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Singular

... Numerus (Zahlform). Am häufigsten wird der Singular benutzt, um einzelne Exemplare von Lebewesen oder Sachlichem zu bezeichnen; die Pluralform bezeichnet in …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Grundbedeutung
  2. 2. Formen mit besonderer Zahlbedeutung
  3. 3. Verallgemeinernde Einzahl
  4. 4. Sammelnde Bedeutung
  5. 5. Gattung als Ganzes
  6. 6. Stellvertretende Einzahl

Grundbedeutung

Der Singular, kurz Sing. oder Sg., ist in der Sprachwissenschaft die Bezeichnung für die Einzahl. Er ist der grundlegende grammatische Numerus, also die grammatische Zahlform. Meist bezeichnet der Singular ein einzelnes Exemplar eines Lebewesens oder einer Sache. Die Pluralform bezeichnet in solchen Fällen zwei oder mehr Exemplare. In manchen Sprachen gibt es zusätzlich weitere Zahlformen.

Formen mit besonderer Zahlbedeutung

Ein Singularetantum ist ein Substantiv, das nur im Singular vorkommt, zum Beispiel „der Regen“ oder „das Obst“. Ein Pluraletantum kommt dagegen nur im Plural vor, zum Beispiel „die Leute“ oder „die Kosten“.

Manchmal steht ein Verb im Singular, obwohl das Subjekt eigentlich den Plural verlangt. Das ist eine Konstruktion nach dem Sinn, etwa: „Wind und Wetter kann uns nichts anhaben.“

Einige Indefinitpronomen stehen grammatisch im Singular, haben aber eine plurale Bedeutung. In „Jeder will dabei sein, jede macht mit, jedes Kind kann das“ sind alle gemeint. Auch „Manches Auto ist elektrisch“ kann mehrere Autos meinen. Das generalisierende Personalpronomen „man“ steht ebenfalls immer im Singular, bedeutet aber verallgemeinernd „die Menschen“ oder „die Leute“, zum Beispiel: „Im Dorf kennt man sich.“

Verallgemeinernde Einzahl

Der Altphilologe Hermann Menge (1841–1939) unterschied besondere Verwendungsweisen der Einzahl: den kollektiven Singular, den generischen Singular und den repräsentativen Singular. Diese Formen zeigen, dass der Singular nicht immer nur ein einzelnes konkretes Exemplar meint. Er kann auch eine Mehrheit, eine ganze Gattung oder mehrere stellvertretend gemeinte Vertreter ausdrücken.

Sammelnde Bedeutung

Der Kollektivsingular ist ein Sammelbegriff, also ein Kollektivum, das grammatisch in der Einzahl steht, obwohl es sich auf eine Mehrheit von Einzeldingen bezieht. Menge beschreibt ihn als „Singulare pro plurali“, also als Singular anstelle eines Plurals.

Beispiele sind: „Fisch ist eine bekömmliche Proteinquelle“, wobei nicht ein einzelner Fisch, sondern die Gattung gemeint ist. In „Die Person hat schütteres Haar“ meint „Haar“ die Gesamtheit der Kopfhaare.

Einige Wörter wurden in dieser kollektiven Bedeutung besonders hervorgehoben: „Geist“ wurde ab dem Jahr 1800 durch den deutschen Idealismus im deutschsprachigen Diskurs bekannt. Reinhart Koselleck sah 2006 im Wort „Fortschritt“ einen positiv konnotierten Kollektivsingular, weil es viele einzelne Erfahrungen der Verbesserung menschlicher Lebensumstände zusammenfasst. Bernd Hüppauf vermerkte 2013, dass „Krieg“ als genereller Begriff erst um 1800 entstand.

Gattung als Ganzes

Der generische Singular, bei Menge auch „generalisierender“ Singular, kommt nur bei Gattungsnamen vor und bezieht sich auf die gesamte Gattung. Ein Gattungsname bezeichnet eine Art oder Klasse von Lebewesen oder Dingen.

Beispiele sind: „Ein Wolf ist der Mensch dem Menschen (Homo homini lupus)“, womit alle Menschen gemeint sind, oder „Der Leser wird informiert“, womit alle Menschen gemeint sind, die den Text lesen. Bei Personen wird dabei oft eine generische Maskulinform verwendet, etwa „der Leser“ statt der Femininform „die Leserin“.

Die Duden-Grammatik von 2016 behandelt den generischen Gebrauch des Singulars unter Generalisierungen. Dabei können der bestimmte Artikel, der unbestimmte Artikel oder bestimmte Artikelwörter stehen: „Im Allgemeinen braucht die Katze verschiedenes Futter. Eine Katze schmust (immer) gern. Jede Katze braucht Zuwendung.“ Bei Volksbezeichnungen werde der generische Singular heute eher vermieden, zum Beispiel: „Der Russe liebt es eben kalt.“

Stellvertretende Einzahl

Beim repräsentativen Singular steht die Einzahl eines Gattungsnamens stellvertretend für mehrere Vertreter, aber nicht für alle. Menge weist darauf hin, dass der Übergang zwischen generischem und repräsentativem Singular fließend ist.

Beispiele sind: „Der Römer konnte schließlich den Griechen überwinden und ihn seiner Kultur berauben“ sowie „Der Soldat war die Stütze des römischen Reiches.“ Hier meint die Einzahl nicht unbedingt jeden einzelnen Römer, Griechen oder Soldaten, sondern mehrere Vertreter einer Gruppe.

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