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Wirtschaftlichkeitsrechnung
Wirtschaftlichkeitsrechnung ist ein Kalkül zur Bestimmung der Wirtschaftlichkeit einer ökonomisch relevanten Handlung. Die Wirtschaftlichkeitsrechnung …
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Begriff, Zweck und Einsatzbereiche
Die Wirtschaftlichkeitsrechnung ist ein Kalkül zur Bestimmung der Wirtschaftlichkeit einer ökonomisch relevanten Handlung. Sie untersucht, ob die Produktionsfaktoren, die ein Unternehmen oder eine öffentliche Institution wie eine Verwaltung einsetzt, dem Wirtschaftlichkeitsprinzip entsprechend genutzt werden. Damit schafft sie eine rechnerische Grundlage für wirtschaftliche Entscheidungen.
Welche Rechnung geeignet ist, hängt von der betrachteten Handlung ab. Dazu gehören beispielsweise eine Investition, die Einführung eines Produktionsverfahrens, das Angebot eines Produkts am Markt oder die gesamte Tätigkeit eines Unternehmens. In erwerbswirtschaftlichen Unternehmen stehen vor allem die Einträglichkeitsanalyse von Investitionen und die Auswertungsrechnung der Kostenrechnung im Mittelpunkt. Zu Letzterer zählen etwa Verfahrensvergleiche, Produkterfolgsrechnungen und Losgrößenrechnungen.
In öffentlichen Institutionen werden zuweilen außerdem Kosten-Nutzen-Analysen, Nutzwertanalysen und Kosten-Wirksamkeits-Analysen eingesetzt. Diese Verfahren sind jedoch nicht auf öffentliche Institutionen beschränkt. Bei geplanten Investitionen vergleicht die Wirtschaftlichkeitsrechnung insbesondere die erwarteten Einnahmen und Ausgaben des Investitionsobjekts, um dessen Vorteilhaftigkeit unter bestimmten Voraussetzungen zu beurteilen.
Wirtschaftlichkeitsanalyse als Entscheidungsgrundlage
Eine Wirtschaftlichkeitsanalyse ist ein Verfahren zur Bestimmung der Wirtschaftlichkeit eines Projekts, einer Anwendung oder eines Produkts. Verantwortliche in Unternehmen oder Institutionen prüfen damit, ob sich ein Vorhaben lohnt. Die Methoden der Wirtschaftlichkeitsrechnung werden dabei auf eine konkrete Problemstellung angewendet. Sie sollen zeigen, ob und unter welchen Bedingungen eine geplante ökonomisch relevante Handlung wirtschaftlich ausgeführt werden kann.
Für eine praxistaugliche Entscheidungsgrundlage müssen auch die Geschäftsprozesse bewertet werden, die aus dem Projekt, der Anwendung oder dem Produkt entstehen. Dazu sind angemessene Bewertungskriterien festzulegen. Nur dann kann die Analyse zu wirtschaftlich sinnvollen Entscheidungen führen.
Wirtschaftlichkeitsanalysen können auf der Ebene eines gesamten Unternehmens oder einer Institution stattfinden, aber auch im kleineren Rahmen, beispielsweise in einer Abteilung oder Unterabteilung. Sie entstehen, wenn ein Akteur ein für ihn bedeutendes wirtschaftsrelevantes Vorhaben prüft. Häufig gehen ihnen Tätigkeiten der Marktforschung voraus.
Beurteilung von Investitionen
Bei der Einträglichkeitsanalyse kann entweder ein einzelnes Investitionsobjekt beurteilt oder aus mehreren Alternativen die günstigste Anlage ausgewählt werden. Je nach Fragestellung ist die Perspektive des Investors oder die Perspektive des Unternehmens beziehungsweise der Institution einzunehmen. Eine aussagefähige Rechnung muss die gesamte Einsatzdauer des Investitionsobjekts einbeziehen und Beschränkungen hinsichtlich Liquidität und Absatz berücksichtigen.
Zu den zentralen Aufgaben gehören:
- die Bestimmung der Vorteilhaftigkeit einer Investition,
- die Bildung einer Rangfolge mehrerer vorteilhafter Investitionen,
- die Ermittlung der optimalen Nutzungsdauer einer Anlage,
- die Bestimmung des optimalen Ersatzzeitpunkts.
