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Vereinigte Staaten
Vereinigte Staaten ; Amtssprache · Englisch ; Hauptstadt · Washington, D.C. ; Staats- und Regierungsform · föderale präsidentielle konstitutionelle Republik.
Inhalt6 Abschnitte
Staat, Raum und Bevölkerung
Die Vereinigten Staaten von Amerika (USA) sind eine demokratische, föderal aufgebaute Republik in Nordamerika mit Inseln in Ozeanien und der Karibik. Sie bestehen aus 50 Bundesstaaten, dem Bundesdistrikt Washington, D.C., fünf größeren Territorien und neun Inselterritorien. Staats- und Regierungschef ist der Präsident. Die Verfassung gilt seit 1789; ihre ersten zehn Zusatzartikel heißen Bill of Rights und wurden 1791 ratifiziert. Es gibt keine Staatsreligion. Amtssprache der Bundesregierung war lange nicht einheitlich festgelegt; am 1. März 2025 verfügte Präsident Trump Englisch als Amtssprache der Exekutive der Bundesregierung.
Die USA haben 341.784.857 Einwohner (2025), eine Fläche von 9.525.067 km² und eine Bevölkerungsdichte von etwa 34 Einwohnern pro km². Damit sind sie nach Indien und China der drittbevölkerungsreichste und nach Russland, Kanada und China der viertgrößte Staat. Die 48 zusammenhängenden Bundesstaaten heißen Lower 48; Alaska ist durch Kanada getrennt, Hawaii liegt im Pazifik. Die Grenze zu Kanada ist 8.895 km, die zu Mexiko 3.326 km lang. Denali in Alaska ist mit 6190 m der höchste Berg, Badwater im Death Valley mit 85,5 m unter dem Meeresspiegel der niedrigste Punkt.
Gebirge wie Rocky Mountains, Appalachen und Kaskadenkette prägen das Land. Die Flusssysteme von Mississippi und Missouri erleichterten die Besiedlung. Das Klima reicht von arktisch in Alaska über tropisch auf Hawaii bis subtropisch am Golf von Mexiko; zwischen den Gebirgen treten starke Temperaturgegensätze und trockene Prärien oder Wüsten auf. Die USA zählen wegen ihrer zahlreichen Arten und Ökosysteme zu den Megadiversitätsländern. Es gibt 58 Nationalparks; der Yellowstone-Nationalpark gilt als erstes Großschutzgebiet dieser Art. Die USA haben das Übereinkommen über die biologische Vielfalt jedoch nicht unterzeichnet.
83 % der Bevölkerung lebten 2023 in Städten. New York City ist die größte Stadt und Metropolregion. Die größten Metropolregionen waren 2021 New York City mit 19,8 Millionen, Los Angeles mit 13,0 Millionen und Chicago mit 9,5 Millionen Einwohnern. Die Bevölkerung wuchs stark durch Einwanderung. Laut Prognose der Vereinten Nationen sollte sie 2025 358 Millionen und 2050 über 408 Millionen erreichen. 2020 lag die Geburtenzahl bei 1,6 Kindern pro Frau und das Medianalter bei 38,3 Jahren.
Vielfalt, Gesellschaft und Lebensbedingungen
Die Bevölkerung ist ethnisch und kulturell vielfältig. Nach einer Census-Schätzung von Juli 2020 waren 57,8 % Weiße, 18,7 % Hispanics und Latinos, 12,1 % Afroamerikaner, 5,9 % asiatische Amerikaner und 4,1 % multiethnische Amerikaner. Indianer Nordamerikas und Ureinwohner Alaskas machten 0,7 % aus. Es gibt 562 staatlich anerkannte Stämme; Kultur, Sprache und Religion sind zwischen ihnen sehr unterschiedlich. Europäische Kolonisten, versklavte Menschen vor allem aus Westafrika sowie spätere Einwanderung aus Europa, Asien und Lateinamerika prägten die Bevölkerung.
Die meistgesprochene Sprache ist amerikanisches Englisch. 2023 sprachen 245,5 Millionen Menschen zuhause ausschließlich Englisch, 41,3 Millionen Spanisch; weitere große Sprachgruppen waren Chinesisch, Tagalog, Vietnamesisch, Arabisch, Französisch, Koreanisch und Russisch. 32 Bundesstaaten hatten 2016 Englisch als Amtssprache. 22 % sprachen 2023 zuhause kein Englisch, doch nur 8,4 % davon kein „sehr gutes Englisch“. Der Zensus ermittelte 2011 insgesamt 382 Sprachen, darunter 169 indigene; Navajo hat rund 150.000 Sprecher.
