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Fremdsprache

Eine Fremdsprache ist eine Sprache, die nicht die Muttersprache einer Person ist. Eine fremde Sprache eignet sich eine Person nur durch bewusstes Lernen …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Bedeutung
  2. 2. Fremdsprachen an deutschen Schulen
  3. 3. Mehrsprachigkeit in Luxemburg
  4. 4. Schweiz und Liechtenstein

Begriff und Bedeutung

Eine Fremdsprache ist eine Sprache, die nicht die Muttersprache einer Person ist. Sie wird durch bewusstes Lernen erworben, zum Beispiel in der Schule, in Sprachkursen oder autodidaktisch. Kinder können sie auch spielerisch erwerben, wenn sie im fremden Sprachraum leben.

Die Beherrschung mindestens einer Fremdsprache gilt in vielen Wirtschaftsbranchen als Schlüsselqualifikation. Genannt werden insbesondere das Hotelwesen, der Handel und die Forschung.

Fremdsprachen an deutschen Schulen

In Deutschland ist Englisch an allgemeinbildenden Schulen meistens die erste Fremdsprache. Weitere häufig unterrichtete Sprachen sind Latein, Französisch, Spanisch, Italienisch, Russisch, Dänisch und Niederländisch. Die meisten Schüler beginnen in der 3. Jahrgangsstufe mit Englisch. Zunehmend werden Kinder bereits in der Grundschule oder im Kindergarten spielerisch an die erste Fremdsprache herangeführt.

In der 6./7. und in der 9. Jahrgangsstufe müssen Schüler eine weitere Fremdsprache wählen. In der Jahrgangsstufe 11 kann jeweils noch eine weitere Sprache erlernt werden. Für das Abitur sind bundesweit Kenntnisse in mindestens zwei Fremdsprachen Voraussetzung.

In der DDR war Russisch an Oberschulen ab der 5. Klasse Pflicht. Ab der 7. Klasse gab es meist fakultativen Unterricht in Englisch oder Französisch. Eine zweite Fremdsprache war Voraussetzung für das Ablegen des Abiturs.

Eine Umfrage des IfD Allensbach aus den Jahren 2006 bis 2007 ergab, dass 45 % der übervierzehnjährigen Deutschen angaben, keine Fremdsprache zu sprechen oder zu verstehen.

Mehrsprachigkeit in Luxemburg

Der Fremdsprachenunterricht beginnt in Luxemburg bereits in der ersten Klasse. Damit soll die mehrsprachige und multikulturelle Identität des Landes bewahrt werden. Abgesehen vom Muttersprachunterricht in Luxemburgisch (Lëtzebuergesch) wird der Unterricht zunächst vollständig auf Deutsch gehalten.

Ab der zweiten Klasse kommt Französisch als zweite Fremdsprache hinzu. Im Lyzeum, also ab der 7./8. Klassenstufe, löst Französisch Deutsch als Unterrichtssprache ab. Der Unterricht in Luxemburgisch ist ab Klasse 8 freiwillig; dafür wird Englisch als dritte obligatorische Fremdsprache gewählt.

Im Klassischen Lyzeum kann ab Klassenstufe 8 auch Latein belegt werden. In diesem Fall muss Englisch ab der 9. Klasse als vierte Fremdsprache erlernt werden. In der Sekundarstufe II können Schüler außerdem die Sektion A wählen und weitere Sprachen wie Portugiesisch, Italienisch oder Spanisch belegen.

Schweiz und Liechtenstein

Im Schweizer und Liechtensteiner Schulsystem wird als erste Fremdsprache eine der vier Schweizer Landessprachen oder Englisch unterrichtet. Nach einer Kantonsumfrage der EDK für das Schuljahr 2022/23 gelten unterschiedliche regionale Regelungen: In der französischsprachigen Schweiz und in Italienischbünden ist Deutsch die Fremdsprache. Französisch ist erste Fremdsprache im Tessin sowie in den deutschsprachigen Kantonen an der Grenze zu französischsprachigen Gebieten, nämlich in beiden Basel, in Solothurn und in den deutschsprachigen Gebieten des Wallis, Berns und Freiburgs. Im Deutschbünden ist Italienisch oder Rätoromanisch erste Fremdsprache; in den anderen Bündner Sprachgemeinschaften ist es Deutsch. In Liechtenstein sowie in den übrigen deutschsprachigen Kantonen, darunter der gesamten Zentral- und Ostschweiz mit Zürich und Aargau, ist Englisch die erste Fremdsprache.

Wenn eine Landessprache die erste Fremdsprache ist, folgt normalerweise Englisch. Eine Ausnahme ist das Tessin, wo Deutsch die zweite Fremdsprache ist. Wo Englisch zuerst gelernt wird, also in der Zentral- und Ostschweiz sowie in Liechtenstein, ist Französisch die zweite Fremdsprache. In der Schweiz beginnt die erste Fremdsprache ab dem 5. Schuljahr (3. Klasse), die zweite in den meisten Kantonen ab dem 7. Schuljahr (5. Klasse). In Liechtenstein wird Englisch bereits im 3. Schuljahr und Französisch im 8. Schuljahr eingeführt.

Eine dritte Landessprache ist freiwillig und wird in der Oberstufe angeboten, allerdings in einigen Kantonen und in Liechtenstein nicht oder nicht flächendeckend. In der Deutschschweiz und in der Romandie ist Italienisch die dritte Sprache; im Graubünden sind es die dritte Kantonssprache oder Französisch. Im Tessin wird Englisch als dritte Sprache ab der Oberstufe unterrichtet. Für China, Frankreich, Österreich, Polen und die Vereinigten Staaten verweist der Artikel auf eigene Darstellungen zum jeweiligen Fremdsprachenunterricht.

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