Das Video kommt von YouTube: erst beim Abspielen verbindet sich die Seite mit YouTube (Google).
Deckungsbeitrag gaaanz einfach! - IHK Prüfung Winter 2017/2018
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 43 Zeilen
- Hallo Ihr Lieben, es ist Sonntag, es ist 12 Uhr, willkommen zum neuen Video. Wir starten heute mit einer Aufgabe zum
- Deckungsbeitrag und zur Berechnung der Gewinnschwelle. Dies ist an eine Aufgabe aus der IHK-Prüfung Winter 2017/2018. Ich habe uns dafür wieder schöne Animationen
- erstellt, wie du es von mir gewohnt bist. So dann legen wir mal los! Ich lese mal kurz die Aufgabenstellung vor: „Wir erhalten eine Anfrage von unserem Stammkunden
- Schneider ein einfaches Sondermodell unseres Regales vom Typ 08/15 herzustellen. Der Kunde ist bereit 1.500 Stück zu einem Preis von 120 € netto pro Stück zu bestellen. Um den Zusatzauftrag
- ausführen zu können, müssen wir noch eine zusätzliche Maschine anschaffen, die Fixkosten von 100.000 € verursacht. Außerdem entstehen pro Regal Kosten von 50 € für das Material und 25 € für die
- Fertigung. Berechne das Betriebsergebnis!“ Wir müssen also nur die Tabelle hier unten ausfüllen. Das kann ja nicht so schwierig sein! Dann legen wir mal los! Als erstes müssen wir
- die Erlöse berechnen. Den Erlös berechnet man, indem man den Preis mal die Menge rechnet. Dann setzen wir einfach mal die Zahlen in die Formel ein. Wir rechnen also 120 Euro mal 1.500 Stück
- und das ergibt dann einen Erlös von 180.000 €. Die übernehmen wir jetzt in die Tabelle. Weiter geht es mit den Variablen Gesamtkosten. Dazu rechnen wir erstmal die variablen
- Stückkosten aus. Die berechnet man, indem man die Materialkosten pro Stück und die Fertigungskosten pro Stück zusammenzählt. Jetzt setzen wir die Zahlen in die Formel
- ein und rechnen 50 Euro plus 25 Euro und das ergibt dann variable Stückkosten von 75 Euro. Jetzt können wir die Variablen Gesamtkosten ausrechnen. Dazu rechnen wir einfach die
- variablen Kosten pro Stück mal die Menge. Wir setzen wieder in die Formel ein und rechnen 75 Euro mal 1.500 Stück und das ergibt dann variable Gesamtkosten von 112.500
- Euro. Die übernehmen wir wieder in die Tabelle. Jetzt müssen wir den Deckungsbeitrag berechnen. Dazu nehme wir die Erlöse von 180.000 Euro und ziehen davon die Variablen Kosten in
- Höhe von 112.500 Euro ab und erhalten somit einen Deckungsbeitrag von 67.500 Euro. Den übernehmen wir wieder in die Tabelle. Jetzt müssen wir nur noch das Betriebsergebnis
- ausrechnen. Dazu nehmen wir den Deckungsbeitrag von 67.500 Euro und ziehen davon die Fixkosten in Höhe von 100.000 Euro ab. Das ergibt ein Betriebsergebnis von -32.500 Euro.
- Das tragen wir wieder in die Tabelle ein. Wir würden also einen Verlust von 32.500 Euro erwirtschaften, wenn wir den Zusatzauftrag annehmen würden.
- Jetzt stellt sich für uns die Frage, wie viele Stück wir denn mehr produzieren müssten, um doch noch einen Gewinn zu erwirtschaften. Dazu berechnen wir erstmal wie viel Stück wir
- herstellen müssten, um einen Gewinn von null zu produzieren. Wir suchen also die Gewinnschwelle. Die können wir ausrechnen, indem wir die Fixkosten durch den Deckungsbeitrag pro Stück teilen. Die
- Fixkosten haben wir, aber der Deckungsbeitrag pro Stück fehlt uns noch. Daher rechnen wir den als nächstes aus. Den Deckungsbeitrag pro Stück erhält man, indem man den Deckungsbeitrag durch
- die Menge teilt. Wir rechnen also 67.500 Euro geteilt durch 1.500 Stück. Das ergibt einen Deckungsbeitrag pro Stück von 45 Euro. Jetzt können wir die Gewinnschwelle in Stück
- ausrechnen. Dazu teilen wir die Fixkosten durch den Deckungsbeitrag pro Stück. Wir teilen also die 100.000 Euro Fixkosten durch die den Deckungsbeitrag pro Stück von
- 45 Euro und erhalten eine Gewinnschwelle von 2.222,22 Stück. Oh, das ist aber eine schöne Schnapszahl! Bei einer Menge von 2.222,22 Euro wäre unser Gewinn gleich 0. Ab einer
- Menge von 2.223 Stück hätten wir einen Gewinn. Jetzt müssen wir ausrechnen wie viele Stück wir mehr produzieren müssten, um einen Gewinn zu erwirtschaften. Dazu nehmen wir die Gewinnschwelle
- von 2.222,22 Stück und ziehen davon unsere jetzige Produktion von 1.500 Stück ab. Wir müssten also noch 722,22 Stück mehr produzieren, damit wir einen Gewinn von 0 Euro machen. Ab 723 Stück
- mehr würden wir einen Gewinn erwirtschaften. Das ist aber eine ganze Menge. Ob wir das schaffen? Mit diesem Auftrag allein wohl nicht! Jetzt stellt sich für uns die Frage, ob wir den
- Zusatzauftrag trotzdem annehmen sollten, obwohl wir mit ihm keinen Gewinn erwirtschaften können. Ein Grund für einen Annehmen des Vertrages könnte sein, dass die Firma Schneider ein Stammkunde ist,
- den wir nicht verlieren möchten. Außerdem könnte es sein, dass die Bestellung der Regale zu einer Verbundbestellung gehört, bei der die Firma Schneider noch weitere
- Produkte bei uns kauft. Mit diesen könnte insgesamt ein Gewinn erwirtschaftet werden. Auch könnte es sein, dass die Firma Schneider die Verbundbestellung nur komplett in Auftrag
- gibt oder überhaupt nicht. Würde man also die Regale aus der Bestellung herausnehmen, dann käme gar kein Auftrag zustande und man würde gar nichts verdienen. Das wäre gar nicht gut.
