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Zeit des Nationalsozialismus
Die NS-Zeit begann am 30. Januar 1933 mit der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler und endete am 8. Mai 1945 mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht …
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Kern und Voraussetzungen
Die Zeit des Nationalsozialismus, auch NS-Zeit oder NS-Diktatur genannt, bezeichnet die Jahre von 1933 bis 1945. Sie begann am 30. Januar 1933 mit Adolf Hitlers Ernennung zum Reichskanzler und endete am 8. Mai 1945 mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht. Hitler errichtete im Deutschen Reich eine von der NSDAP getragene Führerdiktatur. Ihre expansive, rassistische und antisemitische Politik führte zum Zweiten Weltkrieg sowie zu Massenverbrechen und Völkermorden. Die Epoche gilt deshalb als Zivilisationsbruch und als Tiefpunkt der deutschen und europäischen Geschichte.
Leitbild war eine rassisch und ideologisch gleichförmige „Volksgemeinschaft“ der angeblich „arischen“ „Herrenrasse“. Politische Gegner und Menschen, die nach der NS-Ideologie nicht dazugehören sollten, wurden entrechtet, verfolgt, in Konzentrationslager gesperrt und ermordet.
Der Aufstieg des Nationalsozialismus hatte keine monokausale Ursache. Wichtige Voraussetzungen lagen im 19. Jahrhundert verbreiteten nationalistischen, rassistischen, antisemitischen und chauvinistischen Vorstellungen sowie in der Krise der bürgerlich-liberalen Ordnung. Faschismus und Nationalsozialismus verbanden reaktionäre und revolutionäre, traditionalistische und modernistische Elemente und richteten sich gegen Liberalismus, Demokratie, Sozialismus und Kommunismus.
Der Erste Weltkrieg schuf zentrale politische, soziale und wirtschaftliche Bedingungen. Die Niederlage von 1918 wurde durch die Dolchstoßlegende und die Behauptung von den „Novemberverbrechern“ verschwörungstheoretisch gedeutet: Juden und Sozialdemokraten hätten dem angeblich siegreichen Heer in den Rücken gefallen. Der Versailler Vertrag, der in Artikel 231 Deutschland und seinen Verbündeten die Kriegsschuld zuwies, Gebiets- und Kolonialverluste sowie Rüstungsbeschränkungen brachte und Reparationsforderungen begründete, wurde als „Versailler Diktat“ bekämpft.
Die Hyperinflation bis 1923 enteignete Besitzer von Staatsanleihen und Sparguthaben faktisch. Die Weltwirtschaftskrise, die Bankenkrise von 1931, eine verschärfende Deflationspolitik und etwa fünf Millionen Arbeitslose zerstörten zusätzlich Vertrauen in die Weimarer Demokratie. Undemokratische Eliten blieben in Staat, Justiz und Hochschulen einflussreich. Politische Gewalt zwischen SA, kommunistischen Verbänden und anderen Wehrverbänden verstärkte die Instabilität.
Aufstieg der NSDAP und Machtübernahme
Die NSDAP entstand 1920 durch die Umbenennung der Deutschen Arbeiterpartei. Ihr am 24. Februar 1920 vorgestelltes 25-Punkte-Programm war antidemokratisch, völkisch-nationalistisch, rassistisch und vor allem antisemitisch. Die Parteizeitung Völkischer Beobachter verbreitete ihre Propaganda. Hitler, seit September 1919 Mitglied der DAP, wurde 1921 zum „Ersten Vorsitzenden mit diktatorischer Machtbefugnis“ gewählt. Im Oktober 1921 entstand die Sturmabteilung (SA), die zunächst vor allem bei Saalschlachten eingesetzt wurde.
Im Krisenjahr 1923 versuchte Hitler mit Unterstützung Erich Ludendorffs einen Putsch nach dem Vorbild von Mussolinis „Marsch auf Rom“. Der „Marsch auf die Feldherrnhalle“ in München wurde am 9. November von der bayerischen Landespolizei niedergeschlagen. Hitler erhielt im Prozess nur fünf Jahre Festungshaft, wurde aber bereits nach sechs Monaten auf Bewährung entlassen. Während der Haft diktierte er Rudolf Heß „Mein Kampf“. Das NSDAP-Verbot vom 23. November 1923 wurde durch Tarnorganisationen umgangen. Nach der Haftentlassung am 20. Dezember 1924 setzte Hitler auf eine legale Eroberung der Macht. Die NSDAP wurde am 27. Februar 1925 neu gegründet; ein Redeverbot gegen Hitler galt in mehreren Ländern bis 1927 beziehungsweise 1928.
