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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Präsens

Das Präsens (lateinisch tempus praesens ‚gegenwärtige Zeitform') ist die auf Deutsch Gegenwart genannte grammatikalische Zeitform (Tempus) eines Verbs.

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und deutsches Präsens
  2. 2. Englisches Präsens
  3. 3. Französisches présent
  4. 4. Lateinisches tempus praesens
  5. 5. Spanisches presente
  6. 6. Niederländisches tegenwoordige tijd

Grundidee und deutsches Präsens

Das Präsens ist die Gegenwart genannte grammatische Zeitform (Tempus) eines Verbs. Es kennzeichnet ein Geschehen oder Sein aus Sicht des Sprechers als gegenwärtig oder als zeitlos gültig.

Im Deutschen kann es aktuelles Präsens für einmalige oder wiederkehrende Gegenwart sein: „Ich gehe gerade in die Stadt“ oder „Ich gehe jeden Montag in die Stadt.“ Das generische beziehungsweise generelle Präsens beschreibt zeitlose Sachverhalte, etwa „Die Erde kreist um die Sonne.“ Das resultative Präsens bezeichnet aus der Vergangenheit in Gegenwart und Zukunft reichende Ereignisse oder Zustände. Historisches Präsens schildert Vergangenes, zum Beispiel den Mauerfall 1989, und episches oder szenisches Präsens kann eine Erzählung gestalten oder Spannung steigern.

Besonders häufig steht das Präsens mit einer Zeitangabe für Zukünftiges: „Nächsten Dienstag fahre ich in die Stadt.“ Das Futur, etwa „Nächsten Dienstag werde ich in die Stadt fahren“, enthält neben der Zeitbedeutung auch modale und/oder intentionale Komponenten.

Englisches Präsens

Im Englischen gibt es zwei Präsensformen: simple present und present progressive.

Das simple present wird grundsätzlich wie bei „I eat, you eat, we eat, they eat“ gebildet. In der 3. Person Singular erhält das Vollverb ein -s, nach Zischlauten -es: „he/she/it eats“. Merksatz: „He, she, it – das s muss mit!“ Beim Verb be lauten die Formen „I am, you are, he/she/it is, we are, you are, they are“.

Das simple present steht für Handlungen, die regelmäßig oder nie stattfinden, etwa „He drives to Munich every weekend“ und „He never watches television“. Es kann Fragen bilden („Do you like the film?“), Befehle ausdrücken („Clean up your room!“, „Let us go!“) und mit Zukunftssignalwörtern für Zukünftiges stehen: „Tomorrow, we go to the cinema.“

Das present progressive wird aus einer konjugierten Form von to be und dem Verb auf -ing gebildet: „I am eating“. Es beschreibt Handlungen, die gerade beim Sprechen stattfinden; Signalwörter sind now und at the moment. Mit einer passenden Zeitangabe kann es ebenfalls Zukunft ausdrücken.

Französisches présent

Das französische présent hat je nach Verb unterschiedliche Personalendungen. Beispiele sind travailler: „je travaille, tu travailles, il/elle travaille, nous travaillons, vous travaillez, ils/elles travaillent“; attendre: „j’attends“; finir: „je finis“; und connaître: „je connais“. Die Imperativformen lauten beispielsweise „travaille“, „travaillons“ und „travaillez“.

Wichtige abweichende Verben sind être und avoir. Être heißt: „je suis, tu es, il/elle est, nous sommes, vous êtes, ils/elles sont“. Avoir heißt: „j'ai, tu as, il/elle a, nous avons, vous avez, ils/elles ont“.

Das présent wird für Handlungen im Moment des Sprechens verwendet, aber auch für Aussagen ohne zeitgebundene Gültigkeit.

Lateinisches tempus praesens

Das lateinische tempus praesens wird für Handlungen im Moment und für zeitlich nicht gebundene Aussagen genutzt. Die Formen richten sich nach Konjugationsklassen, zum Beispiel vocāre: „voco, vocas, vocat, vocamus, vocatis, vocant“; habēre: „habeo, habes, habet, habemus, habetis, habent“; venīre: „venio, venis, venit, venimus, venitis“; sowie sūmere: „sumo, sumis, sumit, sumimus, sumitis, sumunt“.

Als Beispiel für die i-Erweiterung nennt die Tabelle facere: „facio, facis, facit, facimus, facitis, faciunt“. Bei Deponentien beziehungsweise Passiv steht etwa opinārī mit „opinor“; die Imperative sind unter anderem „voca“, „habe“, „veni“, „sume“, „fac/face“ und „opinare“.

Das Verb esse hat im tempus praesens eigene Formen: „(ego) sum, (tu) es, (is/ea/id) est, (nobis) sumus, (vobis) estis, (ii/eae/ea) sunt“.

Spanisches presente

Das spanische presente wird beispielsweise mit hablar, comer und insistir gebildet: „yo hablo/como/insisto“, „tú hablas/comes/insistes“, „él/ella/usted habla/come/insiste“, „nosotros/nosotras hablamos/comemos/insistimos“ und „ellos/ellas/ustedes hablan/comen/insisten“. Zusätzlich nennt die Tabelle für vos die Formen „hablás, comés, insistís“ sowie für vosotros/vosotras „habláis, coméis, insistís“.

Wie das deutsche Präsens hat das presente mehrere Funktionen. Das presente durativo bezeichnet einen dauerhaften Zustand: „El museo exhibe las obras de Miró.“ Das presente histórico berichtet Vergangenes: „El hombre llega a la luna en 1969.“ Das presente por futuro beschreibt Zukünftiges: „Mañana es el cumpleaños de Pepe.“

Niederländisches tegenwoordige tijd

Beim niederländischen tegenwoordige tijd zeigen die Beispiele unterschiedliche Stammveränderungen. Im Singular lautet die 1. Person etwa „ik deel, eet, vertel, sterf, verhuis, antwoord“; bei jij sowie hij/zij/het stehen beispielsweise „deelt, eet, vertelt, sterft, verhuist, antwoordt“. Für wij, jullie und zij nennt die Tabelle „deelen, eten, vertellen, sterven, verhuizen, antwoorden“.

Die Beispiele verdeutlichen die Verdopplung eines Vokals bei delen, den Wegfall eines Konsonanten bei eten und den v-f- beziehungsweise z-s-Wechsel bei sterven und verhuizen. U ist sowohl die höfliche Form der 2. Person Singular als auch Plural. Ausnahmen sind die Modalverben kunnen, mogen, willen und zullen sowie hebben und zijn.

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