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Modulation (Musik)

Modulation (Musik). Übergang zwischen Tonarten in einem Musikstück. Artikel ... Dominante der Dominante als Doppeldominante oder kurz DD bezeichnet wird.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Funktion
  2. 2. Grundablauf und Techniken
  3. 3. Diatonische Modulation
  4. 4. Chromatische und enharmonische Modulation
  5. 5. Sequenz, Tonzentrale und Melodie

Begriff und Funktion

Modulation bezeichnet in der Musiktheorie den vorbereiteten Übergang von einer Ausgangstonart zu einer anderen Grundtonart. Damit wechselt auch das tonale Zentrum, also die Tonika. Eine echte Modulation liegt vor, wenn die Zieltonart durch eine Kadenz befestigt wird. Eine Ausweichung führt ohne abschließende Kadenz nicht dauerhaft aus der ursprünglichen Tonart heraus. Erfolgt der Tonartwechsel ohne vorbereitende oder überleitende Schritte, spricht man von einer Rückung.

Eine Reihe unmittelbar aufeinanderfolgender Modulationen heißt Modulationskette. Modulation ist ein wichtiges kompositorisches Mittel tonaler Musik, weil sie den Zuhörer auf einen neuen Abschnitt vorbereitet.

In der Notation erkennt man eine Modulation meist an Versetzungszeichen, die für die Zieltonart erforderlich sind. Bei einem länger dauernden Tonartwechsel werden in der Nähe der Modulation gewöhnlich auch die Vorzeichen geändert; direkt davor steht in der Regel ein Doppelstrich.

Grundablauf und Techniken

Typischerweise wird zunächst die Ausgangstonart gefestigt, etwa durch eine Kadenz oder einfache Dominante-Tonika-Verbindungen. Danach folgt der eigentliche Übergang zur Zieltonart. Bei einer echten Modulation wird diese schließlich durch eine Kadenz bestätigt.

Unterschieden werden fünf Modulationstechniken: diatonische Modulation, chromatische Modulation, enharmonische Modulation, Modulation durch Sequenz und tonzentrale Einführung. Die Beispiele dieser Techniken sind Hilfsmittel für den Kompositionsprozess und müssen nicht strikt als Regeln befolgt werden. Mehrere Techniken können deutlich voneinander getrennt kombiniert werden oder allmählich ineinander übergehen.

Diatonische Modulation

Bei der diatonischen Modulation werden gemeinsame Dreiklänge verschiedener Tonarten als Vermittler verwendet. Ein Akkord erhält dabei in der neuen Tonart eine andere Funktion.

Bei der häufigsten Form, der Dominantmodulation, wird die Dominante der Ausgangstonart als Tonika der Zieltonart umgedeutet. Im Beispiel von D-Dur nach A-Dur erklingt zunächst eine D-Dur-Kadenz mit Tonika-Dominante-Tonika. Die Dominante von D-Dur wird anschließend als Tonika von A-Dur verstanden. Eine A-Dur-Kadenz mit Tonika-Subdominante-Dominante-Tonika festigt die neue Tonart. Danach kann der Satz in A-Dur fortgesetzt werden oder, wie im Beispiel, nach einer Pause mit einer D-Dur-Kadenz zur Ausgangstonart zurückkehren.

Diese Modulation ist so häufig, dass die Dominante der Dominante als Doppeldominante oder kurz DD bezeichnet wird. Die Akkordfunktionen des Beispiels werden zusammengefasst als: D-Dur: T D T | D T DD | D | T S D | T.

Im zweiten Beispiel führt die Modulation von F-Dur nach a-Moll. Der d-Moll-Dreiklang D-F-A ist zunächst die Tonikaparallele Tp von F-Dur. Danach wird derselbe Dreiklang als Subdominante von a-Moll umgedeutet. Eine Kadenz oder zumindest eine Dominante-Tonika-Verbindung in a-Moll macht diesen Funktionswechsel für den Zuhörer nachträglich plausibel.

Chromatische und enharmonische Modulation

Bei der chromatischen Modulation werden Stammtöne alteriert, um schrittweise Töne der Zieltonart zu erreichen. Häufig übernehmen die veränderten Töne die Funktion eines Leittons.

Im Beispiel von C-Dur nach a-Moll erscheint die Tonika C zunächst mit der Quinte G und danach mit der Quinte Gis. Diese kleine Veränderung hat große harmonische Wirkung, weil Gis als Leitton nach A strebt. Eine Kadenz in Richtung a-Moll kann unmittelbar folgen und bestätigt die neue Tonart.