Dabei ist zwischen absoluter und relativer Wirtschaftlichkeit zu unterscheiden. Absolute Wirtschaftlichkeit bezeichnet die für eine Handlung ermittelte Beziehung zwischen ihrem Ergebnis und dem dafür erforderlichen Mitteleinsatz. Welche Werte als Ergebnis und Mitteleinsatz zählen, richtet sich nach den relevanten Zielen. In einem erwerbswirtschaftlichen Unternehmen werden dafür Erträge und Aufwendungen oder Erlöse und Kosten verwendet. Ein Investitionsprojekt ist beispielsweise absolut wirtschaftlich, wenn sein Kapitalwert größer als Null ist.
Relative Wirtschaftlichkeit beschreibt dagegen die Beziehung zur absoluten Wirtschaftlichkeit einer anderen Handlung. Projekt A ist gegenüber Projekt B relativ wirtschaftlich, wenn sein Kapitalwert größer ist als der von B. Dabei ist unerheblich, ob der Kapitalwert von A größer als Null ist.
Statische und dynamische Verfahren
Die Investitionsrechnung stellt statische und dynamische Verfahren zur Einträglichkeitsanalyse bereit.
Zu den statischen Verfahren gehören:
- Kostenvergleichsrechnung,
- Gewinnvergleichsrechnung,
- Rentabilitätsrechnung,
- Amortisationsrechnung.
Statische Verfahren haben zwei wesentliche Nachteile: Sie betrachten Investitionen nur kurzfristig und berücksichtigen nicht, zu welchen Zeitpunkten Ein- und Auszahlungen anfallen.
Zu den dynamischen Verfahren gehören:
- Kapitalwertmethode,
- Annuitätenmethode,
- interner Zinsfuß,
- Endwertmethode,
- Marktzinsmethode.
Dynamische Verfahren erfassen die Ein- und Auszahlungen während der Nutzungsdauer genau und bewerten sie entsprechend ihrem zeitlichen Anfall. Dadurch berücksichtigen sie, dass Zahlungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten wirtschaftlich verschieden zu beurteilen sind.
Kostenrechnung und betriebliche Vergleiche
In der Auswertungsrechnung der Kostenrechnung dient die Wirtschaftlichkeitsrechnung vor allem dem Vergleich von Kosten. Anders als bei einer noch geplanten Investition wird dabei unterstellt, dass bereits investiert wurde. Untersucht werden kann beispielsweise, wie hoch ein Maschinenstundensatz ist oder welche Produktkosten bei einem bestimmten neuen oder andersartigen Produktionsverfahren entstehen.
Ein typischer Anwendungsfall ist der Vergleich eines stärker automatisierten Verfahrens mit einem stärker manuell geführten Produktionsverfahren. Die Berechnungen unterstützen insbesondere:
- den Vergleich und die Auswahl von Verfahren,
- die Entscheidung zwischen Eigenfertigung und Fremdbezug,
- die Ermittlung optimaler Losgrößen.
Auch Produkterfolgsrechnungen können Bestandteil dieser Auswertungsrechnung sein. Wird die Wirtschaftlichkeitsrechnung als Jahresrechnung ausgeführt, kann sie außerdem als innerbetriebliche oder zwischenbetriebliche Vergleichskostenrechnung dienen. Ziel ist dann ein Vergleich innerhalb eines Betriebs oder zwischen verschiedenen Betrieben.
Wichtige Kenngrößen
Der Maßstab für Wirtschaftlichkeit kann je nach Aufgabe unterschiedlich sein. Bei Berechnungen „im Kleinen“ kommen insbesondere drei Arten von Kenngrößen infrage:
- Mengen, beispielsweise die kritische Menge,
- Werte, beispielsweise der maximale Kapitalwert,
- Zeiten, beispielsweise die optimale Nutzungsdauer.
Welche Kenngröße verwendet wird, richtet sich danach, welche wirtschaftliche Entscheidung vorbereitet werden soll. So kann eine Rechnung auf die benötigte Produktionsmenge, den höchsten erreichbaren Wert oder den günstigsten Nutzungszeitraum ausgerichtet sein.