Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Kostenstelle

Da Kosten nur von diesen drei Arten verursacht werden können, erfasst der Betriebsabrechnungsbogen die Gesamtkosten. Kostenstellenrechnung. Bearbeiten. Die …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Einordnung
  2. 2. Bildung und Abgrenzung
  3. 3. Arten von Kostenstellen
  4. 4. Verteilung und Verrechnung der Kosten
  5. 5. Direkte und umgelegte Kosten
  6. 6. Planung und Center-Konzept

Bedeutung und Einordnung

Eine Kostenstelle ist in der Betriebswirtschaftslehre, besonders in der Kosten- und Leistungsrechnung, ein Kostenbereich oder eine Organisationseinheit eines Unternehmens. Sie verursacht durch ihre Beteiligung am Produktionsprozess Kosten. Kostenstellen sind für die Kostenrechnung gebildete Orte der Kostenentstehung: In ihnen werden Kosten ermittelt.

Die Kosten- und Leistungsrechnung ist eine Abgrenzungsrechnung mit drei Stufen: Die Kostenartenrechnung gliedert die Gesamtkosten des Unternehmens in Kostenarten. Die Kostenstellenrechnung ordnet diese Kostenarten verantwortlichen, an der Aufbauorganisation orientierten Bereichen zu. Die Kostenträgerrechnung ordnet die Kostenarten schließlich den Kostenträgern zu, also den Produkten und Dienstleistungen, durch deren Produktion die Kosten verursacht wurden.

Theoretisch kann bereits ein einzelner Arbeitsplatz die kleinste Kostenstelle sein. Praktisch werden meist betriebliche Funktionen oder Abteilungen als Kostenstellen festgelegt.

Bildung und Abgrenzung

Kostenstellen lassen sich einzeln oder kombiniert nach Funktionen beziehungsweise operativen Bereichen, nach Kostenträgern, nach Rechnungslegungszwecken, organisatorisch oder abrechnungstechnisch voneinander abgrenzen.

Am häufigsten wird die funktionale oder operative Abgrenzung verwendet. Sie orientiert sich an der Aufbauorganisation des Gesamtunternehmens, etwa an Beschaffung, Produktion, Vertrieb, Verwaltung sowie Forschung und Entwicklung. In der Beschaffung fallen Anschaffungskosten für Fertigungsmaterial an, in der Produktion Herstellungskosten, im Vertrieb Vertriebskosten, in der Verwaltung Verwaltungskosten sowie in Forschung und Entwicklung Forschungs- und Entwicklungskosten.

Typische funktionale Kostenstellen sind Materialkostenstellen, Fertigungskostenstellen, Forschungs- und Entwicklungskostenstellen, Verwaltungskostenstellen und Vertriebskostenstellen.

Arten von Kostenstellen

Es gibt Hauptkostenstellen, Nebenkostenstellen und Hilfskostenstellen.

Hauptkostenstellen, auch Endkostenstellen, sind die Kostenbereiche, in denen Produkte oder Dienstleistungen den größten Teil der Herstellungskosten verursachen. Dazu gehören unter anderem Beschaffung, Produktion, Verwaltung und Vertrieb. Die Produktion kann weiter untergliedert werden, beispielsweise in Fräserei, Gießerei und Lackiererei.

Nebenkostenstellen sind Kostenbereiche mit selbständiger Auftragsabwicklung, etwa für die Verarbeitung von Abfall- oder Nebenprodukten. Hilfskostenstellen sind an der Produktion nicht unmittelbar beteiligt; Beispiele sind eine Werkstatt für Reparatur und Wartung oder eine Kantine.

In der Kostenstellenrechnung werden alle drei Arten zusammengefasst. Da Kosten nur von diesen drei Arten verursacht werden können, erfasst der Betriebsabrechnungsbogen die Gesamtkosten.

Verteilung und Verrechnung der Kosten

Die Kostenstellenrechnung verteilt die in der Kostenartenrechnung erfassten Kostenarten nach dem Kostenzurechnungsprinzip auf Haupt-, Neben- und Hilfskostenstellen. Ihre tabellarische Form ist der Betriebsabrechnungsbogen. Die Ergebnisse werden anschließend von der Kostenträgerrechnung übernommen.

In der ersten Stufe werden Gemeinkosten als Primärkosten auf alle Kostenstellen verteilt. Dies geschieht direkt oder indirekt mithilfe von Umlageschlüsseln auf die jeweiligen Empfängerkostenstellen. In einem zweiten Schritt werden die in Neben- und Hilfskostenstellen angefallenen Sekundärkosten durch innerbetriebliche Leistungsverrechnung auf die Hauptkostenstellen verteilt.

Einzelkosten sind einem Kostenträger direkt zurechenbar. Sie umgehen daher die Kostenstellenrechnung. Gemeinkosten werden dagegen über den Betriebsabrechnungsbogen den Kostenstellen zugeordnet und mit sekundärer Kostenverrechnung an nachgelagerte Kostenstellen und Kostenträger der Wertschöpfungskette weitergerechnet. Verbraucht eine Kostenstelle die Leistung einer anderen Kostenstelle, verrechnet die Senderkostenstelle diese innerbetriebliche Leistung auf die Empfängerkostenstellen. Sind Kostenarten nicht direkt zurechenbar, müssen Verteilungsschlüssel eine verursachungsgerechte Verteilung ermöglichen.

