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Stauffenberg-Attentat auf Hitler: Scheitern und Folgen des 20. Juli 1944
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 119 Zeilen
- Rastenburg in Ostpreußen am 20. Juli 1944. Es ist 12:42 Uhr.
- Eine heftige Explosion erschüttert den Sommertag auf dem Gelände der sogenannten Wolfsschanze.
- Der Führungsstab der Wehrmacht arbeitet und wohnt hier. Hier treffen Hitler und seine Generäle
- die wichtigsten militärischen Entscheidungen. Schnell ist klar: Die Explosion war in der Beratungsbaracke.
- Dort, wo Adolf Hitler gerade eine Besprechung hat. Der Urheber des Attentats:
- Claus Schenk Graf von Stauffenberg, ein hoher Offizier. In diesem Video hier schauen wir uns das Attentat vor 80 Jahren ganz genau an.
- Wer waren die Hinterleute? Welche Folgen hatte das Attentat? Los geht's.
- Nachdem Stauffenberg eine Aktentasche mit Sprengstoff in die Beratungsbaracke geschmuggelt hat,
- verlässt er unter einem Vorwand das Gebäude. Er weiß, wenn das Attentat gelingt,
- muss er schnellstens wieder nach Berlin fliegen, um von dort aus alles zu koordinieren.
- Als die Bombe explodiert, ist Stauffenberg bereits im Auto auf dem Weg zum Flugplatz,
- aber noch auf dem Gelände der Wolfsschanze. Ihn begleitet Werner von Haeften.
- Sein Adjutant; also so etwas wie sein Assistent. Wachleute halten sie zwar auf,
- aber letztlich schaffen es die beiden Männer, durch den bereits blockierten Sperrkreis um das Gelände zu entkommen.
- Stauffenberg ist fest davon überzeugt, dass Hitler das Attentat nicht überlebt haben kann.
- Sie landen gegen 16:00 Uhr auf dem Flugplatz bei Berlin, von dem sie erst am selben Morgen gegen 8:00 Uhr nach Ostpreußen abgeflogen sind.
- Sofort lässt Stauffenberg Vertrauten im Bendlerblock, einem wichtigen Verwaltungsgebäude der Wehrmacht, eine Nachricht zukommen.
- Obwohl Stauffenberg selbst immer noch nicht weiß, ob das Attentat tatsächlich gelungen ist, gibt er seine Überzeugung weiter,
- dass Hitler tot sei. Denn es muss schnell gehen. Hitler und die NS-Führung erhalten
- immer noch große Loyalität von der Mehrheit der Deutschen, obwohl sich eine Niederlage des Krieges schon abzeichnet
- und immer mehr Menschen eine Ahnung von den NS-Verbrechen haben. Um das Regime zu stürzen, haben die Widerständler einen bereits
- für den Fall von Unruhen vorhandenen Befehl für ihre Zwecke umgeschrieben. Codename: „Walküre“.
- Er soll sicherstellen, dass alle wichtigen Stellen im Staatsapparat durch den Widerstand besetzt werden.
- Aber manche Eingeweihte zögern. Sie zweifeln am Gelingen des Attentats, wie zum Beispiel
- Generaloberst Friedrich Fromm, der Chef des Ersatzheeres. Nur wenn Hitler tot ist, will er sich dem Widerstand anschließen.
- Dagegen versucht General Friedrich Olbricht, den Umsturz mit der Befehlsweitergabe zum Beispiel
- zur Verhaftung der Sicherheitskräfte einzuleiten. Die Lage ist unklar.
- Gegen 16:00 Uhr hat sich der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, nämlich Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel, aus der Wolfsschanze gemeldet.
- Vier der 24 Anwesenden sind tot. Adolf Hitler aber ist nur leicht verletzt.
- Wie Adolf Hitler das Attentat überlebt hat, dazu haben wir ein kurzes Video gemacht. Das verlinken wir euch hier oben.
- Wenig später telefoniert Stauffenberg mit seinem Cousin in Paris, Oberstleutnant Cäsar von Hofacker.
- Daraufhin laufen dort die Maßnahmen des Widerstands an Bis etwa 17:00 Uhr
- sind auch andere Dienststellen informiert, Wien und Prag zum Beispiel. Da die Fernschreiben mit den „Walküre“-Befehlen der höchsten
- Geheimhaltungsstufe unterliegen, müssen sie einzeln durchgegeben werden. Wichtige Zeit geht auf diese Weise verloren.
- In Berlin ist Friedrich Fromm immer noch nicht überzeugt. Stauffenberg nimmt ihn fest.
- Den Widerständlern gelingt es dennoch nicht, die wichtigsten Schaltstellen der Macht zu übernehmen.
- Rundfunk, Reichskanzlei, Reichspropagandaministerium und Reichssicherheitshauptamt,
- die Polizeizentrale des Dritten Reichs, bleiben in Händen der Machthaber. Beim damals wichtigsten und auch schnellsten Nachrichtenmedium,
- dem Rundfunk, werden die Aufständischen gar hinters Licht geführt. Während sie das Sendezentrum besetzen, kursieren schon von etwa 17:45 an aus
- einem benachbarten Bunker Radiomeldungen, dass ein Attentat verübt worden sei, aber Hitler lebt.
