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Claus Schenk Graf von Stauffenberg
Claus Schenk Graf von Stauffenberg. deutscher Offizier und Mitglied des Widerstandes vom 20. Juli 1944, verübte ein Attentat auf Adolf Hitler (1907-1944).
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Rolle im Widerstand
Claus Philipp Maria Schenk Graf von Stauffenberg (* 15. November 1907 auf Schloss Jettingen; † 20. Juli 1944 in Berlin) war Berufsoffizier der Wehrmacht und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Er gehört zu den zentralen Persönlichkeiten des militärischen Widerstands. Als Chef des Stabes beim Befehlshaber des Ersatzheeres führte er am 20. Juli 1944 das Attentat auf Adolf Hitler aus und wirkte entscheidend am anschließenden Staatsstreichversuch unter dem Decknamen „Walküre“ mit.
Stauffenberg begrüßte 1933 zunächst Hitlers Ernennung zum Reichskanzler und die Gleichschaltung, trat aber nie der NSDAP bei. Seine kritische Haltung gegenüber Hitler und dem Regime verstärkte sich. Ab 1942 erkannte er angesichts der militärischen Lage, der hohen Verluste und der NS-Verbrechen die Sinnlosigkeit des fortgesetzten Angriffskriegs und den verbrecherischen Charakter der Diktatur. Daraus entwickelte sich seine aktive Beteiligung am Widerstand.
Herkunft und militärische Laufbahn
Stauffenberg stammte aus einem schwäbisch-fränkischen Adelsgeschlecht. Er wuchs in Stuttgart und während der Sommer in Lautlingen auf, erhielt eine katholische Erziehung und interessierte sich für Literatur, Musik, Theater und Reiten. Am Eberhard-Ludwigs-Gymnasium gehörte er dem Bund Deutscher Neupfadfinder an und wurde Teil des George-Kreises um den Dichter Stefan George. Dessen Vorstellung eines „Geheimen Deutschland“ blieb für ihn wichtig. Nach dem Abitur am 5. März 1926 entschied er sich für den Militärberuf.
Am 1. April 1926 trat er als Fahnenjunker in das 17. Bayerische Reiter-Regiment in Bamberg ein. Nach Lehrgängen in Dresden und Hannover bestand er die Offiziersprüfung als Sechstbester seines Jahrgangs und bester Kavallerist. Am 1. Januar 1930 wurde er Leutnant, am 1. Mai 1933 Oberleutnant, am 1. Januar 1937 Rittmeister. Von 1936 bis 1938 erhielt er an der Kriegsakademie in Berlin eine Generalstabsausbildung. Er beschäftigte sich dort unter anderem mit Taktik, Versorgung und dem Zusammenwirken von Kavallerie und Panzerverbänden.
1938 wurde er Zweiter Generalstabsoffizier (1b), also zuständig für Versorgung, bei der 1. Leichten Division. Ab 27. Mai 1940 arbeitete er im Oberkommando des Heeres (OKH) und leitete dort die Gruppe II der Organisationsabteilung. Diese befasste sich mit Bewaffnung, Ausrüstung, Kommandostruktur, Neuaufstellungen, Planung und Materialhaltung. Seine Abteilung bereitete organisatorisch den Angriff auf die Sowjetunion vor. Im April 1941 wurde er Major i. G., am 1. Januar 1943 Oberstleutnant i. G.; „i. G.“ bedeutet im Generalstab ausgebildet bzw. verwendet.
Kriegserfahrungen und Verwundung
Beim Überfall auf Polen ab dem 1. September 1939 war Stauffenberg als Quartiermeister seiner Division für logistische Aufgaben verantwortlich. Er ließ einen deutschen Offizier vor ein Militärgericht stellen, weil dieser zwei polnische Frauen hatte erschießen lassen. Ein Feldpostbrief aus Polen enthält zugleich abwertende Aussagen über die Bevölkerung, Juden und Kriegsgefangene. Die Einordnung seiner damaligen Haltung ist umstritten: Heinrich August Winkler und Saul Friedländer sehen darin Belege für eine grundsätzliche Nähe zur nationalsozialistischen Rassenpolitik beziehungsweise zum Antisemitismus; der Biograf Peter Hoffmann lehnt die Bezeichnung „Antisemit“ ab und fordert eine Einordnung des Briefes in seinen Zusammenhang.
Im Westfeldzug gehörte seine inzwischen zur 6. Panzer-Division umgebildete Einheit zur Panzergruppe Kleist. Sie rückte ab dem 10. Mai 1940 durch die Ardennen vor, überquerte bei Monthermé die Maas und stieß bis zum Ärmelkanal vor. Stauffenberg zeigte sich in einem Brief vom 19. Mai 1940 tief beeindruckt vom erwarteten Sieg über Frankreich. Für seine Leistungen erhielt er am 31. Mai 1940 das Eiserne Kreuz 1. Klasse.
