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Die Weiße Rose (Musical)
Die Weiße Rose ist ein Musical in zwei Akten von Alex Melcher und Vera Bolten, das die Geschichte der Widerstandsgruppe Weiße Rose in der Zeit des …
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Überblick und Entstehung
Die Weiße Rose ist ein deutschsprachiges Musical in zwei Akten von Alex Melcher und Vera Bolten. Es erzählt die Geschichte der Widerstandsgruppe Weiße Rose während des Nationalsozialismus: von den ersten Ursprüngen der Gruppe bis zur Hinrichtung ihrer Mitglieder im Frühling 1943. Die Handlung spielt unter anderem in München und Ulm zwischen 1934 und 1943. Die Spieldauer beträgt 2 Stunden 20 Minuten. Die Uraufführung fand am 30. Juni 2025 im Festspielhaus Neuschwanstein statt.
Musik und Liedtexte stammen von Alex Melcher und Vera Bolten; das Buch und die Originalregie übernahm Vera Bolten. Im Mittelpunkt stehen Hans und Sophie Scholl, Willi Graf, Alexander Schmorell, Christoph Probst und der Philosophie-Dozent Kurt Huber. Weitere wichtige Figuren sind Inge Scholl, Traute Lafrenz, Fritz Hartnagel und der Präsident des Volksgerichtshofs, Roland Freisler.
Die Idee entstand aus der Faszination der Autoren für den Mut und die Kompromisslosigkeit von Sophie und Hans Scholl. Das Musical soll insbesondere Jugendlichen die Widerstandsgruppe näherbringen. Die Entwicklung verfolgte zwei Ziele: Die Ereignisse sollten historisch korrekt und verständlich dargestellt werden, zugleich sollte eine emotionale Nähe zu den Figuren entstehen. Die Weiße Rose Stiftung begleitete die Entstehung beratend. Bei den Aufführungen im Festspielhaus wurde außerdem die Wanderausstellung Weiße Rose. Der Widerstand von Studenten gegen Hitler, München 1942/43 gezeigt.
Vom Mitmachen zum Widerstand
Der erste Akt zeigt die schrittweise Abwendung der Geschwister Scholl vom nationalsozialistischen Regime. Zu Beginn sind Hans und Sophie zunächst von der Hitlerjugend begeistert. Mit seinem Studienbeginn in München lernt Hans Alexander Schmorell kennen. Über ihn begegnet er Traute Lafrenz und Christoph Probst.
Sophie muss vor ihrem Studium ihre Ausbildung und den Reichsarbeitsdienst absolvieren. Während dieser Zeit steht sie in engem Briefkontakt mit ihrem Freund Fritz Hartnagel. Der Einmarsch deutscher Truppen in Russland erschüttert die Freunde und verstärkt ihre Kritik an den politischen Entscheidungen und an der Lage in Deutschland.
Bei einem Diskussionsabend treffen Hans, Alexander, Christoph und Sophie, die inzwischen ebenfalls studiert, auf Willi Graf. Auch ihr Philosophie-Dozent Kurt Huber ist anwesend. Es entstehen erste politische Verbindungen. Ein wichtiger Anstoß ist eine kritische Predigt des Münsteraner Bischofs Clemens August Graf von Galen, die auf Flugblättern weitergereicht wird. Inspiriert davon verfassen Hans und Alexander die ersten vier Flugblätter und verschicken sie in kleiner Stückzahl an ausgewählte Adressen. Sophie und Willi entdecken jeweils eines dieser Flugblätter und schließen sich der Gruppe an.
Flugblätter, Verhaftung und Prozess
Im zweiten Akt verdichtet sich die Widerstandsarbeit. Hans begegnet Traute Lafrenz wieder, mit der er zuvor eine kurze Affäre hatte. Auf die Flugblätter angesprochen, weicht er zunächst aus; Traute versichert ihm jedoch ihre Unterstützung.
