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Mekka
Um 610 begann der Begründer des Islam, Mohammed, in Mekka öffentlich zu predigen und zu einer neuen monotheistischen Religion aufzurufen. Aufgrund des …
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Religiöse Bedeutung und Grunddaten
Mekka ist eine Stadt im westlichen Saudi-Arabien und Hauptstadt der Provinz Mekka im Hedschas. Sie hatte 2022 2.385.509 Einwohner, liegt auf 300 m Höhe und umfasst 850 km². Mit der Heiligen Moschee und der Kaaba ist Mekka der zentrale Wallfahrtsort des Islams. Jährlich pilgern rund 2,5 Millionen Muslime zur Haddsch dorthin. Nichtmuslimen ist das Betreten der Stadt beziehungsweise des sie umgebenden heiligen Bezirks verboten.
Mekka gilt als Geburtsstadt Mohammeds. Das wichtigste Heiligtum ist die Kaaba, ein fensterloses, quaderförmiges Gebäude im Hof der Heiligen Moschee. Nach islamischer Auffassung wurde sie zuerst von Adam erbaut und später von Abraham und seinem Sohn Ismael wiedererrichtet. Historisch gesichert ist, dass die Kaaba bereits vor dem Islam ein zentrales Heiligtum arabischer Stämme war; vorislamische Gedichte, darunter die Muallaqat, beschreiben sie als Heiligtum. In ihrer südöstlichen Ecke befindet sich der Schwarze Stein, den die Überlieferung mit Abraham und dem Engel Gabriel verbindet.
Lage, Landschaft, Klima und Bevölkerung
Mekka liegt im Westen der Arabischen Halbinsel im Arabisch-Nubischen Schild, der vor allem aus Granit, Diorit und Granodiorit besteht. Die Stadt befindet sich zwischen der Küstenebene Tihāma am Roten Meer und dem Hochgebirge Sarawāt: Die Entfernung zur Tihāma beträgt 75 km, zu den Sarawāt-Bergen 90 km. Das etwa 900 km² große, kreisförmige Plateau wird von Bergen, Tälern und Ebenen gegliedert. 36 % der Fläche entfallen auf Berge, 40 % auf Täler und 24 % auf ebene Flächen.
Das Relief wird in drei Zonen eingeteilt. Die westliche Zone liegt meist auf 200 bis 250 m, einzelne Gipfel erreichen 400 m. Die mittlere Zone liegt ungefähr auf 300 m. Zu ihr gehören der Abū Qubais mit 372 m östlich der Heiligen Moschee, der Dschabal Chandama mit 420 m, der Dschabal Thaur mit 759 m südlich der Moschee und der Quʿaiqiʿān mit 427 m. Die östliche Zone beginnt bei mehr als 400 m und umfasst Berge von über 800 m; der Dschabal at-Tāriqī erreicht 900 m und ist der höchste Berg im Stadtgebiet. Der bekannte Dschabal an-Nūr mit der Hirā'-Höhle liegt nordöstlich der Heiligen Moschee und ist 642 m hoch.
Das wichtigste Tal ist das Wādī Ibrāhīm, in dessen Mitte die Heilige Moschee liegt. Es verläuft von Nordosten nach Südwesten und mündet schließlich in das Wādī ʿUrana. Weitere wichtige Täler sind das Wādī Adschyād, das Wādī Muhassar zwischen Muzdalifa und Minā sowie das Wādī Naʿmān östlich von ʿArafāt. In der Ebene von ʿArafāt vollziehen die Haddsch-Pilger am 9. Dhū l-Hiddscha den Wuqūf. Im Tal von Minā bringen sie am 10. Dhū l-Hiddscha ihre Schlachtopfer dar und verbringen anschließend vom 11. bis 13. Dhū l-Hiddscha die „Tage des Fleischtrocknens“.
Mekka hat ein heißes, sehr trockenes Klima. Die mittlere Tageshöchsttemperatur beträgt im Jahresmittel 37,9 °C, die mittlere Tagesmindesttemperatur 24 °C. Der Jahresniederschlag beträgt 76,3 mm, die durchschnittliche Sonnenscheindauer 9,3 Stunden pro Tag und die mittlere Luftfeuchtigkeit 47 %. Heftige Regenfälle verursachen regelmäßig Sturzfluten. Von den Anfängen des Islams bis 1931 wurden nach Ruschdī as-Sālih Malhas 85 große Überschwemmungen gezählt. Dämme konnten den Schutz der Stadt verbessern, aber keinen vollständigen Schutz bieten.
