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Gesamtkosten

Der Begriff wird in der Regel bei der Kostenauflösung, bei der die Kosten in variable Kosten und fixe Kosten aufgeteilt werden, verwendet. Wenn sich die Kosten …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Bedeutung
  2. 2. Kostenverlauf
  3. 3. Bestandteile und Formeln
  4. 4. Wichtige Kennzahlen
  5. 5. Abgrenzung zu Vollkosten

Begriff und Bedeutung

Gesamtkosten sind in der betriebswirtschaftlichen Kosten- und Leistungsrechnung die Summe aller Kosten, die in einem Unternehmen in einer bestimmten Rechnungsperiode anfallen. Der Begriff wird vor allem bei der Kostenauflösung verwendet, also bei der Aufteilung der Kosten in variable Kosten und fixe Kosten.

Variable Kosten verändern sich mit der Beschäftigung, also zum Beispiel mit der Produktionsmenge. Fixe Kosten reagieren dagegen nicht auf Beschäftigungsänderungen. Wenn die Kosten eines betrieblichen Bezugsobjekts aus beiden Bestandteilen bestehen, spricht man von Mischkosten oder Gesamtkosten.

Kostenverlauf

Die Kostentheorie geht häufig von einem S-förmigen Verlauf der Gesamtkostenkurve aus; dies gehört zur Produktionsfunktion vom Typ A. Erich Gutenberg wies jedoch darauf hin, dass für die industrielle Produktion ein linearer Kostenverlauf der Gesamtkosten repräsentativer sei.

Ausgehend von limitationalen Produktionsfaktoren entwickelte Gutenberg daraus die Produktionsfunktion vom Typ B. Bei einem linearen Kostenverlauf steigen die Gesamtkosten mit wachsender Beschäftigung jeweils um den gleichen Betrag. Die Gesamtkostenkurve verläuft dann linear, die Grenzkosten sind konstant, und die variablen Durchschnittskosten entsprechen den Grenzkosten. Gutenberg geht dabei jedoch nicht von konstanten Produktionsbedingungen in einem Unternehmen aus.

Bestandteile und Formeln

Die Gesamtkosten K_g setzen sich aus fixen Kosten K_f und variablen Kosten K_v zusammen:

K_g = K_f + K_v

Eine andere Aufteilung unterscheidet Einzelkosten K_e und Gemeinkosten k_g. Einzelkosten können einem Kostenträger direkt zugerechnet werden, Gemeinkosten nicht:

K_g = K_e + k_g

Daraus folgt:

K_f + K_v = K_e + k_g

Beim Gesamtkostenverfahren nach § 275 Abs. 2 HGB werden die Gesamtkosten in verschiedene Kostenarten gegliedert, insbesondere in Materialaufwand, Personalaufwand und Abschreibungen. Opportunitätskosten gehören ebenfalls zu den Gesamtkosten.

Wichtige Kennzahlen

Die absolute Kennzahl der Gesamtkosten wird aussagekräftiger, wenn sie in betriebswirtschaftliche Kennzahlen einbezogen wird. Stellt man die Gesamtkosten den Umsatzerlösen gegenüber, erhält man den Kostendeckungsgrad:

Kostendeckungsgrad = K_g / Umsatzerlöse

Setzt man die Gesamtkosten ins Verhältnis zur im selben Zeitraum produzierten Menge x, erhält man die Stückkosten k:

k = K_g / x

Gesamtkosten können außerdem pro Mitarbeiter berechnet werden. Die Gesamtkosten TOTEX, also total expenditures, ergeben sich aus der Addition von CAPEX, den capital expenditures, und OPEX, den operational expenditures.

Abgrenzung zu Vollkosten

In der Kosten- und Leistungsrechnung verwendet man den Begriff Gesamtkosten. Der inhaltlich identische Begriff Vollkosten wird dagegen eher in der Kostenverrechnung und Kalkulation benutzt.

Lernvideos zu Gesamtkosten

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