Der gescheiterte Volksentscheid gegen den Young-Plan und die Weltwirtschaftskrise begünstigten den Mandatszuwachs der NSDAP. Sie gewann Arbeiter, Mittelstand und Landwirte und wurde als „Volkspartei des Protests“ bezeichnet. 1932 war sie bei den Reichstagswahlen im Juli und November stärkste Fraktion. Gemeinsam mit den Kommunisten bildete sie eine negative Mehrheit, die parlamentarische Arbeit blockierte. Hitler lehnte die Vizekanzlerschaft ab und verlangte die Kanzlerschaft. Nach dem Scheitern der Kabinette Papen und Schleicher ernannte Reichspräsident Paul von Hindenburg Hitler am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler. Spenden der Großindustrie spielten vor 1933 laut Artikel nur eine geringe Rolle; die NSDAP finanzierte sich weitgehend selbst.
Diktatur und Gestaltung der Gesellschaft
Nach Hitlers Ernennung wurden Grundrechte rasch beseitigt. Die Verordnung zum Schutze des Deutschen Volkes vom 4. Februar 1933 schränkte Presse-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit ein. Nach dem Reichstagsbrand vom 27. Februar folgte die Reichstagsbrandverordnung. Mitglieder von KPD, SPD, kommunistischen und sozialistischen Gruppen sowie der freien Gewerkschaften wurden misshandelt, in „Schutzhaft“ genommen und in provisorischen Haftstätten der SA gefoltert. Im März 1933 nahm das KZ Dachau als dauerhaft geplantes Konzentrationslager den Betrieb auf.
Bei der Reichstagswahl vom 5. März 1933 verfehlte die NSDAP die absolute Mehrheit. Das Ermächtigungsgesetz vom 24. März gab der Regierung jedoch für zunächst vier Jahre fast uneingeschränkte Gesetzgebungsbefugnisse. Das Gesetz gegen die Neubildung von Parteien vom 14. Juli 1933 machte die NSDAP zur einzigen zugelassenen Partei. Durch die Gleichschaltung verloren Länder, Vereine, Verbände, Gewerkschaften, Medien, Kultureinrichtungen und die Justiz ihre Eigenständigkeit. Der Reichstag blieb bis 1945 als Scheinparlament bestehen.
Im Zuge der „Niederschlagung des Röhm-Putsches“ ließ Hitler Ende Juni beziehungsweise Anfang Juli 1934 Ernst Röhm, dessen Umfeld und weitere Gegner ermorden. Dadurch gewann er die Unterstützung der Reichswehr. Nach Hindenburgs Tod am 2. August 1934 vereinigte Hitler die Ämter des Reichspräsidenten und Reichskanzlers und nannte sich „Führer und Reichskanzler“. Reichswehr und Beamte wurden auf seine Person vereidigt. Das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums ermöglichte die Entlassung jüdischer und regimekritischer Beschäftigter.
Die propagierte Volksgemeinschaft versprach die Aufhebung sozialer Gegensätze, beruhte aber wesentlich auf Gewalt, Ausgrenzung und ständiger Anpassung. Propaganda, Massenrituale, Hitlergruß, Reichsparteitage, der Führergeburtstag am 20. April und der Personenkult sollten Zustimmung erzeugen. Das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda unter Joseph Goebbels steuerte Presse und Rundfunk. Die Abdeckung mit Radiogeräten stieg von 25 Prozent der Haushalte 1933 auf 65 Prozent 1941.
Die Deutsche Arbeitsfront ersetzte die zerschlagenen Gewerkschaften. „Kraft durch Freude“ bot verbilligte Reisen, Urlaub und Kultur; die Zahl der Teilnehmer an KdF-Urlaubsfahrten stieg von 2,3 Millionen 1934 auf 10,3 Millionen 1938, wobei vor allem Mittelschichten profitierten. Die NS-Volkswohlfahrt und das Winterhilfswerk mobilisierten Pflicht- und Opferbereitschaft, etwa beim monatlichen Eintopfsonntag. Frauen wurden vor allem auf Ehe, Mutterschaft und Haushalt festgelegt. Ehestandsdarlehen von 500 bis 1000 Reichsmark wurden mit jedem Kind zu einem Viertel erlassen. Gleichzeitig sank die durchschnittliche Kinderzahl in Ehen von 2,3 in den 1920er Jahren auf 1,8 in den 1940 geschlossenen Ehen. Die Zahl weiblicher Erwerbspersonen stieg 1933 bis 1939 dennoch um 1,3 Millionen.
