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đ Englisch Fachdidaktik StEX â Folge 20: Mehrsprachigkeit im Englischunterricht zusammengefasst!đđŁïžâš
Das Wichtigste aus dem Video
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Transkriptautomatisch erstellt · 52 Zeilen
- Hallo und herzlich willkommen. Wenn Sie sich gerade auf Ihr Staatsexamen im Fachenglisch vorbereiten, dann ist dieses Thema hier fĂŒr Sie absolut
- entscheidend. Mehrprachigkeit in der Grundschule. Und ich sag's gleich vorweg, vergessen Sie diese alte Vorstellung, dass Sprachenvielfalt
- irgendwie ein Problem ist. In den nÀchsten Minuten zeige ich Ihnen, wie Sie das Ganze als eine echte Superkraft im Klassenzimmer nutzen können. Also
- lassen Sie uns direkt reinstarten. Damit Sie im Examen auch wirklich die nötige Sicherheit haben, folgen wir einer ganz klaren Struktur. Wir fangen an mit dem
- grundlegenden Paradigmenwechsel, also dem groĂen Umdenken. Dann tauchen wir ein in das Kernkonzept des Translanguaging. Wir schauen uns an, was
- das fĂŒr Sie als Lehrkraft bedeutet und dann ganz wichtig, wird's richtig praktisch mit konkreten Beispielen fĂŒr den Unterricht. Und am Ende fassen wir
- die allerwichtigsten Punkte fĂŒr ihre PrĂŒfung zusammen. Fangen wir also mit dem Kern der Sache an, dem Paradigmenwechsel.
- Und hier geht es um viel mehr als nur eine neue Methode. Es ist ein wirklich fundamentaler Wandel in der Art, wie wir denken. Weg von dieser alten Annahme,
- Mehrsprachigkeit sei ein Defizit, hin zu der Erkenntnis, dass sie eine riesige Ressource ist. Genau diese Haltung ist die absolute Grundlage fĂŒr einen
- modernen und erfolgreichen Englischunterricht. Schauen wir uns diesen Gegensatz mal genauer an. Auf der einen Seite die veraltete Defizitsicht,
- die hat die sprachliche Vielfalt als eine Art Störfaktor gesehen, den man irgendwie beheben muss. Der ganze Fokus lag auf Fehlern. Der moderne Ansatz
- dagegen, die Ressourcenorientierung, sieht diese Vielfalt als einen echten Schatz. Wir konzentrieren uns also auf die Kompetenzen, die die Kinder ja schon
- mitbringen und wir fördern ganz gezielt ihre plurilinguale Entwicklung. Das heiĂt, die FĂ€higkeit, all ihre Sprachen flexibel und vernetzt zu nutzen. Und
- wissen Sie, diese neue Perspektive ist keine abstrakte Theorie. Sie ist eine absolute Notwendigkeit. Schauen Sie sich mal diese Zahl an. 41%.
- Das ist eine offizielle Zahl vom Statistischen Bundesamt aus dem Jahr 2023. Das ist der Anteil der SchĂŒlerinnen und SchĂŒler an unseren
- Schulen mit einer Einwanderungsgeschichte. Diese Grafik hier, die zeigt die RealitÀt in unseren Klassenzimmern ganz
- deutlich und aktuelle Entwicklungen, denken Sie nur an die Zuwanderung aus der Ukraine, verstÀrken diesen Trend ja noch. Mehrsprachigkeit ist also die
- Norm, nicht mehr die Ausnahme und das erfordert eben zwingend neue pÀdagogische AnsÀtze, die dieser Vielfalt auch wirklich gerecht werden.
- Und das hier ist der entscheidende Punkt. All das, was die Kinder bereits können, ist eine BrĂŒcke zum Englischen. Denken Sie nur mal an den positiven
- Transfer durch Kognaten, also Wörter, die in verschiedenen Sprachen Àhnlich klingen oder an Àhnliche grammatikalische Strukturen. Indem wir
- diese BrĂŒcken ganz aktiv nutzen, fördern wir nicht nur den Spracherwerb selbst, sondern auch das metalinguistische Bewusstsein der Kinder, also ihre
- Language Awareness. Sie fangen an ĂŒber Sprache nachzudenken, Systeme zu vergleichen und das ist pures Gold fĂŒr den Lernprozess. So und jetzt kommen wir
- zum theoretischen HerzstĂŒck, das diesen ressourcenorientierten Ansatz in die Praxis ĂŒbersetzt, das Konzept des Translanguaging.
