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Deutsche Sprache

Die heutige deutsche Standardsprache entwickelte sich überwiegend aus den hochdeutschen Dialekten und fungiert als überregionale Dachsprache für sowohl hoch- …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Definition und weltweite Bedeutung
  2. 2. Sprachgeschichte, Lautwandel und Verschriftlichung
  3. 3. Dialekte, Standards und sprachliche Struktur
  4. 4. Wortschatz, Fremdeinflüsse und Standardisierung
  5. 5. Sprecher, rechtlicher Status und regionale Verbreitung
  6. 6. Deutsch als Fremdsprache und internationale Sprache

Definition und weltweite Bedeutung

Deutsch ist eine westgermanische Sprache innerhalb der indogermanischen und germanischen Sprachfamilie. Weltweit hat Deutsch etwa 90 bis 105 Millionen Muttersprachler und rund 80 Millionen Zweit- und Fremdsprachler. Die Zahlen sind unsicher, weil Sprachzugehörigkeit und Bilingualität in vielen Ländern nicht vollständig erfasst werden und die Einordnung mancher Varietäten, etwa des Elsässischen, Luxemburgischen oder Limburgischen, umstritten ist.

Deutsch ist eine plurizentrische Sprache. Das bedeutet, dass es mehrere regionale Standardvarietäten gibt: bundesdeutsches Deutsch, österreichisches Deutsch und schweizerisches Deutsch. Mit geringerem Grad an normativer Selbstständigkeit werden außerdem Standardvarietäten Belgiens, Südtirols, Liechtensteins und Luxemburgs unterschieden. Der gemeinsame standardisierte Wortschatz dieser Zentren heißt Gemeindeutsch.

Das geschlossene deutsche Sprachgebiet umfasst vor allem Deutschland, Österreich, die Deutschschweiz, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien, Südtirol, das Elsass, den Nordosten Lothringens und Nordschleswig. Deutsch ist die meistgesprochene Muttersprache der Europäischen Union. Amtssprache ist es in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg, Belgien und der Europäischen Union. Regional oder lokal besitzt Deutsch unter anderem in Südtirol, in einigen Gemeinden der Slowakei und in sechs Gemeinden Brasiliens offiziellen Status. In Namibia ist Deutsch eine gesetzlich anerkannte Nationalsprache; in Polen kann es in zahlreichen Gemeinden Hilfssprache sein, in Paraguay ist es in autonomen Mennonitenkolonien offizielle Zweitsprache und in Nordschleswig Verkehrs- und Verwaltungssprache der deutschen Minderheit.

Die deutsche Standardsprache überdacht den größten Teil eines Dialektkontinuums. Benachbarte Mundarten sind meist gegenseitig verständlich, während die Unterschiede mit wachsender Entfernung zunehmen. Historisch gehören auch Althochdeutsch und Mittelhochdeutsch zum Deutschen. Jiddisch entwickelte sich aus dem Mittelhochdeutschen jedoch unter starken slawischen und hebräischen Einflüssen als eigenständige Sprache weiter. Auch die deutschbasierte Kreolsprache Unserdeutsch gilt als eigenes sprachliches System.

Sprachgeschichte, Lautwandel und Verschriftlichung

Die Entwicklung des Deutschen lässt sich häufig in vier Sprachstufen gliedern:

  • Althochdeutsch (750–1050): Die zweite Lautverschiebung trennte es von anderen kontinentalwestgermanischen Dialekten. Sie führte unter anderem zu Lauten wie pf in Pfeife und ts in Katze. Voll ausgeprägte Nebensilben enthielten grammatische Informationen; Kasus und Numerus wurden stark durch Endungen markiert. Althochdeutsch bestand aus verschiedenen Schreib- und Mundartgruppen, besonders Alemannisch, Bairisch und Fränkisch.
  • Mittelhochdeutsch (1050–1350): Die Abschwächung der Nebensilben ließ Teile des Kasussystems zusammenbrechen. Der Artikel entwickelte sich als Ersatz für verlorene grammatische Kategorien. Die Sprache wurde analytischer. Ritterliteratur, höfische Dichtung, Minnesang, das Nibelungenlied und erste weltliche Sachtexte prägten diese Zeit; zugleich kamen zahlreiche französische Lehnwörter hinzu.
  • Frühneuhochdeutsch (1350–1650): Eine überregionale deutsche Schriftsprache entstand. Wichtige Lautentwicklungen waren die neuhochdeutsche Diphthongierung und die mitteldeutsche Monophthongierung. Außerdem traten Apokope, Synkope, Dehnung in offenen Tonsilben und die Großschreibung von Nomen hervor. Druck, Schulen, Universitäten, Städte, Bürgertum, Humanismus und Reformation förderten die Schriftlichkeit.
  • Neuhochdeutsch (ab 1650): Die überregionale und zunehmend normierte Standardsprache entwickelte sich weiter, während die Dialekte fortbestanden. Die deutsche Schriftsprache entstand durch komplexe Normierungs- und Ausgleichsprozesse, nicht aus nur einem einzelnen Ortsdialekt.

