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Deckungsbeitrag

Der Deckungsbeitrag (englisch contribution margin) ist in der Kosten- und Leistungsrechnung die Differenz zwischen den erzielten Erlösen (Umsatz) und den …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Zweck
  2. 2. Abgrenzung zur Vollkostenrechnung
  3. 3. Berechnung des Deckungsbeitrags
  4. 4. Relativer Deckungsbeitrag und Engpässe
  5. 5. Einstufige und mehrstufige Rechnung
  6. 6. Rechenbeispiele und praktische Grenzen

Grundidee und Zweck

Der Deckungsbeitrag ist in der Kosten- und Leistungsrechnung die Differenz zwischen den erzielten Erlösen (Umsatz) und den variablen Kosten. Variable Kosten verändern sich mit der hergestellten oder verkauften Menge. Der Deckungsbeitrag zeigt, welcher Betrag zur Deckung der Fixkosten zur Verfügung steht. Fixkosten fallen dagegen grundsätzlich unabhängig von der Produktionsmenge an.

Ein Deckungsbeitrag kann sich auf eine Mengeneinheit eines Produkts, die gesamte Absatzmenge eines Produkts, eine abgegrenzte Unternehmenseinheit oder das gesamte Unternehmen beziehen. Berechnungen für Unternehmenseinheiten können deshalb Ähnlichkeiten mit Profitcenter-Berechnungen aufweisen.

Es existieren mehrere voneinander abweichende Modelle der Deckungsbeitragsrechnung, die dasselbe Ziel auf unterschiedlichen Wegen verfolgen. Ihr Hauptzweck ist die Ermittlung des Erfolgs eines Unternehmens oder Produkts. Daneben dient sie der Angebotskalkulation und damit der Preisbildung.

Abgrenzung zur Vollkostenrechnung

Die im deutschsprachigen Raum überwiegend verwendete Vollkostenrechnung unterscheidet zwischen Einzelkosten und Gemeinkosten. Einzelkosten lassen sich einem Kostenträger, beispielsweise einem Produkt, unmittelbar zurechnen. Gemeinkosten sind nicht direkt zurechenbar und werden mithilfe der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung und bestimmter Umlageschlüssel auf die Produkte verteilt. Ein typisches Verfahren dafür ist die Zuschlagskalkulation.

Eine solche Umlage kann nie vollkommen genau sein. Je stärker Kosten über Schlüssel verteilt werden, desto weniger transparent wird, ob ein einzelnes Produkt tatsächlich kostendeckend hergestellt oder verkauft werden kann. An diesem Problem setzen alternative Konzepte an, aus denen einerseits die Plankostenrechnung und andererseits die Deckungsbeitragsrechnung hervorgegangen sind.

Berechnung des Deckungsbeitrags

Der absolute Deckungsbeitrag DB eines Produkts ist die Differenz zwischen dem Erlös E und den variablen Kosten Kᵥ einer Periode:

DB = E − Kᵥ

Er gibt an, wie viel alle in der Periode abgesetzten Mengeneinheiten dieses Produkts zusammen zur Deckung der Fixkosten beitragen.

Der Deckungsbeitrag pro Stück oder Mengeneinheit heißt Stückdeckungsbeitrag db, selten auch Deckungsspanne. Er wird aus dem Stückpreis p beziehungsweise dem Erlös pro Mengeneinheit und den variablen Stückkosten kᵥ berechnet:

db = p − kᵥ

Er zeigt den Beitrag eines einzelnen Stücks zur Deckung der Fixkosten. Der absolute Deckungsbeitrag ergibt sich, indem der Stückdeckungsbeitrag mit der Absatzmenge der Periode multipliziert wird:

DB = db · Menge

Relativer Deckungsbeitrag und Engpässe

Der relative Deckungsbeitrag, auch Bruttogewinnsatz genannt, berücksichtigt neben dem Deckungsbeitrag den Verbrauch eines Produktionsfaktors:

rDB = Deckungsbeitrag / Produktionsfaktorverbrauch

Diese Größe ist wichtig, wenn ein Produktionsfaktor nur begrenzt verfügbar ist und mit ihm mehrere Produkte hergestellt werden können. Der relative beziehungsweise engpassspezifische Deckungsbeitrag zeigt dann, welches Produkt den knappen Faktor am effizientesten nutzt und daher produziert werden sollte. Zugleich gibt er die Opportunitätskosten an, die entstehen, wenn sich das Unternehmen gegen die Herstellung dieses Produkts entscheidet.