Hans, Alexander und Willi werden als Sanitäter an die Ostfront geschickt. Die Erfahrungen ihres Einsatzes in Russland führen dazu, dass sie neue Flugblattaktionen planen. Sophie organisiert während einer weiteren Zeit im Reichsarbeitsdienst Geld und Materialien für die Widerstandsarbeit. Berichte über den Krieg und Informationen über die Judenvernichtung bewegen die Gruppe dazu, ihre Aktionen auszuweiten. Auch Tumulte bei der Geburtstagsfeier der Universität verstärken ihren Tatendrang.
Hans bittet Christoph, der wegen seiner jungen Familie bisher nicht in die Planungen einbezogen worden war, einen Flugblatttext zu schreiben. Ende Januar 1943 befindet sich Fritz während des Rückzugs von Stalingrad in einem Lazarett in Lemberg. Kurt Huber, erschüttert vom Schicksal der 6. Armee in Stalingrad, verfasst ebenfalls ein Flugblatt und übergibt es Hans. Dieses sechste Flugblatt fordert die Studentenschaft zum Widerstand auf.
Die Freunde stellen das Flugblatt her und schreiben nachts regimekritische Parolen an Mauern. Am 18. Februar 1943 bringen Hans und Sophie einen Koffer voller Flugblätter in die Universität. Während einer Vorlesung verteilen sie die Blätter in den Gängen. Als Sophie Flugblätter von einer Balustrade wirft, werden beide entdeckt und festgenommen. Christoph wird durch seinen bei Hans gefundenen Entwurf ebenfalls überführt und verhaftet. Hans, Sophie und Christoph werden drei Tage verhört. Nach anfänglichem Leugnen bekennen sie sich überzeugt zu ihren Taten. In der letzten Szene verbinden sich der Prozess vor dem Volksgerichtshof und Szenen aus den Gefängniszellen, in denen die Mitglieder der Weißen Rose Abschiedsbriefe schreiben.
Musik und Aufführung
Das Musical enthält 14 Gesangsnummern, darunter „Heimat“, „Aufbruch“, „Vers la lumière“, „Sophies Walzer, Teil 1 und 2“, „Barbarossa“, „Von Galen“, „Von ewiger Unruhe“, „Ein Deutsches Flugblatt, Teil 1“ und „Ein deutsches Flugblatt, Teil 2“, „Was auch kommt“, „Heut und in Ewigkeit, Teil 1 und 2“ sowie „Harter Geist, weiches Herz“.
Die Begleitband besteht aus zwei Gitarren, einer elektrischen und einer akustischen, Keyboard, Schlagzeug, Violine, Violoncello und E-Bass. Die Musik verbindet laut der Rezeption melancholische Balladen, rockige Passagen und dynamischen Ensemblegesang. Sie bildet damit unterschiedliche innere Zustände und die Entwicklung der Figuren musikalisch ab.
Rezeption und Auszeichnungen
Zur Uraufführung wurde das Musical als bewegendes und aufwühlendes Stück mit packender, vielschichtiger Musik beschrieben. Hervorgehoben wurde, wie es den Weg von Sophie und Hans Scholl, Alexander Schmorell und ihren Freunden zum Widerstand gegen ein verbrecherisches Regime darstellt. Weitere Kritiken bezeichneten die Umsetzung als sensibel und gelungen. Die Musik wurde als emotionaler Soundtrack bewertet; zugleich wurde angemerkt, dass sie keinen „Musicalhit zum Mitpfeifen“ enthalte.
2025 erhielt Die Weiße Rose in sieben Kategorien den Deutschen Musical Theater Preis: als Bestes Musical, für die Besten Liedtexte von Alex Melcher und Vera Bolten, für das Beste Buch von Vera Bolten, für das Beste musikalische Gesamtbild von Sven Raff, Alex Melcher und Marc Tritschler, für die Beste Regie von Vera Bolten, für das Beste Lichtdesign von Andreas Hönig und für die Beste Choreografie von Bart De Clercq.