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Geschichte des Staates Israel

Die Geschichte des Staates Israel begann nicht erst mit seiner Gründung im Jahr 1948. Ihr gingen Bemühungen von Vordenkern des Zionismus über einen Zeitraum von …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Vorgeschichte und Voraussetzungen
  2. 2. Staatsgründung und Unabhängigkeitskrieg
  3. 3. Aufbau des Staates bis 1967
  4. 4. Sechstagekrieg und territoriale Folgen
  5. 5. Israel seit 1990
  6. 6. Außenwirtschaft und gesellschaftliche Entwicklung

Vorgeschichte und Voraussetzungen

Die Geschichte Israels begann mit den mehr als hundertjährigen Bemühungen des Zionismus, Juden die Rückkehr nach Palästina und später die Gründung eines souveränen jüdischen Nationalstaats zu ermöglichen. Theodor Herzl gründete die zionistische Bewegung auf dem ersten Zionistenkongress 1897 in Basel. Palästina gehörte damals zum Osmanischen Reich.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts prägte die Kibbuzbewegung die jüdische Einwanderung. Der 11. April 1909 gilt als Gründungsdatum von Tel Aviv. Mit der Balfour-Deklaration von 1917 unterstützte Großbritannien die Schaffung einer jüdischen Heimstätte in Palästina. 1922 übertrug der Völkerbund dem Vereinigten Königreich das Mandat über Palästina, einschließlich des heutigen Jordanien.

Das Verhältnis zwischen jüdischer und arabischer Bevölkerung war von Konflikten geprägt. Dazu gehörten blutige Übergriffe in Jerusalem 1920 und Jaffa 1921, das Massaker von Hebron 1929 sowie der Arabische Aufstand von 1936 bis 1939 unter Amin al-Husseini. 1937 schlug der Peel-Report erstmals die Teilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Staat vor.

Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 nahm die jüdische Einwanderung stark zu. Das britische Weißbuch von 1939 begrenzte sie jedoch auf 75.000 Menschen innerhalb von fünf Jahren: 10.000 pro Jahr und zusätzlich 25.000 Flüchtlinge. Dagegen entstanden unter anderem die illegale Einwanderung Alija Bet und Fluchthilfe. Neben der gemäßigteren Hagana bildeten sich Irgun und Lechi, die auch terroristische Anschläge wie den auf das King David Hotel verübten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Shoa mit sechs Millionen jüdischen Opfern wuchs die internationale Unterstützung für den Zionismus. Die UN-Generalversammlung beschloss am 29. November 1947 die Teilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Staat. Jerusalem sollte als „Corpus separatum“ unter UN-Verwaltung stehen. Die meisten Juden in Palästina akzeptierten den Beschluss, die meisten Araber lehnten ihn ab. Bereits in der Mandatszeit entwickelte sich außerdem die politische Beteiligung von Frauen: Ein dauerhaftes Frauenwahlrecht bestand ab 1925, das Prinzip „Eine Stimme pro Person“ wurde jedoch erst bei der Wahl von 1944 angewandt.

Staatsgründung und Unabhängigkeitskrieg

Am 14. Mai 1948 zogen sich die letzten britischen Streitkräfte aus Palästina zurück. David Ben-Gurion verlas die israelische Unabhängigkeitserklärung. Noch in derselben Nacht erklärten Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien Israel den Krieg.

Im Israelischen Unabhängigkeitskrieg drängte Israel die arabischen Armeen zurück und eroberte auch Gebiete, die nach dem UN-Teilungsplan dem arabischen Staat oder Jerusalem zugefallen wären. Der 15 Monate dauernde Krieg vergrößerte das israelische Gebiet einschließlich Westjerusalems um 50 Prozent. Im Juni 1948 kam es wegen der Entwaffnung des Schiffs Altalena zu schweren Kämpfen zwischen der Regierung Ben-Gurions und der Irgun unter anderem mit Menachem Begin.

Während des Krieges flohen viele palästinensische Araber oder wurden vertrieben. Für die Palästinenser ist die Staatsgründung die Nakba, also eine Katastrophe. Gleichzeitig wurden viele Juden aus arabischen und islamischen Ländern vertrieben und siedelten zu großen Teilen nach Israel über. Viele arabische Flüchtlinge und ihre Nachkommen leben bis heute in von der UNRWA betriebenen Flüchtlingslagern.

1949 wurden unter Vermittlung der Vereinten Nationen vier Waffenstillstandsabkommen mit Ägypten, Jordanien, Libanon und Syrien geschlossen. Die Grüne Linie bildete die Waffenstillstandsgrenze. Jordanien annektierte das Westjordanland und Ostjerusalem, während der Gazastreifen unter ägyptische Herrschaft kam. Friedensverträge schloss Israel später nur mit Ägypten 1979 und Jordanien 1994. Am 23. Januar 1950 erklärte die israelische Regierung Westjerusalem zur Hauptstadt.