Die Ausgliederung des Deutschen aus dem Germanischen erfolgte in drei größeren Vorgängen: vom 4. bis 7. Jahrhundert die Differenzierung des Spätgemeingermanischen in frühmittelalterliche Stammesdialekte, im 7. bis 9. Jahrhundert die Integration im Fränkischen Reich zum Althochdeutschen und ab dem 15./16. Jahrhundert die hochsprachliche Überschichtung auf mittel- und südostdeutscher Grundlage. Auch niederdeutsche Varietäten wurden dabei in die deutsche Sprachgemeinschaft einbezogen.

Niederdeutsch nahm an der zweiten hochdeutschen Lautverschiebung nicht oder nur geringfügig teil. Hochdeutsche Dialekte südlich der Benrather Linie weisen sie dagegen teilweise oder vollständig auf. Die Diphthongierung ging vom Südosten aus und fehlte im niederdeutschen Norden sowie im alemannischen Südwesten; die Monophthongierung ging vom mitteldeutschen Raum aus und wurde im bairischen Südosten nicht vollzogen.

Die Verschriftlichung erfolgte im Mittelalter zunächst überwiegend mit lateinischen Buchstaben. Frühe Zeugnisse sind das Wessobrunner Gebet um 790, das Hildebrandslied kurz nach 800 und Otfrieds Evangelien-Harmonie im 9. Jahrhundert. Die deutsche Urkundensprache breitete sich ab dem ausgehenden 12. Jahrhundert aus; der Mainzer Landfriede von 1235 war das erste deutschsprachige Reichsgesetz. Durch Reformation und Bibelübersetzung gewann Deutsch stark an Bedeutung. 1570 waren noch 70 % der in Deutschland gedruckten Bücher lateinisch, um 1730 nur noch 30 %. Gegen 1800 verschwand Latein als allgemeine Schriftsprache weitgehend.

Dialekte, Standards und sprachliche Struktur

Die Bezeichnungen Hochdeutsch und Niederdeutsch hatten ursprünglich eine geografische Bedeutung. Später bezeichnete Hochdeutsch alle kontinentalwestgermanischen Varietäten, die an der zweiten Lautverschiebung beteiligt waren. Die heutige Standardsprache entstand vor allem aus mittel- und oberdeutschen, besonders ostmitteldeutschen und südostdeutschen Formen. Sie ist eine überregionale Dachsprache für hochdeutsche und niederdeutsche Varietäten sowie einige niederfränkische Dialekte.

Die hochdeutschen Dialekte werden in mitteldeutsche und oberdeutsche Gruppen eingeteilt. Als wichtige Grenze gilt heute die Speyerer Linie, etwa die Appel-/Apfel-Linie; im Westen wird auch die Germersheimer Linie, die Pund-/Pfund-Linie, verwendet. Die Benrather Linie mit maken/machen gilt meist als Nordgrenze des Hochdeutschen. Zu den mitteldeutschen Gruppen gehören unter anderem Mittel- und Rheinfränkisch, Hessisch, Thüringisch und Obersächsisch. Zu den oberdeutschen Gruppen gehören Alemannisch, Schwäbisch, Bairisch und Ostfränkisch. Niederdeutsch oder Platt umfasst unter anderem Westfälisch, Ostfälisch, Nordniedersächsisch, Mecklenburgisch-Vorpommersch und Märkisch.

