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Das Stauffenberg-Attentat auf Adolf Hitler - Operation Walküre am 20. Juli 1944

Deutsche Fernsehgeschichte17:13 68.925 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 135 Zeilen
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  1. Klaus Schenk Graf von Stauffenberg, 36 Jahre. Nachkomme eines schwäbisch-katholischen Reichsrittergeschlechts.
  2. Sein Bruder Berthold wurde ebenfalls nach dem 20. Juli hingerichtet. Stauffenberg war ein geistig vielseitiger Mensch
  3. und er war mit Leib und Seele Soldat. In Polen und in Frankreich ist er noch begeistert mitgestürmt.
  4. Erst in den Jahren danach kommen ihm schwere Zweifel. Während seiner Tätigkeit im Generalstab erkennt er,
  5. dass Hitler die Existenz Deutschlands aufs Spiel setzt. Sein Ahnherr war der preußische General von Gneisenau,
  6. der einen Volksbefreiungskrieg gegen Napoleon vorbereitete. Er wird zum Vorbild für den Verschwörer von 1943.
  7. In Tunis wird Stauffenberg schwer verwundet. Später rückt er ins Zentrum des Widerstands.
  8. Als Stabschef beim Ersatzheer hat er Zutritt zu Hitlers Konferenzen.
  9. Nun muss er den Putsch lenken und auch die Bombe zünden. Auf Befehl des Generalobersten Beck
  10. darf er sich nicht selber opfern. Sommer 1944.
  11. 40.000 deutsche Kriegsgefangene erheben sich zum Marsch durch Moskau.
  12. Sie sind die Überlebenden von drei vernichteten deutschen Armeen. Den Geschlagenen voran
  13. marschieren 20 deutsche Generäle. Über Vielen hängt schon der Schatten des Todes.
  14. Von über 3 Millionen deutschen Gefangenen sind mehr als 1 Million in Russland gestorben.
  15. Kommentar der russischen Wochenschau: Ein jeder von ihnen kann deinen Sohn getötet haben.
  16. Sowjetische Kriegsgefangene. Von fast 6 Millionen sind 3,3 Millionen
  17. in deutscher Gefangenschaft umgekommen. Nach der Vernichtung der Heeresgruppe Mitte
  18. suchen die Verschwörer Verbindung mit den deutschen Kommunisten, die seit 1933 aus dem Untergrund gegen Hitler gekämpft haben.
  19. Mit Zustimmung Stauffenbergs treffen sich die Sozialdemokraten Leber und Reichwein mit Vertretern der KPD.
  20. Die Träume von der Weltmacht sind zerronnen. Bis an die Wolga und an den Atlantik,
  21. vom Nordkap bis nach Ägypten haben deutsche Soldaten die Hakenkreuzfahne getragen.
  22. Nun versetzen die Alliierten Deutschland den Todesstoß. 5 Juli: Leber wird verhaftet.
  23. Stauffenberg kann nicht länger zögern. Er muss seinen Freund aus der Gestapo-Haft befreien.
  24. Dr. Julius Leber, 53 Jahre. Einer der kraftvollsten Männer des zivilen Widerstands.
  25. Stauffenberg hätte den Sozialdemokraten gerne als Reichskanzler gesehen. Lebers letzte Worte:
  26. Für eine so gute und gerechte Sache ist der Einsatz des eigenen Lebens der angemessene Preis.
  27. Der Tag X: Hitlers Wolfsschanze in Ostpreußen. Stauffenberg ist zur Lagebesprechung befohlen.
  28. In der Aktentasche trägt er die Bombe. 20 Juli, 12:50 Uhr: Eine Explosion zertrümmert Hitlers Lagebaracke.
  29. Sofort wird das ganze Gelände abgesperrt. Stauffenberg und sein Adjudant von Haeften rasen mit dem Auto zum Ausgang.
  30. Sie müssen zwei Sperren passieren. Sie werden von den Posten aufgehalten und kommen durch.
  31. Um 13:15 Uhr startet Stauffenberg mit dem Flugzeug nach Berlin. Dort wird er dringend gebraucht.
  32. 20 Juli 1944. Ein historischer Tag. Aber für die Berliner ist es nur ein schöner Sommertag.
