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Liste biblischer Bücher
Die Anordnung im Tanach und im Alten Testament unterscheidet sich zwischen Judentum und den großen Konfessionen des Christentums. Sie folgt hier aus praktischen …
Inhalt5 Abschnitte
Aufbau und unterschiedliche Bibelfassungen
Die Liste erfasst die Bücher der Bibel in einer Ordnung, die sich im Wesentlichen an der katholischen und evangelischen Tradition orientiert. Die Anordnung im jüdischen Tanach und im christlichen Alten Testament ist jedoch unterschiedlich. Im Tanach werden die Bücher in Tora, Propheten und Ketuvim („Schriften“) gegliedert. Die äthiopische Bibel enthält weitere Schriften, unter anderem das Buch Henoch; außerdem gibt es dort verschiedene Bücherlisten.
Zu jedem Buch nennt die Übersicht den christlichen Namen, die in Deutschland weithin anerkannten Abkürzungen nach den Loccumer Richtlinien, die hebräische oder griechische Originalbezeichnung, die Kapitelzahl und eine kurze Inhaltsangabe. Bücher ohne besondere Anmerkung gehören Juden und Christen aller Konfessionen gemeinsam. Zusätzliche Schriften werden als Spätschriften oder nach ihrer konfessionellen Verbreitung gekennzeichnet.
Tora und weitere Bücher des Tanach
Die Tora oder der Pentateuch umfasst die fünf Bücher Mose. Tora bedeutet „Weisung“, Pentateuch „Fünfgefäß“. Zusammen bilden diese Bücher außerdem den Samaritanischen Pentateuch, die einzige heilige Schrift der Samaritaner.
- Genesis (1 Mos/Gen, 50 Kapitel): Schöpfung und Erzelternerzählungen als Vorgeschichte der Israeliten.
- Exodus (2 Mos/Ex, 40): Auszug Israels aus Ägypten, Bundesschluss am Sinai und Weisungen zum Bau der Stiftshütte.
- Levitikus (3 Mos/Lev, 27): Ritual-, Opfer-, Zivil- und Sozialgesetze.
- Numeri (4 Mos/Num, 36): Wüstenwanderung Israels.
- Deuteronomium (5 Mos/Dtn, 34): Abschiedsrede des Mose mit einer Wiederholung vieler Gebote und einem Rückblick auf den Exodus.
Zu den Geschichtsbüchern gehören Josua (Jos, 24 Kapitel; Eroberung Kanaans und Aufteilung unter den zwölf Stämmen), Richter (Ri, 21; wiederholte Unterwerfung und Befreiung Israels durch die Richter) und Rut (Rut, 4; Lebensgeschichte Ruts). 1. und 2. Samuel (1 Sam, 31; 2 Sam, 24) schildern Samuels Leben sowie die Anfänge des Königtums unter Saul und David. Das Buch Samuel ist in christlichen Bibeln in zwei Bücher geteilt.
- und 2. Könige (1 Kön, 22; 2 Kön, 25) behandeln Höhepunkt und Abstieg des Großreichs Israel, die Teilung des Landes sowie die Propheten Elija und Elischa. Das Königsbuch ist ebenfalls in zwei Bücher geteilt. 1. und 2. Chronik (1 Chr, 29; 2 Chr, 36) berichten vom Königtum Davids bis zum Babylonischen Exil; in den Ostkirchen heißen sie „Bücher der Auslassungen“.
Esra (Esra, 10) und Nehemia (Neh, 13) berichten vom Wiederaufbau des Tempels und Jerusalems, von der Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft sowie von religiösen und sozialen Reformen. Im Tanach bilden sie eine Einheit; in der Vulgata werden sie als 1. Buch Esra und 2. Buch Esra (=Neh) einzeln gezählt. 3. Buch Esra (3Esr, 10) ist eine Spätschrift in orthodoxen und äthiopischen Bibeln, 4. Buch Esra (4Esr, 10) ein Dialog Esras mit dem Erzengel Uriel.