Aufbau des Staates bis 1967

Am 25. Januar 1949 fanden die ersten Knessetwahlen statt. David Ben-Gurion wurde erster Premierminister und Chaim Weizmann erster Präsident. Am 11. Mai 1949 wurde Israel als 59. Staat Mitglied der Vereinten Nationen. Die Knesset entwickelte sich aus der Repräsentantenversammlung des Jischuw. Da der Unabhängigkeitskrieg die geplante Verfassung verhinderte, beschloss die Konstituierende Versammlung am 16. Februar 1949 zunächst einige Basisgesetze. Darin war festgelegt, dass das Geschlecht keine Rolle spielen darf.

Die arabischen Nachbarstaaten blieben trotz des Waffenstillstands feindselig. Der Wirtschaftsboykott gegen den Jischuw wurde auf Israel übertragen und durch die Arabische Liga bis in die 1990er Jahre fortgeführt. Israel band sich deshalb politisch und wirtschaftlich stark an Westeuropa und die USA. Innenpolitisch betrieb es zunächst eine stark interventionistische und staatssozialistisch geprägte Wirtschaftspolitik. Zu den frühen Grundentscheidungen gehörten Hebräisch und Arabisch als Landessprachen, eine staatlich garantierte säkulare Schulbildung und zunächst die Nichtbindung an eine der beiden Supermächte USA und UdSSR.

Die Mapai war bei den Wahlen von 1949, 1951, 1955, 1959 und 1961 stärkste Partei. Ihre Nachfolgepartei Awoda wurde 1968 gegründet; 1977 wurde erstmals der Likud stärkste Partei.

Das Rückkehrgesetz vom 5. Juli 1950 gibt allen Juden weltweit das Recht, nach Israel einzuwandern. Von 1947 bis 1950 kamen etwa 250.000 Holocaust-Überlebende. Die „Operation fliegender Teppich“ brachte 1949 und 1950 etwa 49.000 jemenitische Juden nach Israel. Die Einwanderer wurden unter anderem in verlassenen arabischen Dörfern, britischen Kasernen und Zeltlagern untergebracht. Bis 1958 wuchs die Bevölkerung vor allem durch Einwanderung von 800.000 auf 2 Millionen. Wegen der wirtschaftlichen Belastung galten bis 1959 Rationierungen für Lebensmittel, Treibstoffe, Möbel und Kleidung. Das Luxemburger Abkommen von 1952 brachte Israel über mehrere Jahre deutsche Wirtschaftshilfe, Geldtransfers, Dienstleistungen, Rüstungsgüter und Exportwaren als Wiedergutmachung für nationalsozialistische Verbrechen.

Die Lawon-Affäre entstand nach einer 1954 in Ägypten gescheiterten Geheimoperation. Sie führte zu jahrelangen politischen Auseinandersetzungen und 1963 zum endgültigen Rücktritt Ben-Gurions; Levi Eschkol wurde Premierminister. Die Sueskrise von 1956 war ein Konflikt Ägyptens mit Großbritannien, Frankreich und Israel um den Sueskanal. Trotz militärischer Erfolge schwächte sie die europäischen Mächte und stärkte Ägypten. Israel gab danach seine Neutralität im Kalten Krieg auf und arbeitete vor allem mit den USA, Frankreich und Großbritannien zusammen.

Sechstagekrieg und territoriale Folgen

Der Sechstagekrieg begann nach der Sperrung der Straße von Tiran für israelische Schiffe, dem von Gamal Abdel Nasser erzwungenen Abzug der UNEF-Truppen vom Sinai und einem ägyptischen Aufmarsch von 1000 Panzern und fast 100.000 Soldaten an Israels Grenze. Israel eröffnete den Krieg am 5. Juni 1967 mit einem Präventivschlag gegen ägyptische Luftwaffenbasen, um einem befürchteten Angriff zuvorzukommen.

Jordanien, das am 30. Mai 1967 einen Verteidigungsvertrag mit Ägypten geschlossen hatte, griff anschließend Westjerusalem und Netanja an. Am Ende des Krieges kontrollierte Israel den Gazastreifen, die Sinai-Halbinsel, die Golanhöhen, das Westjordanland und Ostjerusalem. Der Artikel weist anschließend selbst darauf hin, dass die politische und sonstige Geschichte zwischen 1967 und 2017 dort weitgehend fehlt. Für die Zeit bis 1990 werden lediglich der Jom-Kippur-Krieg 1973, der israelisch-ägyptische Friedensvertrag 1979, der Libanonkrieg 1982 und die Erste Intifada von 1987 bis 1993 genannt.

Israel seit 1990

Für die 1990er Jahre nennt der Artikel den Zweiten Golfkrieg von 1990 bis 1991 und den Oslo-Friedensprozess, erläutert diese Themen aber nicht näher. Für die Zeit ab 2000 verweist er auf die Zweite Intifada von 2000 bis 2005, Israels einseitigen Abkoppelungsplan von 2004, den Libanonkrieg 2006, Olmerts Friedensangebot an die Palästinenser 2008 sowie die Operation Gegossenes Blei 2008/2009.

