Die Geschichte des Reiches war vom Abwehrkampf gegen äußere Feinde geprägt, der seine Kräfte erheblich beanspruchte und seine Ressourcen in der Spätzeit … Koran Nach dem Glauben der sunnitischen Muslime ist der Koran die unerschaffene Rede Gottes oder zumindest ein Ausdruck davon. Eine Minderheit von Muslimen ist … Koranexegese Als Koranexegese bezeichnet man die Auslegung bzw. Interpretation des Korans. Im islamisch-religiösen Kontext wird der arabische Begriff Tafsīr (arabisch …