Niederdeutsch wird von seinen Sprechern meist als eigenständige Sprache verstanden und besitzt in Deutschland und den Niederlanden den Status einer Regionalsprache nach der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen. Die kleverländischen niederfränkischen Varietäten am Niederrhein sind enger mit niederländischen Mundarten verwandt; ihre Zuordnung zum Niederdeutschen ist daher umstritten. Übergangsgebiete zwischen Uerdinger und Benrather Linie verbinden niederfränkische und mittelfränkische Merkmale.

Umgangssprachen entstanden vielerorts als Mischformen zwischen Standard und Dialekt. Schulen, Hörfunk und Fernsehen sowie die Bevölkerungsbewegungen nach dem Zweiten Weltkrieg verstärkten im 20. Jahrhundert die Verbreitung überregionaler Formen und den Rückgang geschlossener Dialekträume. In der Schweiz und Österreich werden Dialekte im Alltag weiterhin häufiger verwendet. Mischformen wie Missingsch, Petuh, Sydslesvigdansk, Texasdeutsch, Riograndenser Hunsrückisch und Wasserpolnisch lassen sich unterschiedlich klassifizieren. Unserdeutsch in Papua-Neuguinea und Küchendeutsch in Namibia sind eigenständige deutschbasierte Kreol- beziehungsweise Pidginsysteme.

Das deutsche Alphabet beruht auf dem lateinischen Alphabet und umfasst im standardisierten Gebrauch 26 Grundbuchstaben, die Umlaute Ä, Ö und Ü sowie ß. In der Schweiz und in Liechtenstein wird ß nicht verwendet. Die Grammatik bewahrt im Vergleich zu vielen anderen germanischen Sprachen ein reiches Flexionssystem. Substantive haben drei Genera, und Substantive, Artikel und Adjektive werden in vier Kasus und zwei Numeri, Singular und Plural, flektiert. Adjektive besitzen eine starke oder schwache Flexion, abhängig vom vorausgehenden Artikel. Verben markieren Tempus, Person und Modus, bilden mit Hilfsverben weitere grammatische Kategorien und können durch Präfixe und Partikeln zusammengesetzt werden. Typisch sind außerdem viele Präpositionen, Abtönungspartikeln wie halt, eben und eh sowie zahlreiche Komposita.

Wortschatz, Fremdeinflüsse und Standardisierung

Erbwörter gehören seit dem Protogermanischen ohne Unterbrechung zum Grundwortschatz der germanischen Varietäten, aus denen Deutsch entstand, etwa zwei, Zaun, hundert, Liebe, Zahn und Vieh. Lehnwörter stammen aus anderen Sprachen und wurden stärker an das Deutsche angepasst; Fremdwörter sind an Aussprache, Betonung oder Schreibweise noch als fremd erkennbar. Beispiele für lateinische Lehnwörter sind Fenster, Wein, Straße und Ziegel, für altgriechische Pfaffe, Kirche, Graf, Meter und Thron. Fremdwörter griechischer Herkunft sind etwa Biologie, Mathematik und Demokratie; italienischer Herkunft sind Bilanz und Melone, französischer Herkunft Garderobe, Toilette und Pissoir.

Latein und Altgriechisch beeinflussten das Deutsche besonders in Religion, Wissenschaft, Architektur und Kriegswesen. Italienisch prägte seit dem späten Mittelalter Handel, Finanzwesen und Musik, etwa durch Konto, Bankrott, Piano und Cembalo. Französisch wurde nach dem Dreißigjährigen Krieg vor allem in höfischen und vornehmen Lebensbereichen einflussreich, etwa bei Boulevard, Konfitüre und Trottoir. Niederländische Entlehnungen finden sich besonders in der Seemannssprache, darunter Matrose, Hängematte und Harpune. Slawische Sprachen, Jiddisch und Rotwelsch lieferten unter anderem Grenze, Gurke, meschugge und Schlamassel. Arabische Einflüsse zeigen sich in Wörtern wie Algebra, Algorithmus, Kaffee, Alkohol und Zenit.

Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts nahm der englische beziehungsweise angloamerikanische Einfluss stark zu. Anglizismen betreffen besonders Wortschatz, Redewendungen und die Valenz mancher Verben. Der abwertende Ausdruck Denglisch bezeichnet eine stark mit Englisch vermischte Ausdrucksweise. Kritisiert werden auch Scheinanglizismen wie Handy. Zugleich gelangen durch weltweiten Handel Wörter aus außereuropäischen Sprachen in den Alltag, etwa Piranha, Tapir, Maracuja, Maniok, Ananas und Jaguar aus dem Tupi.

Sprachpflegerische Bewegungen versuchten wiederholt, fremde Einflüsse einzuschränken. Die Fruchtbringende Gesellschaft prägte im 17. Jahrhundert Wörter wie Mehrzahl, Mundart, Verfasser, Wörterbuch, Anschrift und Jahrhundert. Der Allgemeine Deutsche Sprachverein setzte später unter anderem Landstraße, Abteil, Umwelt, Leitbild, Bürgersteig, Torwart und Fahrschein durch. Andere Vorschläge wie Meuchelpuffer für Pistole oder Gesichtserker für Nase scheiterten.

Die sächsische Kanzleisprache und Luthers Bibelübersetzung von 1522 förderten ein überregionales Standarddeutsch. Im 18. Jahrhundert beeinflusste Adelungs Wörterbuch von 1774–1786 die Normierung. Das von Jacob und Wilhelm Grimm ab 1852 herausgegebene Deutsche Wörterbuch wurde 1961 vollendet und wird weiter überarbeitet. Konrad Dudens Orthographisches Wörterbuch von 1880 wurde zur Grundlage der Rechtschreibnormierung von 1901, ohne selbst amtlichen Status zu besitzen. Weitere Reformen erfolgten 1996, 2004 und 2006. Die hochdeutsche Aussprache wurde ebenfalls geregelt, aber weniger verbindlich als die Rechtschreibung; Niederdeutsch ist offiziell nicht einheitlich normiert.

Sprecher, rechtlicher Status und regionale Verbreitung

Die Zahl der Deutschsprecher ist weltweit stark verteilt und häufig nur geschätzt. Deutschland hat etwa 76–77 Millionen Muttersprachler, Österreich 7,57 Millionen, die Schweiz etwa fünf Millionen und Luxemburg 474.000. Größere deutschsprachige Gruppen leben außerdem in Brasilien, den Vereinigten Staaten, Kanada, Frankreich, Italien, Polen, Russland, Rumänien, Paraguay, Namibia und weiteren Ländern. Für Brasilien reichen die Schätzungen je nach Einbeziehung des Riograndenser Hunsrückisch von etwa 1,5 Millionen Standarddeutschsprechern bis zu mehreren Millionen deutschsprachigen oder deutschstämmigen Menschen. Auch für Ungarn, die Vereinigten Staaten und andere Länder werden unterschiedliche Zahlen genannt.

In Deutschland ist Deutsch nach § 23 Verwaltungsverfahrensgesetz, § 19 SGB X, § 5 Beurkundungsgesetz, § 244 Handelsgesetzbuch und § 184 Gerichtsverfassungsgesetz Amts-, Urkunden-, Bilanz- und Gerichtssprache. Ob Niederdeutsch rechtlich vollständig unter „deutsche Sprache“ fällt, wird unterschiedlich beurteilt. In Schleswig-Holstein sind Niederdeutsch, Friesisch und Dänisch regional als Amtssprachen anerkannt. Deutschland schützt außerdem Dänisch, Friesisch, Sorbisch, Romani und Niederdeutsch nach der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen.

In Österreich ist Deutsch nach Artikel 8 Absatz 1 Bundes-Verfassungsgesetz Staatssprache. Österreichisches Deutsch wurde durch das Österreichische Wörterbuch, erstmals 1951, staatlich normiert. In der Schweiz ist Deutsch neben Französisch, Italienisch und Rätoromanisch National- und Amtssprache. Schweizer Hochdeutsch enthält Helvetismen; im Alltag werden überwiegend schweizerdeutsche alemannische Dialekte gesprochen. In 17 von 26 Kantonen ist Deutsch alleinige Amtssprache. Liechtenstein hat Standarddeutsch als einzige Amtssprache, im Alltag wird Liechtensteinisch gesprochen. Belgien führt Deutsch neben Niederländisch und Französisch als Amtssprache; in Ostbelgien ist es Amtssprache, in Malmedy und einigen plattdeutschen Gemeinden Minderheitensprache. Luxemburg hat Deutsch, Luxemburgisch und Französisch als Amtssprachen, wobei Französisch als Legislativsprache gilt. Luxemburgisch ist seit 1984 die einzige Nationalsprache; Hochdeutsch bleibt besonders in Printmedien und Schule wichtig.