Religion wird staatlich nicht erfasst. Nach Pew Research Center waren 2019 43 % Protestanten, 20 % Katholiken und 26 % konfessionslos. Regionale Unterschiede sind deutlich: Neuengland ist stärker katholisch, die Südstaaten evangelikal geprägt; Utah und Nachbarstaaten bilden ein Zentrum des Mormonentums.
Die Gesellschaft weist erhebliche Einkommens- und Vermögensungleichheit auf. Nach einem Klassenmodell von 1998 gehörten etwa 1 % zur Oberklasse, 15 % zur oberen Mittelklasse, jeweils etwa 32 % zur unteren Mittel- und Arbeiterklasse sowie etwa 20 % zur Unterklasse. 2009 besaß das oberste 1 % geschätzt 37,1 % des Gesamtvermögens, die unteren 80 % nur 12,3 %. Armut betrifft Schwarze und Hispanics überproportional. Das Land hat zudem eine sehr große Gefängnispopulation. Die Rate der Tötungsdelikte betrug 2017 5,3 pro 100.000 Einwohner; die Gewaltkriminalität ging seit ihrem Höhepunkt 1991 langfristig zurück. Die Todesstrafe ist umstritten; 23 Bundesstaaten hatten sie bis März 2021 abgeschafft.
Von indigenen Gesellschaften zur Weltmacht
Die frühesten gesicherten menschlichen Spuren in Alaska reichen 12.000 bis 14.000 Jahre zurück. Vor der europäischen Kolonisierung entstanden unterschiedliche indigene Kulturen mit Ackerbau, Handel, festen Siedlungen und Konföderationen. Zwischen 4000 und 1000 v. Chr. verbreiteten sich Keramik, Ackerbau und Sesshaftigkeit. Eingeschleppte Krankheiten, Kriege, Landnahme und Pelzhandel veränderten indigene Gesellschaften tiefgreifend. Die Zahl der Menschen nördlich des Rio Grande wird unterschiedlich eingeschätzt: Die Smithsonian Institution erhöhte ihre Schätzung auf drei Millionen.
Spanier gründeten 1565 St. Augustine in Florida; Jamestown in Virginia war ab 1607 die erste dauerhafte englische Kolonie. Aus Konflikten über Steuern und politische Vertretung entstand 1775 die Amerikanische Revolution. Der Kontinentalkongress erklärte am 4. Juli 1776 die Unabhängigkeit; Großbritannien erkannte die staatliche Souveränität der USA 1783 im Frieden von Paris an. Die Verfassung wurde am 17. September 1787 verabschiedet. Im 19. Jahrhundert dehnte sich das Land unter der Vorstellung des Manifest Destiny bis zum Pazifik aus. Dazu gehörten der Louisiana-Kauf von 1803 für 15 Millionen Dollar, der Krieg gegen Mexiko 1846–1848 und die gewaltsame Vertreibung indigener Gruppen in Reservate.
Der Sezessionskrieg von 1861 bis 1865 begann nach dem Austritt von elf Südstaaten und endete mit dem Sieg des Nordens sowie der gesetzlichen Abschaffung der Sklaverei. 1860 lebten etwa vier Millionen versklavte Menschen in den USA. Der Civil Rights Act von 1866 und der 14. Zusatzartikel von 1868 verliehen Schwarzen formal Bürgerrechte. Rassentrennung bestand dennoch fort, bis die Bürgerrechtsbewegung wichtige Änderungen durchsetzte: Der Civil Rights Act von 1964 erklärte sie für illegal, der Voting Rights Act von 1965 untersagte Wahlbenachteiligungen.