Am 4. Oktober 2001 wurde ein Charterflug der Siberia Airlines von Tel Aviv nach Nowosibirsk über dem Schwarzen Meer von einer Boden-Luft-Rakete der ukrainischen Marine abgeschossen. Alle 78 Menschen an Bord, darunter 40 Israelis, starben. Am 2. Dezember 2010 kamen bei Waldbränden im Karmel-Gebirge 44 Menschen ums Leben; bis dahin galten sie als tödlichste zivile Katastrophe Israels. Bei einer Massenpanik auf dem Har Meron am 29. April 2021 starben 45 Menschen, 150 wurden verletzt. Diese Katastrophe gilt im Artikel als tödlichste zivile Katastrophe in der Geschichte des Staates.

Vom 10. bis 21. Mai 2021 kam es zu den schwersten israelisch-palästinensischen Auseinandersetzungen seit Jahren. 2023 flammte der Konflikt mit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel erneut auf. Am frühen Morgen des 13. Juni 2025 griff Israel den Iran an. Danach rief Israel wegen erwarteter und eintretender Gegenangriffe den Ausnahmezustand aus. Nach Beginn des Krieges wurde außerdem ein Gesetz erlassen, das die Entnahme von Sperma getöteter männlicher IDF-Soldaten zur späteren künstlichen Befruchtung erlaubt, auch wenn sie dem zu Lebzeiten nicht ausdrücklich zugestimmt hatten.

Außenwirtschaft und gesellschaftliche Entwicklung

Wegen des fehlenden Friedens mit den Nachbarstaaten bemühte sich Israel um Beziehungen zu Ländern in Asien und Afrika. Mit Japan wurden am 15. Mai 1952 diplomatische Beziehungen aufgenommen. Verhandlungen mit Indien und der Volksrepublik China scheiterten in den 1950er Jahren zunächst. In den 1960er Jahren baten neu unabhängige Staaten wie Burma, Nigeria, Kenia, Kamerun, die Elfenbeinküste und Liberia um israelische wirtschaftliche und technische Zusammenarbeit beim Aufbau von Infrastruktur, Armee und Verwaltung. Israel schloss daraufhin Verträge zum gegenseitigen Vorteil. Arabische und nordafrikanische Staaten unter Führung Ägyptens bekämpften diese außenpolitische und wirtschaftliche Aufwertung Israels diplomatisch.

Mit der Europäischen Gemeinschaft bestanden seit 1964 Handelsbeziehungen. 1975 wurde ein Handels- und Kooperationsabkommen geschlossen. 1989 entstand eine Freihandelszone für gewerbliche Waren; zugleich erhielt Israel Zollpräferenzen im Agrarbereich. Es gab Streit über Waren, die nicht ausschließlich aus den israelischen Kernlanden stammten. Das Abkommen von 1975 wurde am 20. November 1995 durch ein Assoziationsabkommen ersetzt. Hinzu kamen wissenschaftlicher und kultureller Austausch sowie der 1995 begonnene Barcelona-Prozess, aus dem 2008 die Union für das Mittelmeer hervorging. Diese nahm im März 2010 ihre Tätigkeit auf.

Die organisierte Einwanderung russischer Juden begann um 1880 mit der Chibbat-Zion-Bewegung. Bis etwa 1930 kamen in vier Alijot Hunderttausende aus dem Zarenreich beziehungsweise der Sowjetunion nach Palästina. Die Sowjetunion brach am 10. Juni 1967 ihre diplomatischen Beziehungen zu Israel ab und erschwerte bis zu ihrer Auflösung etwa 3 Millionen ausreisewilligen jüdischen Bürgern die Emigration. Nach Gorbatschows Perestroika wurden die Regeln gelockert. Ab 1989 wanderten bis 2003 mehr als eine Million Menschen aus Nachfolgestaaten der Sowjetunion nach Israel ein. Es entstanden russischsprachige Zeitungen, Radio- und Fernsehsender sowie die Partei Jisrael Beitenu. Die jüdische Identität mancher Einwanderer wird teilweise angezweifelt, weil die Halacha die Religionszugehörigkeit matrilinear, die sowjetische Nationalitätsdefinition dagegen patrilinear bestimmte.

Die größten Sozialproteste seit der Staatsgründung begannen im Juli 2011 mit einem Zeltlager gegen hohe Mieten in Tel Aviv. Die Bewegung kritisierte außerdem Lebensmittelpreise, Gesundheitsversorgung, Bildungssystem und Steuerlast. Anfang August gingen 300.000 Menschen auf die Straße. Ministerpräsident Netanjahu setzte daraufhin unter Manuel Trajtenberg ein Expertenteam ein. Am 3. September 2011 demonstrierten laut Medienberichten mehr als 450.000 Menschen; allein in Tel Aviv waren es 300.000, in Jerusalem 30.000.

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