Weitere, nur in bestimmten Bibeln enthaltene Geschichtsbücher sind Tobit (Tob, 14; Lebensgeschichte Tobits), Judit (Jdt, 16; Rettung Israels durch Judit nach der Tötung des Generals Holofernes), die zusätzlichen Teile von Ester (Est, 10), 1. Makkabäer (1 Makk, 16; Unabhängigkeitskämpfe gegen die Seleukiden), 2. Makkabäer (2 Makk, 15; Vorgeschichte des Aufstands), 3. Makkabäer (3 Makk, 7) und 4. Makkabäer (4 Makk, 18). 3. Makkabäer gehört nur zur äthiopischen und orthodoxen Bibel; 4. Makkabäer steht nur als Anhang in der orthodoxen Bibel.
Lehrbücher, Psalmen und prophetische Schriften
Die Lehrbücher und Psalmen behandeln Weisheit, Lebensführung, Gebet und menschliche Grenzerfahrungen. Ijob (Ijob/Hi, 42 Kapitel) fragt angesichts von Leiden und Anfechtungen nach Gott. Die Psalmen (Ps, 150) sind eine Sammlung geistlicher Lieder und Gedichte und werden als Gesangbuch des zweiten Tempels bezeichnet. Die Sprichwörter (Spr, 31) geben sittliche Anweisungen für das tägliche Leben, besonders für junge Menschen. Kohelet (Koh/Pred, 12) verbindet Überlegungen zu Torheit, Weisheit und der Vergänglichkeit des Irdischen. Das Hohelied (Hld, 8) ist eine Sammlung von Liebesliedern über Liebe und Sehnsucht zwischen einem Liebespaar.
Zu den Spätschriften zählen Weisheit (Weish, 19; Trost und Mahnung für gläubige Juden sowie eine Darstellung der Offenbarungsreligion als Gabe der Weisheit), Jesus Sirach (Sir, 52; Weisungen zu einem gottesfürchtigen Leben und eine Sammlung von Sprichwörtern), das Gebet des Manasse (GebMan/OrMan, 1; Schuldbekenntnis und Bitte um Vergebung) und die Psalmen Salomos (PsSal, 18). Ihre Aufnahme in die Bibel ist je nach Konfession und Handschrift verschieden.
Die prophetischen Bücher werden in „vordere“ und „hintere“ Propheten unterschieden. Die vorderen Propheten sind Josua, Richter, Samuel und Könige. Zu den hinteren Propheten gehören Jesaja, Jeremia, Ezechiel und das Zwölfprophetenbuch. Die Großen Propheten sind Jesaja (Jes/Is, 66 Kapitel; Verheißung eines Heilskönigs und Ankündigung der Erlösung), Jeremia (Jer, 52; Tempelkritik sowie Abfall, Knechtschaft und Wiederherstellung Judas) und Ezechiel (Ez/Hes, 48; Gerichtsworte und die Vision des himmlischen Jerusalems). Daniel (Dan, 14) erzählt vom deportierten Daniel, der am babylonischen Hof Staatsmann und Berater wird. Im Tanach zählt Daniel jedoch zu den Ketuvim. Die zusätzlichen Danielteile, unter anderem Susanna, Asarjas Gebet sowie „Vom Bel und vom Drachen“, sind Spätschriften in katholischen und orthodoxen Bibeln.
Die Kleinen Propheten sind im Judentum zum Buch der Zwölf, dem Dodekapropheton, zusammengefasst: Hosea (Hos, 14; Untreue Israels), Joel (Joel, 4; Gottesgericht durch Heuschrecken und Dürre), Amos (Am, 9; Warnung vor Selbstsicherheit), Obadja (Obd, 1; Gericht über Edom), Jona (Jona, 4; Geschichte des Propheten wider Willen), Micha (Mi, 7; Gericht und Heil), Nahum (Nah, 3; Untergang Ninives), Habakuk (Hab, 3; Gottes Vorsehung und Gerechtigkeit), Zefanja (Zef, 3; Gericht und Verheißung), Haggai (Hag, 2; Aufforderung zum Weiterbau des Tempels), Sacharja (Sach, 14; künftiges Heil Gottes) und Maleachi (Mal, 3; Wiederherstellung der Gerechtigkeit und Vorbereitung auf den Tag JHWHs).
