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These

Ursprünglich waren diese Thesen als Anlage einem Brief an den Erzbischof von Mainz und Magdeburg beigefügt. Die 95 Thesen sind im Stil von Disputationsthesen …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Begründung
  2. 2. Abgrenzung von Theorie, Theorem und Hypothese
  3. 3. These in der Philosophie und Geschichte
  4. 4. Verwendung in anderen Sprachen

Bedeutung und Begründung

Eine These ist eine zu beweisende Behauptung oder ein Leitsatz. Ihr Wahrheitsinhalt muss durch einen Beweis geprüft werden. Der Verfasser behauptet ihre Wahrheit: Ist die These nicht haltbar, muss sie verworfen werden; andernfalls kann man an ihr festhalten.

Allgemein ist eine These eine Aussage, die aus einem Komplex von Aussagen das Wesentliche pragmatisch hervorheben soll. Eine falsche These kann durch keine Beweisführung begründet werden. Welche Beweisführung geeignet ist, hängt von den jeweiligen Regeln ab.

Eine Arbeitsthese ist eine vorläufig aufgestellte These.

Abgrenzung von Theorie, Theorem und Hypothese

Der Unterschied zwischen These und Theorem liegt im pragmatischen Bereich der Lehre von der Aussage.

Eine Theorie beschreibt einen größeren Erklärungsbereich. Beispiel: Die mikroökonomische Theorie beschäftigt sich mit den Entscheidungen von und in Einzelwirtschaften.

Ein Theorem ist eine innerhalb einer Theorie formulierte Aussage. Das Coase-Theorem beschreibt innerhalb des Geltungsbereichs der mikroökonomischen Theorie, wie Märkte unter bestimmten Bedingungen mit externen Effekten umgehen.

Eine These wird aufgestellt, wenn ein Wissenschaftler ein gültiges Theorem entwickeln möchte, sie aber noch beweisen muss. Ist bereits die These selbst wissenschaftlich strittig oder beruht sie auf strittigen Grundannahmen, handelt es sich zunächst nur um eine Arbeitshypothese.

These in der Philosophie und Geschichte

Der Begriff stammt aus der antiken Philosophie. In einer dialektischen Auseinandersetzung ist die These die Einstellung des Befragten, etwa „XYZ ist der Fall“ oder „XYZ ist nicht der Fall“, an der er während der Auseinandersetzung festhält. Der Fragende versucht, den Befragten durch Widersprüche zum Abrücken von seiner These zu bringen. Aristoteles sah darin eine Übung des logischen Schließens.

1517 richtete Martin Luther seine 95 Thesen gegen die Ablasspraxis. Sie waren ursprünglich einem Brief an den Erzbischof von Mainz und Magdeburg beigefügt, auf Latein geschrieben und als Disputationsthesen formuliert. Historiker betrachten ihre Veröffentlichung als Auslöser der Reformation in Deutschland.

Immanuel Kant stellte in den vier Antinomien der reinen Vernunft einer These jeweils eine Antithese gegenüber. Da sich nach Kant beide gut begründen lassen, könne weder These noch Antithese richtig sein: Die Vernunft gerate beim Nachdenken über Seele, Weltganze oder Gott zwangsläufig in Widersprüche, etwa zwischen freiem Willen und Determinismus. Johann Gottlieb Fichte wollte dagegen mittels einer Synthese das Gemeinsame in These und Antithese finden und erläuterte dies an Ich und Nicht-Ich.

Verwendung in anderen Sprachen

In Frankreich bezeichnet „thèse“ auch eine Dissertation („thèse de doctorat“). Ähnlich wird „thesis“ im angelsächsischen Sprachraum verwendet.

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