Außerhalb des geschlossenen Sprachraums besitzen deutsche Minderheiten unterschiedliche Rechte. In Südtirol ist Deutsch neben Italienisch und örtlich Ladinisch Amtssprache. In Polen kann Deutsch in Gemeinden mit ausreichendem Minderheitenanteil Hilfssprache sein. In Rumänien, Tschechien, Ungarn, der Slowakei, Russland und weiteren Staaten ist Deutsch als Minderheiten- oder Regionalsprache anerkannt oder wird von historischen Minderheiten gesprochen. In Frankreich sind Elsässisch und lothringisch-fränkische Dialekte regional anerkannt, Französisch bleibt jedoch die einzige Staatssprache. Namibia ist das einzige außereuropäische Land mit einem nationalrechtlichen Status des Deutschen; Deutsch ist dort Nationalsprache und Verkehrssprache, aber seit 1990 nicht mehr Amtssprache.

Deutsch als Fremdsprache und internationale Sprache

Weltweit lernen schätzungsweise rund 15,5 Millionen Menschen Deutsch. Die Angaben schwanken stark, weil institutionell Lernende, Personen mit ungesteuert erworbenen Kenntnissen und Menschen mit früheren Sprachkenntnissen unterschiedlich erfasst werden. Für die Europäische Union ermittelte das Eurobarometer 2005 etwa 55 Millionen Menschen beziehungsweise 12 % der Bevölkerung mit Deutschkenntnissen als Fremdsprache; realistisch wurde eine Bandbreite von 50 bis 60 Millionen innerhalb der EU angegeben. 2012 sprachen etwa 12 % der Europäer Deutsch als Fremdsprache. Besonders verbreitet sind Deutschkenntnisse in den Niederlanden, Dänemark, Slowenien, Kroatien, Schweden, der Slowakei, Belgien, Polen, Ungarn und Tschechien. In mehreren dieser Länder ist Deutsch eine häufige erste Fremdsprache. In Frankreich und den Vereinigten Staaten verlor Deutsch gegenüber Spanisch an Bedeutung.

Deutsch ist in der EU eine von 24 Amtssprachen, die meistgesprochene Muttersprache und nach Englisch die zweithäufigste Sprache insgesamt. 2023 entfielen auf Deutsch 19 % Muttersprachler, 10 % Fremdsprachler und insgesamt 29 % der EU-Bevölkerung. Im internen Verkehr der EU werden besonders Englisch, Französisch und Deutsch genutzt, obwohl Englisch dominiert. Deutsch ist keine Amts- oder Arbeitssprache der Vereinten Nationen. Seit 1975 erstellt jedoch ein vom Deutschland, Liechtenstein, Österreich und der Schweiz finanzierter Übersetzungsdienst deutsche Fassungen wichtiger Dokumente. Im Patentzusammenarbeitsvertrag gehört Deutsch zu den möglichen Sprachen für Patentanmeldungen.

Deutsch ist außerdem offizielle Sprache verschiedener internationaler Einrichtungen, darunter der Europäischen Patentorganisation, der Europäischen Weltraumorganisation, der OSZE sowie zahlreicher Sportverbände. Deutschsprachige Medien im Ausland gelten als Indikator der weltweiten Verbreitung; ihre Zahl nimmt leicht zu. Zugleich wird Deutsch in manchen internationalen Bereichen, in der Luftfahrt, der Kulturwirtschaft und teilweise in der Wissenschaft zugunsten des Englischen vermieden. Eine staatliche Sprachschutzpolitik gegen Anglizismen wie in Frankreich oder Island gibt es in Deutschland seit Mitte des 20. Jahrhunderts nicht mehr. Goethe-Institut, Zentralstelle für das Auslandsschulwesen und DAAD fördern Deutsch im Ausland. Als Beispiel für die Standardsprache nennt der Artikel Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“

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