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Mission (Christentum)
Der Begriff Mission leitet sich von lateinisch missio (Sendung) ab und bezeichnet im Christentum die Verbreitung des Evangeliums.
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Begriff und Grundidee
Mission bezeichnet im Christentum die Verbreitung des Evangeliums. Evangelium bedeutet „gute Nachricht“ oder „frohe Botschaft“. Mission kann durch Missionare geschehen, also durch „Sendboten“, ist aber grundsätzlich ein allgemeiner christlicher Auftrag, zu dem jeder getaufte Christ berufen ist.
Mission richtet sich oft an bestimmte Gebiete oder Zielgruppen. Ihr Ziel ist, Menschen gezielt mit dem christlichen Glauben in Berührung zu bringen. Missionare werden dafür häufig nach Eignung ausgewählt, geschult und trainiert. Die Ausbildung, Entsendung und finanzielle Unterstützung kann durch kirchliche Institutionen, überkonfessionelle Missionswerke, einzelne Gemeinden oder persönliche Förderkreise geschehen.
Verwandte Begriffe sind Evangelisierung und Evangelisation. Im 21. Jahrhundert wird weltweit sowohl eine Intensivierung als auch eine Pluralisierung christlich-missionarischer Interaktionen beobachtet.
Biblische Begründung
Die christliche Mission beruft sich vor allem auf Bibelstellen des Neuen Testaments. Wichtig ist der sogenannte Missionsbefehl des auferstandenen Jesus Christus an seine Jünger im Matthäusevangelium: „Darum gehet hin und lehret alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.“ Ähnliche Missionsaufträge finden sich auch in Markus, Lukas, Johannes und der Apostelgeschichte.
Der Artikel nennt zugleich eine Spannung: Vor seiner Kreuzigung soll Jesus laut Matthäus seine Jünger angewiesen haben, nicht zu den Heiden oder Samaritern zu gehen, sondern zu den „verlorenen Schafen aus dem Hause Israel“. Spätere christliche Mission wurde jedoch vor allem mit dem Auftrag an „alle Völker“ begründet.
Auch das Alte Testament wird in der christlichen Theologie als Grundlage für den universalen Anspruch von Gottes Offenbarung gelesen. Dazu gehört Gottes Zusage an Abraham: „Durch dich sollen alle Geschlechter der Erde Segen erlangen“.
Problematisch war historisch die Verbindung von Mission und Gewalt. Dafür wurde besonders Lk 14,23 herangezogen, wo im Gleichnis vom großen Abendmahl Menschen „genötigt“ werden, hereinzukommen. Die lateinische Formulierung „compelle intrare“ wurde zu einer Standardformel, um den Zwangscharakter vor allem der neuzeitlich-europäischen Mission auszudrücken und mit der Lehre vom gerechten Krieg zu verbinden.
Historische Entwicklung
Die Geschichte der christlichen Mission umfasst viele Phasen, in denen verschiedene Kirchen oder Gruppen in bestimmten Regionen besonders aktiv waren. Genannt werden unter anderem die keltisch-irische und angelsächsische Mission in Europa vom 6. bis 8. Jahrhundert, die Mission der assyrischen Kirche des Ostens, die byzantinische Mission in Osteuropa vom 8. bis 11. Jahrhundert sowie katholische Missionsbewegungen wie die jesuitische Mission und die Pariser Mission.
Für die neuere protestantische und pietistische Mission nennt der Artikel Wegbereiter wie Bartholomäus Ziegenbalg von der Dänisch-Halleschen Mission, Nikolaus Ludwig von Zinzendorf und die Herrnhuter Brüdergemeine.
Der Abschnitt ist im Artikel als überarbeitungsbedürftig, unzureichend belegt und in seiner Neutralität umstritten markiert. Deshalb sind die historischen Angaben dort als knapper Überblick und nicht als vollständig gesicherte Darstellung zu verstehen.
