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Liste unregelmäßiger Verben im Deutschen
Sie werden unterteilt in starke Verben, suppletive Verben, Präteritopräsentia, Rückumlautverben sowie weitere als unregelmäßig bezeichnete Verben.
Inhalt5 Abschnitte
Überblick und Einteilung
Die neuhochdeutschen unregelmäßigen Verben werden in fünf Gruppen eingeteilt: starke Verben, suppletive Verben, Präteritopräsentia, Rückumlautverben und sonstige unregelmäßige Verben. Die Übersichten vergleichen jeweils den Infinitiv Präsens, die 3. Person Singular Indikativ Präsens, die 1. beziehungsweise 3. Person Singular Indikativ Präteritum und das Partizip II. Bei zusammengesetzten Verben bleibt die Unregelmäßigkeit des Grundverbs in der Regel erhalten.
Starke und suppletive Verben
Im Deutschen gibt es rund 180 starke Verben. Sie bilden ihre Formen vor allem durch einen Wechsel des Stammvokals, den sogenannten Ablaut, und werden deshalb häufig als eigene regelmäßige Gruppe aufgefasst. Zählt man sie nicht zu den unregelmäßigen Verben, bleiben nur 25 unregelmäßige Verben.
Suppletive Verben stammen von mehreren unterschiedlichen Etyma, also sprachgeschichtlichen Wortstämmen, ab. Beim Verb gehen sind beispielsweise das germanische *ganganą und *gāną miteinander verschmolzen. Die Formen lauten gehen – geht – ging – gegangen. Dasselbe Muster gilt für zahlreiche Zusammensetzungen, etwa begehen – begeht – beging – begangen und abgehen – geht ab – ging ab – abgegangen.
Besonders vielfältig ist sein: Im Präsens erscheinen unter anderem bin, bist, ist, sind und seid, im Konjunktiv sei, seist oder seiest und im Imperativ sei beziehungsweise seid. Das Präteritum lautet war, altertümlich auch was, das Partizip II gewesen. Die Stämme von sein – sind – ist sowie von war/was – waren – gewesen stehen jeweils in einem Ablautverhältnis; die zweite Gruppe weist außerdem grammatischen Wechsel auf.
Auch stehen verbindet ein Wurzelpräsens mit Präteritalformen eines Verbs der 6. Klasse: stehen – steht – stand oder stund – gestanden. Entsprechend heißen die Formen etwa bestehen – besteht – bestand oder bestund – bestanden sowie eingestehen – gesteht ein – gestand oder gestund ein – eingestanden.
Präteritopräsentia
Präteritopräsentia gehen auf alte Perfektformen zurück, aus denen bei anderen Verben das deutsche Präteritum hervorgegangen ist. Sie überschneiden sich teilweise mit den heutigen Modalverben und besitzen viele ihrer Eigenschaften. Mehrere von ihnen bilden keinen Imperativ.
Zu dieser Gruppe gehören:
- dürfen – darf – durfte – gedurft; veraltet kommen dörfen und dorfte vor, bei modalem Gebrauch kann das Partizip dürfen lauten.
- bedürfen – bedarf – bedurfte – bedurft.
- können – kann – konnte, altertümlich kunt – gekonnt; bei modalem Gebrauch auch können.
- mögen – mag – mochte, veraltet mogte – gemocht; bei modalem Gebrauch auch mögen.
- vermögen – vermag – vermochte – vermocht oder vermögen.
- müssen – muss – musste – gemusst, vereinzelt gemüsst; bei modalem Gebrauch auch müssen.
- sollen – soll – sollte – gesollt oder bei modalem Gebrauch sollen.
- wissen – weiß – wusste – gewusst.
Auch Zusammensetzungen folgen diesen Mustern, beispielsweise mitdürfen – darf mit – durfte mit – hat mitgedurft, abkönnen – kann ab – konnte ab – abkönnen und mitmüssen – muss mit – musste mit – hat mitgemusst. Gönnen ist vollständig in die schwache Konjugation übergegangen: gönnt – gönnte – gegönnt. Bei taugen stehen neben taugt und getaugt das Präteritum tog sowie die Formen taugte und veraltet tochte oder tuchte.
Rückumlautverben
Rückumlautverben besitzen den Stammvokal e, unterliegen aber Stammveränderungen und bilden Präteritum und Partizip II mit dem Dentalsuffix -t-. Sie werden häufig gemischte Verben genannt. Je nach Einordnung gelten sie auch als schwache Verben oder als weder stark noch schwach.
Die zentralen Formen sind:
- brennen – brennt – brannte – gebrannt; veraltet auch brennte und gebrennt. Der Konjunktiv lautet brennte.
- denken – denkt – dachte – gedacht.
- kennen – kennt – kannte – gekannt; der Konjunktiv kann kennte lauten.
- nennen – nennt – nannte – genannt; im Konjunktiv nennte.
- rennen – rennt – rannte – gerannt; im Konjunktiv rennte.
- senden – sendet – sandte oder sendete – gesandt oder gesendet.
- trennen – trennt – trennte – getrennt; altertümlich trannte und getrannt.
- wenden – wendet – wandte oder wendete – gewandt oder gewendet.
Die Stammveränderungen bleiben auch in vielen Zusammensetzungen erhalten: bedenken – bedenkt – bedachte – bedacht, anerkennen – erkennt an – erkannte an – anerkannt, benennen – benennt – benannte – benannt und anrennen – rennt an – rannte an – angerannt. Ebenso stehen entsenden – entsendet – entsandte oder entsendete – entsandt oder entsendet sowie abwenden – wendet ab – wandte oder wendete ab – abgewandt oder abgewendet. Bei senden und wenden sind somit jeweils zwei Formenreihen angegeben.
Weitere unregelmäßige Verben
Zu den sonstigen unregelmäßigen Verben zählen vor allem bringen, haben und wollen sowie einige schwankende oder seltene Formen.
Bringen lautet bringen – bringt – brachte – bracht oder gebracht. Das Muster bleibt in Zusammensetzungen erhalten, etwa erbringen – erbringt – erbrachte – erbracht und abbringen – bringt ab – brachte ab – abbracht oder abgebracht.
Haben bildet die Formen haben – hat – hatte – gehabt. Der Imperativ Singular lautet hab, der Konjunktiv hätte; altertümlich ist hätt als Präteritalform angegeben. Zusammensetzungen folgen demselben Muster, beispielsweise abhaben – hat ab – hatte ab – abgehabt. Dagegen wird sich gehaben regelmäßig gebildet: gehabt sich – gehabte sich – gehabt.
Wollen hat die Formen wollen – will – wollte – gewollt und bildet keinen Imperativ. Sein heutiger Indikativ Präsens entstand aus alten Optativformen eines Wurzelverbs. Zusammensetzungen wie durchwollen werden entsprechend flektiert: will durch – wollte durch – durchgewollt. Das davon unterschiedene Verb willen ist regelmäßig: willt – willte – gewillt.
Brauchen und seine Zusammensetzungen werden mit schwachen Formen aufgeführt: brauchen – braucht – brauchte – gebraucht; landschaftssprachlich kann der Konjunktiv bräuchte lauten. Missbrauchen besitzt beim Partizip II die Varianten gemissbraucht, missgebraucht und missbraucht. Für dünken, dunken oder deuchten stehen mehrere parallele Formen: im Präsens dünkt, dunkt, deucht oder deuchtet, im Präteritum dünkte, dunkte oder deuchte und als Partizip II gedünkt, gedunkt oder gedeucht.
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