  33. Kein Fliegeralarm stört die Ferienidylle. Noch gestern waren die alliierten Bombergeschwader über der Stadt.
  34. In England haben die Bomberpiloten auf den Flugplätzen heute eine Ruhepause eingelegt.
  35. Oberst von Stauffenberg kann ungehindert Berlin anfliegen. Zoologischer Garten.
  36. Zwei Kilometer entfernt sitzen die Verschwörer im Heeresamt an der Bendlerstraße.
  37. Sie warten auf Stauffenberg. Auch in Prag, in Wien, in Paris, warten Offiziere auf das Signal.
  38. Niemand weiß genau, ob Hitler wirklich tot ist. Kostbare Zeit vergeht.
  39. Erst um 4 geben General Olbricht und Oberst von Mertz das Stichwort: Unternehmen Walküre läuft.
  40. Ahnungslos sitzen die Menschen am Kurfürstendamm. Ein paar Kilometer weiter entscheidet sich das Schicksal Deutschlands.
  41. Um halb fünf endlich kommt Stauffenberg in der Bendlerstraße an. Er berichtet Hitler sei tot.
  42. Generaloberst Fromm, der Befehlshaber des Heimatheeres, weigert sich mitzumachen. Er erklärt Stauffenberg, Olbricht und Mertz für verhaftet.
  43. "Es fiel mir in diesem Augenblick der schwer erschütterte Eindruck des Generalobersten auf." "Er machte einen schwer erschütterten Eindruck."
  44. "Jawohl." "Er sagte mit schwerer Stimme: Sabrudzinski, der Führer ist tot."
  45. "Ich selbst war durch diese furchtbare Mitteilung wie vor den Kopf geschlagen und weiß nicht ob ich irgendetwas geäußert oder gestammelt habe."
  46. "Halt. Dieser erste Teil des Gespräches, den haben Sie bisher anders dargestellt." "Sie haben gesagt, dass der Generaloberst noch etwas weiteres Ihnen gesagt hat."
  47. "Sabrudzinski, der Führer ist tot. Man setzt mich oder man will mich unter unerhörten Druck setzen.
  48. Ich soll irgendwelche Maßnahmen erlassen." "Mann will mich hier unter unerhörten Druck setzen, dass ich irgendwelche Maßnahmen erlasse."
  49. "Sie haben früher gesagt, worauf Stauffenberg sich halb aufrichtete und eiskalt sagte: Ich habe es getan." "Der Generaloberst rief aus: Stauffenberg, haben Sie eine Pistole?"
  50. "Stauffenberg, haben Sie eine Pistole?" "Dann wissen Sie ja, was Sie zu tun haben."
  51. "Dann wissen Sie ja, was Sie zu tun haben." "Stauffenberg antwortete: Das werde ich nicht tun."
  52. "Das werde ich nicht." "Darauf rief der Generaloberst: Mertz, holen Sie mir eine Pistole."
  53. "Mertz, holen Sie mir eine Pistole." "Mertz antwortete: Ich bin in Schutzhaft."
  54. "Ich bin in Schutzhaft." "Dann...?"
  55. "Darauf rief Stauffenberg aus: Wenn hier einer in Schutzhaft genommen wird, dann sind Sie es, Herr Generaloberst."
  56. "Wenn hier einer in Schutzhaft genommen wird, dann sind Sie es, Herr Generaloberst." "Herr Generaloberst, Sie sind verhaftet!"
  57. "Herr Generaloberst, Sie sind verhaftet!" Der Berliner Polizeipräsident Graf Helldorff.
  58. Als er in die Bendlerstraße kommt, hat sich Generaloberst Beck bereits an die Spitze des Aufstandes gestellt.
  59. "In der Bendlerstraße merkte ich sofort beim Eintreffen, dass... also... irgendetwas Besonderes passiert sein musste,
  60. denn das Tor unten war militärisch gesichert." "Ja, nun war es Ihnen ja sonnenklar, was es war."
  61. "Jawohl." "Darauf bin ich raufgegangen und über das Vorzimmer vom General Olbricht
  62. in sein Dienstzimmer hineingegangen." "Er nahm mich dort in eine Ecke und sagte mir
  63. in Gegenwart seines Chefs, dass der Führer tot sei," "Ja."
  64. "dass die Wehrmacht die vollziehende Gewalt übernommen hätte," "Ja."
  65. "dass die Befehle an die Truppe bereits rausgegangen seien," "Ja."
