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Leo XIV.
Bischof von Rom und als Papst Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche sowie Staatsoberhaupt des Staates der Vatikanstadt. ... als erster Papst in der Geschichte …
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Papst und kirchlicher Werdegang
Leo XIV., bürgerlich Robert Francis Prevost OSA, wurde am 14. September 1955 in Chicago (Illinois, USA) geboren. Seit dem 8. Mai 2025 ist er der 267. Bischof von Rom, Papst und Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche sowie Staatsoberhaupt der Vatikanstadt. Er besitzt die Staatsbürgerschaft der Vereinigten Staaten, seit 2015 auch die peruanische und seit 2023 von Amts wegen die vatikanische.
Nach einem katholischen High-School-Seminar studierte Prevost an der Villanova University Mathematik und Philosophie und schloss beide Fächer 1977 ab. Danach trat er dem Augustinerorden bei. Er studierte Theologie in Chicago und Kirchenrecht an der Päpstlichen Universität Heiliger Thomas von Aquin in Rom. Am 29. August 1981 legte er das ewige Ordensgelübde ab; am 19. Juni 1982 wurde er zum Priester geweiht. 1987 promovierte er zum Dr. iur. can.; seine Dissertation behandelte die Rolle des örtlichen Priors im Augustinerorden.
Seine Laufbahn verband Ordensleitung, Ausbildung und Seelsorge in Peru mit Aufgaben in Rom: Von 1985 bis 1987 war er Missionar in Chulucanas, anschließend in Trujillo unter anderem Ausbilder, Prior, Professor für Kirchenrecht, Patristik und Moral sowie Kirchengerichtsvikar. Von 2001 bis 2013 war er Generaloberer des Augustinerordens. Er spricht Englisch, Italienisch, Spanisch und Portugiesisch, liest Deutsch und Latein und erwarb in Peru Grundkenntnisse in einer Quechua-Sprache.
Bischof in Peru und Aufgaben im Vatikan
Papst Franziskus ernannte Prevost am 3. November 2014 zum Apostolischen Administrator von Chiclayo, am 12. Dezember 2014 empfing er die Bischofsweihe. Am 26. September 2015 wurde er Bischof von Chiclayo. Weil nach dem Konkordat zwischen Peru und dem Vatikan von 1980 nur peruanische Staatsbürger Bischöfe werden dürfen, hatte er am 24. August 2015 die peruanische Staatsbürgerschaft erhalten.
In Chiclayo setzte er sich laut Artikel besonders gegen Armut, Umweltzerstörung und Ungerechtigkeit ein. Er unterstützte von El Niño betroffene Menschen in Armenvierteln, Armenküchen und bessere Wohnverhältnisse in überflutungsgefährdeten Gebieten. Von 2018 bis 2023 war er Vizepräsident der peruanischen Bischofskonferenz. Er forderte 2017 den früheren peruanischen Präsidenten Alberto Fujimori zu einer Entschuldigung bei Opfern des Staatsterrorismus auf und gab Informationen über den Missbrauchsskandal um Sodalicio de Vida Cristiana an Franziskus weiter.
Die Behandlung von Missbrauchsvorwürfen in Chiclayo wird unterschiedlich dargestellt: Prevost leitete 2022 eine kanonische Voruntersuchung gegen zwei Priester ein; Diözese, Vatikan und peruanische Behörden sahen eine unzureichende Beweislage. Mutmaßliche Opfer warfen ihm 2024 dagegen Vertuschung vor. Die Reporter Pedro Salinas und Paola Ugaz hielten diese Anschuldigungen für falsch und bezeichneten ihn bei ihren Recherchen als Verbündeten.
Am 30. Januar 2023 wurde Prevost Präfekt des Dikasteriums für die Bischöfe. Dieses vatikanische Zentralamt wirkt an Bischofsernennungen weltweit mit und überwacht die Umsetzung von Richtlinien gegen sexuellen Missbrauch in den Diözesen. Zusätzlich wurde er Präsident der Päpstlichen Kommission für Lateinamerika. Franziskus erhob ihn am 30. September 2023 zum Kardinal und am 6. Februar 2025 zum Kardinalbischof von Albano. Prevost unterstützte das synodale Prinzip, also Beratung und gemeinsames Unterwegssein in der Kirche, betonte aber, Bischöfe dürften nicht durch eine demokratische Ortswahl bestimmt werden.
Wahl, Name und Zeichen des Pontifikats
Im Konklave 2025 wurde Prevost am 8. Mai 2025, dem zweiten Konklavetag und im vierten Wahlgang, zum Papst gewählt. Es war das erste Konklave, an dem er als Kardinal teilnahm. Er nahm den Namen Leo XIV. an und ist der erste Papst mit US-Staatsbürgerschaft, zugleich der erste Peruaner als Papst sowie der erste Augustiner im Papstamt.
Bei seinem ersten Auftritt begrüßte er die Menschen mit „La pace sia con tutti voi“ („Der Friede sei mit euch allen“), rief zum Brückenbauen und Frieden auf und spendete den Segen Urbi et orbi. Am 18. Mai 2025 erhielt er bei seiner Amtseinführung Pallium und Fischerring als Zeichen des Petrusdienstes. Wie alle Päpste seit Johannes Paul I. verzichtete er auf Krönungsmesse und Tiara-Krönung. Seit seiner Wahl ist er außerdem von Amts wegen Präfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung.
