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Religionstheologischer Pluralismus
Während der Exklusivismus nur die eigene Religion für wahr hält (siehe auch Absolutheitsanspruch) und der Inklusivismus zwar andere Religionen teilweise …
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Grundidee und Einordnung
Der religionstheologische Pluralismus, auch pluralistische Religionstheologie genannt, ist ein Modell der Religionstheologie. Religionstheologie beurteilt andere Religionen aus theologischer Sicht. Der Pluralismus zielt dabei auf die Anerkennung der prinzipiellen Gleichwertigkeit zumindest einiger Religionen als mögliche Wege.
Im Vergleich dazu hält der Exklusivismus nur die eigene Religion für wahr. Der Inklusivismus erkennt andere Religionen zwar teilweise an, betrachtet die eigene Religion aber weiterhin als vorrangig, überlegen oder zentraler. Der Pluralismus geht hingegen davon aus, dass mehrere Religionen grundsätzlich gleichwertige Wege sein können.
Diese Position bedeutet nicht, dass alle Religionen, religiösen Lehren oder Praktiken letztlich gleich sind. Ebenso wird nicht behauptet, dass alle Religionen theologisch gleichwertig seien. Es bleibt beispielsweise möglich, dass eine bestimmte Religion für einen Menschen einen Weg eröffnet, während eine andere Religion dies für ihn nicht tut. Außerdem können sich einzelne Religionen oder Kulte als destruktiv erweisen. Religionstheologischer Pluralismus ist daher nicht mit Relativismus gleichzusetzen.
Zentrale Kritikpunkte
Aus der Perspektive des Neuansatzes einer Theologie Interreligiöser Beziehungen sind pluralistische Religionstheologien zu stark auf kognitive, also gedankliche und erkenntnisbezogene Aspekte ausgerichtet. Nach dieser Kritik unterschätzen sie die Bedeutung von Medien, Räumen und Zeiten in interreligiösen Beziehungen.
Weiterhin wird kritisiert, dass pluralistische Ansätze religiöse Menschen zu wesentlich individualistisch darstellen. Dabei werde nicht ausreichend berücksichtigt, dass Beziehungen nicht nur in einer einzigen geradlinigen Ebene funktionieren. Sie ereignen sich vielmehr in mehreren Beziehungsebenen und sozialen Vernetzungen.
Ein weiterer Einwand betrifft die starke Betonung des endzeitlichen Heils beziehungsweise des Erlösungsgedankens. Für viele Vertreter einer pluralistischen Religionstheologie ist die Frage nach dem endzeitlichen Heil zentral. Armin Kreiner und Max Seckler wenden dagegen ein, dass dadurch die Frage nach der objektiven Wahrheit der Religionen ausgeblendet oder verkürzt werden könne.
Vertreter und religiöse Ausprägungen
Zu den bekannten christlichen Theologen, die einen religionstheologischen Pluralismus vertreten, gehören John Hick, Perry Schmidt-Leukel, Eugen Drewermann, Aloysius Pieris, David Steindl-Rast und Paul F. Knitter.
John Hicks Modell führt das „Ewige Eine“ als inhaltliche Komponente aller Religionen ein. Nach diesem Modell beruhen unterschiedliche religiöse Ansichten und Praktiken auf der jeweiligen menschlichen Betrachtung der transzendentalen göttlichen Realität. Hick spricht deshalb jeder Religion ein gewisses Maß an Wahrheit zu. Zugleich erkennt sein Modell an, dass Religionen auch durch besondere Traditionen und historisch geprägte Konstruktionen bestimmt sind.
Das Bahaitum vertritt grundsätzlich eine pluralistische Position in Bezug auf religiöse und metaphysische Lehren.