Jugendliche sollten vom Jungvolk über die Hitlerjugend bis zu Erwachsenenorganisationen zu „ganzen Nationalsozialisten“ geformt werden. Gefolgschaftstreue, „Blut und Boden“, „arische“ Herrschaft sowie Hass auf angebliche „Volksschädlinge“ wurden vermittelt. Biologie, Erdkunde, Geschichte, Deutsch und Sport erhielten rassistische und antisemitische Inhalte. Eine vollständige ideologische Durchdringung der Schulen gelang jedoch nicht überall. Im Sport wurden Juden und Demokraten 1933 aus Vereinen gedrängt, Arbeitersportorganisationen geschlossen und kirchliche Sportorganisationen 1936 beseitigt. Sport sollte Fitness, Härte, Mut und Disziplin für die militärische Leistungsfähigkeit fördern.
Die Kultur diente überwiegend der Propaganda. Bevorzugt wurden antimoderner Realismus, heroische Darstellungen, kleinbürgerliche Idylle, „Blut und Boden“, Mutterschaft und Krieg. Moderne Kunst, etwa Neue Sachlichkeit und Expressionismus, wurde als „entartet“ verfolgt und verbrannt. In Forschung und Medizin wurden Rassenhygiene, Lebensborn und Krankenmorde wie „Aktion T4“, „Aktion Brandt“ und „Kinder-Euthanasie“ ideologisch gerechtfertigt. Der Naturschutz wurde 1933 bis 1935 gleichgeschaltet und durch das Reichsnaturschutzgesetz neu geregelt; jüdische Mitglieder wurden ausgeschlossen, und die Praxis blieb hinter dem gesetzlichen Anspruch zurück.
Recht, Terror, Religion und Aufrüstung
Der NS-Staat hob bereits ab Februar 1933 das demokratische Rechtsetzungsverfahren und die Gewaltenteilung faktisch auf. Die Weimarer Verfassung blieb formal bestehen, wurde aber durch das Ermächtigungsgesetz und die Reichstagsbrandverordnung ausgehebelt. Als neue Rechtsquelle trat der Führererlass hinzu, den NS-Juristen über andere Rechtsquellen stellten. Sondergerichte, Schutzhaft, Folter und die Berufung auf das „gesunde Volksempfinden“ ermöglichten politische Verfolgung. Strafrecht wurde teilweise rückwirkend und analog angewandt. Der Täter und die angenommene Gefahr für die „Volksgemeinschaft“ waren wichtiger als die konkrete Tat. 1935 wurde § 175 RStGB gegen männliche Homosexualität massiv verschärft; 1936 entstand eine Reichszentrale zur Bekämpfung der Homosexualität und der Abtreibung. Der 1934 geschaffene Volksgerichtshof verhängte bis Juni 1944 5375 Todesurteile; für Juli 1944 bis April 1945 werden etwa 2000 weitere geschätzt.
Gestapo, SS, SD und Sicherheitspolizei bildeten den Terrorapparat. SA und Stahlhelm wurden zeitweise als Hilfspolizei eingesetzt. Die Gestapo hatte etwa 32.000 Mitarbeiter und stützte sich zusätzlich auf NS-Sympathisanten und Denunzianten. Konzentrationslager dienten der Inhaftierung, Einschüchterung, Folter und Ermordung politischer Gegner sowie weiterer verfolgter Gruppen.
