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Amortisation
Die wirtschaftlich notierte Amortisation wird im Artikel Amortisationsrechnung konkretisiert. Der Begriff wird alltagssprachlich mit dem buchhalterischen Return …
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Grundbedeutung und wirtschaftlicher Zusammenhang
Amortisation oder Amortisierung bezeichnet allgemein einen Prozess, bei dem ein bereits entstandener Aufwand oder bestehende Verbindlichkeiten durch Erträge oder Tilgungen ausgeglichen oder gedeckt werden. Der Begriff wird in der Wirtschaft, im Recht und in der Energietechnik verwendet, hat dort jedoch unterschiedliche Bedeutungen.
Heute ist Amortisation vor allem bei Investitionen wichtig: Eine Investition gilt als amortisiert, wenn ihre Finanzierung durch die zusätzlich von ihr verursachten Umsatzerlöse, also Grenzerlöse, zurückgeflossen ist. Beim Finanzierungsleasing liegt eine Vollamortisation vor, weil der Leasingnehmer nicht nur das Nutzungsrecht am Leasinggut erhält, sondern auch das Finanzierungsrisiko übernimmt. Die wirtschaftliche Betrachtung der Amortisation wird durch die Amortisationsrechnung konkretisiert. Im Alltag wird sie häufig mit dem Return on Investment verbunden; in technischen Zusammenhängen besteht ein Bezug zum Erntefaktor.
Tilgung, Anleihen und Amortisationszeit
Bei Krediten und anderen Schulden ist „Tilgung“ der gebräuchlichere Begriff für die Rückzahlung. Sie kann etwa bei einem Annuitätendarlehen oder einem Ratenkredit erfolgen.
Eine Amortisationsanleihe enthält in ihren Anleihebedingungen einen Tilgungsplan. Anders als bei einer einmaligen Rückzahlung am Fälligkeitstag wird sie durch regelmäßige Tilgungen zurückgezahlt.
Die Amortisationszeit, englisch Payback-period, ist in der Investitionsrechnung der Zeitraum, in dem das in einer Investition gebundene Kapital – zum Beispiel Investitionsausgaben – durch Einnahmen, Erträge oder Umsatzerlöse zurückgeflossen ist. Bei einer gemittelten Betrachtung gilt:
Amortisationszeit in Jahren = Kapital / Ertrag (pro Jahr).
Für die dynamische Betrachtung unter Berücksichtigung zu zahlender Kreditzinsen nennt der Artikel:
Amortisationszeit in Jahren = Anschaffungskosten / durchschnittlicher Gewinn.
Der durchschnittliche Gewinn ist dabei der durchschnittliche Gewinn vor Abschreibungen und kalkulatorischen Zinsen. Ein Beispiel ist die Pharmaindustrie: Die hohen Forschungs- und Entwicklungskosten neuer Arzneimittel müssen durch Umsatzerlöse innerhalb der verbleibenden Patentlaufzeit wieder hereingeholt werden.
Bedeutungen im Recht
Im Aktienrecht bezeichnet Amortisation den heute gebräuchlicheren Rechtsbegriff der Kapitalherabsetzung. Bei einer GmbH kann die Einziehung der Geschäftsanteile einzelner Gesellschafter nach § 34 GmbH-Gesetz veraltet ebenfalls Amortisation heißen. Sie ist nur zulässig, wenn sie im Gesellschaftsvertrag vorgesehen ist. Unterschieden werden die einfache Amortisation, der der Gesellschafter zustimmen muss, und die Zwangsamortisation; deren Voraussetzungen stehen in § 34 Abs. 2 GmbHG.
Im angelsächsisch geprägten Steuerrecht bedeutet Amortisation die Abschreibung auf immaterielle Wirtschaftsgüter. Im deutschen Steuerrecht ist dies besonders relevant, wenn ein Gesetzestext auf das EBITDA Bezug nimmt, insbesondere bei der Zinsschrankenregelung.
Im Urheberrecht wird dem Urheber geistiger Werke Schutz gewährt, weil er ein Amortisationsinteresse hat. Das bedeutet: Er möchte die Aufwendungen, die er in sein Werk investiert hat, durch dessen Verwertung ersetzt bekommen. Ein solches Interesse wird jedem Wirtschaftssubjekt unterstellt, das Aufwand betrieben hat und diesen durch Einnahmen decken möchte, etwa einem Betreiber oder Veranstalter.
Energie und internationale Verwendung
In der Energietechnik ist die Amortisationszeit eines Kraftwerks die Zeitspanne, nach der es genauso viel Energie in Form von elektrischem Strom abgegeben hat, wie für seinen Bau benötigt wurde.
In der Schweiz und in Liechtenstein bedeutet „Amortisation“ nach Art. 865 ZGB beziehungsweise Art. 351 Sachenrecht (Liechtenstein) die Kraftloserklärung von Pfandtiteln wie Schuldbrief oder Gült sowie von Zinsscheinen, also Zinscoupons. In Österreich wird der Begriff häufig bei Objektfinanzierungen verwendet, etwa bei einer Kosten-Nutzen-Analyse dazu, wann sich eine Photovoltaikanlage amortisiert hat.