Ein zentrales Thema der Missionsgeschichte ist die Verflechtung von Missionierung und Kolonialismus. Als Beispiele nennt der Artikel die Mission in Indien und das Wirken französischer katholischer Missionare in Ländern des französischen Kolonialreichs im 19. Jahrhundert.
Beispiele aus Amerika
In Nordamerika spielte Mission in der Geschichte der indigenen Völker eine wichtige, aber zwiespältige Rolle. Kritisiert werden Paternalismus, also Bevormundung, und Ethnozid, also die Unterwanderung oder Auslöschung spiritueller Grundlagen traditioneller Kulturen. Missionierung und kulturelle Assimilation erfolgten teils in Zusammenarbeit von Staat und Kirche, etwa in Kanada durch Residential Schools für Kinder der First Nations, Inuit und Métis. Die Aufarbeitung gewalttätiger Entgleisungen dauert bis heute an.
Kolonialmächte nutzten den christlichen Missionsbefehl oft als Rechtfertigung für Landnahme. Der Erfolg der Mission hing stark vom Geschick und kulturellen Einfühlungsvermögen einzelner Missionare ab. In manchen Regionen entstanden synkretistische Formen, also Mischformen aus christlichen und traditionellen Religionen. Der Artikel nennt Formen von vollständiger Christianisierung mit traditionellen Bräuchen über Doppel-Religiosität bis zu indianischen Formen des Christentums wie der Indian Shaker Church, der Native American Church und der Langhaus-Religion.
In Lateinamerika kamen nach den Spaniern und Portugiesen auch Missionare, um indigene Völker zu bekehren. Die katholische Kirche unterstützte damit laut Artikel Eroberung und Kolonisierung. Missionierung geschah mit materiellen Druckmitteln oder Gewalt; Alternativen zu Taufe und Bekehrung wurden oft nicht zugelassen. Zugleich bewahrten indigene Menschen eigene Gottheiten und Überzeugungen teilweise unter dem Deckmantel des Katholizismus. Beispiele sind religiöse Mischformen in Guatemala, die Verehrung der Pachamama in den Andenländern neben der Jungfrau Maria und der Marienkult in Mexiko.
Der Artikel nennt auch Schutzversuche einzelner Missionare, etwa den Jesuitenpater António Vieira im 17. Jahrhundert, der Indianer an der Nordostküste Brasiliens zum Christentum überreden wollte, um sie vor Sklaverei zu retten. Für die Gegenwart nennt der Artikel evangelikale Missionen bei unkontaktierten Völkern der Amazonasregion und kritisiert Verbindungen zu Erdölinteressen, etwa bei den Huaorani in Ecuador. Andererseits hätten Missionen seit der Mitte des 20. Jahrhunderts auch dazu beigetragen, dass indigene Völker sich organisieren und national sowie international Gehör finden, etwa bei der Organisation der Shuar in Ecuador.
Gegenwart und Laienmission
Heute unterscheidet der Artikel zwischen großkirchlich und konfessionell geprägter Mission sowie philanthropisch geprägter angelsächsischer Mission, die verbesserte Zustände in der Welt anstrebt. Neben der Pioniermission in Gebieten ohne christliche Glaubenszeugnisse hat sich Weltmission vielfach zu partnerschaftlicher Zusammenarbeit zwischen Kirchen des Nordens und Kirchen früherer Missionsgebiete entwickelt. Viele dieser Kirchen sind heute unabhängig und betreiben selbst Mission, zum Beispiel entsendet die Evangelisch-Lutherische Kirche in Tansania Missionare nach Mosambik. Südkorea gilt neben den USA als Land, das im Verhältnis zur eigenen Bevölkerungszahl weltweit am meisten Missionare entsendet.
Mission wird heute oft eng mit Diakonie verbunden. Diakonie bedeutet praktischer Dienst am Menschen, etwa durch Entwicklungshilfe, Gesundheitsarbeit, Bildung und Sozialarbeit. Missionswerke wie das Evangelische Missionswerk in Deutschland und die Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen sehen Evangelisierung, Entwicklungshilfe, Gesundheitsarbeit und Sozialarbeit nach eigenen Angaben als vorrangig an.
