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Perfekt

Das Perfekt als Verbalaspekt gehört zur Familie der perfektiven Aspekte; typisch sind jedoch auch Ausdehnungen in Richtung eines Tempus der Vergangenheit.

Inhalt2 Abschnitte
  1. 1. Grundbedeutung und grammatische Einordnung
  2. 2. Das Perfekt im Deutschen

Grundbedeutung und grammatische Einordnung

Das Perfekt ist ein grammatischer Terminus, der bei einem Verb entweder einen Aspekt oder ein Tempus bezeichnen kann. Als Verbalaspekt gehört es zur Familie der perfektiven Aspekte. Typisch sind jedoch auch Bedeutungen, die sich in Richtung eines Vergangenheitstempus ausdehnen.

Für das Urindogermanische wurde das Perfekt als einer von drei vorhandenen Aspekten rekonstruiert. Im Altgriechischen sind die Aspekte noch vollständig erhalten, im Neugriechischen treten sie weiterhin stark hervor. In den altitalischen Sprachen und damit auch im Lateinischen wurde das Perfekt dagegen bereits als Tempus verstanden. Im Lauf der historischen Entwicklung fielen dort Aorist und Perfekt zusammen.

Das Perfekt im Deutschen

Im Deutschen ist das Perfekt zwischen einer eher aspektbezogenen und einer zeitlichen Deutung mehrdeutig. Die Duden-Grammatik von 2005 empfiehlt deshalb die neutralere Bezeichnung „2. Vergangenheit“. In der deutschen Grammatik wird es außerdem „vollendete Gegenwart“ genannt.

Das deutsche Perfekt wird analytisch gebildet. Dazu verwendet man die Personalform des Hilfsverbs „haben“ oder „sein“ im Präsens und das Partizip II des aussagenden Verbs:

Personalform von „haben“ oder „sein“ im Präsens + Partizip II.

Als Vorzeitigkeitstempus im Verhältnis zum Präsens bezeichnet das Perfekt etwas, das zuvor geschehen ist. In den deutschen Dialekten südlich des Mains und zunehmend auch in der Umgangssprache dient es außerdem als Ersatzform für das Präteritum, um abgeschlossene Handlungen auszudrücken. Dieses Phänomen wird mit dem oberdeutschen Präteritumschwund in Verbindung gebracht.

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