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Deutschunterricht

Der Deutschunterricht dient der Entwicklung der Lese-, Schreib-, Sprech- und Hörverstehenskompetenz in der deutschen Sprache.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Aufgabe und Formen des Deutschunterrichts
  2. 2. Muttersprachliches Lernen von Vorschule bis Oberstufe
  3. 3. Literarische Texte und Kritik an der Interpretation
  4. 4. Kompetenzorientierung seit 2001
  5. 5. Deutsch außerhalb der üblichen Muttersprache

Aufgabe und Formen des Deutschunterrichts

Deutschunterricht soll Kompetenzen im Lesen, Schreiben, Sprechen und Hörverstehen in deutscher Sprache entwickeln. Auf höherem Niveau gehören dazu literarische Bildung beziehungsweise literarische Kompetenz: deutschsprachige Literatur und ins Deutsche übersetzte Weltliteratur verstehen zu können. Ebenfalls wichtig ist Schreibkompetenz, also selbstständig zusammenhängende und argumentativ schlüssige Texte zu verfassen.

Er vermittelt Kompetenzen zu deutscher Sprache, Literatur und anderen Medien an Bildungsinstitutionen, in denen Deutsch Amts-, Verkehrs- oder übliche Unterrichtssprache ist. Der Begriff fasst jedoch unterschiedliche Unterrichtsformen zusammen. Ziele und Methoden richten sich besonders danach, ob Deutsch als Muttersprache, Fremdsprache, Erst- oder Zweitsprache gelernt wird. Die Unterscheidung von Erst- und Zweitsprache ist für Lernende nichtdeutscher Muttersprache besonders bedeutsam.

Muttersprachliches Lernen von Vorschule bis Oberstufe

Schon vor der Schule wird die phonologische Bewusstheit gefördert. Darunter versteht man die Aufmerksamkeit für die Lautstruktur der Sprache. Übungen sind etwa Lauschspiele zur Lautwahrnehmung, Artikulationstraining, Reime, das Gliedern von Wörtern in Sprechsilben, deutliche Aussprache sowie erste Begriffe wie „Wort“ und „Satz“. Diese Aspekte werden auch in der ersten Jahrgangsstufe weiter geübt.

Im schulischen Deutschunterricht bilden Grammatik sowie Lesen, Schreiben und Reden Grundwissen und Grundfertigkeiten. Der elementare Schreibunterricht erfolgt in Deutschland seit den 1980er Jahren nach Maßgabe von Hans Brügelmanns Werk Kinder auf dem Weg zur Schrift (1983). In höheren Klassen kommen deutsche Literatur, Rhetorik, Textarten beziehungsweise Textsorten, Textanalyse und Textinterpretation hinzu. Schülerinnen und Schüler sollen Themen und Probleme im Gespräch und in Diskussionen behandeln und Inhalte für Zuhörende adressatenorientiert darstellen, etwa in Referaten. Diese Fähigkeit wird mit Blick auf Medien auch Präsentationskompetenz genannt.

Literarische Texte und Kritik an der Interpretation

In höheren Klassen, besonders in der gymnasialen Oberstufe, steht traditionell die Interpretation literarischer Texte im Sinn der Hermeneutik im Mittelpunkt. Hermeneutik ist das Verstehen und Auslegen von Textbedeutungen. Dabei können unterschiedliche literaturwissenschaftliche Ansätze behandelt werden, zum Beispiel New Criticism, Dekonstruktivismus, Strukturalismus, Poststrukturalismus, Rezeptionsästhetik, werkimmanente Interpretation, Literatursoziologie und marxistische Literaturtheorie.

Siegfried J. Schmidt kritisiert diese starke Ausrichtung auf Textinterpretation. Er beanstandet den eklektischen, also nicht systematisch begründeten, Umgang mit Methoden: Lehrende könnten aus einer „Methodenrevue“ willkürlich auswählen, was passend erscheine. Weil die gebräuchlichen Methoden nach seiner Auffassung weder auf Intersubjektivität noch auf rationale Argumentation ausgerichtet seien, könnten Macht und Wissen etwa bei Prüfungen problematisch eng zusammenrücken. Schmidt bezweifelt zudem, dass das Ermitteln der „richtigen“ Textbedeutung Erkenntnisse außerhalb der Literaturwissenschaft oder andere Fähigkeiten als literarisches Interpretieren fördere.

