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Musiktheorie

Moderne Musiktheorie ; Generalbass und Partimento in Theorie und Praxis ; Instrumentation und Arrangement ; Instrumentenkunde und Stimmung ; Gehörbildung ; Akustik.

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Gegenstand und Bedeutung
  2. 2. Entwicklung von der Antike bis zur Musikwissenschaft
  3. 3. Themen und Ausbildung heute

Gegenstand und Bedeutung

Musiktheorie ist sowohl ein Teilgebiet der Musikwissenschaft als auch eine eigenständige künstlerisch-wissenschaftliche Disziplin. Sie beschäftigt sich unter anderem mit Harmonielehre, Kontrapunkt, Formenlehre und musikalischer Analyse. Dabei untersucht sie, wie Musik aufgebaut ist, nach welchen Regeln musikalische Zusammenhänge gestaltet werden und wie Musik verstanden und beschrieben werden kann.

Musiktheoretisches Wissen hilft, die Beschaffenheit und Wirkung von Musik vertieft zu verstehen. Deshalb ist Musiktheorie an Musikhochschulen in künstlerischen Studiengängen ein Pflichtfach beziehungsweise Nebenfach. Im Unterricht werden musikalische Analyse und das Schreiben von Stilübungen im Tonsatz meist miteinander verbunden: Durch die Analyse werden Kriterien gewonnen, die in praktischen Übungen erprobt und überprüft werden.

Entwicklung von der Antike bis zur Musikwissenschaft

Die Musiktheorie im antiken Griechenland war hochentwickelt. Sie beschäftigte sich mit der Ausformulierung eines Tonsystems, nutzte eine differenzierte Notierung der Tonhöhen und diskutierte ausführlich mögliche ethische und charakterliche Gehalte der Musik und des Musizierens. Für die Theoretiker des Abendlandes galt die antik-griechische Musiktheorie im frühen Mittelalter und erneut in der Renaissance als wichtiger Ausgangspunkt. Spätestens seit der Spätantike wurde aufgrund legendärer Berichte über Pythagoras in einer Schmiede Pythagoras von Samos die Erfindung der theoretischen Musik zugeschrieben.

Bis zum Mittelalter waren praktisch-ausführende und theoretische Musiker weitgehend voneinander getrennt. Die praktische Musikausübung, zu der auch die Komposition gehörte, hatte den Charakter eines Lehrberufs und stand im gesellschaftlichen Ansehen vergleichsweise niedrig. Die theoretische Musik, lateinisch „Musica“, wurde dagegen innerhalb der „Sieben Freien Künste“ dem mathematischen Zweig des „Quadriviums“ zugerechnet. Musiktheoretiker befassten sich vor allem mit mathematischen, kosmologischen und religiösen Betrachtungen, die sie auf Tonleitern und Rhythmen bezogen. Aus diesen Überlegungen entstand jedoch zunächst keine klingende Musik.

Mit der Entstehung der Mehrstimmigkeit im Mittelalter näherten sich theoretische Reflexion und praktische Musikausübung einander an. Erstmals traten Persönlichkeiten auf, die zugleich Theoretiker und Komponisten waren, etwa Léonin und Pérotin. In den folgenden Jahrhunderten entwickelten sich theoretisch begründete Kompositionslehren. Diese standen in vielfältiger Wechselwirkung mit der jeweiligen Musikpraxis.

Im Zeitalter der Aufklärung begann die Musikgeschichtsschreibung. Im 19. Jahrhundert wurden die Aufgabenfelder der Musiktheorie zu Lehrfächern an Konservatorien. Bei der Entstehung der akademischen Musikwissenschaft am Ende des 19. Jahrhunderts wurde Musiktheorie als „spekulative Musiktheorie“ der systematischen Musikwissenschaft zugeordnet. Durch die zunehmende Historisierung des Fachs verloren systematische Fragestellungen innerhalb der Musikwissenschaft jedoch immer mehr an Bedeutung.

Themen und Ausbildung heute

Heute bezeichnet Musiktheorie Themengebiete der systematischen Musikwissenschaft oder das gleichnamige Ausbildungsfach an Musikhochschulen. Zu den verbreiteten Bereichen gehören:

  • Harmonielehre, also die Lehre von den Zusammenhängen und der Gestaltung von Harmonien.
  • Musikalische Analyse, bei der Aufbau und Wirkungsweise von Musik untersucht werden.
  • Tonsatz einschließlich Kontrapunkt; Tonsatz befasst sich mit dem praktischen Schreiben musikalischer Sätze, während Kontrapunkt die Verbindung selbstständiger Stimmen behandelt.
  • Formenlehre, die musikalische Formen und ihre Gliederung untersucht.

Weitere Themen sind Generalbass und Partimento in Theorie und Praxis, Instrumentation und Arrangement, Instrumentenkunde und Stimmung, Grundlagen, Analyse und Theorie der elektroakustischen Musik, Gehörbildung sowie Akustik. In der praktischen Arbeit greifen diese Bereiche häufig ineinander. Dadurch werden einzelne Disziplinen vielerorts nicht mehr strikt getrennt, beispielsweise Kontrapunkt und Harmonielehre.

An Musikhochschulen, Musikuniversitäten und an manchen Universitäten gibt es außerdem Hauptfachstudiengänge in Musiktheorie und/oder Gehörbildung. Diese Studiengänge können unterschiedliche Profile und Schwerpunkte haben: wissenschaftliche, künstlerische oder pädagogische.

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