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Antithese

In der Literatur ist eine Antithese eine rhetorische Figur, in der unter einem Oberbegriff in direktem Gegensatz zueinander stehende Begriffe oder Gedanken …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Grundidee der Antithese
  2. 2. Antithese in der formalen Logik
  3. 3. Bildungssprachliche Bedeutung
  4. 4. Antithese als Stilfigur

Grundidee der Antithese

Eine Antithese ist allgemein eine Gegenbehauptung zu einer These, also zu einer Ausgangsbehauptung. Dabei werden Wörter, Begriffe, Satzteile oder ganze Sätze einander gegenübergestellt, die sich in ihrer Bedeutung widersprechen. Anders als beim Oxymoron bleibt es nicht beim bloßen Nebeneinander gegenteiliger Begriffe: Die Gegenüberstellung wird bei der Antithese durch weitere, teilweise ebenfalls gegensätzliche Sinneinheiten erweitert.

Antithese in der formalen Logik

In der formalen Logik ist die Antithese die exakte Negation einer These. Gehört zur These p, so lautet die Antithese ¬p, also „nicht p“.

Ist die These wahr, ist ihre Antithese falsch; ist die These falsch, ist ihre Antithese wahr. Daher gibt es zu jeder These genau eine Antithese. These und Antithese können weder gleichzeitig wahr noch gleichzeitig falsch sein.

Beispiel: Zur These „Das Haus ist rot“ gehört die Antithese „Das Haus ist nicht rot.“ Zur These „Goethe starb 1805“ gehört: „Goethe starb nicht 1805.“ Dieses Verständnis bezieht sich auf Friedrich Hegels Triade aus These, Antithese und Synthese.

Bildungssprachliche Bedeutung

Im bildungssprachlichen Gebrauch bezeichnet Antithese einen inhaltlichen Gegensatz oder Widerspruch zu einer vorher aufgestellten These. Das Urteil der Antithese schließt das Urteil der These aus.

Im Unterschied zur formalen Logik muss die Antithese aber keine exakte Negation sein. These und Antithese verhalten sich also nicht unbedingt dichotom, das heißt: Es können mehrere verschiedene Antithesen möglich sein, und These sowie Antithese können zugleich falsch sein.

Beispiel: Auf „Das Haus ist rot“ kann die Antithese „Das Haus ist nicht rot, denn es ist blau“ folgen. Zur These „Goethe starb 1805“ sind etwa „Goethe starb 1832“ und „Goethe starb 1755“ mögliche Antithesen.

Antithese als Stilfigur

In der Literatur ist die Antithese eine rhetorische Stilfigur. Sie verbindet unter einem Oberbegriff Begriffe oder Gedanken, die in direktem Gegensatz stehen. Dafür können einzelne Wörter, Satzteile oder ganze Sätze verwendet werden.

Der Widerspruch wird häufig durch Parallelismen, also ähnlich gebaute Satzteile, oder durch Chiasmen, also überkreuz angeordnete Satzteile, verstärkt. Antithesen können Zwiespalt, Spannung und Zerrissenheit ausdrücken.

Typische Beispiele sind: „Klein ist der Strauch, groß ist der Baum.“; „Heute sind wir noch am Leben. Morgen werden wir sterben.“; „Der Einsatz war groß, klein war der Gewinn.“; „Ich schlafe am Tag, in der Nacht wache ich.“; „Was dieser heute baut, reißt jener morgen ein.“; „das Fleisch war willig, der Geist war schwach.“; „auf den süßen Anfang folgt ein bitteres Ende.“

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