Industrialisierung und Einwanderung machten die USA zur führenden Wirtschaftsmacht des Kontinents. Nach dem Börsenkrach von 1929 brachte die Great Depression etwa 15 Millionen Arbeitslose bei rund 125 Millionen Einwohnern im Jahr 1932. Franklin D. Roosevelt reagierte mit dem New Deal, Finanzmarktregulierung und dem Social Security Act von 1935. Im Zweiten Weltkrieg wurden die USA nach Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 Kriegspartei und stiegen danach neben der Sowjetunion zur Supermacht auf. Im Kalten Krieg prägten Containment-Politik, Marshallplan, NATO, atomare Abschreckung, Korea- und Vietnamkrieg die Außenpolitik. Der Kalte Krieg endete 1991 mit dem Zerfall der Sowjetunion.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 begannen Kriege in Afghanistan und 2003 im Irak. Die Finanzkrise ab 2007 führte unter Barack Obama zu Konjunkturmaßnahmen, dem Dodd–Frank Act und dem Affordable Care Act. Die COVID-19-Pandemie verursachte hohe Opferzahlen und Jobverluste. Nach der Wahl 2020 erkannte Donald Trump seine Niederlage nicht an; am 6. Januar 2021 griffen seine Anhänger das Kapitol an. Trump gewann die Wahl 2024. Der Artikel beschreibt Bewertungen, nach denen die USA 2025 demokratische Qualität verloren und im V-Dem-Bericht 2026 erstmals seit über 50 Jahren nur noch als „elektorale Demokratie“ eingeordnet wurden.
Bundesstaat, Wahlen und internationale Rolle
Die USA sind ein präsidentieller Bundesstaat mit Zweikammersystem und Gewaltenteilung. Legislative, Exekutive und Judikative sind auf Bundesebene getrennt; zugleich besitzen die Bundesstaaten weitreichende Zuständigkeiten. Der Kongress besteht aus Repräsentantenhaus und Senat. Das Repräsentantenhaus hat 435 Mitglieder, die jeweils für zwei Jahre gewählt werden. Im Senat sitzen je zwei Senatoren pro Bundesstaat, insgesamt 100, mit sechsjähriger Amtszeit; alle zwei Jahre wird ein Drittel neu gewählt. Bundesgesetze müssen beide Kammern in gleicher Fassung beschließen. Der Präsident kann ein Veto einlegen, das der Kongress mit Zweidrittelmehrheit überstimmen kann.
Der Präsident ist Staats- und Regierungschef, Oberbefehlshaber der Streitkräfte und kann Executive Orders, also Dekrete mit Gesetzeswirkung, erlassen. Der 47. Amtsinhaber ist seit dem 20. Januar 2025 Donald Trump; Vizepräsident ist JD Vance. An der Spitze der Judikative steht der Oberste Gerichtshof. Die Verfassung wurde bislang durch 27 Zusatzartikel ergänzt.
Das relative Mehrheitswahlrecht begünstigt ein Zweiparteiensystem aus Demokraten und Republikanern. Kleinere Parteien wie Grüne oder Libertäre haben nur geringe Bedeutung. Die USA bestehen aus 50 Bundesstaaten; Washington, D.C., ist ein Bundesdistrikt. Puerto Rico und Guam sind die größten Außengebiete. Counties sind meist mit Landkreisen vergleichbare Verwaltungseinheiten. In manchen Orten Neuenglands entscheiden alle registrierten Wähler in einem town meeting direkt über lokale Fragen.
Außenpolitisch verbinden die USA Realismus, also die Sicherung von Macht und Interessen, mit dem Anspruch, Menschenrechte, Demokratie und Marktwirtschaft zu fördern. Vom frühen Isolationismus entwickelten sie sich besonders seit dem Zweiten Weltkrieg zu einer weltweit gestaltenden Macht. Sie sind Mitbegründer oder Mitglied unter anderem der UN, NATO, Weltbank und Welthandelsorganisation. Zugleich lehnen sie manche internationale Bindungen ab, wenn sie ihre Souveränität eingeschränkt sehen. Menschenrechtsorganisationen kritisieren unter anderem Todesstrafe, Haftbedingungen, Polizeigewalt, den Umgang mit Terrorverdächtigen und militärische Einsätze.
Die Streitkräfte sind global präsent und gelten als besonders technologisch fortschrittlich. 2023 betrugen die Militärausgaben rund 916 Milliarden US-Dollar; das waren 37 % der weltweiten Militärausgaben. Die USA waren das erste Land mit Atomwaffen und bislang das einzige, das sie im Krieg einsetzte.
Wirtschaft, Energie und Infrastruktur
Die USA haben die größte Volkswirtschaft der Welt. Das Bruttoinlandsprodukt betrug 2024 über 29,1 Billionen US-Dollar; das BIP pro Kopf lag 2023 bei 82.715 US-Dollar. Die Wirtschaft stützt sich besonders auf Dienstleistungen und Konsum: 2012 entfielen 77,6 % des realen BIP auf Dienstleistungen, 20,8 % auf das verarbeitende Gewerbe und 1,6 % auf die Landwirtschaft. Die USA sind der größte Verbrauchermarkt, 2023 der weltweit größte Importmarkt und nach China zweitgrößte Exportnation. Natürliche Ressourcen, Infrastruktur, Produktivität sowie hohe Forschungs- und Entwicklungsausgaben stärken die Wirtschaft.