- Viele Widerständler sind unsicher, was zu tun ist. Außerdem kommen nun auch Fernschreiben vom Oberkommando der Wehrmacht an,
- die von Hitlers Überleben berichten und die „Walküre“-Befehle widerrufen. Stauffenberg versucht noch, Zweifler zu überzeugen
- und behauptet, selbst gesehen zu haben, dass Hitler tot sei. Aber die Leute vom 20. Juli
- können nicht mehr genügend Unterstützung im Militär und in der Polizei mobilisieren.
- So muss Stauffenberg gegen 22:00 Uhr nach Paris melden, dass in Berlin alles verloren ist.
- Im Bendlerblock haben sich mittlerweile regimetreue Offiziere zusammengeschlossen, um den Aufstand niederzuschlagen.
- Sie holen General Fromm aus seinem Hausarrest. Nach einem kurzen Schusswechsel werden die Hauptfiguren des Widerstands,
- Stauffenberg und sein Adjutant Werner von Haeften sowie die Offiziere
- Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim und Friedrich Olbricht verhaftet und verhört. Der pensionierte Generaloberst Ludwig Beck erhält, wie in dieser Rangordnung üblich,
- die Gelegenheit zum Suizid. Als ihm nicht gelingt, sich zu erschießen, macht das ein Offizier.
- Um seine eigenen Kontakte zum Widerstand zu vertuschen, verurteilt General Fromm die anderen vier Festgenommenen gegen militärisches Recht eigenmächtig zum Tod.
- Etwa zehn Stunden nach der Explosion ist der Versuch des Regimewechsels vollständig gescheitert.
- Das Attentat vom 20. Juli 1944 ist vielleicht der am besten vorbereitete Versuch, Hitlers Macht zu brechen.
- Der Widerstandskreis, dem Stauffenberg sich 1943 anschließt, besteht schon mehrere Jahre.
- Besonders Oberst Henning von Tresckow hat zu dieser Zeit schon Attentate geplant, die
- aber immer im letzten Moment gescheitert sind. Das Netzwerk des 20. Juli,
- insgesamt etwa 200 Personen, umfasst nicht nur Offiziere, sondern auch Vertreter der Zivilgesellschaft, darunter viele frühere Politiker.
- Claus Schenk Graf von Stauffenberg kommt aus einer christlich geprägten Adelsfamilie.
- Nach seinem Abitur 1926 entscheidet er sich
- für eine militärische Laufbahn, die ihn bis in den Rang eines Obersten bringt. 1943 wird er schwer verwundet, verliert eine Hand und ein Auge
- und kommt danach in den Generalstab. Deshalb bekommt er auch Zugang zu den Besprechungen mit Hitler.
- Auch Werner von Haeften und Albrecht Mertz von Quirnheim sind Offiziere und entstammen dem Adel.
- Es sind im Wesentlichen Leute, die stark von den Werten und Idealen
- der Kaiserzeit geprägt sind, weniger von den Grundlagen der Weimarer Republik. Man spricht auch vom nationalkonservativen Widerstand,
- der vor allem aus Adel, Großbürgertum und oberer Mittelschicht stammt. Ziel ist es vor allem, eine Niederlage
- wie im Ersten Weltkrieg zu verhindern und möglichst die Machtstellung Deutschlands zu erhalten.
- Auch der Rechtsstaat soll wiederhergestellt werden. Aber, das muss man auch sagen,
- wir können nicht wissen, was tatsächlich nach einem gelungenen Attentat geschehen wäre.
- Erstens haben die Alliierten schon 1943 auf der Konferenz von Casablanca
- beschlossen, dass Deutschland bedingungslos kapitulieren muss, um den Krieg zu beenden.
- Zweitens gab es ja auch kommunistische, sozialdemokratische, liberale und religiös motivierte Widerstandsbewegungen,
- die nach dem Fall des Hitlerregimes am Wiederaufbau hätten mitwirken wollen. Eine breite, über die politischen
- und ideologischen Grenzen hinausgehende Widerstandsbewegung gab es in Deutschland nicht.
- Was den 20. Juli außergewöhnlich macht, ist die starke Beteiligung des Militärs.
- Und gerade deshalb wäre es für einen erfolgreichen Umsturz so wichtig gewesen, dass Hitler das Attentat nicht überlebt.
- Schließlich sind alle Militärs im NS-Staat auf Hitler persönlich vereidigt und nur sein Tod
- hätte die Soldaten aus ihrer Sicht aus ihrem Eid gegenüber Hitler entlassen. Man mag das für eine übersteigerte Ehrvorstellung halten,
- aber das unbedingte Festhalten an einem Eid ist für das Handeln im Militär wichtig. Viele Offiziere, die dem Widerstand nahestehen, sind daher überzeugt:
- Ein Aufstand gegen Hitler ist nicht mit ihrem Eid vereinbar, solange der noch lebt.