- In der Regel ist es so, dass wenn der Deckungsbeitrag größer null ist, wir den Auftrag annehmen. Ist der Deckungsbeitrag hingegen kleiner 0, also negativ, dann lehnen wir
- den Auftrag ab. In unserem Beispiel beträgt der Deckungsbeitrag 67.500 Euro. Er ist somit größer als null. Daher nehmen wir den Auftrag an. Mit dem Deckungsbeitrag von 67.500 Euro könnten wir
- schon einen Teil der Fixkosten decken. So sieht es jedenfalls die IHK-Musterlösung. Ich sehe das ein bisschen anders. Wenn wir den Auftrag nicht annehmen würden,
- dann bräuchten wir auch die Maschine, die 100.000 Euro Fixkosten verursacht nicht zu kaufen. Diese Kosten würden also wegfallen. Somit hätten wir durch den Deckungsbeitrag keinen Mehrwert. In
- diesem Fall sollte der Auftrag abgelehnt werden. Würden hingegen die Fixkosten von 100.000 Euro nicht nur für den Zusatzauftrag gelten, sondern für alle Aufträge, dann hätten
- wir durch die Annahme des Zusatzauftrages die Möglichkeit einen Teil unserer Fixkosten mit Hilfe des Deckungsbeitrages zu decken. Wir würden in diesem Fall auch keinen Gewinn erwirtschaften,
- aber wir könnten unseren Verlust minimieren. Würden wir den Auftrag nicht annehmen, dann hätten wir einen Verlust in Höhe der Fixkosten, also von 100.000 Euro. Nehmen wir den Auftrag an,
- dann beträgt der Verlust nur 100.000 Euro Fixkosten minus den Deckungsbeitrag von 67.500 Euro. Wir hätten also nur einen Verlust von 32.500 Euro, wie in unserem Beispiel. Hier würde es also
- durchaus Sinn ergeben den Auftrag anzunehmen. So, damit sind wir mit der Prüfungsaufgabe auch schon fertig. Das war wie immer gaaanz einfach! Falls du mehr über die Deckungsbeitragsrechnung
- oder auch die Berechnung der Gewinnschwelle bzw. des Break-even-Points lernen möchtest, dann empfehle ich dir meine Bücher zu diesen Themen. Hier erkläre ich alles Schritt für Schritt mit
- vielen farbigen Abbildungen. Außerdem findest du im kostenlosen Mitgliederbereich zu allen Themen noch Übungsaufgaben, Zusammenfassungen, Lösungsschemata und Excel-Dateien mit
- Formeln. Damit kannst du alle erdenklichen Aufgaben zu diesen Themen sofort lösen. Möchtest du lieber Kostenrechnung mit Videos lernen, dann empfehle ich dir
- meinen Onlinekurs zur KLR. Alle Links dazu habe ich dir in die Videobeschreibung eingefügt. Falls dir das Video gefallen hat, würde ich mich über ein Like von dir freuen.
- Bitte abonniere auch den Kanal und aktiviere die Glocke, damit du kein Video von mir verpasst. Das nächste Video mit einer weiteren IHK-Prüfungsaufgabe erscheint wie immer
- nächsten Sonntag um 12:00 Uhr. Mach ́s gut, bis dann Tschüss!!!
Zum Nachlesen
DeckungsbeitragDer Deckungsbeitrag (englisch contribution margin) ist in der Kosten- und Leistungsrechnung die Differenz zwischen den erzielten Erlösen (Umsatz) und den …
GewinnschwelleDie Gewinnschwelle (auch Nutzenschwelle oder Kostendeckungspunkt; englisch break-even point) bezeichnet in der Wirtschaftswissenschaft die Mindestmenge, die …