Die Bevölkerung wuchs stark: von 148.000 Einwohnern 1950 über 965.697 im Jahr 1992 und 1.534.731 im Jahr 2010 auf 2.385.509 im Jahr 2022. 2022 waren knapp 55,5 % Ausländer und knapp 44,5 % Saudis. Wegen des hohen Anteils an Arbeitsmigranten waren 63,1 % der Einwohner Männer.
Frühgeschichte und vorislamische Stadt
Die Frühgeschichte Mekkas ist nur teilweise bekannt. Nach islamischer Überlieferung brachte Abraham seine Nebenfrau Hagar und ihren Sohn Ismael in ein unfruchtbares Tal. Hagar lief auf der Suche nach Wasser siebenmal zwischen Safa und Marwa hin und her. Danach soll neben Ismael die Quelle Zamzam entsprungen sein, die bis heute existiert. Abraham errichtete später gemeinsam mit Ismael die Kaaba. Die aus dem Jemen stammenden Stämme Dschurhum und Qatūrā siedelten sich in Mekka an; Ismael heiratete eine Frau aus dem Stamm der Dschurhum. Später übernahm der Stamm der Chuzāʿa die Niederung von Mekka. Nach islamischer Überlieferung führte er den Götzendienst ein und errichtete den ersten Damm gegen Überschwemmungen.
Historische Quellen erwähnen den Namen Mekka bereits in den 650er Jahren bei Anania Schirakatsi sowie in frühen Koranmanuskripten des 7. und frühen 8. Jahrhunderts. Die Gleichsetzung des Namens Mekka mit „Bakkah“ und einer Erwähnung im Alten Testament gilt unter Experten als unbelegt, aber nicht als widerlegt. Felsmalereien mit Darstellungen von Kudu-Antilopen, die seit mehreren tausend Jahren auf der Arabischen Halbinsel nicht mehr vorkommen, werden von Experten wie Maria von Klein auf eine Zeit vor über 5000 Jahren datiert.
Im frühen 6. Jahrhundert übernahmen die Quraisch die Kontrolle über Mekka. Sie wurden erfolgreiche Händler und schlossen Bündnisse mit anderen arabischen Stämmen, besonders mit den Banū Sulaim. Zugleich bestanden innerhalb der Quraisch Rivalitäten zwischen den Clans. Die Kaaba war Wallfahrtsziel und wurde unter anderem mit dem Gott Hubal sowie den Gottheiten al-Lāt, Manāt und Uzza verbunden. Das Dār an-Nadwa diente als Versammlungshaus und politisches Zentrum.
Die Wallfahrt könnte zur Entwicklung Mekkas als Handelszentrum beigetragen haben. Andere Historiker betonen die Lage an der etwa zweimonatigen Reiseroute zwischen Byzanz und den jemenitischen Königreichen Saba, Ma'in, Qataban, Ausan und Hadramaut. Wie stark Mekka vom Weihrauchhandel profitierte, ist strittig. Die Stadt bildete mit Ta'if und Yathrib eine der drei großen Städte des Hedschas, war wegen ihrer trockenen Lage aber vollständig auf Nahrungsmittel aus Ta'if angewiesen.
Islamisierung und Geschichte seit Mohammed
Um 610 begann Mohammed in Mekka öffentlich den Islam als monotheistische Religion zu verkünden. Wegen des Widerstands der Quraisch wanderte er im Sommer 622 mit seinen Anhängern nach Yathrib, dem späteren Medina, aus. Der Konflikt zwischen Medina und Mekka verlief in vier Phasen. Bis 624 blieben Überfälle muslimischer Gruppen auf mekkanische Handelskarawanen weitgehend erfolglos. Im März 624 besiegten Muslime bei Badr eine etwa 800 oder 900 Mann starke mekkanische Armee. Im März 625 siegten die Mekkaner bei Uhud. Im März 627 scheiterte eine etwa 10.000 Mann starke mekkanische Invasionsarmee vor Yathrib an Gräben und politischen Veränderungen im Bündnis.