- Immerhin darf man nicht vergessen, dass gerade die Armee sehr von Hitler profitiert hat und sehr viele Militärs
- ihre Karriere dem sogenannten Dritten Reich verdanken. Bei den Widerständlern dagegen dominiert die Sicht,
- dass es mit ihrem Gewissen nicht vereinbar ist, diesen Krieg so weiterzuführen und einem verbrecherischen Regime zu dienen.
- Diese Einsicht, muss man dazu sagen, ist nur langsam gewachsen und die brutale Kriegsführung der Führungsriege gerade in Osteuropa
- war dafür verantwortlich. Die Verbrechen der Wehrmacht, die gerade den Militärs bekannt waren,
- die rassistische Vernichtungspolitik des NS-Staates, aber auch die sich anbahnende Niederlage überzeugt sie, dass gehandelt werden muss.
- Der militärische Widerstand handelt nicht allein. Er unterhält Kontakte zu anderen oppositionellen Gruppen, wie zum Beispiel
- dem sogenannten Kreisauer Kreis um Helmuth James Graf von Moltke, seine Frau Freya und Peter Graf Yorck von Wartenburg.
- Das ist eine zivile Widerstandsgruppe, die aus Adligen, Christen beider Konfessionen und Sozialdemokraten besteht.
- Aus einem anderen, konservativeren Kreis, kommt neben Generaloberst Ludwig Beck zum Beispiel der Politiker Carl Goerdeler.
- Er war bis 1937 Bürgermeister von Leipzig und ist von den Widerständlern als Kanzler vorgesehen.
- Mit den Offizieren um Stauffenberg kommt dieser Kreis ab 1943 in Kontakt. Diese drei Gruppen sind an den Planungen beteiligt,
- aber nur die Offiziere kommen nahe genug an Hitler heran, um überhaupt ein Attentat durchführen zu können.
- Nach dem gescheiterten Attentat nimmt das Regime blutige Rache. Im Laufe der nächsten Monate werden Hunderte Personen verhaftet
- und eingesperrt, zum Teil auch ganze Familien von Widerständlern. Vom August 1944 bis April 1945 werden allein vom sogenannten
- Volksgericht in Berlin etwa 200 Urteile gefällt, davon mehr als 100 Todesurteile. Die meisten Hinrichtungen davon, nämlich 89, erfolgen in der
- Strafanstalt Plötzensee in Berlin. Dort ist heute eine Gedenkstätte eingerichtet.
- Wir beziehen uns hier in dem Video auf Zahlen der Gedenkstätte Plötzensee. Andere Quellen sprechen von deutlich mehr Verhaftungen und mehr Hinrichtungen.
- Manche der Gerichtsverhandlungen werden vom Regime gefilmt, um das propagandistisch auszuschlachten.
- Aber viele Angeklagte zeigen Haltung und so verschwindet das Filmmaterial in den Archiven.
- Schaut man auf die vielen Prozesse, wird noch mal deutlich, dass der Widerstand
- von einer breiteren Gruppe getragen wurde und nicht nur von Männern. Mehr als ein Dutzend Frauen werden inhaftiert und vier auch hingerichtet.
- Hitlers Propaganda verbreitet dagegen, dass am 20. Juli nur eine ganz kleine Clique Offiziere das Attentat geplant
- und durchgeführt habe. Diese Vorstellung bleibt auch nach 1945 noch verbreitet.
- Viele Menschen werfen den Offizieren damals vor, dass sie ihren Eid gebrochen hätten und damit Verräter sein.
- Nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 ändert sich das allmählich.
- Von den 1950er Jahren an werden die Attentäter gewürdigt. 1952 wird in Berlin im Bendlerblock eine Gedenkstätte eingerichtet.
- Zum 20. Juli finden regelmäßig Feierlichkeiten statt. In der DDR dagegen gilt der Widerstand des
- 20. Juli nicht viel. Hier wird vor allem der kommunistische Widerstand geehrt.
- Andere Widerstandsaktivitäten werden eher stiefmütterlich behandelt. Kurz: Beide deutsche Staaten suchen sich den Widerstand aus, der ideologisch passt.
- Inzwischen ist unser Bild vom 20. Juli 1944 differenzierter
- und dieser Tag ist heute wohl einer der am besten erforschten in der deutschen Geschichte.
- Der 20. Juli ist ein wichtiger Teil des Gedenkens an den deutschen Widerstand gegen den Nationalsozialismus.
- Vielleicht kennt ihr die Geschichte des Attentats und seiner Folgen auch aus den Verfilmungen zum Beispiel
- von 2004 mit Sebastian Koch und natürlich 2008 mit Tom Cruise in der Hauptrolle. Was meint ihr denn?
- Ist das Gedenken an das Attentat immer noch aktuell? Oder sollte lieber an die vielen anderen
- Widerstandsbewegungen und Attentatsversuche, die es ja auch gab, gemeinsam erinnert werden?
- Schreibt es gerne unten in die Kommentare und wenn ihr euch für dieses Thema interessiert, dann klickt
- gern auch mal hier. Dort findet ihr ein Video von Terra X History, das sich auch darum dreht.
- Sehr interessant. Also schaut doch mal rein. Danke fürs Zuschauen und bis zum nächsten Mal.
Zum Nachlesen
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