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Keyboard
Ein Keyboard (englisch electronic keyboard) (von englisch keyboard [ˈkiːbɔːd]: „Tastatur“) ist ein elektrophones Tasteninstrument.
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Grundidee und Entwicklung
Ein Keyboard ist ein elektrophones Tasteninstrument: Die Tasten lösen eine elektronische Klangerzeugung aus. Es ist mit Klavier und elektronischer Orgel verwandt, im Vergleich zu diesen Instrumenten aber meist kompakter und leichter zu transportieren. In einer Band bezeichnet „Keyboarder“ Spieler von Tasteninstrumenten, sofern sie nicht Klavier, Flügel, Akkordeon, Celesta oder Orgel spielen.
Die Entwicklung des Keyboards hängt eng mit elektronischen Orgeln und Synthesizern zusammen. Ende des 19. Jahrhunderts präsentierte Thaddeus Cahill das Dynamophon, den ersten Synthesizer; es erzeugte ausschließlich Sinustöne. Friedrich Trautwein entwickelte 1924 das Trautonium, das keine Klaviatur besaß, aber in Ganztönen gespielt werden konnte. 1934 schuf Laurens Hammond mit der Hammond-Orgel die erste elektrische Orgel. Sie mischte Sinustöne in verschiedenen Fußlagen und konnte dadurch auf jeder Taste komplexe Klänge erzeugen. Das später ergänzte Leslie-Kabinett wurde zu einem wichtigen Klangeffekt. Auf Grundlage des Trautoniums entstand ab den 1960er Jahren in der DDR der elektronische Klangerzeuger Subharchord.
Robert Moog entwickelte auf Basis der Arbeiten von Peter Mauzey den ersten rein elektronischen Synthesizer heutiger Bauart. Im Unterschied zu den gleichzeitig entstandenen Geräten von Don Buchla besaßen Moogs Geräte eine Tastatur. Weitere Entwicklungen waren in den 1970er Jahren das Synclavier und die Synthesizer-Orgel GX-1. Durch die digitale Klangerzeugung etablierte sich in den 1980er Jahren das heutige Keyboard. Mit der Verbreitung der Samplingtechnik wurden in den 1990er Jahren Digitalpianos populär.
Bauform und Anschlüsse
Die Tastatur ähnelt einer Klaviertastatur, unterscheidet sich aber meistens beim Anschlag und beim Spielgefühl. Portable Keyboards besitzen häufig 76, 61 oder 49 Tasten; zunehmend gibt es auch Modelle mit 37 oder 25 Tasten. Ein typisches Keyboard hat 61 Tasten. Meist entspricht die Tastenbreite der genormten Klaviertastatur mit 16,5 cm pro Oktave. Daneben existieren Versionen mit 16 mm breiten Tasten. Einfache Anfänger- und Kinderkeyboards können schmalere Tasten mit 14 cm pro Oktave besitzen. Besonders kompakte Geräte verwenden noch schmalere und kürzere Mikrotasten. Die Angaben dieses Artikelabschnitts sind laut Wikipedia allerdings nicht hinreichend belegt.
Schalter, Taster, Drehknöpfe und Schieberegler dienen zur Bedienung des Keyboards oder externer Geräte. Einige dieser Elemente stammen von der klassischen Orgel ab. Die meisten Keyboards zeigen Einstellungen auf einer Segmentanzeige, einem erweiterten LC-Display oder einem TFT-Bildschirm an.
Vor allem Homekeyboards enthalten oft Lautsprecher und benötigen daher keine externe Verstärkung. Auf der Rückseite befinden sich gewöhnlich der Stromanschluss sowie Audio-, MIDI- und Pedalanschlüsse, beispielsweise für ein Sustain- oder Piano-Pedal. Neuere Geräte können außerdem Disketten-, CD- oder Speicherkartenlaufwerke besitzen. Damit lassen sich zusätzliche Klangfarben, Begleitstile oder Songs im MIDI-Format als Voreinstellungen in den internen Speicher laden. Viele Keyboards können auch mit Batterien oder Akkus betrieben werden.
Elektronische Klangerzeugung
Beim Drücken einer Taste erzeugt das Keyboard durch elektronische Klangsynthese einen Ton mit einer bestimmten Tonhöhe. Als Klangquelle dient normalerweise ein Sample, also eine gespeicherte Klangaufnahme. Synthesizerähnliche Systeme verwenden stattdessen eine Oszillatorschaltung, die elektronische Schwingungen erzeugt.