Von März 627 bis Ende 629 herrschten vergleichsweise friedliche Beziehungen. Im März 628 wurde bei al-Hudaibiya ein zehnjähriger Waffenstillstand geschlossen. Nach einem Überfall der mit Mekka verbundenen Bakr ibn ʿAbd Manāt auf Angehörige der Chuzāʿa scheiterten die Versuche, den Frieden zu erneuern. Im Januar 630 marschierte Mohammed mit etwa 10.000 Männern auf Mekka zu. Abū Sufyān erhielt nach seiner Konversion zum Islam eine Sicherheitsgarantie für Bewohner, die keinen bewaffneten Widerstand leisteten. Deshalb stieß die Armee beim Einzug auf fast keinen Widerstand. Mohammed bestätigte später die Familien aus den Quraisch in ihren bisherigen kultischen Ämtern.
Der Islam übernahm die Verehrung des Schwarzen Steins und die Wallfahrt nach Mekka aus der altarabischen Religion, deutete die Riten aber auf Abraham zurück. Nach Überschwemmungen ließ ʿUmar ibn al-Chattāb 638 einen Damm anlegen. Die Heilige Moschee wurde mehrfach erweitert. Um 809/810 ließ Zubaida bint Dschaʿfar eine Wasserleitung von ʿAin al-Muschāsch und Hunain nach Mekka bauen. Ab dem späten 10. Jahrhundert regierten die Scherifen von Mekka; sie unterstanden nacheinander Fatimiden, Ayyubiden, Rasuliden und Mamluken. 1517 kam Mekka unter osmanische Oberhoheit.
1916 stürzte Großscherif Hussein ibn Ali die türkische Herrschaft über Mekka. Im Oktober 1924 nahmen die wahhabitischen Ichwān von Sultan Abd al-Aziz ibn Saud die Stadt ein; König Husain floh. Im Juni/Juli 1926 fand in Mekka ein Kongress zur Sicherung der Wallfahrtsstätten und zur Verbesserung des Pilgerkomforts statt. Vom 20. November bis 5. Dezember 1979 ereignete sich ein Terrorangriff mit Geiselnahme in der Großen Moschee, bei dem möglicherweise über 1000 Menschen getötet wurden.
Gegenwart, Zugang und Verkehr
Der heilige Bezirk um Mekka darf von Nichtmuslimen nicht betreten werden; seit Beginn des Huthi-Konflikts 2015 gilt dies auch für Jemeniten. Straßensperren sichern den Zugang. In früheren Jahrhunderten gelangten einzelne europäische Reisende, meist unter einer muslimischen Identität, in die Stadt. Dazu gehörten Hans Wild zwischen 1607 und 1609, Ulrich Jasper Seetzen 1809, Jean Louis Burckhardt 1814, Heinrich von Maltzan 1860 und Richard Francis Burton 1853. Auch Christiaan Snouck Hurgronje hielt sich im späten 19. Jahrhundert unter falscher Identität in Mekka auf. 1979 waren französische Gendarmeriekräfte mit saudischer Ausnahmegenehmigung an der Niederschlagung der Besetzung der Großen Moschee beteiligt.
Mekka besitzt nur einen kleinen Flughafen ohne Linienverkehr. Für Pilger sind deshalb der King Abdulaziz International Airport und der Hafen von Dschidda besonders wichtig. Eine Metro zwischen den Pilgerstätten wurde 2010 eröffnet. Seit dem 11. Oktober 2018 verbindet eine Hochgeschwindigkeitsstrecke Mekka mit Dschidda und Medina.
Das Stadtgebiet wächst in den letzten Jahren um fast 200.000 Einwohner jährlich. Rund um die heiligen Stätten werden niedrig und locker bebaute Hügelsiedlungen abgetragen und Flächen für große Pilgerhotels und Verkehrsanlagen geschaffen. Südlich der Heiligen Moschee entstand bis Ende 2012 der Hotelkomplex Abraj Al Bait; sein höchster Turm ist 601 m hoch und bildet eine neue Stadtkrone.
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