Chromatische Modulation ist auch ohne Leittonwirkung möglich. Im Beispiel von a-Moll nach g-Moll erscheint die Tonika zunächst normal und danach mit tiefalterierter Quinte: Aus E wird Es. Der entstehende Klang wird als Subdominante mit hinzugefügter Sexte verstanden: C-Es-G-A, wobei das G fehlt. Er führt zur Tonika von g-Moll; eine anschließende Kadenz, ergänzt durch eine weitere Kadenz zur Festigung, bestätigt g-Moll.

Bei der enharmonischen Modulation werden Töne eines Klanges enharmonisch verwechselt, also mit anderer Schreibweise und dadurch veränderten Auflösungstendenzen verstanden. Häufig verwendet man den verminderten Septakkord beziehungsweise den verkürzten Dominantseptakkord mit kleiner None, D7 9−. Auch der gewöhnliche Dominantseptakkord kann beispielsweise zum klanglich identischen, aber anders auflösenden übermäßigen Quintsextakkord umgedeutet werden.

Der verkürzte D7 9− kann als Dominante von vier verschiedenen Tonarten auftreten. Ursache ist, dass der Abstand zwischen jedem Akkordton und seinem Nachbarn eine kleine Terz beträgt. Deshalb können die Töne ihre Rollen als kleine None, Terz, Quinte oder Septime tauschen, ohne den dominantischen Charakter zu verlieren. Im Beispiel von C-Dur nach A-Dur bleibt der Klang zunächst die Dominante von C-Dur: D, F, As und H. Nach der Umdeutung werden die Töne als D, F, Gis und H bezeichnet; Gis ist nun die Terz über E und wirkt als Leitton zum Grundton A. Die enharmonische Modulation ermöglicht dadurch einen schnellen Tonartwechsel. In „O du fröhliche“ führt ein D7 9− von Es-Dur nach D-Dur und überbrückt fünf Quintschritte; der umgedeutete Akkord wirkt dabei als Doppeldominante der Zieltonart.

Sequenz, Tonzentrale und Melodie

Vor allem in barocken Stücken werden Modulationen durch tonale Quintfallsequenzen erreicht. Die Tonarten folgen dabei der Reihenfolge des Quintenzirkels, während ihre charakteristischen Vorzeichen schrittweise verändert werden. Von C-Dur nach A-Dur werden zuerst Fis, dann Cis und dann Gis hinzugefügt. Bei Es-Dur werden entsprechend zuerst B, dann Es und dann As ergänzt. Führt der Weg von einer Kreuztonart in eine B-Tonart, werden zunächst die Kreuze schrittweise abgebaut und danach die Bs in der üblichen Reihenfolge ergänzt. Von G-Dur nach Es-Dur wird beispielsweise zuerst Fis zu F, dann H zu B, danach E zu Es und schließlich A zu As.

Besonders in Molltonarten sind Kadenzen vor und nach dem Modulationsvorgang wichtig, damit Ausgangs- und Zieltonart akustisch deutlich werden. Entferntere Zieltonarten können durch die vielen Zwischenschritte mehr Zeit beanspruchen. Theoretisch ist eine Modulation durch den gesamten Quintenzirkel möglich, praktisch wird sie unter anderem durch Tastatur und ähnliche Bedingungen begrenzt.

Bei der tonzentralen Einführung wird ein Ton aus dem Akkord der Ausgangstonart gehalten oder regelmäßig wiederholt. Danach erscheint er als Bestandteil eines neuen Akkordes. Weil andere Bezugstöne fehlen, kann die vorherige Tonart vorübergehend aufgehoben werden, selbst wenn der neue Akkord weit vom Ausgangsakkord entfernt ist. Ein Ritardando kann den Eintritt der neuen Tonart zusätzlich hervorheben. Die Zieltonart muss anschließend durch eine Kadenz mit charakteristischen Konsonanzen und Dissonanzen gefestigt werden. Im Beispiel wird der Ton G als „roter Faden“ verwendet: Im Sopran erklingt er gleichmäßig als Achtel, im Bass ausschließlich G mit einem wiederkehrenden Motiv aus punktierter Viertel, Achtel und Viertel. Darüber wechseln die Akkorde von g-Moll über e-Moll und Es-Dur nach C-Dur.

Bei vielen Volksliedern und Chorälen wird eine Modulation bereits durch die Melodieführung vorgegeben. Als Beispiel dient „Fröhlich soll mein Herze springen“. In einem mehrstimmigen Satz kann der Komponist die Harmonien jedoch auf verschiedene Weise deuten; die angegebene Modulationsbeschreibung ist daher nur eine mögliche Ausführung.

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