- Also, was heiĂt Translanguaging genau? Es bedeutet, dass Kinder flexibel und funktional auf ihr gesamtes sprachliches Repertoire zurĂŒckgreifen. Und ganz
- wichtig ist hier, es geht nicht um ein unkontrolliertes Mischen oder einfaches Code Switching. Nein, es ist viel mehr der bewusste und gezielte Einsatz aller
- sprachlichen FÀhigkeiten als eine einzige vernetzte Werkzeugkiste. Damit können Sie dann komplexe Inhalte verstehen und sich auch viel besser
- ausdrĂŒcken. Und dieses Zitat hier illustriert die Wirkung in der Praxis einfach brillant. Eine zentrale Erkenntnis aus dem Forschungsprojekt
- Sprachen beflĂŒgeln zeigt ganz klar, wenn die Sprachen der Kinder im Unterricht wertgeschĂ€tzt und sichtbar gemacht werden, dann hat es einen enorm
- positiven Effekt auf ihre IdentitĂ€t, auf Ihr Selbstbewusstsein und auch auf Ihr ZugehörigkeitsgefĂŒhl in der Klasse. Tja, und was bedeutet das alles jetzt fĂŒr Sie
- als Lehrkraft? Nun, dieser Paradigmenwechsel erfordert auch ein ganz neues SelbstverstÀndnis. Weg von der Rolle der monolingualen AutoritÀt
- hin zur Rolle einer multilingualen Lernbegleiterin oder eines Lernbegleiters. Sie mĂŒssen nicht alle Sprachen ihrer SchĂŒlerinnen und SchĂŒler
- sprechen, darum geht es gar nicht, aber sie mĂŒssen eine Haltung vorleben, Offenheit, Neugier und ganz viel WertschĂ€tzung. Indem Sie auch mal ein
- bisschen Kontrolle abgeben und vielleicht sogar selbst zur Lernenden werden, schaffen sie eine angstfreie und positive LernatmosphÀre, in der Fehler
- einfach als Lernchancen gesehen werden. So, und jetzt wird es ganz konkret, wie bringen wir all diese Theorie denn nun in den Unterrichtsalltag? In diesem
- Abschnitt zeige ich Ihnen ein paar praxiserprobte Beispiele, die Sie direkt fĂŒr Ihre Examensplanung nutzen können. Vier didaktische Prinzipien sind hier
- ganz zentral. Erstens, Handlungsorientierung, das heiĂt Sprache in echten sinnvollen Kontexten anwenden. Zweitens SchĂŒlerorientierung, indem wir
- die Lebenswelten und die sprachlichen Biographien der Kinder mit einbeziehen. Drittens, Scaffolding, das bedeutet, wir stellen gezielte, unterstĂŒtzende GerĂŒste
- bereit. Und viertens, Taskbased Learning. Hier steht eine Aufgabe im Mittelpunkt und alle Sprachen dĂŒrfen als Werkzeug zur Lösung genutzt werden. Ein
- wirklich wunderbares Beispiel fĂŒr SchĂŒlerorientierung ist das sogenannte Sprachenportrait. Die Kinder visualisieren dabei ihre ganz
- persönliche sprachliche IdentitÀt. Das macht nicht nur ihre Ressourcen sichtbar, sondern ist auch ein unglaublich starker Akt der
- WertschĂ€tzung. Und sie können sich vorstellen, was das fĂŒr die Motivation der Kinder bedeutet. So, jetzt kommen wir zum Abschluss zum Fazit fĂŒr Ihr
- Staatsexamen. Hier fassen wir jetzt die wichtigsten Punkte noch mal zusammen und ich gebe Ihnen drei ganz entscheidende Tipps fĂŒr eine erfolgreiche PrĂŒfung mit
- auf den Weg. Im Examen punkten Sie immer mit einer differenzierten Betrachtung. Zeigen Sie die enormen Chancen auf. Gesteigerte Motivation, echte Inklusion
- und nicht zu vergessen die kognitiven Vorteile wie eine bessere Problemlösekompetenz. Aber und das ist entscheidend, benennen
- Sie auch die Herausforderungen und bieten Sie direkt Lösungen an. z.B. gezieltes Scaffolding gegen eine mögliche Ăberforderung und klare
- funktionale Regeln, damit die Zielsprache Englisch am Ende nicht zu kurz kommt. Das zeigt den PrĂŒfer, dass sie das Konzept wirklich reflektiert
- haben. Okay, und hier sind Ihre drei Toptipps fĂŒr die PrĂŒfung auf den Punkt gebracht. Erstens, argumentieren Sie konsequent und immer
- Ressourcenorientiert. Zweitens, wenn Sie ĂŒber Translanguaging sprechen, werden Sie immer super konkret. nennen Sie Praxisbeispiele, das wollen die PrĂŒfer
- hören. Und drittens schlagen Sie immer die BrĂŒcke zum Lehrplan. VerknĂŒpfen Sie das Thema mit ĂŒbergeordneten Zielen, wie z.B. der interkulturellen Kompetenz. Und
- damit entlasse ich Sie mit einer abschlieĂenden Frage, die auch weit ĂŒber das Examen hinausweist. Es geht am Ende nicht nur darum, sprachliche Vielfalt
- irgendwie zu managen. Die eigentliche, die groĂe Aufgabe fĂŒr uns als LehrkrĂ€fte ist es doch, sie mit Leben zu fĂŒllen und als das zu feiern, was sie ist. Ein
- wirklich unschÀtzbarer Reichtum.