Die Kirchenpolitik war widersprüchlich. Die Deutschen Christen unterstützten zunächst die Gleichschaltung der evangelischen Kirchen. Die Bekennende Kirche wandte sich mit der Barmer Theologischen Erklärung gegen staatliche Eingriffe und den totalen Staat, wurde aber ab 1937 zunehmend kontrolliert und viele Vertreter wurden inhaftiert. Die katholische Kirche schloss am 22. Juli 1933 das Reichskonkordat; im Gegenzug sollte sie sich politisch zurückhalten. Dennoch wurden katholische Gruppen angegriffen. Die Enzyklika „Mit brennender Sorge“ von 1937 kritisierte die NS-Kirchenpolitik und die Rassenunterscheidung. Zeugen Jehovas wurden 1933 verboten; etwa 10.000 wurden inhaftiert, 2000 davon in Konzentrationslagern, und 1200 hingerichtet oder ermordet. Andere kleine Religionsgemeinschaften wurden je nach Anpassung und politischen Rücksichten unterschiedlich behandelt.
Die Reichswehr wurde nach Hindenburgs Tod auf Hitler vereidigt und nach der Wiedereinführung der Wehrpflicht am 16. März 1935 in Wehrmacht umbenannt. 1939 hatte sie 2,75 Millionen Mann. Die Rüstungsausgaben stiegen von 1,9 Milliarden Reichsmark 1933 auf 10,3 Milliarden 1936 und 17,2 Milliarden 1938; 1938 entsprachen sie 74 Prozent aller Staatsausgaben. Die Aufrüstung wurde durch Mefo-Wechsel und weitere Kredite finanziert. Der Vierjahresplan von 1936 sollte Armee und Wirtschaft binnen vier Jahren kriegsfähig machen.
Expansion und Zweiter Weltkrieg
Die Außenpolitik sollte die Niederlage von 1918 revidieren und Deutschlands Großmachtstellung erweitern. Deutschland trat 1933 aus dem Völkerbund aus, führte 1935 die allgemeine Wehrpflicht wieder ein, baute die Wehrmacht aus und besetzte am 7. März 1936 das entmilitarisierte Rheinland. Das Saarland kehrte nach einem Plebiszit mit 90,8 Prozent Zustimmung zum Deutschen Reich zurück. 1938 folgten der „Anschluss“ Österreichs am 12. März und durch das Münchner Abkommen vom 29. September die Eingliederung des Sudetenlandes. Im März 1939 wurden Böhmen und Mähren zum Protektorat, das Memelland wurde annektiert. Im August 1939 schloss Hitler mit der Sowjetunion den deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt; ein geheimes Zusatzprotokoll teilte Polen für den Kriegsfall auf.
Der Überfall auf Polen am 1. September 1939 löste den Zweiten Weltkrieg aus. Deutschland annektierte Westpolen, während das Zentrum zum Generalgouvernement wurde; die Rote Armee besetzte am 17. September Ostpolen. 1940 besetzte die Wehrmacht Dänemark und Norwegen und besiegte Luxemburg, die Niederlande, Belgien und Frankreich. Die geplante Invasion Großbritanniens wurde abgesagt, weil Deutschland in der Luftschlacht um England trotz eines zahlenmäßigen Vorteils bei den Piloten von 6:1 keine Lufthoheit errang. 1940/41 wurden Jugoslawien und Griechenland besetzt. Ungarn, Rumänien und Bulgarien wurden Verbündete, und deutsche Truppen unterstützten Italien in Nordafrika.
Am 22. Juni 1941 begann mit „Unternehmen Barbarossa“ der Überfall auf die Sowjetunion. Der als Vernichtungskrieg geplante Feldzug führte deutsche Truppen bis vor Moskau, Leningrad und Stalingrad. Die besetzten Ostgebiete wurden ausgeplündert und in Reichskommissariate gegliedert. Der „Generalplan Ost“ sah die Dezimierung der slawischen Völker um insgesamt 30 Millionen und die Unterdrückung der übrigen Bevölkerung vor. Nach dem Hungerplan wurden landwirtschaftliche Erzeugnisse nach Deutschland geschafft; mindestens vier Millionen Menschen verhungerten in den besetzten sowjetischen Gebieten. Für die Planung wurden bis zu 30 Millionen Hungertote einkalkuliert. Bei sowjetischen Kriegsgefangenen nennt der Artikel unterschiedliche Zahlen: insgesamt starben rund 3,1 Millionen in deutscher Gefangenschaft; im Zusammenhang mit dem Hungerplan werden 2,6 Millionen verhungerte Gefangene genannt.
