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Adolf Hitler

Herrschaft vor dem Zweiten Weltkrieg (1933–1939) · Errichtung der Diktatur · Ausweitung des Hitlerkults · Verfolgungen · Baupolitik · Kirchenpolitik · Aufrüstungs-, …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Frühe Jahre und Erster Weltkrieg
  2. 2. Politischer Aufstieg bis 1933
  3. 3. Errichtung der Diktatur (1933–1939)
  4. 4. Zweiter Weltkrieg und Verbrechen (1939–1945)
  5. 5. Ende im Bunker
  6. 6. Privatleben und historische Einordnung

Frühe Jahre und Erster Weltkrieg

Adolf Hitler wurde am 20. April 1889 in Braunau am Inn (Österreich-Ungarn) als Sohn des Zollbeamten Alois Hitler und dessen dritter Ehefrau Klara Pölzl geboren. Die Familie stammte aus dem niederösterreichischen Waldviertel. Hitler hatte mehrere Geschwister, von denen die meisten früh starben; seine Schwester Paula (1896–1960) überlebte ihn. Ab 1900 besuchte er die Realschule in Linz, brach die Schule 1905 aber ab. Nach dem Tod des Vaters (1903) und der Mutter (1907) lebte er in Wien, bewarb sich 1907 und 1908 erfolglos an der Kunstakademie und verdiente ab 1910 Geld mit dem Nachzeichnen und Aquarellieren von Wiener Ansichtskartenmotiven. In Wien las er Schriften von Alldeutschen und Antisemiten wie Georg von Schönerer und hörte Reden des Wiener Bürgermeisters Karl Lueger, die beide als Vorbilder wirkten. 1913 zog er nach München, um der österreichischen Wehrpflicht zu entgehen. Im August 1914 meldete er sich als Kriegsfreiwilliger zur Bayerischen Armee und diente bis Kriegsende als Meldegänger an der Westfront. Er wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse (1918), und im Oktober 1918 bei einem britischen Gasangriff vorübergehend erblindet. Die Nachricht von der Novemberrevolution und der Kriegsniederlage nahm er in einem Reservelazarett in Pasewalk auf.

Politischer Aufstieg bis 1933

Hitler blieb bis 1920 Soldat und wurde von der Reichswehr als V-Mann und Propagandaredner eingesetzt. Im September 1919 trat er der Deutschen Arbeiterpartei (DAP) bei, die sich 1920 in NSDAP umbenannte. Er wurde bald ihr bedeutendster Redner und übernahm 1921 die Parteileitung mit diktatorischen Vollmachten. Nach einem gescheiterten Putschversuch am 8./9. November 1923 in München („Hitlerputsch“) wurde er 1924 in einem umstrittenen Prozess wegen Hochverrats zu nur fünf Jahren Festungshaft verurteilt, die er in komfortablen Bedingungen in Landsberg am Lech verbrachte; er wurde bereits nach neun Monaten entlassen. Dort verfasste er den ersten Band seiner Programmschrift „Mein Kampf“, in der er seinen rassistischen Antisemitismus, den Sozialdarwinismus und die Forderung nach Eroberung von „Lebensraum im Osten“ darlegte. Nach der Neugründung der NSDAP 1925 blieb sie zunächst unbedeutend (2,6 % bei der Reichstagswahl 1928). Erst die Weltwirtschaftskrise ab 1929 brachte der NSDAP rasch wachsende Zustimmung. Bei der Reichstagswahl Juli 1932 wurde sie mit 37,3 % stärkste Partei. Nach weiteren Wahlniederlagen und owing zu politischen Intrigen konservativer Kräfte um Franz von Papen und Alfred Hugenberg, die glaubten, Hitler „einrahmen“ zu können, ernannte Reichspräsident Paul von Hindenburg Hitler am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler.

Errichtung der Diktatur (1933–1939)

Nach der Machtübernahme beseitigte Hitlers Regime innerhalb weniger Monate die demokratische Ordnung. Die Reichstagsbrandverordnung (Februar 1933) hob zentrale Grundrechte auf, das Ermächtigungsgesetz (23. März 1933) erlaubte der Regierung, ohne den Reichstag zu legislieren. Gewerkschaften und Parteien wurden verboten, politische Gegner in Konzentrationslagern inhaftiert. Beim „Röhm-Putsch“ (30. Juni 1934) ließ Hitler rund 150–200 SA-Führer ermorden. Nach Hindenburgs Tod (August 1934) vereinigte Hitler die Ämter des Reichspräsidenten und Reichskanzlers und regierte fortan als „Führer und Reichskanzler“. Die deutsche Bevölkerung wurde durch Propaganda, Hitlerkult und scheinbare Erfolge (Beseitigung der Massenarbeitslosigkeit, Überwindung des Versailler Vertrags) zunehmend auf seine Seite gezogen. Juden wurden systematisch entrechtet: durch Boykott und Berufsverbote 1933, die Nürnberger Gesetze (15. September 1935) und die Novemberpogrome 1938. Zugleich brach Hitler den Versailler Vertrag durch Wiedereinführung der Wehrpflicht (1935), Rheinlandbesetzung (1936) und Aufrüstung. 1938 übernahm er das Oberkommando der Wehrmacht, erzwang den „Anschluss“ Österreichs und annektierte nach dem Münchner Abkommen das Sudetenland, im März 1939 auch die „Rest-Tschechei“.