Kompetenzorientierung seit 2001

Die 2001 veröffentlichte erste PISA-Studie sowie IGLU (PIRLS) und vergleichbare Studien machten Schwächen der Lesekompetenz sichtbar. Dadurch wurden Rahmenlehrpläne im Fach Deutsch neu ausgerichtet: Funktionale Bildung wurde stärker betont, während formale Bildung an Gewicht verlor. Lehr- und Bildungspläne aller Bundesländer behandeln heute die Förderung von Kompetenzen als zentralen Punkt; unterstützt wird dies durch nationale Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz (KMK).

Grammatik, Rechtschreibung und etwa Literaturgeschichte bleiben Unterrichtsgegenstände, werden aber in Kompetenzbereiche eingebettet. Unterricht soll selbstständiges Problemlösen fördern und einer neuen „Aufgabenkultur“ nach Juliane Köster folgen. Im Literaturunterricht gehören dazu handlungs-, produktions- und projektorientierte Verfahren, etwa Texte umschreiben, inszenieren oder medial adaptieren. Im Schreibunterricht gewinnen materialgestützte Aufgaben zur Erschließung von Themen und Problemen an Bedeutung. Berücksichtigt werden Printmedien wie die Graphic Novel, audiovisuelle und digitale Medien.

Als vier Säulen des Deutschunterrichts werden nach Heiner Willenberg u. a. Lesen, Schreiben, Kommunikation und Reflexion über Sprache genannt. Kompetenzen werden von Lernenden selbst erarbeitet und konstruktiv angewandt. Sie entstehen über längere Lernprozesse, sind auf neue Texte oder Probleme übertragbar und enthalten stets auch Wissen über Fakten, Regeln, Gesetze und Definitionen. Dafür sollen Schülerinnen und Schüler eigenständiger lernen; besonders im Rechtschreib- und Leseunterricht werden Lernstrategien vermittelt und geübt. Die Angaben des Artikels zu Kompetenzen sind allerdings als nicht hinreichend belegt gekennzeichnet.

Deutsch außerhalb der üblichen Muttersprache

Deutsche Muttersprachler im nichtdeutschsprachigen Raum erhalten an öffentlichen Schulen meist keinen Deutschunterricht. Deshalb gibt es deutsche Auslandsschulen. In Spanien bestehen solche Schulen an 11 Standorten; dort werden insgesamt 6.383 Kinder unterrichtet. Wenn keine deutsche Schule verfügbar ist, lernen viele Kinder Lesen und Schreiben auf Deutsch durch Haus- oder Fernunterricht. Kostenpflichtige Fernlehrgänge bieten unter anderem die Deutsche Fernschule in Wetzlar und die ILS in Hamburg an.

Deutsch als Fremdsprache (DaF) wird in deutschsprachigen Ländern und außerhalb an öffentlichen und allgemeinbildenden Schulen, Privatschulen und Universitäten unterrichtet. Davon unterscheidet sich Deutsch als Zweitsprache (DaZ): Es richtet sich an Kinder und Jugendliche mit Migrationsgeschichte, die zunächst oft geringe Deutschkenntnisse haben und in anderen, teils mehreren Sprachen sozialisiert wurden. DaZ-Klassen sind daher häufig sprachlich und im Kompetenzstand sehr heterogen. Der Unterricht benötigt Konzepte, die dies berücksichtigen; anders als DaF kann er kein bestimmtes Kompetenzniveau voraussetzen oder Lernende einfach nach Sprachniveaus einteilen.

In den Vereinigten Staaten wird Deutsch als Fremdsprache meist erst an der High School in den Klassenstufen 9–12 gelehrt. 38 % aller öffentlichen High Schools bieten Deutsch an. Nach Spanisch und Französisch ist es dort die dritthäufigste Fremdsprache. An US-Hochschulen gehört Deutsch ebenfalls zu den populärsten Fremdsprachen; derzeit besuchen etwa 94.260 Studierende einen entsprechenden Kurs.

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