Ist beispielsweise die Produktionskapazität knapp, wird die für die Herstellung benötigte Zeitspanne zur entscheidenden Größe. Dann gilt:

rDB = Deckungsbeitrag / Zeitspanne

Einstufige und mehrstufige Rechnung

Die Deckungsbeitragsrechnung (DBR) ermittelt das Betriebsergebnis eines Unternehmens mithilfe der Deckungsbeiträge seiner Produkte. Es werden zwei Grundformen unterschieden:

• Bei der einstufigen Deckungsbeitragsrechnung, auch Direct Costing genannt, werden zunächst alle Deckungsbeiträge addiert. Anschließend werden die gesamten Fixkosten in einem einzigen Block abgezogen.

• Bei der mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung, auch Fixkostendeckungsrechnung genannt, wird der Fixkostenblock weiter aufgeteilt. Die einzelnen Fixkosten werden möglichst den verursachenden Produkten, Produktgruppen oder Unternehmensbereichen zugerechnet. Unternehmen verwenden teilweise fünfstufige, dreizehnstufige oder noch stärker gegliederte Rechnungen.

Eine retrospektive, also rückblickende, DBR ist wie andere Kostenrechnungsverfahren nicht an den bereits abgelaufenen Prozess gebunden. Daher eignet sie sich nicht dazu, steuernd in ein laufendes betriebliches Geschehen einzugreifen. Bei der Auswertung müssen außerdem sprungfixe Kosten beachtet werden. Das sind Fixkosten, die beim Überschreiten bestimmter Beschäftigungs- oder Kapazitätsgrenzen sprunghaft ansteigen.

Rechenbeispiele und praktische Grenzen

Im Beispiel der einstufigen Rechnung erzielt Produkt A 300.000 € Umsatz und verursacht 140.000 € variable Kosten. Sein Deckungsbeitrag beträgt damit 160.000 € beziehungsweise 53 % des Umsatzes. Produkt B erzielt 500.000 € Umsatz bei variablen Kosten von 250.000 €; sein Deckungsbeitrag beträgt 250.000 € beziehungsweise 50 %. Insgesamt entstehen bei 800.000 € Umsatz und 390.000 € variablen Kosten ein Deckungsbeitrag von 410.000 € beziehungsweise 51 %. Nach Abzug der Fixkosten von 260.000 € verbleibt ein Ergebnis von 150.000 € beziehungsweise 19 %.

Das mehrstufige Beispiel umfasst fünf Produkte in zwei Produktgruppen und zwei Unternehmensbereichen. Von Gesamterlösen in Höhe von 15.000 werden zunächst variable Herstellkosten von 4.600 abgezogen. Daraus ergibt sich der Deckungsbeitrag I von 10.400. Nach Abzug der Produktfixkosten von 2.300 folgt der Deckungsbeitrag II von 8.100. Nach Gruppenfixkosten von 1.800 beträgt der Deckungsbeitrag III 6.300. Durch Abzug der Bereichsfixkosten von 4.200 entsteht der Deckungsbeitrag IV von 2.100. Nach Abzug der Unternehmensfixkosten von 1.500 verbleibt ein Betriebserfolg von 600. Die stufenweise Rechnung macht sichtbar, auf welcher Ebene Fixkosten entstehen; im Beispiel liefert Bereich I einen Deckungsbeitrag IV von 2.400, während Bereich II bei −300 liegt.

In der Praxis ist die Trennung zwischen variablen und fixen Kosten weniger eindeutig als in den Beispielen. Rüstkosten lassen sich etwa nicht klar einer Kategorie zuordnen. Erlöse und Kosten müssen zudem gesondert für das jeweilige Produkt ermittelbar sein, was nicht immer möglich ist. Die Genauigkeit der Datenerfassung begrenzt deshalb die mögliche Differenzierung. Auch die Zuordnung von Fixkosten zu Gruppen oder Bereichen ist teilweise willkürlich: Es lässt sich beispielsweise nicht genau feststellen, ob Werbung für ein bestimmtes Produkt zugleich den Verkauf eines anderen Produkts beeinflusst.

Lernvideos zu Deckungsbeitrag

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