Im ökumenischen Dialog hat sich der Missionsbegriff zur Missio Dei gewandelt. Das bedeutet: Gott selbst handelt in seiner Schöpfung, und Christen beteiligen sich daran. Auf der Weltmissionskonferenz 2005 in Athen ging es darum, wie christliche Gemeinschaften, Ortsgemeinden und Kirchen an Heilung und Versöhnung in ihrer Umgebung mitwirken können. Genannt werden die Theologie der Befreiung in Lateinamerika und die Wahrheits- und Versöhnungskommission in Südafrika. Interreligiöser Dialog mit Muslimen, Juden und Angehörigen anderer Religionen soll alte Missionspositionen überwinden.
In Deutschland sehen katholische und evangelische Kirchen neue Herausforderungen durch gesellschaftliche, demografische und steuerpolitische Veränderungen. Eine EKD-Synode in Leipzig bezeichnete 1999 Innere Mission als künftige Kernaufgabe. Besonders in den neuen Bundesländern wird die Entfremdung von Kirche und christlichem Glauben als Herausforderung beschrieben. Mission soll dort Menschen ansprechen, mit ihnen über ihr Leben ins Gespräch kommen und sie mit dem Glauben an Jesus Christus bekannt machen.
Missionseinsätze werden häufig auch von Laien durchgeführt. Diese arbeiten zwischen etwa einer Woche und ungefähr zwei Jahren im Ausland und unterstützen oft fest angestellte Missionare. Sehr kurze Einsätze von einer bis fünf Wochen können auch Gruppenreisen sein, etwa durch Jugendgruppen. Die Spannbreite reicht vom Segeltörn auf einem Missionsschiff bis zur Gestaltung von Ferienlagern.
Kritik und Risiken
Kritik an christlicher Mission richtet sich besonders gegen Zwang, Gewalt, kulturelle Bevormundung, koloniale Verflechtungen und gesundheitliche Risiken für unkontaktierte Völker. Der Artikel verweist auf die protestantische Weltmissionskonferenz von Edinburgh 1910 als wichtige Weichenstellung zwischen ökumenischer und evangelikaler Denkschule. Die evangelikale Evangelisation wurde 1948 auf der Weltmissionskonferenz des Ökumenischen Rates der Kirchen in Amsterdam akzeptiert. Eine eigene vom Pietismus und Evangelikalismus geprägte Konferenztradition begann mit Berlin 1966 und Lausanne 1974.
Nach dem gewaltsamen Tod des Missionars John Allen Chau auf North Sentinel Island 2018 wurde die Frage gestellt, ob Missionare helfen oder schaden. Genannt werden imperialistische Formen von Missionsarbeit, die Fortschreibung kolonialer Traditionen und die Zusammenarbeit evangelikaler Missionare mit Rohstoff-Firmen im Amazonas. Missionierung unkontaktierter Völker sei inzwischen eine Ausnahme und werde vor allem von fundamentalistischen Gruppen wie dem Joshua Project vorangetrieben.
Ein Bericht von Survival International aus 2025 nennt „mehr als ein Sechstel“ der weltweit rund 196 bekannten unkontaktierten Gruppen, die gezielt von Missionaren aufgesucht würden. Dies geschehe trotz einer dokumentierten Geschichte „unzähliger Todesfälle und verheerender Epidemien“ nach solchen Kontakten. Epidemiologische Studien zu Erstkontakten in Amazonien zeigen, dass kontaktbedingte Epidemien wie Masern, Influenza und Malaria in 59 indigenen Gesellschaften mindestens 11.000 Todesfälle verursachten, mit mittleren Sterblichkeitsraten um 20 Prozent pro Ausbruch. Einige dieser Fälle werden ausdrücklich mit Missionarskontakten verbunden.