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Kostenvorteil
Ein Kostenvorteil liegt in der Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre vor, wenn ein Wirtschaftssubjekt bei der Produktion des gleichen Gutes …
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Grundidee und Bedeutung
Ein Kostenvorteil liegt in der Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre vor, wenn ein Wirtschaftssubjekt bei der Produktion des gleichen Gutes geringere Herstellkosten oder Gesamtkosten hat als ein anderes Wirtschaftssubjekt. Ein Wirtschaftssubjekt kann ein Unternehmen, der Staat mit seinen Untergliederungen oder das Ausland im Zusammenhang mit Export und Import sein.
In der Betriebswirtschaftslehre entstehen Kostenvorteile gegenüber Wettbewerbern zum Beispiel durch Kostendegression, besonders Fixkostendegression durch Skaleneffekte. Skaleneffekte bedeutet, dass bei größerer Produktionsmenge die Kosten pro Stück sinken können. Ein Unternehmen kann dadurch Kostenführerschaft erreichen, also im Vergleich zu Konkurrenten besonders günstig produzieren. Weitere Ursachen sind unternehmensspezifische Technologien, die zur Technologieführerschaft führen können, sowie günstigere Beschaffung, etwa durch Low-Cost Country Sourcing.
Kostenvorteile sind wichtig, weil sie die Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Sie schaffen Spielräume für Preissenkungen oder erhöhen die Gewinne.
Wichtige Arten
In der Volkswirtschaftslehre und besonders in der Außenwirtschaftstheorie werden zwei Hauptarten unterschieden: absolute Kostenvorteile und komparative Kostenvorteile.
Absolute Kostenvorteile vergleichen direkt, wer ein Gut günstiger oder in größerer Menge kostengünstiger herstellen kann. Komparative Kostenvorteile vergleichen dagegen relative Produktionskosten verschiedener Güter innerhalb eines Staates. Beide Begriffe erklären, warum sich Länder im Außenhandel auf bestimmte Güter spezialisieren und andere Güter importieren.
Absolute Kostenvorteile
Ein absoluter Kostenvorteil liegt vor, wenn ein Wirtschaftssubjekt, zum Beispiel ein Unternehmen oder ein Staat, gegenüber einem anderen Wirtschaftssubjekt absolut mehr Absatzmenge in derselben Zeitspanne kostengünstiger produzieren kann. Ebenfalls liegt ein absoluter Kostenvorteil vor, wenn die Inlandspreise eines bestimmten Produkts unter denen des Auslands liegen oder wenn die Importpreise unter den Inlandspreisen liegen.
Der Begriff geht auf Adam Smiths Theorie der absoluten Kostenvorteile zurück. Sie steht im vierten Buch seines im März 1776 erschienenen Werks „Der Wohlstand der Nationen“. Smiths Grundgedanke lautet: Jedes Land soll die Güter exportieren, die es absolut kostengünstiger als das Ausland herstellen kann, und dafür Güter importieren, die im Ausland kostengünstiger produziert werden können.
Komparative Kostenvorteile
Komparative Kostenvorteile liegen vor, wenn es einen Unterschied zwischen den relativen Produktionskosten verschiedener Güter innerhalb eines Staates gibt. Kann ein Land ein bestimmtes Gut günstiger produzieren als ein anderes, besitzt es für dieses Gut einen komparativen Kostenvorteil. Dabei werden also nicht einfach zwei Länder bei einem einzelnen Gut verglichen, sondern die Produktionskosten verschiedener Güter im selben Staat zueinander in Beziehung gesetzt.
Der komparative Kostenvorteil geht auf David Ricardo zurück. Er zeigte 1817 am Beispiel zweier Länder, dass auch ein kostenmäßig unterlegenes Land vom Handel profitieren kann. Es spezialisiert sich auf die Herstellung und den Export derjenigen Produkte, bei denen es den relativ geringsten Kostennachteil hat.
Außenhandel und Spezialisierung
Adam Smith und David Ricardo verwendeten für ihre Theorien ein „zwei Güter/zwei Länder“-Modell. Mit diesem Modell verglichen sie Kosten zwischen Ländern und Gütern. Sie zeigten, dass Kostenunterschiede ein Hauptgrund für Außenhandel und Arbeitsteilung sind. Heute kommen zusätzlich Wechselkursunterschiede hinzu.
Absolute und komparative Kostenvorteile können nur genutzt werden, wenn jedes Land die Güter und Dienstleistungen exportieren kann, die es am kostengünstigsten herstellen kann. Gleichzeitig importiert es die Güter und Dienstleistungen, die andere Staaten komparativ kostengünstiger erzeugen können.
Im Außenhandel nutzen vor allem Niedriglohnländer gegenüber Hochlohnländern und Niedrigsteuerländer gegenüber Hochsteuerländern solche Kostenvorteile. Sie spezialisieren sich häufig auf arbeitsintensive Güter oder Dienstleistungen. In Hochlohnländern lohnt sich die Produktion aus Kostengründen dann oft nicht mehr. Sie wird in Niedriglohnländer verlagert, entweder durch eigene Produktionsstätten mit einheimischen Arbeitskräften oder durch Auftragsproduzenten im Niedriglohnland.
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