Direkte und umgelegte Kosten

Kostenstelleneinzelkosten fallen direkt auf einer bestimmten Kostenstelle an und lassen sich dieser einzeln zuordnen. Ein Beispiel sind Ersatzteile für eine Maschine. Als Nachweis gibt es einen Buchungsbeleg, etwa intern einen Materialentnahmeschein oder extern eine Rechnung.

Kostenstellengemeinkosten sind davon abzugrenzen: Sie können nicht direkt einer einzelnen Kostenstelle zugeordnet werden. Sie entstehen durch Umlage von anderen vorgelagerten Hilfs- oder Allgemeinkostenstellen.

Planung und Center-Konzept

Der Kostenstellenplan ist die systematisch geordnete Zusammenstellung aller Kostenstellen eines Unternehmens. Er umfasst im Allgemeinen allgemeine Kostenstellen wie Facilitymanagement oder Energiezentrale, Fertigungshilfsstellen wie Reparaturwerkstatt oder Arbeitsvorbereitung, Fertigungshauptstellen wie Dreherei oder Montage, Materialstellen wie Materialprüfung oder Materiallager, außerdem Verwaltung, beispielsweise Buchhaltung oder Poststelle, sowie Vertrieb, beispielsweise Marketing oder Werbung. Die Kostenstellen werden nach verschiedenen Kriterien unterschieden und mit einer Schlüsselnummernsystematik ausgewiesen.

Ein Beispiel beginnt mit „0: Allgemeiner Bereich“: 000 Grundstücke und Gebäude, 001 Wasser, 002 Dampferzeugung, 003 Stromerzeugung, 004 Sozialeinrichtungen (Kantine), 005 Werkschutz. Im „1: Materialbereich“ stehen 100 Einkaufsabteilung, 101 Materialannahme und Materialprüfung sowie 102 Materiallager.

Ein Costcenter ist keine bloße Kostenstelle, sondern eine eigenständige Unternehmenseinheit (business unit) mit Budget, die eine oder mehrere Kostenstellen umfassen kann. Ein Profitcenter hat Zugang zum Markt und erzielt deshalb Umsatzerlöse. Eine Kostenstelle kann zugleich Profitcenter sein, zum Beispiel der Vertrieb; ihm kann ein Gewinnziel vorgegeben werden. Reinen Kostenstellen wie der Verwaltung wird vor allem das Ziel der Kostensenkung auferlegt.

Lernvideos zu Kostenstelle

Weiterlesen

Betriebswirtschaftslehre Gegenstand und wesentliche Untersuchungsgebiete ; Finanzierung · betriebswirtschaftliche Kennzahlen, Finanzierungsregeln, Rechnungswesen, Finanzplanung, … Kosten- und Leistungsrechnung Die KLR dient in erster Linie der internen Informationsbereitstellung für die kurzfristige operative Planung von Kosten und Erlösen sowie deren Kontrolle anhand … Unternehmen Ein Unternehmen (oder eine Unternehmung), auch Firma genannt, ist eine wirtschaftlich selbständige Organisationseinheit, die mit Hilfe von Planungs- und … Produktionsprozess Produktionsprozesse vollziehen sich in Produktionssystemen durch Transformation von Material aus einem Rohzustand in einen Fertigzustand. Die Produktion … Kosten Kosten (englisch cost) sind in der Wirtschaft die monetären Belastungen, die einer Wirtschaftseinheit gemäß einer geeigneten Kalkulation durch die Nutzung … Abgrenzungsrechnung Nicht jeder Aufwand muss ein betriebsbezogener Aufwand und damit Kosten und nicht jeder Ertrag eine Leistung sein. Wenn beispielsweise ein Schreinermeister … Kostenartenrechnung Die Kostenartenrechnung ist die erste von drei Stufen der Kosten- und Leistungsrechnung. Im Rahmen der Kostenartenrechnung müssen die Kosten von … Gesamtkosten Der Begriff wird in der Regel bei der Kostenauflösung, bei der die Kosten in variable Kosten und fixe Kosten aufgeteilt werden, verwendet. Wenn sich die Kosten … Kostenart Einteilungskriterien der Kostenarten ; Produktionsfaktorverbrauch · Abschreibungen, Betriebsmittelkosten, Kapitalkosten, Materialkosten, Personalkosten, Kostenträger Als Kostenträger werden in der Kosten- und Leistungsrechnung die in einem Unternehmen hergestellten Produkte oder Dienstleistungen bezeichnet. Produkt (Wirtschaft) Unter einem Produkt (oder auch Erzeugnis) wird in der Betriebswirtschaftslehre ein materielles Gut oder eine (immaterielle) Dienstleistung verstanden, … Produktion Produktionstechnik · Unter Fertigung versteht man die Herstellung und Montage von zählbaren festen Teilen mit geometrisch bestimmter Gestalt (so genannte …