Der Name bezieht sich vor allem auf Leo XIII. und dessen Sozialenzyklika Rerum Novarum von 1891. Leo XIV. versteht die katholische Soziallehre als Antwort auf die neue industrielle Revolution durch künstliche Intelligenz und auf Fragen von Menschenwürde, Gerechtigkeit und Arbeit. Als weitere Bezugspunkte nennt der Artikel Leo den Großen und möglicherweise Bruder Leo, einen Weggefährten des Franz von Assisi.
Sein Wahlspruch lautet „in illo uno unum“: „In jenem einen Christus eins“. Das Wappen verbindet eine silberne Lilie als marianisches Symbol mit dem von einem Liebespfeil durchbohrten brennenden Herz auf einem Buch, dem Zeichen des heiligen Augustinus und des Augustinerordens. Mitra und gekreuzte Schlüssel stehen für die päpstliche Autorität. Leo XIV. nutzt die offiziellen Konten @Pontifex auf X in neun Sprachen sowie ein offizielles Instagram-Profil.
Politische, soziale und kirchliche Positionen
Frieden ist ein zentrales Thema des Pontifikats. Leo XIV. bezeichnete die russische Invasion der Ukraine als imperialistische Eroberung und forderte Waffenstillstand und Verhandlungen im Gaza-Krieg. Gewaltlosigkeit solle Methode und Stil aller Entscheidungen, Beziehungen und Handlungen sein. Der Vatikan sei bereit, Begegnungen zwischen Feinden zu ermöglichen, doch Päpste könnten Frieden nicht selbst aushandeln. Auch im Irankrieg 2026 rief er zum Waffenstillstand, zu Verhandlungen und zu multilateralen Lösungen auf.
Beim Klimaschutz knüpft er an Franziskus und Laudato si’ an. Er beklagte ökologische Verwüstungen, verlangte entschlossenes Handeln und erklärte 2025, wer den Klimawandel leugne, leugne „nicht nur die Wissenschaft, sondern die Verantwortung vor Gott“.
In der Soziallehre betont Leo XIV. kritisches Denken angesichts der digitalen Revolution sowie Zuhören und Dialog. Im September 2025 kritisierte er wachsende Unterschiede zwischen Einkommen der arbeitenden Klasse und den Bezügen der Reichsten, besonders die Vorstandsgehälter und Elon Musk. Sein Schreiben Dilexi te vom 9. Oktober 2025 knüpft laut Artikel an die Kapitalismuskritik Franziskus’ an; Wucher nannte er eine „sehr schwere Sünde“. Er lehnt Schwangerschaftsabbruch ab und fordert Palliativmedizin statt Sterbehilfe.
Beim sexuellen Missbrauch sagte er 2025, klerikaler Missbrauch müsse sofort bestraft werden. Der Artikel nennt zugleich Fälle, in denen der spätere Papst nicht eingeschritten sei. Zur LGBT-Gemeinschaft erklärte Leo XIV., alle müssten in der Kirche willkommen sein, er wolle die kirchliche Lehre jedoch nicht verändern. Eine Ritualisierung von Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare lehnt er ab. Diese Haltung wurde unterschiedlich bewertet. Kommentatoren sehen außerdem Bemühungen um eine Aussöhnung mit katholischen Traditionalisten, etwa durch die erlaubte Feier der Alten Messe im Petersdom.
Für die Ökumene, also den Dialog und die Annäherung verschiedener christlicher Kirchen, setzte er Zeichen mit Anglikanern, orthodoxen und armenisch-apostolischen Kirchen. Bei seiner ersten Auslandsreise in die Türkei und den Libanon sprach er am 30. November 2025 mit Patriarch Bartholomäus I. für weitere Schritte zur Einheit der Kirchen.
Künstliche Intelligenz und wichtige Schriften
Am Pfingstmontag 2026 veröffentlichte Leo XIV. seine erste Enzyklika Magnifica humanitas („Die großartige Menschheit“) über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz. Eine Enzyklika ist ein besonders wichtiges päpstliches Lehrschreiben. Darin warnt er vor Gefahren der KI-Nutzung und fordert „klare Kriterien und wirksame Kontrollen“, besonders wenn öffentliche Güter und Grundrechte betroffen sind. Zuvor hatte er mit Vertretern von Meta, Google und Amazon über KI gesprochen. In derselben Enzyklika bat er als erster Papst ausdrücklich um Vergebung für die Rolle der Kirche bei der Sklaverei: Die Kirche habe sie lange geduldet und erst später absolut verurteilt.
Zu seinen weiteren wichtigen Schreiben gehören Dilexi te vom 9. Oktober 2025, das Motu proprio Coniuncta cura vom 29. September 2025 über Finanzinvestitionen des Heiligen Stuhls sowie In unitate fidei vom 23. November 2025 zum 1700-jährigen Jubiläum des Konzils von Nizäa. Ein Motu proprio ist ein päpstliches Schreiben, das der Papst aus eigener Initiative erlässt. Seine apostolischen Schreiben behandeln außerdem unter anderem die Römische Kurie, die Ausbildung von Priestern und die Bedeutung der Archäologie.