Evangelien und Apostelgeschichte
Das Neue Testament beginnt mit den vier Evangelien. Sie erzählen das Leben und Wirken Jesu aus unterschiedlichen theologischen Perspektiven: Matthäus (Mt, 28 Kapitel) stellt Jesus als den im Alten Testament angekündigten Messias Israels dar. Markus (Mk, 16) beschreibt ihn als Sohn Gottes, auch für Heiden. Lukas (Lk, 24) verfasst eine Lebensgeschichte Jesu mit historischem Anspruch und stellt ihn als Gerechten für Juden und Heiden dar. Johannes (Joh, 21) beschreibt Jesus als präexistenten Gottessohn, der am Kreuz Tod und Sünde besiegt. In der syrischen Bibel bilden die Evangelien ein Buch.
Die Apostelgeschichte (Apg/Act, 28 Kapitel) erzählt die Geschichte der Jerusalemer Urgemeinde und die Missionsreisen des Paulus. Sie gilt als Fortsetzung des Evangeliums nach Lukas.
Paulusbriefe, katholische Briefe und Offenbarung
Die Paulusbriefe behandeln Fragen des Glaubens, der Gemeinden und des christlichen Lebens. Sieben Briefe gelten als zweifelsfrei echt: Römer (Röm, 16; Rechtfertigung durch den Glauben und Heiligung durch den Geist Gottes), 1. Korinther (1 Kor, 16; Streit in der Gemeinde und sexuelle Unmoral), 2. Korinther (2 Kor, 13; Apostelamt und Liebe zu Gott und der Gemeinde), Galater (Gal, 6; Rechtfertigung allein durch Glauben), Philipper (Phil, 4; Lob der Gemeinde), 1. Thessalonicher (1 Thess, 5; Erinnerungen, Dank, Ratschläge und Ermutigungen) und Philemon (Phlm, 1; Bitte um Versöhnung zwischen Philemon und seinem Sklaven Onesimus).
Epheser (Eph, 6) behandelt die Einheit von Juden- und Heidenchristen, Kolosser (Kol, 4) Christus als Haupt der Gemeinde und die Abwehr von Irrlehren. 2. Thessalonicher (2 Thess, 3) beruhigt die Gemeinde hinsichtlich der Wiederkunft Christi. 1. Timotheus (1 Tim, 6), 2. Timotheus (2 Tim, 4) und Titus (Tit, 3) geben Ratschläge und Anweisungen für Gemeindeleitung und Lehre. Diese Briefe gelten wahrscheinlich als Schriften in der Tradition des Paulus und werden mit den drei Pastoralbriefen verbunden. Auch die Zuschreibung des Hebräerbriefs (Hebr, 13; Gegenüberstellung von altem und neuem Bund) zu den Deuteropaulinen ist umstritten.
Die katholischen Briefe richten sich nicht ausschließlich an eine einzelne Gemeinde: Jakobus (Jak, 5) fordert gelebten Glauben statt bloßen Lippenbekenntnisses. 1. Petrus (1 Petr, 5) stärkt die Glaubensbrüder, 2. Petrus (2 Petr, 3) warnt vor Irrlehren und Spöttern. 1. Johannes (1 Joh, 5) stellt Gott als Leben, Licht und Liebe vor; 2. Johannes (2 Joh, 1) mahnt zu Einheit und zur Befolgung der Gebote; 3. Johannes (3 Joh, 1) behandelt christliche Gastfreundschaft. Judas (Jud, 1) warnt vor Irrlehrern.
Die Offenbarung oder Apokalypse des Johannes (Offb/Apk, 22 Kapitel) schildert Ereignisse der Endzeit, den Kampf satanischer Mächte gegen Gott und die Gemeinde sowie die Stärkung und Ermutigung einer verfolgten Gemeinde. Sie gehört nicht zur syrischen Bibel.
Die alphabetische Abkürzungsliste ordnet die im Artikel verwendeten Kürzel zu, etwa Gen für Genesis, Ex für Exodus, Jes für Jesaja, Mt für Matthäus, Joh für Johannes, Apg für Apostelgeschichte, Röm für Römer, 1 Petr für den Ersten Petrusbrief und Offb für die Offenbarung.