  66. "und dass Ausnahmezustand herrscht." "Ja. Und nun?"
  67. "Ich habe darauf gefragt ob das der Wahrheit entspräche." "Ob das auch wahr sei?"
  68. "Dann hat der General Olbricht mir das sehr ernst und feierlich versichert, dass es wahr sei."
  69. "Ja, so wie er." "Er hatte in dem Augenblick auch eine entsprechende Meldung."
  70. "Jawohl. Er sagte mir: Fahren Sie zur Polizei und veranlassen Sie das Erforderliche." "...und veranlassen Sie das Erforderliche."
  71. "Ich habe telefonisch die Polizei alarmiert." "Sie haben die Polizei alarmiert, also alles gut getan, dem Befehl Olbrichts nicht unterstellt."
  72. "Und?" "Dann bin ich in die Heerstraße gefahren, ins Kommando."
  73. "Im Kommando fand ich einen Zettel vor von... ich weiß nicht, Dr. Göbbels und dem stellvertretenden Gauleiter,"
  74. "Ja." "dass ich also anrufen möchte."
  75. Hitler lebt. Wenige Stunden nach dem Attentat empfängt er den Duce.
  76. Die Explosion hat vier Männer seine Stabes getötet. Er selbst hat nur Prellungen.
  77. Damit ist der Putsch gescheitert. Hitler schickt Gegenbefehle aus dem Hauptquartier.
  78. Gegen den lebenden Hitler sind die Verschwörer machtlos. Die Wehrmacht hält den Eid auf den Führer.
  79. Generaloberst Höppner: "Dann trat der Generaloberst Fromm in den Türrahmen."
  80. "Zu beiden Seiten von ihm Offiziere mit Maschinenpistolen." "Ja."
  81. "Was... welches Zimmer war das?" "Das war das Dienstzimmer von Generaloberst Fromm."
  82. "Ja." "Das Dienstzimmer von Generaloberst Fromm."
  83. "Er sagte: So meine Herren, jetzt mache ich das ebenso mit Ihnen, wie Sie das heute mittag mit mir gemacht haben.
  84. Jetzt bitte ich zu handeln." "Daraufhin nahm mir Beck die Pistole und sprach noch ein Wort und setzte dann an und schoß."
  85. "Die Kugel ging aber oben in die Decke. Er hatte hier bloß eine Wunde."
  86. "Er sagte... etwas taumelnd: Ist denn das richtig losgegangen? Und... in dem Augenblick sagte Fromm: Helfen Sie dem Herrn."
  87. "Helfen Sie dem Herrn." "Jawohl."
  88. "...zu zwei Offizieren, die links von ihm standen." "Ja."
  89. "Diese beiden Offiziere gingen also auf ihn los und er sackte in den Sessel, der hinter ihm stand." "Dann wurde... dann sagte er: Nehmen Sie ihm die Waffe ab. Sagte Fromm."
  90. "Dann sagte er: Nein, nein. Die will ich behalten." "Bitte sehr. Sie haben Zeit für den zweiten Schuss."
  91. "Ich weiß nicht, was ich tun soll." "Wollen Sie den selben Weg gehen wie Beck?
  92. Sonst muss ich Sie verhaften." "Ja."
  93. "Daraufhin sagte Fromm: Ich fühle mich nicht in dem Sinne schuldig und als Schweinehund, dass ich jetzt selber mich richten muss.
  94. Ich will das, was ich getan habe, auch von meiner Familie verantworten." "Ich fühle mich nicht in dem Sinne schuldig und als Schweinehund.
  95. Ich will das, was ich getan habe, auch vor meiner Familie verantworten." "Jawohl."
  96. "Sagen Sie mal: Welche zoologische Charakterisierung hätten Sie denn nun als die richtige angesehen
  97. für das was Sie getan haben, wenn Sie diese ablehnen?" "[unverständliches Geschrei]... denn Ekel ist eine Sache des Intellekts."
  98. "Schweinehund ist eine Sache des Charakters." "Dann sagte er: So, also im Namen des Führers
  99. ein Standgericht von mir... - ich kann mich nicht mehr erinnern, ob er sagte berufen oder hat stattgefunden -
  100. ein Standgericht von mir hat vier Herren zum Tode verurteilt. Und zwar hier diesen Herrn, den Oberst im Generalstab Mertz,
  101. den General der Infanterie Olbricht, diesen Oberst, dessen Namen ich nicht mehr kenne, damit meinte er Stauffenberg,
  102. und diesen Oberleutnant hier. Dann sagte noch zu der [...] einen von den Herren, die neben ihm standen:
  103. Wir nehmen ein paar Leute und werden sofort dieses Urteil unten im Hof vollstrecken." Stauffenberg starb mit den Worten: Es lebe das heilige Deutschland!
