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Religionstheologie

In der klassischen Religionstheologie werden drei Modelle für die Verhältnisbestimmung des Christentums zu anderen Religionen unterschieden: der Exklusivismus …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Gegenstand und Abgrenzung
  2. 2. Zentrale Fragestellungen
  3. 3. Klassische Modelle
  4. 4. Moderne alternative Ansätze

Gegenstand und Abgrenzung

Religionstheologie, auch Theologie der Religionen genannt, untersucht das Selbstverständnis des Christentums im Verhältnis zu nichtchristlichen Religionen. Sie fragt also danach, wie das Christentum sich selbst versteht, wenn es anderen religiösen Überzeugungen begegnet. Dabei ist sie von der Religionsphilosophie zu unterscheiden.

Im Mittelpunkt steht nicht nur die Beschreibung anderer Religionen, sondern die theologische Verhältnisbestimmung: Das Christentum entwickelt einen Begriff seines eigenen Selbstverständnisses im Blick auf die religiösen Selbstverständnisse anderer Gemeinschaften.

Zentrale Fragestellungen

In der Religionstheologie werden besonders drei miteinander verbundene Themen verhandelt:

  • der universale Wahrheitsanspruch des Christentums, also die Frage, ob und in welchem Sinn christliche Wahrheit für alle Menschen gilt;
  • die Möglichkeit, Heil zu erlangen oder zu vermitteln;
  • die Mission, also der Anspruch und die Aufgabe, den christlichen Glauben weiterzugeben.

Im weiteren Sinn umfasst die angewandte Religionstheologie auch den praktischen Vollzug des interreligiösen Dialogs. Sie befasst sich damit, wie Begegnungen zwischen Angehörigen verschiedener Religionen gestaltet werden können und wie eine persönliche, dialogfähige Haltung gegenüber anderen Glaubensgemeinschaften ausgebildet wird.

Formal gehört auch die Israeltheologie zur Religionstheologie. Sie bestimmt das Verhältnis des Christentums zum Judentum beziehungsweise zum Volk Israel und schließt den jüdisch-christlichen Dialog ein.

Klassische Modelle

Die klassische Religionstheologie unterscheidet drei Modelle für das Verhältnis des Christentums zu anderen Religionen:

  • Exklusivismus: Das Christentum gilt als einziger Zugang zu Wahrheit und Heil. Andere Religionen werden daher als Unglaube verstanden; ihre Anhänger sollten sich von ihnen abwenden. In der Moderne wurde diese Position unter anderem vom evangelischen Theologen Karl Barth vertreten. Auch die katholische Kirche verstand den Satz „Extra ecclesiam nulla salus“ („Außerhalb der Kirche gibt es kein Heil“) lange Zeit in diesem Sinn.

  • Inklusivismus: Im Christentum befinden sich die Fülle der Wahrheit und die Fülle der Heilsmittel. Zugleich können andere Religionen, besonders die monotheistischen Religionen Judentum und Islam, Spuren der Wahrheit enthalten. Diese Spuren sind nach dem inklusivistischen Verständnis jedoch auf die Fülle der christlichen Wahrheit hingeordnet. Die katholische Kirche vertritt diesen Ansatz im Konzilsdokument Nostra aetate.

  • Religionstheoretischer Pluralismus: Zumindest einige Religionen gelten prinzipiell möglicherweise als gleichwertige Wege zur Wahrheit und zum Heil. Das Christentum darf deshalb keine apriorische Überlegenheit beanspruchen, also keine Überlegenheit, die bereits unabhängig von einer konkreten Prüfung vorausgesetzt wird. Als heutige Vertreter werden Paul F. Knitter und, als weiterer Vertreter, John Hick genannt.

Moderne alternative Ansätze

Als moderne Alternativen nennt der Artikel die Komparative Theologie und den offenen Theismus. Der Pluralismus kann außerdem damit begründet werden, dass Gott als solcher nicht erkannt oder vollständig in einer einzelnen Religion erfasst werden kann. Religionen wären dann verschiedene Wege oder Projektionen, mit denen Menschen versuchen, sich dem „unaussprechlichen Geheimnis Gottes“ anzunähern. Dieser Gedanke steht in Verbindung mit der Negativen Theologie.

Einen weiteren Zugang bietet eine Theologie interreligiöser Beziehungen. Sie fragt auf der Grundlage neutestamentlicher Letztbegründungsmuster nach den Möglichkeiten einer konstruktiven Wertschätzung des religiös Anderen.

Hans Küngs Projekt Weltethos verfolgt schließlich das Ziel, in allen großen Religionen einen gemeinsamen ethischen Kern zu finden.

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