Zweiter Weltkrieg und Verbrechen (1939–1945)

Mit dem durch den Hitler-Stalin-Pakt (August 1939) ermöglichten Überfall auf Polen am 1. September 1939 entfesselte Hitler den Zweiten Weltkrieg. Nach dem Sieg über Frankreich im Westfeldzug (Mai–Juni 1940) und dem Scheitern der Luftschlacht um England begann er am 22. Juni 1941 mit dem Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion („Unternehmen Barbarossa“), der als Krieg zur Eroberung von „Lebensraum“ und zur Ausrottung des „jüdischen Bolschewismus“ geplant war. Im Dezember 1941 erklärte Hitler den USA den Krieg. Ab Sommer 1941 ermordeten Einsatzgruppen systematisch Juden hinter der Front; der Holocaust eskalierte mit der Wannseekonferenz (Januar 1942) und dem Aufbau von Vernichtungslagern in besetztem Polen. Insgesamt wurden etwa 5,6 bis 6,3 Millionen Juden und bis zu 500.000 Sinti und Roma ermordet. Weitere Opfergruppen waren Behinderte (über 200.000 Krankenmorde im Rahmen der „Euthanasie“-Aktionen), Slawen, Homosexuelle, Zeugen Jehovas und politisch Andersdenkende. Nach der Niederlage von Stalingrad (Anfang 1943) wendete sich das Kriegsblatt endgültig. Das Attentat vom 20. Juli 1944 gegen Hitler scheiterte; die Beteiligten wurden hingerichtet. Hitler ließ den Krieg trotz aussichtsloser Lage weiterführen und befahl im März 1945 die Zerstörung der deutschen Infrastruktur („Nerobefehl“). Am 30. April 1945 beging er im Bunker der Reichskanzlei Suizid; am 8. Mai 1945 kapitulierte die Wehrmacht bedingungslos.

Ende im Bunker

Ab Januar 1945 lebte Hitler im Führerbunker unter der Neuen Reichskanzlei in Berlin. Am 28. April 1945 heiratete er seine Lebensgefährtin Eva Braun und diktierte sein politisches und privates Testament. Er ernannte Karl Dönitz zum Nachfolger als Reichspräsident, Joseph Goebbels zum Reichskanzler, schloss Göring und Himmler aus und rief zur Fortsetzung des Krieges und der Judenvernichtung auf. Am 30. April 1945 gegen 15:30 Uhr nahm Eva Braun Zyankali; Hitler erschoss sich. Bormann und andere verbrannten die Leichen im Garten der Reichskanzlei. Die sowjetische Führung verschwieg zunächst Hitlers Tod, was jahrzehntelang Verschwörungsmythen über sein angebliches Überleben befeuerte. Erst nach Öffnung der Archive in den 1990er Jahren wurde endgültig bestätigt, dass Hitlers Überreste mehrfach umgebettet und 1970 in Schönebeck (Elbe) vollständig verbrannt und die Asche in einen Nebenfluss der Elbe gestreut wurden.

Privatleben und historische Einordnung

Hitler lebte ab 1929 in einer Wohnung in München, kaufte 1933 das Haus Wachenfeld auf dem Obersalzberg und baute es zum Berghof um. Seine Halbnichte Geli Raubal, mit der er eng verbunden war, starb 1931 durch Suizid; ab Januar 1932 hatte er ein Verhältnis mit Eva Braun, das er bis zu seinem Tod geheim hielt. Er ernährte sich ab 1932 vegetarisch, rauchte nicht und besaß rund 16.000 Bücher, darunter viel Militärliteratur und rechte Esoterik. Die historische Forschung befasst sich vor allem mit der Frage, wie Hitler ohne berufliche Qualifikation zum Diktator aufsteigen konnte und welche Rolle er im NS-Staat spielte. Frühe Deutungen reichten von „satanischem Prinzip“ (Meinecke) bis „prinzipienlosem Opportunismus“ (Bullock). Die Forschung stritt lange zwischen „Intentionalisten“ (Hitlers ideologisches Programm sei entscheidend gewesen) und „Funktionalisten“ (der Holocaust sei aus einer Eigendynamik des Systems entstanden). Neuere Untersuchungen, etwa durch Peter Longerich und Ian Kershaw, belegen Hitlers entscheidende und unverzichtbare Rolle auf dem Weg zur „Endlösung“ und erklären seine Herrschaft mit dem Modell der „charismatischen Herrschaft“ nach Max Weber, getragen vom „Führermythos“ und dem vorauseilenden Gehorsam seiner Anhänger.

Lernvideos zu Adolf Hitler

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