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Englischunterricht
In der gymnasialen Oberstufe wird Englisch als fortgeführte Fremdsprache unterrichtet. Der Unterricht zielt auf die Studierfähigkeit der Schülerinnen und …
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Kern und Ziele
Englischunterricht ist Unterricht, der die Kompetenzen im Umgang mit der englischen Sprache entwickelt. Dazu gehören Hörverstehen, Hör-Seh-Verstehen, Sprechen, Lesen, Schreiben und Sprachmittlung. Sprachmittlung bedeutet, Inhalte sinngemäß zwischen Sprachen zu übertragen, ohne unbedingt wörtlich zu übersetzen.
Auf höherem Niveau zielt Englischunterricht traditionell besonders darauf, englischsprachige literarische Texte zu verstehen. Als Fremdsprachenunterricht behandelt er nicht nur Sprache und Literatur, sondern meist auch landeskundliche und interkulturelle Inhalte. Landeskunde meint Wissen über englischsprachige Länder; interkulturelle Anteile sollen helfen, Menschen, Lebensweisen und Kommunikationsformen anderer Kulturen besser zu verstehen.
Im muttersprachlichen Englischunterricht, wie er im englischen Sprachraum üblich ist, steht stärker die Arbeit mit literarischen Texten im Vordergrund. Genannt werden die Vereinigten Staaten, das Vereinigte Königreich, Kanada, Australien, Neuseeland und Irland.
Englisch in der Schule
Englischunterricht beginnt inzwischen meist schon in der Grundschule. Daran schließt in der Sekundarstufe I in der Regel der klassische Englischunterricht ab Klasse 5 an. In der gymnasialen Oberstufe wird Englisch als fortgeführte Fremdsprache unterrichtet.
In der Oberstufe soll der Unterricht zur Studierfähigkeit der Schülerinnen und Schüler beitragen. Außerdem soll er Berufsorientierung und vertiefte Allgemeinbildung unterstützen. Ein weiteres Ziel ist die interkulturelle Handlungsfähigkeit, also die Fähigkeit, in Begegnungen mit anderen Kulturen sprachlich und sozial angemessen zu handeln.
Historische Entwicklung
Die Anfänge des formellen und institutionalisierten Englischunterrichts im deutschsprachigen Raum liegen bei den Ritterakademien. Dort vermittelten Sprachmeister vereinzelt neben Fächern wie Fechten oder Reiten auch Kenntnisse der englischen Sprache.
Im 19. Jahrhundert wurde Englischunterricht auch an höheren Real- und Bürgerschulen angeboten. Das Ziel des Fremdsprachenunterrichts war dort vor allem geistige Bildung. Deshalb stand die Beherrschung grammatischer Regeln im Mittelpunkt, orientiert an den klassischen Sprachen Latein und Altgriechisch.
Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts dominierte die Grammatik-Übersetzungsmethode. Dabei übersetzten Schülerinnen und Schüler isolierte grammatische Mustersätze ins Englische oder übertrugen englische Sätze ins Deutsche. Unterstützt wurde diese Methode durch das Auswendiglernen grammatischer Regeln.
Reform des Unterrichts
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts setzte eine Reformbewegung ein. Als wichtige Vertreter werden Wilhelm Viëtor mit seiner Schrift „Der Sprachunterricht muß umkehren!“ von 1882 und Gustav Wendt mit seinen „Wiener Thesen“ auf dem Allgemeinen Deutschen Neuphilologentag in Wien 1898 genannt.
Die Reformkritik richtete sich besonders gegen die Grammatik-Übersetzungsmethode. Stattdessen wurde die praktische Anwendbarkeit des gelernten Englischs betont. Englisch sollte als Unterrichtssprache verwendet werden. Außerdem sollten Grammatik induktiv vermittelt, Lautschrift eingesetzt und durch Unterrichtslektüren sprachliche Zusammenhänge hergestellt werden.
Ein weiteres Ziel war die Vermittlung von Kenntnissen über fremde, englischsprachige Länder. Im Sinne einer Realienkunde sollte dadurch bei Schülerinnen und Schülern ein enzyklopädisches Wissen aufgebaut werden.
Wettbewerbe und Materialien
Seit 2005 wird in Deutschland „The Big Challenge“ jährlich als europaweiter Englischwettbewerb für Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 9 angeboten und durchgeführt. In einem Multiple-Choice-Quiz können sie ihre Kompetenzen in Grammatik, Vokabeln, Aussprache und Landeskunde testen. Außerdem wird die Teilnahme am Juvenes-Translatores-Wettbewerb der Europäischen Kommission genannt.
Für Lehrkräfte gibt es Fachzeitschriften und Unterrichtsreihen. Die Zeitschriften Unterricht Englisch aus dem Friedrich Verlag und Praxis Englisch aus dem Westermann Verlag richten sich an Englischlehrkräfte. Sie sollen die Unterrichtsvorbereitung durch theoretische Beiträge, Unterrichts- und Stundenentwürfe, pädagogisch-didaktische Impulse und Rezensionen unterstützen. Mit EinFach Englisch gibt es außerdem eine Reihe mit Unterrichtsmodellen aus dem Verlag der Westermann Gruppe.
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