  104. Drei Monate danach: Staatsbegräbnis in Ulm "Unser Führer hat oberster Befehlshaber übermittelt Ihnen durch mich
  105. seinen tiefgefühltesten Dank und aufrichtigsten Abschiedsgruß. In stolzer Trauer senkt die deutsche Wehrmacht die Fahnen
  106. und grüßt Sie zugleich mit dem gesamten..." Generalfeldmarschall von Rundstedt verbreitet die Lüge vom Heldentot Rommels.
  107. Hitler wollte den populären General nicht vor den Volksgerichtshof stellen.
  108. Darum befahl er ihm den Selbstmord. Rommel hatte um die Putschpläne gewusst.
  109. "...das Gedenken bewahren. Ihr Heldentot weist uns allen erneut die Parole: Kampf bis zum Siege." Nach dem 20. Juli steigert die Propaganda den Personenkult um Hitler.
  110. Sein Überleben soll die verlorenen Schlachten wettmachen. Der Führer besucht im Lazarett die bei
  111. dem Attentat verletzten Mitarbeiter und Angehörigen des Wehrmacht-Führungsstabes.
  112. "Wenn ich heute zu Ihnen spreche, dann geschieht es aus zwei Gründen. Erstens, damit Sie meine Stimme hören, und
  113. zweitens, damit Sie aber auch das Nähere erfahren über ein Verbrechen, das in der deutschen Geschichte seinesgleichen sucht.
  114. Eine Reihe von mir teuren Mitarbeitern wurde sehr schwer verletzt. Einer ist gestorben.
  115. Ich selbst bin völlig unverletzt. Ich fasse das als eine Bestätigung des Auftrags der Vorsehung auf,
  116. mein Lebensziel weiterzuverfolgen, so wie ich es bisher getan habe. Ein ganz kleiner Klüngel verbrecherischer Elemente,
  117. die jetzt unbarmherzig ausgerottet werden." "Nach seiner wunderbaren Errettung sind
  118. dem Führer aus allen Teilen des deutschen Volkes unzählige Beweise der
  119. Dankbarkeit und Treue zugegangen." "Im ganzen Raum gab es nur eine einzige
  120. Stelle innerhalb der enormen Detonationswelle, die davon
  121. verhältnismäßig unberührt blieb, und das war die, an der der Führer am Kartentisch
  122. Teilnehmer der Besprechung sind durch die Kraft der Explosion viele Meter weit
  123. aus dem Fenster herausgeschleudert worden und ihre Uniformen wurden in Fetzen zerrissen.
  124. Ich kann nur sagen, dass wenn die Errettung des Führers aus
  125. höchster Lebensgefahr kein Wunder war, es überhaupt keine Wunder mehr gibt.
  126. Wunderglauben, Durchhalte-Parolen. "[...] an unsere Fahnen heften werden, wie ich
  127. jeh in meinem Leben an etwas fest geglaubt habe." Totaler Krieg, totale Vernichtung.
  128. "Und ein Schrei nach Rache wird aus ihren Kehlen emporsteigen vor dem der Feind erblassen wird."
  129. "Nun Volk, steht auf und Sturm brech los!" Der Sturm bricht los, aber über Deutschland.
  130. Der Himmel über Deutschland gehört den Alliierten. Das letzte Aufbäumen der Wehrmacht verlängert nur
  131. noch das Leben der Hitler, Himmler, und Göbbels. Der Aufstand vom 20. Juli hätte
  132. Deutschland nicht mehr retten können, aber 9 Monate Sterben, 9 Monate Zerstörung
  133. wären Europa erspart geblieben. Die schönen alten deutschen Städte gehen im Feuerregen unter.
  134. An den Fronten, auf der Flucht, in den KZs sterben in diesen 9 Monaten mehr Menschen als in den 5 Jahren zuvor.
  135. Die Prozesse vor dem Volksgerichtshof gehen weiter. Die Henker haben alle Hände voll zu tun.

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