Im März 1943 wurde er als Erster Generalstabsoffizier (Ia) zur 10. Panzer-Division nach Nordafrika versetzt. Die militärische Lage der Achsenmächte war dort wegen fehlenden Nachschubs und alliierter Übermacht aussichtslos. Am 7. April 1943 wurde sein Fahrzeug bei Mezzouna von britischen Jagdfliegern angegriffen. Er verlor das linke Auge, die rechte Hand sowie Ring- und Kleinfinger der linken Hand. Trotz weiterer Operationen lernte er mit der verbliebenen linken Hand wieder zu schreiben. Im Lazarett drängte ihn sein Onkel Nikolaus Graf von Üxküll-Gyllenband, aktiv in den Widerstand einzutreten.
Widerstand und Plan für den Umsturz
Im Herbst 1943 ließ sich Stauffenberg nach Berlin versetzen und suchte gezielt Kontakt zu Gegnern Hitlers, besonders zu Friedrich Olbricht und Henning von Tresckow. Die Verschwörer gingen davon aus, dass nur die Wehrmacht über ausreichende Machtmittel für einen Umsturz verfüge. Ihre überlieferten Entwürfe sahen die Beendigung des Krieges und der Judenverfolgung sowie die Wiederherstellung eines Rechtsstaats wie vor 1933 vor. Über die spätere Staatsform bestand keine Einigkeit. Viele Beteiligte, auch Stauffenberg, lehnten eine parlamentarische Demokratie ab.
Stauffenberg setzte sich zugleich für die Einbeziehung von Sozialdemokraten wie Julius Leber ein und stand mit dem zivilen Widerstand sowie dem Kreisauer Kreis in Verbindung. 1944 gab es Bemühungen um Kontakte zum kommunistischen Widerstand; sie scheiterten vor allem an der Verhaftung Lebers nach einem Treffen mit Vertretern der Saefkow-Jacob-Bästlein-Organisation. Stauffenbergs politische Vorstellungen waren teils elitär und nationalistisch. Der Historiker Richard J. Evans bewertet sie deshalb als antidemokratisch und nicht zukunftsweisend.
Der Operationsplan „Walküre“ war offiziell für die Niederschlagung innerer Unruhen, etwa eines Aufstands von Zwangsarbeitern, vorgesehen. Stauffenberg, Olbricht, Albrecht Mertz von Quirnheim und Tresckow wandelten ihn in einen getarnten Staatsstreichplan um. Nach Hitlers Tod sollten Wehrkreiskommandos NSDAP, SS, Sicherheitsdienst und Gestapo verhaften; das Militär sollte die ausführende Gewalt übernehmen. Im Juni 1944 wurde Stauffenberg Chef des Stabes beim Befehlshaber des Ersatzheeres, am 1. Juli 1944 Oberst i. G. Zwei Attentatsversuche am 11. und 15. Juli brach er ab, weil Heinrich Himmler und/oder Hermann Göring fehlten.
Attentat, Scheitern und Folgen
Am 20. Juli 1944 flog Stauffenberg mit seinem Adjutanten Werner von Haeften von Rangsdorf zur Wolfsschanze bei Rastenburg. Wegen einer vorverlegten Besprechung konnte er nur eines von zwei Sprengstoffpäckchen mit einem britischen Bleistiftzünder aktivieren. Er stellte die Aktentasche etwa zwei Meter von Hitler entfernt in einer Holzbaracke ab und verließ den Raum. Die Bombe explodierte um 12:42 Uhr; von 24 Anwesenden überlebten Hitler und weitere 19 Personen. Die Holzbaracke statt eines Betonbunkers, das nicht verwendete zweite Sprengstoffpäckchen und ein massiver Tischblock schwächten die Wirkung.
Stauffenberg und Haeften flohen in der Überzeugung, Hitler sei tot, nach Berlin. Dort war jedoch schon bald bekannt, dass Hitler überlebt hatte. Dennoch wurde Walküre erst gegen 16:30 Uhr ausgelöst. Widersprüchliche Befehle aus der Wolfsschanze und dem Bendlerblock, verzögerte Fernschreiben und das abwartende Verhalten vieler Offiziere verhinderten den Erfolg. Am Abend sprach Hitler selbst im Rundfunk.
Gegen 22:30 Uhr wurden Stauffenberg, Haeften, Mertz von Quirnheim und Friedrich Olbricht verhaftet. Auf Befehl von Generaloberst Friedrich Fromm wurden sie noch in der Nacht im Hof des Bendlerblocks erschossen. Als letzte Worte Stauffenbergs werden je nach Quelle „Es lebe das heilige Deutschland!“ oder „Es lebe das Geheime Deutschland!“ überliefert. Unklar ist, ob die Erschießung noch vor oder erst nach Mitternacht stattfand; Geschichtsschreibung und Sterbeurkunde nennen den 20. Juli 1944.
Die Familien der Verschwörer wurden in Sippenhaft genommen. Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg kam in das KZ Ravensbrück; ihre fünf Kinder wurden getrennt unter dem Namen „Meister“ in einem Kinderheim in Bad Sachsa festgehalten. Nach 1945 wurde Stauffenberg vielfach geehrt, unter anderem durch die Stauffenbergstraße am Bendlerblock und jährliche Feierstunden am 20. Juli.
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Stauffenberg-Attentat auf Hitler: Scheitern und Folgen des 20. Juli 1944
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