Der Klang kann von mehreren Spieldaten abhängen. Velocity bezeichnet die Anschlagsgeschwindigkeit. Aftertouch erfasst die Bewegung beziehungsweise den Druck auf die Taste nach dem Anschlag. Auch die Dauer des Tastendrucks kann den Ton beeinflussen. Meistens wirkt dabei eine programmierbare ADSR-Hüllkurve, die den zeitlichen Verlauf eines Klangs steuert. Integrierte Effekte können das Ergebnis zusätzlich verändern.
Funktionen und Computerverbindung
Je nach Preis, Verwendungszweck und Qualität bieten moderne Keyboards unterschiedliche Zusatzfunktionen. Dazu gehören die synthetische Nachbildung realer Instrumente und ausgewählter Synthesizerklänge, eine steuerbare Begleitung mit Schlagzeug- und Instrumentenklängen einer Combo sowie die Aufnahme und Wiedergabe gespielter Musikdaten. Weitere Möglichkeiten sind das Erzeugen von Arpeggien aus angespielten Akkorden, Lernfunktionen mit programmierten Leuchttasten, das Abspielen und Weitergeben von MIDI-Dateien sowie das Speichern von Klang- und Begleitkonfigurationen. Auch Digitalpianos können solche Keyboardfunktionen besitzen oder als Mischform gebaut sein.
Fast alle Keyboards wurden zunächst mit einer MIDI-Schnittstelle ausgestattet. MIDI überträgt keine fertigen Klänge, sondern Steuerbefehle wie „Note-On“, „Note-Off“ und „Program Change“. Ein angeschlossener Computer setzt diese Befehle erst mithilfe eines Sequenzer- oder Synthesizerprogramms in Klang um. Früher nutzte MIDI einen besonderen Stecker; heute erfolgt die Verbindung häufig über den USB-Eingang des Computers.
Die Computerverbindung ermöglicht vor allem drei Anwendungen:
• Das eigene Spiel lässt sich als MIDI-Notenfolge aufnehmen, speichern und weiterverwenden. Mehrspurige MIDI-Dateien können mehrere Instrumente bis hin zu einem ganzen Orchester abbilden. Auch Audiodateien können erzeugt und gespeichert werden.
• Ein Keyboard kann einen Software-Synthesizer steuern und dadurch zusätzliche Klang- und Effektmöglichkeiten erschließen. Genannt werden Cubase, Studio One, Sonar, Music Producer, Synthesizer Workstation und Ableton; solche Programme können sowohl aufnehmen als auch Klänge erzeugen.
• MIDI-Dateien können in Notenblätter umgesetzt werden.
Einsatz, Ausbildung und Hersteller
Das verbreitete Homekeyboard wird besonders in der Hausmusik und Musikpädagogik eingesetzt. Hochwertigere, gut programmierbare Modelle nutzen häufig Alleinunterhalter in der Tanz- und Unterhaltungsmusik. Erweiterte MIDI-Funktionen ermöglichen es, automatisiert eine vollständige Band zu simulieren. Die dafür benötigten MIDI-Arrangements können Musiker selbst erstellen oder kaufen.
Im Tonstudio unterstützen sogenannte Workstations die Komposition und Produktion von Musikstücken. Masterkeyboards besitzen dagegen keine eigene Klangerzeugung. Sie steuern andere Geräte oder erzeugen MIDI-Daten, die auf einem Computer aufgenommen werden.
Viele professionelle Keyboarder wurden ursprünglich am Klavier oder an der Orgel ausgebildet. Zahlreiche Musikpädagogen empfehlen den Einstieg auf einem akustischen Tasteninstrument. Inzwischen bieten jedoch viele Musikschulen auch eine grundlegende Ausbildung am Portable Keyboard an, häufig verbunden mit Arrangement und Musikproduktion.
Zu den bekanntesten Herstellern gehören Yamaha, Roland, Korg, Casio und Medeli Electronics. Yamaha aus Japan gilt als mit Abstand größter Hersteller und deckt Einsteiger-, Mittelklasse- und Profimodelle ab. Roland aus Japan bietet ebenfalls eine vollständige Palette, zuletzt jedoch vor allem Instrumente für Einsteiger und die Mittelklasse. Korg aus Japan produziert für alle drei Bereiche. Casio aus Japan ist besonders für preisgünstige Einsteigerinstrumente bekannt. Medeli Electronics aus Hongkong stellt ebenfalls preisgünstige Instrumente her, die teilweise von Musikhäusern unter eigenen Markennamen verkauft werden.