Die Kriegswende kam im Herbst und Winter 1942/43 mit El Alamein und Stalingrad. 1943 kapitulierten die Achsenmächte in Nordafrika; im Atlantik endete Mitte 1943 der deutsche U-Boot-Erfolg. Ab Frühjahr und Sommer 1944 errangen die westalliierten Luftstreitkräfte fast vollständige Luftherrschaft. Am 6. Juni 1944 begann die Invasion in der Normandie. Im April 1945 erreichten sowjetische Truppen Berlin; Hitler beging am 30. April Suizid. Die Wehrmacht kapitulierte am 7. Mai, rechtswirksam am 8. Mai 1945. Der Krieg in Südostasien dauerte bis zum 2. September 1945. Weltweit starben über 62 Millionen Menschen.
Völkermord, Zwangsarbeit und Widerstand
Die Verfolgung der Juden begann unmittelbar nach der Machtübernahme mit SA-Terror, Berufsverboten, dem Boykott jüdischer Geschäfte am 1. April 1933 und dem Arierparagraphen im Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933. Die Nürnberger Gesetze von 1935 verankerten die rassistische Entrechtung. 1938 folgten „Arisierungen“, zusätzliche Namens- und Kennzeichnungsvorschriften, die Polenaktion und die Novemberpogrome mit der Zerstörung von 1400 Synagogen, Betstuben und Versammlungsräumen sowie Tausenden Geschäften und Wohnungen. Ab Oktober 1941 wurden Juden in Ghettos und Lager deportiert und ermordet. Die jüdische Emigration aus Deutschland lag 1933 bei 37.000–38.000, 1939 bei 75.000–80.000 und 1941 bei 8000; insgesamt emigrierten etwa 200.000 politisch oder rassisch Verfolgte.
Der Holocaust war der systematische Mord an etwa sechs Millionen europäischen Juden. Er umfasste Massenerschießungen durch Einsatzgruppen, Deportationen, Ghettos, Zwangsarbeit, Gaswagen und Vernichtungslager. Auf der Wannseekonferenz am 20. Januar 1942 wurden europaweite Deportationen von bis zu 11 Millionen Juden organisatorisch abgestimmt. Ab Sommer 1942 konzentrierten sich die Massenmorde in Auschwitz-Birkenau auf industrielle Vergasung. Die NS-Täter verschleierten die Verbrechen mit Begriffen wie „Umsiedlung“ und „Sonderbehandlung“. Der Mord war in Deutschland ein „offenes Geheimnis“: Viele Menschen konnten durch öffentliche Deportationen, das Verschwinden von Nachbarn, Frontberichte und alliierte Rundfunksendungen davon wissen. Das Museum des Holocaust nennt für 2013 über 42.500 Orte der Gewalt im besetzten Europa.
Weitere Opfer waren Sinti und Roma, Slawen, Homosexuelle, Menschen mit Behinderungen, politische Gegner und sowjetische Kriegsgefangene. Bei den Zahlen gibt es unterschiedliche Angaben: Für den Völkermord an Sinti und Roma nennt der Artikel bis zu 500.000, an anderer Stelle mindestens 100.000; für ermordete Menschen mit Behinderungen etwa 100.000 beziehungsweise etwa 200.000. Die „Aktion T4“ ermordete Menschen in psychiatrischen Anstalten durch Gaswagen und Kohlenstoffmonoxid; ihre Täter wurden später in den Vernichtungslagern eingesetzt.
Etwa neun Millionen Menschen wurden bei Kriegsende als Zwangsarbeiter eingesetzt, viele unter unmenschlichen Bedingungen. Kinder von Zwangsarbeiterinnen kamen in „Ausländerkinderpflegestätten“, wo sie verkümmern sollten. Zehntausende polnische Kinder wurden wegen zugeschriebener „rassischer Merkmale“ nach Deutschland verschleppt; andere wurden in Konzentrationslagern ermordet.
Widerstand leisteten kommunistische und sozialdemokratische Gruppen, die Bekennende Kirche, Georg Elser, die Weiße Rose, Edelweißpiraten, die Rote Kapelle, militärische Kreise und Einzelpersonen. Das Attentat vom 20. Juli 1944 und die „Operation Walküre“ scheiterten; über 200 Beteiligte wurden zum Tode verurteilt. In den besetzten Gebieten kämpften unter anderem die Polnische Heimatarmee und die Résistance. Deutsche Vergeltungsaktionen führten dort zu massenhaften Geiselerschießungen und zur Ermordung ganzer Dorfgemeinschaften.