2023 wuchs die Wirtschaft um 2,9 %, die Inflationsrate betrug 3,6 % und die Arbeitslosenquote 3,6 %. Gleichzeitig bestehen Armut und starke Ungleichheit: Die Armutsquote lag 2022 bei 11,6 %. Die Federal Reserve, kurz Fed, ist seit 1913 die Zentralbank und steuert unter anderem Geldmenge und Leitzinsen. Die Staatsverschuldung betrug im ersten Quartal 2025 36,214 Billionen US-Dollar.
Die Infrastruktur gilt als leistungsfähig, hat aber in Teilen hohen Investitionsbedarf. Die USA besitzen mit 6.586.610 km das längste Straßensystem und mit 293.564 km auch das längste Eisenbahnnetz der Welt. Güter werden vor allem per Lkw und Eisenbahn transportiert, der Personenfernverkehr überwiegend per Auto und Flugzeug. 2010 entfielen 87,2 % der Personenverkehrsleistung auf Kraftfahrzeuge und 11,6 % auf Flugzeuge. Der Luftverkehr verfügt über das größte zivile Luftfahrtsystem der Welt. Atlanta ist nach Passagieraufkommen der größte Flughafen. 2019 nutzten 89 % der Einwohner das Internet.
Beim Energieverbrauch dominierten 2019 Erdgas mit 35 %, Erdöl mit 31 %, Kohle mit 14 %, erneuerbare Energien mit 12 % und Kernkraft mit 8 %. Die erneuerbaren Energien wachsen: Ende 2020 lag die installierte Windleistung bei 122,3 GW. Die USA waren 2023 nach China der zweitgrößte CO₂-Emittent. Der Artikel nennt Kritik an einer unzureichenden nationalen Klimaschutzpolitik und am Ausstieg aus einem internationalen Klimaschutzabkommen unter Trump.
Kultur, Wissenschaft und Alltag
Die Kultur der USA entstand aus zahlreichen Einwanderungstraditionen, wurde zunächst stark von England geprägt und entwickelte im 20. Jahrhundert durch Massenmedien eine einheitlichere Populärkultur. Es gibt kein zentrales Kulturministerium; Förderung leisten unter anderem National Endowment for the Arts und National Endowment for the Humanities sowie in hohem Maß private Spenden. Die indigene Kultur ist sehr vielfältig und umfasst zahlreiche bedrohte Sprachen; Navajo ist mit rund 150.000 Sprechern die größte indigene Sprache.
Als wichtige eigenständige Musikformen entstanden Jazz, Blues und Country. Aus Blues und Country ging in den 1950er Jahren Rock ’n’ Roll hervor. Die Filmindustrie in Hollywood gehört zu den größten und ältesten der Welt. Theater, Literatur, Bildende Kunst und Architektur entwickelten eigene Formen, die sich im 20. Jahrhundert stärker von europäischen Vorbildern lösten. Massenmedien, Radio, Fernsehen, Computer und Internet verbreiteten sich in den USA früh. Der erste Zusatzartikel der Verfassung schützt die Pressefreiheit, deren Lage laut Artikel dennoch durch Misstrauen, den Rückgang lokaler Medien und politische Angriffe belastet ist.
Wissenschaft und Erfindungen besitzen einen hohen Stellenwert; die Verfassung schützt dafür Urheber- und Patentrechte. Die USA betreiben seit 1958 mit der NASA ein aktives Raumfahrtprogramm und sind bis heute das einzige Land, das Menschen zum Mond geschickt hat. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erhielten in den USA tätige Wissenschaftler etwa die Hälfte der Nobelpreise in den Naturwissenschaften.
Die Küche verbindet Zutaten indigener Gruppen mit Einflüssen von Einwanderern. Typisch sind unter anderem Truthahn, Mais, Ahornsirup, Apple Pie, Hamburger, Hotdogs sowie kreolische, Cajun- und Tex-Mex-Küche. Häufiger Fast-Food-Konsum wird im Artikel mit dem verbreiteten Übergewicht in Verbindung gebracht. Sportlich prägen American Football, Baseball und Basketball das Land; die wichtigsten Profiligen sind NFL, MLB, NBA und NHL. Die USA lagen am 4. Januar 2025 mit 3102 olympischen Medaillen, darunter 1219 goldenen, an der Spitze des ewigen Medaillenspiegels.